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03.06.2009 23:24 Zitieren Zitieren

Marisa
Gast

03.06.2009 23:24 Zitieren Zitieren

Wunsch: FSJ - Angst: meine Narben

hallo!

hm, ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll...
also, mein problem:
ich hab gerade ne ziemlich blöde zeit hinter mir, bzw. steck evtl. auch immer noch mitten drin.
hab mich über ein jahr lang geritzt.hatte ständig blutige träume, oder angst- und panikzustände, wenn ich z.b. nachts aufgewacht bin.
hunger-phasen, fressanfälle, erbrechen, zeitweise depressive stimmung und extreme stimmungsschwankungen hab ich immer noch.
an manchen tage weiß ich nicht, wie ich noch weiterleben soll...
dazu kommt noch stress zuhause. ständig nur streit. besonders zwischen meinen eltern. hab mit mit ihnen nicht mehr all zu viel zu tun.
und mein größtes problem ist momentan, dass ich einfach nicht weiß, wies weitergehn soll. hab irgendwie keine perspektive. weil schule kommt für mich glaube ich nicht mehr in frage. bin jetzt in der elften dermaßen abgerutscht, dass ich das schuljahr höchstwahrscheinlich nicht mehr schaffen kann. ich blick einfach in keinem fach mehr durch. ich glaub auch nicht, dass da wiederholen viel bringen würde. außerdem will ich endlich was praktisches machen!
tja, und jetzt hab ich mir überlegt, ob ich nicht so ne art "neuanfang" versuchen sollte, in form eines freiwilligen sozialen jahres. wenn ich schon mein leben nicht im griff hab, dannwill ich wenigstens anderen helfen!
hab anfang des jahres ein zweiwöchiges praktikum in ner körperbehinderten-schule absolviert. das hat mir so super viel spaß gemacht! vor allem dass die kinder so ne lebensfreude ausgestrahlt haben, hat mich total erstaunt. außerdem hab ich mich dort wirklich wohl gefühlt. hatte das gefühl, endlich mal was auf die reihe zu bekommen(indem ich den kindern dort wirklich bei manchen dingen helfen konnte).
ich bin nur relativ spät dran mit der platzsuche für ein fsj. aber genau in dieser einrichtung, in der ich dieses praktikum gemacht hab, suchen sie noch fsj-ler!
ich würde mich gerne bewerben. aber
die kinder dort haben schwimmunterricht, und da gehn auch die fsj-ler mit ins wasser. was mach ich dann mit meinem arm und den doofen narben?
ne andere möglichkeit wäre, dass fsj woanders zu machen. zum beispiel weg von daheim, um mal ein bisschen abstand zu bekommen. aber ich hab gelesen, dass manche diakonische einrichtungen einstellungs-untersuchungen durchführen, oder vom arzt besheinigungen wollen. stimmt das? ich hab jetzt echt schiss, dass dann irgendjemand die auffälligen narben an meinem arm sehen könnte! ich würde so gerne ein fsj machen...
was soll ich denn jetzt tun?
mich wegen den narben weiterhin im schulalltag quälen?

bitte helft mir!

(zu meiner person: bin weiblich; momentan 17 jahre alt; im august 18.; wohn in baden-württemberg, und geh momentan in die 11. klasse eines gymis.)

25.08.2009 03:21 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

25.08.2009 03:21 Zitieren Zitieren

Hallo, Marisa,
Im Prinzip finde ich es eine gute Idee, ein Freiwilliges Soziales Jahr abzuleisten, besonders, weil du ja bereits einen Eindruck davon gewonnen hast, wie sinnvoll und befriedigend so ein Engagement sein kann.
Die Sache mit dem Schulabbruch beruht allerdings aus meiner Sicht nicht auf einer reiflichen Ueberlegung, sondern auf Angst und starken Selbstwertzweifeln. Ich glaube dir, dass du unter starker Anspannung aufgrund der Situation zuhause mit den Eltern stehst und deine innere Not sich in Depressionen, Essstoerungen und Selbstverletzung ausdrueckt. Diese sehr schwierige Lage hat ja dann leider auch zu deinem Abrutschen in der Schule beigetragen.
Wenn du nun aber versuchst, diese Probleme dadurch zu loesen, dass du etwas fuer andere Hilfsbeduerftige tust, anstatt dir selbst therapeutische Hilfe zu suchen, laeufst du in grosse Gefahr, dich seelisch zu ueberfordern und moeglicherweise noch mehr unter Druck zu geraten.
Ein kurzes Praktikum laesst dich ja nur einen kleinen Einblick gewinnen in die grossen
Anforderungen, die der Umgang mit Behinderten stellt. Wenn du aber ein ganzes Jahr so
viel von dir geben willst und dabei selbst so "hungerst", wirst du zwangslaeufig mehr auf Anerkennung und positives Feedback angewiesen sein, als jemand, der zufriedener mit sich ist und mehr in sich ruht.
Das soll nicht bedeuten, dass du fuer diese Aufgabe ungeeignet bist. Mit eigenen leidvollen Erfahrungen kommt auch ein besseres Einfuehlungsvermoegen und der Wunsch, anderen zu helfen, entspringt selten satter Selbstzufriedenheit! Ich moechte dir aber dringend raten, zunaechst einmal dir selbst zu helfen, indem du dir therapeutische Hilfe suchst, damit es dir gelingt, ein gutes Selbstwertgefuehl aufzubauen, dich besser abzugrenzen und konstruktivere Strategien zu erlernen, mit traurigen, wuetenden und enttaeuschten Gefuehlen umzugehen.
Bitte, mach deinen Schulabschluss, selbst, wenn du ein Jahr wiederholen musst. Bestraf dich nicht selbst, indem du aufgibst und dir selbst bestaetigst, dass du "dein Leben nicht in den Griff bekommst". Natuerlich gibt es spaeter immer noch die Moeglichkeit, einen versaeumten Schulabschluss nachzuholen, aber es ist sehr viel muehsamer und aufwendiger, als der "normale" Weg.
Was nun die Narben deiner Schnittverletzungen angeht - deine beste Strategie ist es, offensiv damit umzugehen. Auf die Dauer wirst du deine Arme nicht verstecken koennen, es wird immer wieder Gelegenheiten geben, bei denen jemand sie sehen kann. Selbstverletzung ist ja leider nicht selten, du bist nicht die einzige, die solche Spuren ihres inneren Kampfs davongetragen hat.
Wenn du nicht dein ganzes Leben vor deiner Angst und deinen Schamgefuehlen weglaufen willst, versuch nicht krampfhaft, zu verheimlichen, dass du solche Narben hast. Solltest du bei einer Einstellungsuntersuchung darauf angesprochen werden, bestaetige, dass du eine Zeit lang mit sehr schwierigen Problemen umgehen musstest, aber dass du sie jetzt ueberwunden hast.
Ich wuensche dir alles Gute fuer deine Zukunft
Dr. Karin Anderson

 
 

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