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23.05.2009 21:19 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

23.05.2009 21:19 Zitieren Zitieren

erfolglose Therapieplatz-Suche... ??

Hallo,
ich würde eigentlich gerne eine Psychotherapie anfangen, um mit all dem, was in den letzten Monaten war, besser klar zu kommen und meine neue Lebenssituation besser annehmen zu können. Es fällt mir noch extrem schwer, darüber zu schreiben: Vor ca. 10 Wochen gab es einen Unfall, ich war ("unschuldig"blinzeln mit dem Fahrrad unterwegs, wurde von einem Kleinbus angefahren - mit dem "Ergebnis" mehrerer Knochenbrüche, Schürfwunden (die aber eigentlich wieder gut verheilt sind) und eben auch - und das ist eines der heftigeren Probleme - einer Rückenmarksverletzung, Querschnitt im Bereich des 8. Brustwirbels. Mit den ganzen Folgen, die sich eben daraus ergeben: ich bin seitdem logischerweise Rollifahrerin, brauche Katheter usw. Und das ist alles so heftig, damit klarzukommen, mit den ganzen Einschränkungen, was es für meine Zukunft bedeutet, der Umgang von Freunden (manche haben sich auch abgewandt, waren also keine "richtigen"blinzeln mit der Behinderung usw. Von heute auf morgen stürzte sozusagen mein ganzes "Lebenskonzept" zusammen.
Und seit dem Unfall träume ich auch sehr oft davon, wie das Auto kommt, dieses Gefühl von damals, als es mich erfasst hat, ich vom Fahrrad flog, auf die Straße - all das wiederholt sich im Traum und ich kann nichts dagegen tun, bin dem schutzlos ausgesetzt. Ich habe auch oft Angst, sobald ich nur schon ein dunkelgrünes Auto/Bus an mir vorbeifahren sehe auf der Straße, da bekomme ich sofort Panik und die ganzen Bilder, Geräusche, Erinnerungen kommen wieder hoch. Es ist wie wenn ich alles nochmal ind er realität erlebe, obwohl ich weis, dass es nur Erinnerungen sind.

Kurzum: Ich habe das Gefühl, dass ich damit nicht alleine klar komme, Unterstützung brauche und habe auch schon bei etlichen Psychotherapeuten hier in der Stadt angerufen. Aber es ist wie verhext: Die meisten Praxen sind einfach nicht barrierefrei zu erreichen!! Und als ich dann endlich einmal eine gefunden hatte (Eingang ohne Stufen, zwar im 2. Stock, aber mit Aufzug), stellte sich heraus, dass die 2 nächsten Straßenbahnhaltestellen völlig ungeeignet sind, weil dort nur eine ältere Linie fährt ohne Niederflurabteil, sondern mit Treppen. Wieder eine andere wäre zwar barreirefrei, aber die hat keine Kassenzulassung und 2 andere behandeln nur Privatpatienten.
Ich habe mir von der Krankenkasse eine Liste schicken lassen, aber auch dort habe ich bisher keinen Platz finden können. Ein Arzt meinte zwar, dass seien Praxis geeignet wäre, aber er ist bis nächsten Frühling komplett belegt und hat keine freien Platz. na super - ich kann mir nicht vorstellen, noch ein ganzes Jahr warten zu müssen.

Gibt es denn da wirklich keine andere Möglichkeit?? Ich meine, es kann ja nicht sein, dass ich nirgendwo eine Therapie machen kann, weil die Räume nicht auf Rollifahrer ausgelegt sind, sondern nur auf Fußgänger oder wenn es dann irgendwo doch eine geeignete Praxis gibt, dort keine "normalen" Kassenpatienten behandelt werden können. Das ist echt hart, verstehe ich nicht...
Eine Therapeutin hat am Telefon gemeint, wenn ich keinen ambulanten Platz finde, soll ich eben in eine Klinik - aber das kann es doch auch nicht sein, nur in eine Klinik zu gehen, weil es ambulant keine entsprechenden Möglichkeiten gibt?? Zumal ich im Moment vor Krankenhäusern eh eine große Angst habe, nach allem, was mir dort von den Ärzten gesagt wurde (und der Arzt damals war nicht gerade sehr einfühlsam und hat mir mit der Nachricht komplett "den Boden unter den Füßen weggezogen" im wahrsten Sinne des Wortes...).
Und ich möchte auch nicht von daheim weg, sondern bald wieder irgendwo zur Schule gehen können (sobald es denn eine Oberstufe gibt, die mich aufnimmt).
Ach, keine Ahnung, wie und was ich da machen soll...
Fabienne

