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26.06.2009 19:19 Zitieren Zitieren

Unregistriert
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26.06.2009 19:19 Zitieren Zitieren

Suizidgedanken - Zusammenhang zu MenstruationHormonen??

Hallo Fr. Dr. Anderson,
ich überlege seit ein paar Wochen, ob es vielleicht auch Suizidgedanken etc. gibt, die sich eher auf eine körperliche Ursache, irgendwelche Störungen im Hormonhaushalt oder ähnliches zurückführen lassen.
Denn bei mir ist es oft so, dass ich WÄHREND der Menstruation verstärkt Suizidgedanken habe und ansonsten nicht. In den Tagen bin ich auch leicht reizbar, oft wütend und habe verstärkt Stimmungsschwankungen. Aber dies tritt alles nicht - wie beim prämenstruellen Syndrom - VOR, sondern WÄHREND der Menstruation auf und dauert 3-5 Tage. Das habe ich vor 2 Jahren schon verstärkt beobachtet, dann zwischendurch aber wieder aus den Augen verloren bzw. weniger beachtet, weil mir gesagt wurde, dass alles "nur" psychisch sei, woran ich mittlerweile Zweifel habe.

2 Jahre Psychotherapie und mittlerweile 5 oder 6 verschiedene Medikamente innerhalb von 1,5 Jahren jeweils über mehrere Monate(Neuroleptika) hatten keinerlei Wirkung. Mir geht es nicht besser als vor Beginn der Psychotherapie und auch die ganzen Psychopharmaka hatten kaum einen Einfluss auf die Symptome. Bei 2 Medikamenten nahm die Suizidalität im Gegensatz noch extrem zu.
Also frage ich mich langsam, ob es wirklich eine reine psychische Ursache hat oder nicht doch etwas organisches dahinterstecken könnte evtl. Zumal auch in der Kindheit nichts besonderes war, ich war immer ein fröhliches Kind, die Beziehung zu meinen Eltern ist gut, ich bin sozial gut eingebunden, habe gute Noten etc.
Vor der Psychotherapie wurde eigentlich nur eine normale Blutuntersuchung gemacht und dabei nach den Schilddrüsenwerten geschaut, weiter nichts.

Wie kann ich denn herausfinden, ob es eine körperliche (Mit-) Ursache gibt? Gibt es da spezielle Untersuchungen? Wenn ja, welche bzw. nach was könnte denn gezielt geschaut werden? Und welcher Arzt ist der beste Ansprechpartner - Hausarzt, Psychiater, Frauenarzt?

Danke für Ihre Hilfe

Lena

29.06.2009 19:02 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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29.06.2009 19:02 Zitieren Zitieren

Liebe Lena,
Wenn du an dir regelmaessig wiederkehrende Symptome in Verbindung mit einem bestimmen aeusseren oder inneren Ereignis beobachtest, ist an diesem moeglichen Zusammenhang auch sicherlich etwas daran.
Auch wenn psychische Symptome wie Stimmungsschwankungen oder Reizbarkeit im Zusammenhang mit der Regel bei den meisten Frauen eher kurz vor Einsetzen der Blutung auftreten, bedeutet das nicht, dass derartige Symptome nicht auch waehrend der Regel vorkommen koennen. Rein psychogen sind sie jedenfalls bestimmt nicht.
Jeder Mensch hat irgendwo eine oder mehrere schwache Stellen im Koerper, entweder angeboren, oder als Folge einer Krankheit oder eines Unfalls erworben. Wenn durch bestimmte Ausloeser das seelische oder koerperliche Gleichgewicht durcheinandergeraet, machen sich Symptome an diesen Schwachstellen fest. Die hormonellen Umstellungsprozesse im Zusammenhang mit der Menstruation verursachen auf jeden Fall eine zeitweilige Stoerung dieses Gleichgewichts. Und eine deiner schwachen Stellen betrifft scheinbar den Gehirnstoffwechsel und kann dort Stimmungsschwankungen und erhoehte Irritierbarkeit verursachen.
Ob die Einnahme eines Hormonpraeparats diese psychischen Symptome verhindern kann, muesstest du mit deiner Frauenaerztin oder deinem Frauenarzt klaeren. Es koennte auch sein, dass du mehrere verschiedene Pillensorten mit unterschiedlicher Zusammensetzung ausprobieren musst, bevor du die richtige findest.
Zwar gibt es einige koerperliche Krankheiten, die unter anderem auch zu Depressionen fuehren koennen, z. B. die Schilddruesenunterfunktion (deine Schilddruese ist ja aber offenbar daraufhin untersucht worden), aber bei fast allen sind andere Symptome so sehr im Vordergrund, dass diese Krankheiten sicher bereits diagnostiziert worden waeren.
Auch bestimmte Medikamente koennen depressive Verstimmungen ausloesen, du sagst ja auch, dass deine Beschwerden durch einige Psychopharmaka eher verstaerkt als gelindert wurden. In allen diesen Faellen waere die depressive Stimmung aber vermutlich dauerhaft vorhanden, nicht nur zeitweilig und an die Regel gebunden.
Was fuer eine Art von psychotherapeutischer Hilfe erhaeltst du denn? Eine geeignete Psychotherapie kann die Widerstandskraft gegenueber Stoerfaktoren naemlich so weit erhoehen, dass sie weniger haeufig oder weniger stark koerperliche und psychische Symptome triggern.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

