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02.09.2010 14:09 Zitieren Zitieren

Facebook-User Joachim_K
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02.09.2010 14:09 Zitieren Zitieren

Hat meine Freundin eine Depression?

Hallo Frau Dr. Anderson,
ich heiße Joachim, bin 23 Jahre alt und wohne in Köln. Ich mache mir Sorgen um meine Freundin, die in letzter Zeit Phasen hat, in denen es ihr überhaupt nicht gut geht. Manchmal wenn wir telefonieren, weint sie nur und sagt, dass sie mich nicht sehen kann oder nichts für die Uni tun kann, weil sie so fertig ist. Alles scheint sie zu überfordern, die Uni, der Job und jeder kleine Konflikt in ihrer WG. Manchmal denke ich, sie ist einfach nicht so belastbar wie ich oder die meisten, aber manchmal, wenn es wieder extrem ist mit ihr, denke ich schon, dass sie vielleicht ernsthaft krank ist. Vielleicht hat sie eine Depression oder Burn-Out oder so etwas? Sie hat auch ein ganz schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern, weil die einfach blöd sind, wie sie sagt, und über sie bestimmen wollen. Manchmal sagt sie mir, dass sie nächtelang nur wach gelegen und geweint hat. Eigentlich ist sie sehr intelligent und hat meistens bessere Noten als ich in den Klausuren und Seminararbeiten. Ach ja, und sie ist nicht nur kurz vor ihrer Periode so, sondern mehrfach im Monat. Es ist für mich natürlich immer enttäuschend, wenn sie wieder eine Verabredung absagt, wenn ich schon für uns beide gekocht habe oder mich aufs Ausgehen mit ihr gefreut hab. Was kann ich tun, um meiner Freundin am besten zur Seite zu stehen? Danke für Ihre Hilfe
Joachim.

03.10.2010 21:41 Zitieren Zitieren

Facebook-User
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03.10.2010 21:41 Zitieren Zitieren

Hallo, Joachim,
Du machst dir leider zu Recht Sorgen um deine Freundin, denn sie leidet offenbar unter Depressionen. Ihre Niedergeschlagenheit, ihre Lustlosigkeit, ihr Rückzugsbedürfnis, ihr Gefühl der Überforderung und der Unzulänglichkeit sind alles Zeichen einer depressiven Verstimmung. Die schlechte Beziehung zu ihren Eltern spielt dabei sicher auch eine Rolle.
Du solltest unbedingt versuchen, deine Freundin zu einem Besuch bei einem Arzt oder Psychotherapeuten zu bewegen, denn sie braucht dringend medikamentöse Hilfe und möglicherweise auch eine psychotherapeutische Behandlung.
Als Freund kannst du ihr zwar zeigen, dass du zu ihr hältst und für sie da bist, du kannst aber auf keinen Fall einen Therapeuten ersetzen. Wichtig ist, dass du versuchst, ihr wirklich klarzumachen, dass ihre negativen Gefühle Symptome einer behandelbaren Krankheit sind - und nicht etwa der Beweis für ihre scheinbare Wertlosigkeit oder die vermeintliche Sinnlosigkeit ihres Lebens.
Lass dich dabei nicht auf Argumente ein, wie etwa, sie sei völlig okay und brauche keinen Arzt, oder gar, sie sei “nicht verrückt” oder Ähnliches. Wenn deine Freundin nämlich tiefer in ihre Depressionen abrutscht, ist leider auch eine Suizidgefährdung nicht auszuschliessen.
LG, Dr. Karin Anderson

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