25.05.2009 15:44 Zitieren Zitieren

jens
Pointer-User

25.05.2009 15:44 Zitieren Zitieren

Hallo Fabienne,

hast Du bei Deiner Krankenkasse von den Schwierigkeiten berichtet, einen geeigneten ambulanten Therapieplatz zu erhalten? Falls nicht, solltest Du das tun und dort ganz konkret Deine - leider erfolglosen - Bemühungen schildern. Womöglich findet sich eine Lösung.

Du schreibst leider nicht, ob Du bei der TK versichert bist. Sollte das der Fall sein und Du hast noch keinen konkreten Ansprechpartner, empfehle ich Dir über die TK-Homepage (www.tk-online.de) >> [Online-Filiale] >> [Meine Ansprechpartner] zu gehen. Dort gibt es z.B. einen Rückruf-Service, d.h. Du schilderst kurz Dein Anliegen und gibst an, zu welchem Zeitpunkt Du zurückgerufen werden möchtest. Ein TK-Mitarbeiter meldet sich dann telefonisch bei Dir.

Übrigens: Ob ein Psychotherapeut eine Kassenzulassung erhält oder nicht, ist Sache der so Kassenärztlichen Vereinigung. Die gesetzlichen Krankenkassen selbst haben darauf keinen Einfluss.

Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe, dass es doch bald klappt mit einem geeigneten Therapieplatz.

