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14.07.2009 17:53 Zitieren Zitieren

knorrli
Pointer-User

14.07.2009 17:53 Zitieren Zitieren

Magersucht

Guten Tag Frau Andersson
ich habe ihnen bereits schon einmal geschrieben, weil ich seit ca. 2 Jahren an Magersucht leide.
Damals hatte ich keinen Sport mehr treiben dürfen, wenn ich nicht mehr als 47 Kilo wiege (Grösse 1m 71).
Dies ging eine Zeit lang so einigermassen gut.
Ich beschloss mich dann schweren Herzens die Waage zu Hause wegzustellen und versuchte 5 regelmässige Mahlzeiten zu mir zu nehmen. Morgens eine Milch, in der Pause ein Brötchen, dann eine warme Mahlzeit, am Nachmittag eine Frucht und dann noch das Abendessen.
Dies ging etwa 1 relativ gut. Ich musste nur alle 1-2 Wochen zum Arzt um mich zu wiegen.
Nach einem "verfressenen" Wochenende sah ich dann das ich fast 2Kg zugenommen hatte in diesen 2 Wochen.
Dies hatte mich so dermassen geschockt, dass ich radikal wieder hungerte.
Mein Gewicht sank wöchentlich um ca. 1 Kg.
Mittlerweile bin ich bei einem Gewicht von 43 Kilo. Ich habe demnächst ein Termin in einer Klinik, wo besprochen wird, wie es weitergehen soll.
Ich weiss echt nicht mehr was ich tun soll. Einerseits denke ich selber es wäre das Beste, wenn ich in eine Klinik gehen würde. Ich gehe kaputt an meiner Krankheit Kontrollieren kann ich mein Gewicht zu Hause nicht mehr, was es ja gerade schwierig mach und weshalb ich auch so abgenommen habe. Jedesmal wenn ich etwas gegessen habe, fühle ich mich 2Kg schwerer. Deshalb esse ich praktisch nichts, weil ich zu Angst habe das nächste Mal auf der Waage zu schwer zu sein.
Ich wollte sie nun fragen, ob sie wissen wie das läuft in einer Klinik:

-Darf ich überhaupt keinen Kontakt haben zu Familie, Freunden....¨
- Gibt es auch Tage oder Abende an denen ich mal zu Hause sein darf?
- Dürfte ich z.B. am Tag trotzdem in die Berufsschule?

Andererseits möchte ich hingegen auch nicht in die Klinik, weil ich da ja zunehmen MUSS.
Ausserdem bin ich in Ausbildung. Und dort läuft es auch nicht gerade bestens. Und ich habe mich jetzt wirklich 2 Jahre durchgekämpft und ich wollte jetzt das 3. Jahr auch noch durchziehen und dann ist es vorbei. Wenn ich jedoch nun in eine Klinik müsste, wäre das auch "futsch".

Wäre es auch sinnvoll mal mit einer "ehemaligen" Magersüchtigen zu reden, wie sie es so erlebt hat und wie sie daraus gekommen ist?

es tut mir Leid, es ist ein etwas langer Beitrag, aber ich weiss echt nicht mehr weiter.

Ich würde mich sehr freuen, wenn sie mir antworten würde.

13.09.2009 04:00 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

13.09.2009 04:00 Zitieren Zitieren

Liebe Knorrli,
Ich erinnere mich an deine damalige Schilderung deines Magersuchtproblems.
Ich finde es erst einmal gut, dass du es immerhin bereits geschafft hast, 2 Jahre nicht mehr staendig dein Gewicht zu kontrollieren, einigermassen normal zu essen, und auch deine Ausbildung zu machen.
Jetzt ist es allerdings zu einem Rueckfall gekommen und du bist wieder in das anorektische Verhalten abgerutscht. Damals hattest du Therapiesitzungen bei einer Psychologin - sind diese Stunden mittlerweile beendet oder gehst du noch dorthin?
Therapeutische Hilfe brauchst du ganz sicherlich noch, denn, wie ich damals schon sagte, das magersuechtige Programm in deinem Gehirn ist ja noch nicht ueberwunden und die von der Essstoerung verzerrte Selbstwahrnehmung beherrscht derzeit wieder weitgehend deine Gedanken.
Solange dieses falsche Programm noch nicht aus deinem Gehirnspeicher geloescht ist, kann es immer wieder einmal zu solchem Rueckfall kommen. Daher ist der Gedanke an eine psychosomatische Klinik durchaus vernuenftig.
Wie das Therapieprogramm in so einer Einrichtung im Einzelnen ablaeuft, laesst sich allerdings nicht so generell sagen. Es haengt von der betreffenden Klinik und ihrem Therapiekonzept ab und ist daher von Klinik zu Klinik unterschiedlich.
So weit mir bekannt ist, gehen viele Therapieeinrichtungen fuer Magersucht bei ihrer Behandlung nach einen Stufenplan vor. Das straffe Reglement wird dabei nach einiger Zeit gelockert und mehr Freiheiten dann gestattet, wenn der Patient gut bei der Behandlung mitmacht und ihm zugetraut werden kann, dass er die Freiheiten nicht missbraucht, um etwa heimlich zu erbrechen oder sich auf andere Weise therapiewidrig zu verhalten.
Natuerlich ist es wichtig und wuenschenswert, dass du deine Ausbildung beendest und nicht aus Krankheitsgruenden abbrechen musst. Ob daher doch eher wieder eine ambulante Therapie oder auch eine Tagesklinik sinnvoll waere, haengt von den Angeboten in deiner Umgebung und natuerlich auch davon ab, wie intensiv du mitarbeiten kannst.
Bersprich dies mit deinem behandelnden Arzt, oder frag bei deiner Krankenkasse nach, welche Moeglichkeiten fuer dich infrage kommen.
Grundsaetzlich moechte ich dir aber sagen, dass Magersucht heilbar ist, auch wenn die Suchtgedanken dich jetzt wieder gehijackt haben. Anorexie ist allerdings eine schwerwiegende psychosomatische Erkrankung und Rueckfaelle kommen daher vor.. Wichtig ist aber, dass der gesunde Anteil in dir davon loskommen will und dieser gesunde Anteil wird dir auch dabei helfen, den kranken, selbstzerstoererischen Suchtanteil zu ueberwinden.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