29.06.2009 23:07 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

29.06.2009 23:07 Zitieren Zitieren

Guten Abend Fr. Dr. Anderson,
herzlichen Dank für Ihre Antwort.
Ja, eine Schilddrüsenfehlfunktion wurde laut Arzt mehrfach untersucht und die Werte waren immer normal.
Die Psychotherapie ist analytisch. Aber ich würde einmal behaupten, dass es keine "klassische" Psychoanalyse ist, denn ich liege nicht sondern sitze ganz normal, gehe auch meist nur 1 mal in der Woche und die Therapeutin lässt nicht nur mich die ganze Zeit reden, sondern ist ebenso präsent. Aber trotzdem bringt es so gut wie nichts (was jetzt die Suizidgedanken betrifft). Sie kommen immer und immer wieder, alle paar Wochen. Und sie fingen übrigens auch erst während der Therapie an. Meine Therapeutin ist manchmal schon fast am verzweifeln, weil die Suizidgedanken immer wieder kommen und wir keine Ursache finden. (Und ich möchte ja auch gar nicht sterben, nicht im geringsten - im Gegenteil, ich finde das Leben toll und habe Spaßblinzeln

Mh, dann werde ich wohl doch einmal zu einer Frauenärztin gehen. Was wird sie für Untersuchungen machen? Ich bin nun zwar schon 23, aber ich war noch nie beim Frauenarzt (wozu denn, bisher sah ich keinen Anlass dazu) und habe keine Ahnung, auf was ich mich dort einlasse. Gibt es einen bestimmten Stoff (falls die Theorie mit den Hormonen stimmen sollte oder um diese Möglichkeit auch nur auszuschließen), den man z.b. durch eine Blutabnahme feststellen könnte ob er zu hoch/niedrig ist? Denn mir wäre es wichtig, dass erst untersucht wird, ob es tatsächlich irgendein Ungleichgewicht bei den Hormonen gibt, bevor evtl. mit irgendwelchen Medikamenten begonnen wird. Ich habe in den letzten Jahren schon zu viele Medikamente genommen, die nichts genützt haben, nur gravierende Nebenwrikungen hatten und lehne sie deswegen eigentlich ab. Falls ich dann doch irgendetwas einnehmen sollte - wirken solche Hormonpräparate schneller als Neuroleptika oder muss ich dort auch wieder erst mehrere Monate warten um zu schauen ob es tatsächlich wirkt oder das falsche Medikament war?

