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12.07.2009 18:07 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

12.07.2009 18:07 Zitieren Zitieren

Therapieerfolg???

Zitat von =Dr. Karin Anderson:
Hallo, Lena,
... Und was deine Psychotherapie anbelangt, es hoert sich so an, als ob alles regelrecht ablaeuft, auch wenn dich die Suizidgedanken immer wieder ueberkommen, bedeutet es nicht, dass die ganze Sache nichts bringt. Es waere allerdings schon gut, wenn die medikamentoese Unterstuetzung die koerperliche Komponente (die mit Sicherheit vorhanden ist) beeinflussen kann. ...
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson




Woran merke ich denn, dass eine Psychotherapie Erfolg hat? Ich mache sie ja mittlerweile schon fast 2 Jahre, aber merke eigentlich kaum etwas. Die Symptome von damals sind zwar weg was aber nichts mit der Therapie zu tun hat.(waren nämlich schon vor Beginn der Therapie wieder weg, weil ich wegen Umzug eine längere Wartezeit hatte zwischen Erstkontakt mit 3 Terminen zu einer Therapeutin und dann eigentlicher Beginn der Therapie an meinem jetzigen Wohnort).
Im Gegenteil - seit ich die Therapie mache, kommen die Suizidgedanken regelmäßig (davor nie). Sicher, die Therapie ist schon manchmal eine Unterstützung für mich, was sich aber eher auf die positive Beziehung zu der Therapeutin bezieht. Und als es im letzten Jahr eine fast 2 moantige Unterbrechung gab wegen Urlaub und Krankheit - die Therapie hat mir nicht gefehlt, ich habe keine Veränderung bemerkt. Denn dieses Angenommensein, Zuhören etc. vermitteln mir auch meine Freundinnen, das ist nicht nur auf die Therapeutin begrenzt und unabhängig von ihr. (womit ich jetzt nicht sagen will, dass die Therapeutin so etwas wie die Funktion einer Freundin hat - denn den hat sie garantiert nicht, da unterscheide ich ziemlich genau zwischen freundschaftlicher und professioneller/beruflicher Beziehung, das ist eine andere Art miteinander umzugehen)
Ich habe nicht das Gefühl, dass ich durch die Therapie irgendwie weiterkomme oder dass es mir besser geht. Und ich meine, nach 2 Jahren müsste doch auch bei einer analytischen Therapie zumindest mal ein kleiner Erfolg zu sehen sein? Habe auch schon mehrfach versucht das bei der Therapeutin anzusprechen, sie gefragt ob sie bei mir irgendwelche Fortschritte, Ergebnisse, Verbesserungen bemerkt hat (eben weil ich es ja nicht sehe) - aber leider bekam ich nie eine Antwort, stattdessen nur eine Gegenfrage. Und nach meiner Antwort, dass ich nur deswegen frage, weil ich selbst keinerlei positives Ergebnis sehe durch die Therapie war das Thema dann auch schon wieder beendet.
Denn - provokant gesagt - wenn ich durch die Therapie nichts bessern kann, wenn es keine Veränderungen gibt, die Suizidgedanken unabhängig von der Therapie kommen und durch sie auch nie seltener werden und ich auch nie herausfinden kann warum sie kommen und wie ich damit besser umgehen kann - dann frage ich mich manchmal wirklich, wo denn der Sinn der Therapie liegt. Teilweise denke ich, es würde nichts ausmachen, wenn ich aufhören würde, da ich keinen positiven Effekt merke (und auch meine Eltern, Freunde usw. nicht, ich habe mal nachgefragt). Ich komme mit der Therapeutin zwar gut zurecht, aber wozu jahrelang Zeit und Energie investieren, wenn nichts dabei rauskommt?

Lena

14.07.2009 21:42 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

14.07.2009 21:42 Zitieren Zitieren

Liebe Lena,
Therapieerfolge merkt man meist erst in der Rueckschau, naemlich, wenn man feststellt, dass man bestimmte Dinge anders erlebt oder anders damit umgeht. Diese Veraenderungen erfolgen oft beinahe unmerklich und in kleinen Schritten. Das Hauptsymptom kann oft das Hartnaeckigste sein, andere "weniger schwere" Probleme aendern sich frueher.
Wenn du allerdings (trotz guter Beziehung zu deiner Therapeutin) nach 2 Jahren ueberhaupt keine positive Veraenderung bei dir feststellt, wenn dir nichts besser gelingt, wenn du nirgendwo anders reagierst, wenn die "Stimme im Kopf" (damit meine ich die normale innere Stimme, nicht etwa schizophrenes Stimmenhoeren!)dir nie etwas anderes sagt, und wenn niemand in deiner Umgebung eine Entwicklung bei dir feststellen kann - ist es allerdings die Frage, ob deine Therapie dir etwas bringt.
Meine Patienten haben Therapieerfolge so beschrieben:
n einem Konflikt sein, automatisch wie "immer" reagieren wollen - und dann sich ploetzlich klarmachen, dass sie auch anders handeln koennen und es dann auch zunehmend haeufiger tun.
Sie haben beobachtet, dass sie zunehmend besser neinsagen und sich dort abgrenzen koennen, wo sie ihre Grenzen frueher nicht wahren konnten.
Sie haben festgestellt, dass sie ein besseres Selbstwertgefuehl entwickelten und eine positivere Ausstrahlung auf andere hatten, dadurch auch neue Leute kennenlernten, die ihnen "besser taten".
Bei manchen Problemen haben sie quasi einen inneren Dialog mit mir gefuehrt und sich ueberlegt, was ich ihnen in dieser Situation sagen wuerde - und das als sehr hilfreich und bestaerkend empfunden.
Oft erschlossen sich meine Patienten auch neue Interessen oder nahmen alte, lange vernachlaessigte Hobbies wieder auf, sie wurden aktiver oder fingen noch einmal ein neues Studium (auch mit 45!) an.
Zwar haben viele meiner Therapien auch laenger als 2 Jahre gedauert, aber nach den ersten 80 Sitzungen, vor der Verlaengerung, haben wir immer eine Bilanz der bisherigen Arbeit gezogen. Im Verlaengerunggutachten muss der Therapeut im uebrigen auch darlegen, welche Resultate die bisherige Therapie erbracht hat und begruenden, warum eine Verlaengerung der von der Kasse genehmigten Sitzungen erforderlich und sinnvoll ist.
LG, Dr. Karin Anderson

 
 

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