Viele Grüße
Jens

27.05.2009 04:44 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

27.05.2009 04:44 Zitieren Zitieren

Liebe Fabienne,
Du hast wirklich einen sehr schweren Schicksalschlag erlitten und musst dich nun nicht nur an ein Leben mit einer Schwerbehinderung gewoehnen, sondern wirst zusaetzlich auch noch durch die Flashbacks an den Unfallhergang gequaelt.
Ich denke auch, dass eine psychotherapeutische Behandlung sehr wichtig und hilfreich fuer dich waere. Das Problem mit der rollstuhlgeeigneten Praxis ist leider wirklich ein grosses Hindernis.
Wenn eine Praxis im Prinzip mit dem Rollstuhl zu erreichen ist, aber oeffentliche Verkehrsmittel dich nicht transportieren koennen, solltest du dich, wie Jens vorschlaegt, mit deiner Krankenkasse in Verbindung setzen, um zu sehen, ob in solchem Fall nicht beispielsweise Taxikosten uebernommen werden koennen.
Vielleicht gibt es an deinem Wohnort aber auch eine gemeinnuetziges Einrichtung, die Behinderte mit eigenen Kleinbussen zu Terminen transportiert.
Ich wuerde dir aber auch raten, bei dem Therapeuten am Ball zu bleiben, der zur Zeit zwar keinen Therapieplatz frei hat, den du aber mit dem Rollstuhl ohne groesseres Problem erreichen koenntest. Diese Auskunft ist naemlich durchaus ueblich und du solltest dich nicht davon abschrecken lassen. Da ein Therapeut nur maximal 6 bis 8 Patienten am Tag behandeln kann, manche Patienten 2 Sitzungen pro Woche haben und Therapien manchmal mehrere Jahre dauern, kann der Durchgang nicht sehr hoch sein und fuer jeden freiwerdenden Therapieplatz gibt es eine Warteliste.
Das heisst aber nicht, dass keinerlei Gespraech vor Ablauf eines Jahres stattfinden kann. Normalerweise gehen einer eigentlichen Therapie naemlich mehrere Vorgespraeche (Erstinterviews) vorauf, bei denen sich Therapeut und Patient kennenlernen, der Therapeut vom Patienten die Vorgeschichte und die Symptome der seelischen Erkrankung erfaehrt und beide feststellen, ob sie miteinander arbeiten koennen.
Diese Vorgespraeche sind immer zwischendrin mal moeglich (wenn andere Patienten Stunden absagen) und ziehen sich ueber mehrere Monate hin. Erst, wenn alles Noetige besprochen und abgeklaert ist, kann die eigentliche Therapie beginnen. Dafuer muss der Therapeut ohnehin ein Gutachten erstellen und der Patient einen Antrag bei seiner Krankenkasse auf Kostenuebernahme einreichen.
Wenn du dem Therapeuten erklaerst, dass du gern Vorgespraeche fuehren wuerdest, und dich dann auf die Warteliste setzen lassen moechtest, wird er dir sicher auch einen Termin geben. Meist dauert die Wartezeit dann auch gar nicht ein Jahr, denn ein Therapieplatz kann schneller freiwerden, als erwartet. Jeder Therapeut entscheidet uebrigens auch nicht stur nach der Wartezeit, sondern auch nach der Dringlichkeit, welchem Patienten er einen freien Platz gibt. Wichtig ist allerdings, dass du zeigst, dass du interessiert bist, es schadet nichts, immer mal wieder anzurufen, und dadurch zu zeigen, wie wichtig dir die Sache ist.
Ein stationaerer Aufenthalt kann u. U. in Frage kommen, sollte aber tatsaechlich nicht nur die Verlegenheitsloesung wegen deiner Behinderung sein. Denn vermutlich waere eine laengere (ambulante) therapeutische Begleitung in deinem Fall ja doch sinnvoller, als ein paar Wochen Klinikbehandlung.
Wenn die stationaere Einrichtung aber die einzige Therapiemoeglichkeit sein, die du nutzen kannst, sollte es unbedingt eine Klinik mit psychotherapeutischem (nicht nur psychiatrischem) Schwerpunkt sein.
Ich druecke dir jedenfalls beide Daumen, dass du einen geeigneten Therapieplatz findest, es waere wirklich eine Schande, wenn deine Behinderung, die ja der Grund fuer deine Probleme ist, es dir auch noch unmoeglich machte, eine psychotherapeutische Praxis ueberhaupt aufzusuchen.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