13.09.2009 12:19 Zitieren Zitieren

knorrli
Pointer-User

13.09.2009 12:19 Zitieren Zitieren

Guten Tag Frau Anderson

vielen Dank für ihre Antwort. Ich wurde bei 43kg dann von meinem Hausarzt in ein Spital verwiesen, wo sie speziell für Essstörungen ambulante Therapien anbieten. Seitdem befinde ich mich in ambulanter Therapie, wo ich mich sehr wohl fühle. Ich habe eine total liebe Therapeutin.
Die andere Therapie welche ich hatte, habe ich schon vor längerem abgebrochen. Grund dafür war, dass diese "Psychologin" mit mir NIE über meine Magersucht gesprochen hatte, sondern nur, was ich so in der Zukunft machen möchte, wie es mit meinen Kolleginen läuft etc.
Und ich wollte ja in Therapie um zu schauen, wie ich die Angst vor dem zunehmen "wegmachen" kann.

Deshalb habe ich damals beschlossen nicht mehr dorthin zu gehen und begann wie schon erzählt auf einene Verantwortung "normal" zu essen was eben zu diesem Rückfall geführt hat.

In der ambulanten Therapie habe ich dann einen Essplan erstellt welchen ich nun relativ gut einhalte.
Da aber mein Magen ziemlich empfindlich ist durch das ständige Hungern, kann ich praktisch keine Mahlzeiten bei mir behalten, d.h ich habe nach allem was ich esse Durchfall.
Das ist sehr blöd für mich, weil ich ja regelmässig esse (für mich sehr viel!!), trotzdem aber mit meinem Gewicht innerhalb 3-4 Tagen mehr als 1kg wieder abnehme.
Dies hat sogar schon bi 41kg geführt. Damals MUSSTE ich 1kg in einer Woche zunehmen, ansonsten hätte ich in eine Klinik gehen müssen. Ich habe das Kilo zwar geschafft, musste aber 3x so viel essen wie sonst, weil ich ja ständig Durchfall habe. Dies ist auch heute noch mein Problem, ich werde ständig zurückgeworfen mit meinem Gewicht, durch den Durchfall, muss mich dann innert ein paar Tagen "vollstopfen" um einen Klinikaufenthalt zu verhindern.
Das macht mich fast kaputt!!! Ich fühle mich so als hätte ich 6Wochen ohne Pause durchgearbeitet!!!

Aber ich glaube, dass ich mit der Hilfe, die ich jetzt habe (und sehr gerne annehme, weil die Leute total lieb sind), und meinem Wille es irgendeinmal schaffen werde.
Es wird zwar noch einige Zeit dauern, aber ich glaube an mich.

Freundliche Grüsse

18.10.2009 23:38 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

18.10.2009 23:38 Zitieren Zitieren

Hallo, Knorrli,
Wie schoen, dass du es diesmal so gut mit deiner Therapeutin getroffen hast! Ich glaube dir, dass die Rueckkehr in die Ess-Normalitaet nicht glatt und ohne Probleme ablaeuft.
Dein Darm ist durch die Essstoerung chronisch gereizt und nicht mehr daran gewoehnt, normale Mengen zu verdauen. Es wird sicher noch eine Weile dauern, bis er sich umstellen kann.
Vielleicht solltest du mit deiner Therapeutin besprechen, ob du wegen dieses leidigen chronischen Durchfalls nicht mit einem homoeopathischen Medikament behandelt werden kannst. Gerade in solchen Faellen helfen homoeopathische Medikamente ausgesprochen gut.
Du hast ganz bestimmt allen Grund an dich und dein Gesundwerden zu glauben. Du bist ja bereits auf dem Weg und wirst dein Ziel erreichen, auch wenn das Muehe und Kraft kostet.
Liebe Gruesse, und lass gern wieder etwas von dir hoeren, Dr. Karin Anderson

 
 

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