Lena

08.07.2009 18:21 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

08.07.2009 18:21 Zitieren Zitieren

so, nächste Woche habe ich jetzt einen Termin bei einer Frauenärztin und habe jetzt schon Bammel davor - ich war ja wie gesagt noch nie bei einer und habe keine Ahnung, was mich dort erwartet... Was, wenn sie mich gar nicht wirklich ernst nimmt und mich schnell wieder wegschicken will, wenn ich ihr als Frauenärztin von Suizidgedanken erzähle? Wie soll ich ihr dann klarmachen, dass fast 2 Jahre Psychotherapie und unzählige Psychopharmaka rein gar nichts gebracht haben und ich nicht glaube, dass es alles "nur psychisch" ist, selbst wenn mir das meine Therapeutin immer versucht einzureden aber selbst keine Erklärung dafür hat, dass die Suizidgedanken praktisch immer aus dem "Nichts" ohne auslösende Situation, ohne jeglichen Zusammenhang kommen und das so regelmäßig?
Lena

11.07.2009 02:59 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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11.07.2009 02:59 Zitieren Zitieren

Hallo, Lena,
Gut, dass du dich bei einer Frauenaerztin angemeldet hast. Ich bin sicher, dass sie dich und deine Beschwerden ernst nehmen wird (viele Frauenaerzte haben uebrigens auch eine psychotherapeutische Zusatzbildung, auch wenn sie nicht psychotherapeutisch praktizieren).
Was dich erwartet? Sie wird dich nach deiner Vorgeschichte fragen (wann erste Regel, Menstruationsbeschwerden, Krebs in der Familie usw.)
Du musst ihr genau schildern, was du an dir beobachtet hast, im Zusammenhang mit Regel und vermehrter Depressivitaet, und ihr natuerlich berichten, welche Behandlungen du wegen deiner Depressivitaet erhalten hast.
Bei der koerperlichen Untersuchung wird deine Brust und deine Achselhoehlen auf Knoten abgetastet und deine Scheide und der Eingang zur Gebaermutter auf Unregelmaessigkeiten untersucht, dabei durch Abtasten des Unterbauchs auch die Lage der Gebaermutter und der Eierstoecke festgestellt. Vermutlich wird die Aerztin dabei auch mit einem Wattestaebchen ein bisschen Schleim mit Zellmaterial abstreifen und zur Untersuchung auf Zellveraenderungen in ein Labor einschicken.
Das alles tut nicht weh, drueckt nur ein bisschen und sollte dir auch nicht peinlich sein, denn es gehoert fuer die Aerztin zum "taeglichen Brot".
Da dieser deutliche Zusammenhang deiner Symptome mit deiner Regelblutung besteht, ist der beste Test moeglicherweise die Einnahme eines Pillenpraeparats. Ein Test auf einen echten Hormonmangel waere wahrscheinlich nicht besonders ergiebig, denn deine Symptome deuten ja nicht auf einen Hormonmangel hin. Wenn das Hormonpraeparat helfen sollte, duerfte sich das bald zeigen, denn die Wirkungsweise ist ja ganz anders als bei einem Neuroleptikum. Es koennte allerding schon passieren, dass du einige Medikamente durchprobieren musst, bis das Richtige gefunden ist.
Und was deine Psychotherapie anbelangt, es hoert sich so an, als ob alles regelrecht ablaeuft, auch wenn dich die Suizidgedanken immer wieder ueberkommen, bedeutet es nicht, dass die ganze Sache nichts bringt. Es waere allerdings schon gut, wenn die medikamentoese Unterstuetzung die koerperliche Komponente (die mit Sicherheit vorhanden ist) beeinflussen kann. Eine klassische Psychoanalyse im Liegen wird uebrigens nur noch in Einzelfaellen durchgefuehrt - die meisten psychoanalytisch orientierten Therapien geschehen, wie bei dir, im Sitzen.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

12.07.2009 17:45 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

12.07.2009 17:45 Zitieren Zitieren

Zitat von =Dr. Karin Anderson:

Bei der koerperlichen Untersuchung wird deine Brust und deine Achselhoehlen auf Knoten abgetastet und deine Scheide und der Eingang zur Gebaermutter auf Unregelmaessigkeiten untersucht, dabei durch Abtasten des Unterbauchs auch die Lage der Gebaermutter und der Eierstoecke festgestellt. Vermutlich wird die Aerztin dabei auch mit einem Wattestaebchen ein bisschen Schleim mit Zellmaterial abstreifen und zur Untersuchung auf Zellveraenderungen in ein Labor einschicken.
Das alles tut nicht weh, drueckt nur ein bisschen und sollte dir auch nicht peinlich sein, denn es gehoert fuer die Aerztin zum "taeglichen Brot".
...
Und was deine Psychotherapie anbelangt, es hoert sich so an, als ob alles regelrecht ablaeuft, auch wenn dich die Suizidgedanken immer wieder ueberkommen, bedeutet es nicht, dass die ganze Sache nichts bringt.