04.06.2009 15:36 Zitieren Zitieren

Unregistriert Kassandra
Gast

04.06.2009 15:36 Zitieren Zitieren

ich weiß nicht wo ich es sonst loswerden sollte als hier. Frau Anderson ich weiß nicht mehr weiter.. seit einigen Monaten habe ich starke schwierigkeiten. ich habe selbstmord gedanken und stehe immer kurz vorm ritzen. Jedesmal wenn ich schon einen Gegenstand in der Hand habe, sage ich mir dass alles wieder gut werden kann, und dass ich mich für meine Familie etc zurückhalten muss, damit sie nichts mitkriegen. Doch es wird immer schlimmer. Ich finde mich hässlich, komme nicht mehr klar, fühle mcih wackelig und habe immer öffter schwindelanfälle, ich habe kontrolzwänge und ängste, panikattacken es kommt alles aufeinander und ich merke, dass ich hilfe brauche. Ich will nicht dass es alle mitkriegen, ich will nicht das psychisch kranke mädchen von der Parallelklasse oder ähnl sein.! Deswegen versuche ich jeden Tag aufs neue mich fröhlich zu geben und meine gefühle unter kontrolle zu halten. Ich versuche dass es niemand bemerkt, erfolgreich wie es scheint. Nur in meinem Zimmer, eingesperrt wo keiner da ist, lasse ich dann alles raus, ich weine oft, jeden Abend weil ich nicht mehr kann.. nun habe ich meinen mut zusammen genommen und meine mutter gefragt ob sie mir einen therapeutischen Termin vereinbaren kann, ich war schonmal -wegen einem todesfall- unter therapeutischer Behandlung, kam allerdings nicht mehr der Therapeutin klar. doch da ich mich nicht traute es jmd zu sagen, dass ich mit der Therapeutin nicht reden konnte, habe ich gänzlich aufgehört. nun da alles wieder schlimmer ist, habe ich meine mutter darauf angesprochen. zunächst, schien sie alles okay zu finden, und meinte sie werde sich mal umhören. Nun war sie einmal bei meiner alten Therapeutin und diese meinte, sie müsse nochmal mit mir reden, um herauszufinden zu was für einer neuen therapeutin sie mich dann überweisen würde. Als ich darauf meine Mutter fragte, ob ich die Telefonnummer meiner alten Therapeutin beekommen würde, meinte sie aufeinmal ich bräuchte dass ja garnicht. Sie find aufeinmal an zu sagen:" ja du bist ein starkes selbstbewusstes mädchen, mit einem gesunden selbstwertgefühl, du lachst und bist fröhlich und ich sehe nicht wieso du eine Therapie bräuchtest?!" ich meinte sie solle mir vertrauen, sie meinte sie würde mir soweit vertrauen, dass ich keine Therapie brauchen würde! So ging das Gespräch immer weiter, und sie meinte es ginge ihr auch nicht daraum wer das Zahl - würde ja eh von der Krankenkasse ausgehen- sondern darum dass ich keine brauche und dann hab ich sie gefragt ob sie sich da denn so sicher sei, und dann meinte sie ja 100 pro und von wegen wer mir denn eingeredet hätte, dass ich eine Therapie brauchen würde. Ich weiß nicht was ich machen soll, warum merkt sie nciht, MEINE MUTTER!, dass es mir nicht gut geht? Oder rede ich es mir wirklich nur ein?? Das wäre ja am besten für alle für mich auch, aber warum habe ich dann diese Momente, wo ich angst habe mich selber umzubringen zugelich aber den wunsch habe? Es ist so zwiegespalten. ich möchte eine therapie machen, damit diese Momente weggehen, ich will aber uach nicht.. nicht schon wieder.. ich will nicht, dass dann jemand zu mir sagt, dass ich geistes krank wäre, was bei einer Therapie ja zwangsläufig der fall ist - dass jmd geisteskran ist.. oder?

ich hoffe ich habe jetzt nicht allzu wirr geredet, und dass sie mir shcnellstmöglich helfen können, ich habe angst, dass mich bald wieder so ein Moment überkommt.. ich kann es ja stoppen, aber es kostet mich immer wieder anstrengungen die traurigen, deppressiven gefühle beiseite zu schieben..
bitte um baldige Antwort, Kassandra

06.06.2009 04:45 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

06.06.2009 04:45 Zitieren Zitieren

[QUOTE==Unregistriert Kassandra]ich weiß nicht wo ich es sonst loswerden sollte als hier. Frau Anderson ich weiß nicht mehr weiter.. seit einigen Monaten habe ich starke schwierigkeiten. ich habe selbstmord gedanken und stehe immer kurz vorm ritzen. Jedesmal wenn ich schon einen Gegenstand in der Hand habe, sage ich mir dass alles wieder gut werden kann, und dass ich mich für meine Familie etc zurückhalten muss, damit sie nichts mitkriegen. Doch es wird immer schlimmer. Ich finde mich hässlich, komme nicht mehr klar, fühle mcih wackelig und habe immer öffter schwindelanfälle, ich habe kontrolzwänge und ängste, panikattacken es kommt alles aufeinander und ich merke, dass ich hilfe brauche. Ich will nicht dass es alle mitkriegen, ich will nicht das psychisch kranke mädchen von der Parallelklasse oder ähnl sein.! Deswegen versuche ich jeden Tag aufs neue mich fröhlich zu geben und meine gefühle unter kontrolle zu halten. Ich versuche dass es niemand bemerkt, erfolgreich wie es scheint. Nur in meinem Zimmer, eingesperrt wo keiner da ist, lasse ich dann alles raus, ich weine oft, jeden Abend weil ich nicht mehr kann...

Liebe Kassandra,
Es ist gut, dass du bereits selbst den Entschluss gefasst hast, dir therapeutische Hilfe zur Ueberwindung dieser quaelenden Gefuehle und Gedanken zu holen!
Du schreibst nicht, wie alt du bist, aber du bist ja vermutlich ueber 15 und kannst allein mit deiner Versichertenkarte zu einem kassenzugelassenen aerztlichen oder psychologischen Therapeuten gehen - eine Ueberweisung brauchst du dafuer nicht.
Ich kann verstehen, dass du enttaeuscht und verwirrt ueber die ploetzliche Kehrtwendung deiner Mutter in Sachen Therapienotwendigkeit bist. Erst schien sie dir zuzuhoeren und deine Beweggruende zu verstehen, dann auf einmal ist eine Behandlung ihrer Meinung nach nicht mehr noetig.
So etwas kommt leider gar nicht selten vor, ich habe es in meiner Praxis haeufiger erlebt. Der Grund liegt meistens darin, dass Eltern in ihren Kindern gegenueber ja keineswegs neutral sind.
Wenn Kinder seelische Probleme haben, faellt es vielen Eltern ungeheuer schwer, sich einigermassen objektiv mit dieser Tatsache auseinanderzusetzen. Zu sehr erschreckt sie der Gedanke daran als Eltern irgendwie versagt zu haben, und an den Symptome ihrer Kinder schuld zu sein.
Dieses beinahe automatische Schuldgefuehl fuehrt dann oft dazu, dass Eltern den Kopf in den Sand stecken und unbequeme Tatsachen herunterspielen. Sie haben naemlich unbewusst grosse Angst davor, dass andere sie dafuer verantwortlich machen koennten, dass ihre Kinder nicht richtig "funktionieren" und seelische Probleme haben.
Diese Befuerchtung koennte der Grund sein, warum deine Mutter ploetzlich nichts mehr von einer Therapie fuer dich wissen will. So verstaendlich diese elterliche Sorge auch ist - deine Gesundheit und dein Wohlergehen stehen auf dem Spiel und es ist wichtig, dass du deinem gesunden Instinkt folgst und dir die Hilfe suchst, die du brauchst!
Da du mit deiner alten Therapeutin nicht gut zurechtgekommen bist und dich nicht von ihr verstanden gefuehlt hast, solltest du auch nicht wieder dort hingehen. Wenn nicht genuegend Vertrauen zwischen Therapeuten und Patienten besteht, gibt es auch keine Basis fuer eine gute Zusammenarbeit, denn Vertrauen ist fuer den Erfolg einer Therapie unerlaesslich.
Ich wuerde dir daher raten, in die Gelben Seiten zu schauen unter der Rubrik aerztliche (oder psychologische) Psychotherapeuten. Du kannst dich auch bei deiner Krankenkasse erkundigen, welche Therapeuten in deiner Naehe praktizieren.
Auch wenn deine Mutter sicher das Beste fuer dich will - in diesem Fall musst du dich auf dein eigenes Gefuehl verlassen und das tun, was richtig fuer dich ist, auch wenn deine Mutter es zunaechst nicht so recht verstehen kann.
Wenn sie dann merkt, wie wichtig dir die Sache ist, und dass du "erwachsen" die Verantwortung fuer deine eigene Gesundheit uebernimmst, wird sie sicher einlenken und schliesslich auch einsehen, dass du recht hattest.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