Mh, das mit den Untersuchungen hört sich so auf den ersten Blick doch eher sehr abschreckend für mich an... Bauch abtasten ok, aber mehr eigentlich nicht. Sicher, für die Ärztin ist es nichts besonderes, sie macht das jeden Tag zig mal - aber für mich ist sie eine fremde Person, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Das größere "Problem" ist jedoch, dass ich seit ein paar Monaten keinen mehr nah an mich ranlasse (außer Familie und Freunde die ich schon lange und gut kenne) - aber bei mehr oder weniger Fremden bekomme ich Panik, weil mir im Januar ein Mann mehrfach viel zu nahe kam und ich das nicht wollte. Klar, es ist eine andere Situation (und ich gehe ja auch deswegen extra zu einer Ärztin und nicht zu einem der vielen männlichen Kollegen) - aber dann Untersuchungen in so persönlichen Regionen zulassen zu können, dürfte schon eine große Herausforderung sein von der ich momentan nicht glaube, dass ich sie ertrage...
Bin da aber auch noch recht befangen in dem Bereich, obwohl ich ansonsten schon eher offen bin, wenn es eben nicht gerade so persönlich wird.
Lena

14.07.2009 03:44 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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14.07.2009 03:44 Zitieren Zitieren

Liebe Lena,
Bitte versuch, deine Befangenheit zu ueberwinden. Mal ganz von deinen Suizidgedanken abgesehen - regelmaessige frauenaerztliche Untersuchungen sind wirklich (ebenso wie zahnaerztliche) sehr wichtig. Mit 23 ist so ein erstmaliges gynaekologisches Durchchecken auch ueberfaellig. Boesartige Zellveraenderungen des Gebaehrmutterhalses koennen naemlich schon bei ganz jungen Frauen vorkommen (wie bei einer meiner Patientinnen) und sind durch Frueherkennung in den meisten Faellen vollstaendig heilbar.
An deiner Stelle wuerde ich auch lieber zu einer Aerztin gehen, du solltest ihr ruhig auch ganz offen sagen, dass du vor der Untersuchung einen Bammel hast - sie wird das bestimmt verstehen.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

14.07.2009 23:20 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

14.07.2009 23:20 Zitieren Zitieren

so schlimm war der termin heute gar nicht :-) - die ärztin war eine ganz nette, hat viel erklärt und hat mich zu nichts gedrängt das ich nicht wollte. ich habe ihr auch relativ am anfang gesagt, dass ich noch nie bisher bei einer frauenärztin war und sie hat sich auch wirklich zeit genommen und mich nicht innerhalb von 5 minuten abgefertigt.
da habe ich mir eigentlich umsonst gedanken gemacht.
ich werde nun erstmal einen versuch mit vitamin b starten (habe aber leider vergessen wie da der genaue zusammenhang ist, aber ich habe einen flyer bekommen wo ist es nochmal nachlesen kann), wenn er erfolglos bleibt dann mit einem hormon.
Lena

15.07.2009 16:07 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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15.07.2009 16:07 Zitieren Zitieren

Hallo, Lena,
Wie schoen, dass du deinen Mut zusammengenommen hast, und dass deine erste Frauenarzterfahrung so positiv abgelaufen. Beim naechsten Mal bist du dann bestimmt gelassener.
Lass von dir hoeren, ob die Behandlung mit Vitamin B oder gegebenenfalls mit Hormonen deine quaelenden Gedanken vermindert.
Liebe Gruessse, Dr. Karin Anderson

 
 

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