08.06.2009 16:13 Zitieren Zitieren

Unregistriert Kassandra
Gast

08.06.2009 16:13 Zitieren Zitieren

Vielen Dank für Ihre Antwort Frau Anderson.
Ich bin gerade fünfzehn geworden.. vor einigen Wochen. Ich habe bereits einwenig im Internet nach Jugendtherapeuten gesucht und habe auch einiges gefunden, allerdings traue ich mich nicht dort anzurufen. Hinter dem Rücken meiner Eltern, und außerdem weiß ich ja garnicht wie die so sind. Vielleicht sind manche der Therapeuten total komische Leute. Natürlich sind es ausgebildete Psychologen, aber dennoch habe ich große Angst einfach jemand fremden, ohne das Wissen meiner Mutter anzurufen. Ich bin auch schonmal zu einer naheliegenden Praxis einer Therapeutin die ich im Internet gefunden habe gefahren, wo ich dann herausgefunden habe, dass ihre Sprechzeigen nur von 10-13 Uhr sind, da es bereits 16 Uhr war, habe ich auch nicht weiter versucht in die Praxis zu gehen.. oder hätte ich das evtl doch mal machen sollen? Sprechzeiten, heißt das wie lange die Praxis geöffnet ist, oder wie ? Kann ich auch außerhalb der Sprechzeiten anrufen, und evtl eine Nachricht mit Namen, Handynummer und Anliegen hinterlassen und um einen Rückruf bitten? Doch da ich immer bis 15 Uhr Schule habe, wird das schwierig. Wie soll ich das anstellen? Sagen sie sollen mir auf meinen Anrufbeantwortet sprechen? Seitdem Vorfall, dass meine Mutter mcih so "zurückgewiesen" hat, habe ich mich kein drittes mal getraut sie auf eine therapeutische Behandlung anzusprechen. Ich bin ratlos, und weiß nicht was zu tun ist. Einfach in einer Praxis auftauchen und sagen:"Ja hallo hier bin ich, kann ich einen Termin mit Ihnen ausmachen?" Und das auch außerhalb der Sprechzeiten? GOTT.. hilfe. ich ahbe keine Ahnung und ich platze vor Dingen, die ich endlich jemandem anvertrauen muss.. sonst habe ich niemanden.

08.06.2009 21:10 Zitieren Zitieren

amidala
Pointer-User

08.06.2009 21:10 Zitieren Zitieren

Hi Kassandra,
ich habe zur Zeit leider das gleiche Problem wie du. Entweder haben die Praxen nur um 8uhr oder um 13Uhr Sprechstunde, keinen Anrufbeantworter, oder einen Anrufbeantworter und sie antworten nicht, obwohl sie es sagen. Oder aber die Psychologen sind nicht kassenzugelassen, oder Wartezeit 1 1/2 Jahre. Wenn ich die 1 1/2 Jahre überstanden habe, würd ich aber ohnehin nicht mehr zur Therapie gehen, da ich mir dann sage ach, du hast jetzte diese Zeit geschafft. Die folgende schaffst du auch noch.Kenn ich von mir. Hab die letzten Jahre auch so gedacht.Meine Familie kann ich nicht bitten, da sie gegen eine Therapie sind, was die Therapie noch ungemein beschwert. Ich hätte so gerne Rückenstärkung von ihnen, werde ich aber wohl nie bekommen. leider. Und von meinem Arbeitsplatz aus will ich da nicht anrufen, da ich nicht möchte, dass meine Arbeitskollegen erfahren, dass ich unter PTBS leide. Da ich noch in der Probezeit bin.So langsam verlässt mich der Mut, irgendwo anzurufen und nach einem Therapieplatz zu fragen.Im Moment ändert sich meine Stimmung in Minutenschnelle. Mal kann ich nicht aufhören zu lachen und mal bin ich nur am weinen und will mich umbringen. Außerdem hab ich panische Angst vor einer Therapie. Ich kenne sowas nicht und mir wurde als Kind immer erzählt,dass es nur was für Verrückte ist.Ich kann bis heute nicht über das erlebte reden. schreiben geht aber so einigermaßen. Bei mir triggert im Moment so gut wie alles, traurige und lustige Lieder, Gedichte, auch so manche Gespräche,Geschichten,... Was ich im Moment auch überhaupt nicht ab kann, sind Leute, die mich fragen, wie es mir geht oder mir sagen ich sehe müde aus.Das nervt total. Eine Antwort, wie es mir geht kann ich im Moment ohnehin schlecht geben, da sich mein Befinden körperlich und seelisch manchmal von einer Minute auf die andere total ändert.Hoffe du bekommst noch irgendwo einen Therapieplatz.
LG Carina

09.06.2009 19:02 Zitieren Zitieren

Unregistriert Kassandra
Gast

09.06.2009 19:02 Zitieren Zitieren

Carina, ich kenne das Gefühl total gut. Zwar sind meine Stimmungsschwankungen noch nicht so stark ausgeprägt, aber sie werden auch immer doller und wechseln auch immer schneller. Ich hasse diese Frage auch, doch leider ist es einer dieser unvermeidbaren blöden Alltagsfragen, auf die man eh nur gut und dir? antworten muss.. kein schwein wills eigentlich wissen. Ich hatte gehofft bald in der Schule einen freien Tag zu bekommen um dann gegen vormittag bei einem dieser Therapeuten anzurufen, aber ich habe Angst und auch weiß ich nciht wie ich es anstellen soll. Aber vielleicht könntest du das gleiche machen und auch einen Tag frei nehmen und dann bei einer Therapeutin anrufen? Oder deine Krankenkasse anrufen? Ich habe diese Möglichekit auch schon in Erwägung gezogen, aber bin auch erst 15 und traue mich nciht. Außerdem wie bekommt man die Nummer seiner Krankenkasse heraus? Und einfach da hinter dem Rücken meiner Eltern anrufen? Mit 15? Da werden sie mir bestimmt sagen, dass sie mir keine Auskunft geben können weil ich noch nciht volljährig bin oder sonst was, oder sie geben mir Auskunft und ich bin total überfordert. Ich weiß einfach nicht wie ich es anstellen soll? Und dann habe ich auch nocht Angst vor einer so langen Wartezeit. Ich weiß nicht warum es so einfach war als ich klein war. Als ich von einen auf den anderen Tag zur Therapie ging und das Geschehene garnicht so weit zurück lag. Vielleicht ein paar Wochen? 2?
Wie hat meine Mutter das bloß geschafft?? .. dabei brauchte ich es damals garnicht so dringend wie jetzt. Naja, ich wollte eigentlich nur auf deine Antwort antworten Lächeln
und hoffe, dass wir bald Antwort erhalten vielleicht weiß das Scoolz-Team ja eine Lösung -worauf ich hoffe!

Es muss doch eine Lösung geben.?! Es gibt auf alles eine Lösung. So wie es zu jedem Weg auch wieder einen Rückweg gibt.
Und so Anspruchsvoll sind wir ja garnicht.
Ich bräuchte einfach einen ersten Ansprechpartner, irgendeine Therapeutin, wenn sie mich nicht nimmt, hatte ich wenigstens schoneinmal einen Termin, und vielleicht könnte sie mir dann auch eine Liste empfehlenswerter Jugendtherapeuten geben.. odernicht? Aber wie schaffe ich diesen ersten Anlauf? Naja.. das oben genannte Problem eben.
Bitte um schnellste Antwort

14.06.2009 23:54 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

14.06.2009 23:54 Zitieren Zitieren

Hallo, Kassandra
Gut, dass du dich schon mal selber ein Stueck schlau gemacht hast. Natuerlich gibt es unter den Therapeuten (Aerzte oder Psychologen) auch immer wieder mal "total komische" Leute, wie bei anderen Berufen auch, und nicht jeder Therapeut passt zu jedem Patienten! Manchmal muss man leider etwas herumsuchen, bis man an die Praxis geraet, in der man sich gut aufgehoben und verstanden fuehlt.
Auf jeden Fall kannst du mit deinen 15 Jahren mit deiner Versichertenkarte ganz allein in eine psychotherapeutische Praxis gehen. Ich selbst kann dir leider keine Liste mit empfehlenswerten Therapeuten geben, denn ich kenne ja nur die in Hamburg und Umgebung und darf ausserdem so eine Empfehlung aus rechtlichen Gruenden nicht aussprechen. Deine Krankenkasse hat aber mit Sicherheit so eine Namensliste. Andernfalls musst du, wie ich oben schon riet, in die Gelben Seiten schauen (Aerzte/Psychotherapie oder Psychologen/Psychotherapie).
Wenn du mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten ins Gespraech gekommen bist und Aussicht auf eine Therapie besteht, solltest du deine Eltern sicher schon besser einweihen, aber dann erkennen sie auch, dass es dir wirklich ernst damit ist, und werden deinen Wunsch nach einer Therapie nicht mehr so einfach als voruebergehende Laune abtun koennen.
Mit 15 bist du gerade an der Grenze zwischen Kinder- und Jugendlichentherapie und Erwachsenentherapie. Theoretisch koennte ein Therapeut beider Fachrichtungen in Frage kommen, also auch ein Erwachsenentherapeut, wenn er Erfahrungen mit Jugendlichen hat (Therapeuten speziell fuer Kinder und Jugendliche gibt es weniger als fuer Erwachsene).
Aus deiner Schilderung und deiner Wortwahl sehe ich, dass du bereits sehr reif fuer dein Alter bist, daher sehe ich da keine Einschraenkung.
Du musst dich auf jeden Fall telefonisch in der Praxis anmelden, meist wirst du dabei auf einen Anrufbeantworter stossen (weil Therapeuten oft keine Sprechstundenhilfe haben und wahrscheinlich gerade in einer Therapiesitzung sind). Wenn dir der Anrufbeantworter eine Sprechzeit nennt und du waehrend dieser Zeit aber Unterricht hast, kannst du selbstverstaendlich deinen Namen, dein Anliegen und deine Handynummer auf Band sprechen - gib aber unbedingt auch eine Zeit an, in der du sicher zu erreichen bist.
Da Therapien bei Jugendlichen meist nicht so lange dauern muessen, wie bei Erwachsenen, die ja schon viel laenger mit ihren Stoerungen leben, helfen dir vielleicht 10 oder 15 Gespraeche bereits weiter und es ist gar keine allzu lange Therapie notwendig.
Bitte, lass dich nicht von technischen Schwierigkeiten davon abschrecken, in einer psychotherapeutischen Praxis anzurufen. Wenn du dort die Auskunft bekommen solltest, dass derzeit ueberhaupt keine Moeglichkeit fuer ein Gespraech besteht (oder dass der Betreffende nicht genuegend Erfahrung mit Jugendlichen hat), bitte darum, dass man dir einen anderen Therapeuten nennt.
Ich bin auch sicher, dass deine Eltern dir, wenn du dich als so reif und selbststaendig erweist, dass du dir selber einen Therapeuten suchen kannst, ihre Hemmungen ueberwinden und dir deswegen keine Schwierigkeiten mehr machen werden.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

15.06.2009 05:44 Zitieren Zitieren

amidala
Pointer-User

15.06.2009 05:44 Zitieren Zitieren

Hi Kassandra,
Iich kann mir im Moment leider nicht frei nehmen da im Moment zu viele auf meiner Arbeit Urlaub haben. Außerdem bin ich noch bis Mitte August in der Probezeit. Eine Liste der krankenkassenzugelassenen psychotherapeuten für Jugendlichen bekommst du bei deiner Krankenkasse. Ich habe einfach angerufen. Nummer kannst du im Internet rausfinden. Einfach eine E-mail hinschreiben oder anrufen, bzw.direkt hingehen. Entweder sie geben dir die Liste mit oder schicken sie dir per Post. Geht in der Regel recht schnell. Zum Glück. Da stehen dann die ganzen Therapeuten in der Umgebung drin. Ich hoffe ich konnte dir mit meiner Aussage helfen. Das Problem mit da anrufen, kenn ich nur zu gut, da ich in der ersten Zeit wo bei mir die starken Symptome anfingen gerade im Umzug steckte, und noch kein Telefon hatte. Ich würde an deiner Stelle aber echt recht schnell dort anrufen, kannst ja evtl. auch nach den Sprecheziten auf Band sprechen, wenn du Glück hast rufen sie dich zu der Zeit, die du dort genannt hast wieder an. Aber schieb es nicht zu lange auf, denn ich schieb es im Moment auch immer vor mir her. Dadurch wird es eher noch schwerer dort anzurufen.
Kannst dich ja melden, wie es bei dir gelaufen ist. Viel Glück auf jeden Fall bei der Suche.

 
 
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