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19.09.2009 22:35 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

19.09.2009 22:35 Zitieren Zitieren

psychotherapie traumatherapie

Hallo,
mir wurde nun schon von mehreren psychotherapeuten geraten, eine traumatherapie zu machen.
es ist eine analytische psychotherapie genehmigt und es sind auch noch viele stunden übrig, aber meine bisherige tehrapeutin möchte mich nicht mehr weiter behandeln (nachdem ich ihr gegenüber ehrlich war und erwähnte, dass ich ihr momentan - wie fast allen anderen leuten auch - nicht vollständig vertrauen kann, sondern viel angst habe, bestimmte sachen zu erzählen, angst davor, dass sich gewisse situationen wiederholen könnten, wenn ich mit jemanden über alles und nicht nur über teile davon rede). sie arbeitete auch nie analytisch, sondern tiefenpsychologisch mit mir. ich hatte vorgespräche bei mehreren analytikerinnen und komme mit der methode überhaupt nicht klar. hätte meine bisherige therapeutin so mit mir gearbeitet, hätte ich die therapie bei ihr nicht angefangen. bei therapeuten, die beides machen (tiefenpsychologisch und analytisch) bekomme ich erst in 8-12 monaten einen platz, die krankenkasse zahlt den wechseln (so sagte es mir ein mitarbeiter) jedoch nur, wenn nicht mehr als 6 mnate dazwischenliegen (ich suche nun schon fast 4 monate und es ist absolut nichts in sicht) und wenn die therapeutin analytisch arbeitet.
wegen der traumatherapie habe ich auch extra nachgefragt, der mann von der (gesetzlichen) krankenkasse meinte, das wird nicht übernommen.
ich habe keine ahnung, wo ich nun hilfe bekommen soll? ich habe mittlerweile über 40 analytikerinnen angerufen, alle hatten monatelange wartezeit sodass die frist von der kasse abläuft, nur vormittagstermine (da arbeite ich), wollten die stunden der anderen therapeutin nicht übernehmen oder nannten mir sonst einen grund, warum es nicht gehen soll.
ich habe so große angst davor, die therapie bei einer anderen ärzton/psychologin weiterzumachen und möchte auch überhaupt nicht von meiner ärztin weg (aber sie sagte mir am telefon einfach von heute auf morgen, dass ich nicht mehr kommen könne...) ihr vertraue ich wenigstens teilweise, sie kennt die vorgeschichte und weiss, worauf die "symptome" zurückgehen. bei den insgesamt 7 vorgesprächen konnte ich nur einer therapeutin (die nicht bezahlt wird, weil sie nicht analytikerin ist) sagen, wovon die alpträume handeln, wovor ich solche angst habe und welche gegenstände, geräusche, etc. das auslösen - den anderen konnte ich aber überhaupt nicht vertrauen(die vorgespräche waren auch je eines bei einer tiefenpsychologischen bzw. verhaltenstherapeutisch arbeitenden therapeutin, mit denen ich beiden klar kam - keinesfalls jedoch mit den analytikerinnen, da fühle ich mich einfach nur völlig verarscht, wenn mir jemand die ganze zeit über schweigend gegenübersitzt und nichts sagt, aber im 2sek-takt mit dem kopf nickt...)
die letzte psychologin erklärte mir, dass dieses "nicht mehr vertrauen können" ein ganz wesentlicher punkt sei nach einer traumatisierung (die zusammenhänge habe ich aber vergessen). aber wenn es denn tatsächlich ein "symptom" ist, warum möchte mich dann meine bisherige therapeutin nicht mehr weiter behandeln?
ich merke, dass ich hilfe brauche, aber ich kann den ärzten/therapeuten einfach nicht vertrauen, nicht offen mit ihnen reden.
vielelicht stimmt es wirklich, dass eine traumatherapie sinnvoll wäre, aber die wird ja wohl auch nur funktionieren, wenn ich der therapeutin sagen kann, auf welche situation die ganze angst, die träume, erinnerungen, usw. zuückgehen. ich bin aber alles andere als dazu bereit, mit irgendwem darüber zu reden. es GEHT EINFACH NICHT, jedesmal nehme ich es mir so fest vor vor einem vorgespräch, es klappt aber nicht und ich komme danach heim und schlage mich, weil ich so durcheinander bin, ich bin wütend und enttäuscht von mir und halte die erinenrungen, das durcheinander nicht aus, das in der stunde in mir ausgelöst wurde, auch wenn ich die ursache nicht erwähnt habe.
aber was ist denn eine traumatherapie, wie soll ich mir so etwas vorstellen? ich habe so große angst davor, angst darüber zu reden, aus dem "gleichgewicht" zu kommen, das ich nur so mühsam aufrecht erhalten kann, angst vor den gefühlen, angst zu vertrauen, angst, dass mir wieder jemand zu nahe kommt, dass wieder etwas gemacht wird, über das ich keine kontrolle habe und das ich nicht möchte, aber nicht verhindern kann... angst auch, weil ich weder die methode kenne und weil es zudem eine fremde person wäre.
wie kann ich eine traumatherapeutin finden? in den gelben seiten steht nur eine bei den psychotherapeuten, und die hat keine kassenzulassung und ist zu weit weg. bei der kassenärztlichen vereinigung ist es nicht angegeben, ob die therapeuten eine spezielle ausbildung haben. und bei verschiedenen internetseiten von ausbildungsinstituten mit adressenliste gibt es auch nichts hier in der nähe.
und wie kann ich es machen, dass die therapie doch von der kasse finanziert wird? denn es war ja nciht ich, die die therapie bei der anderen therapeutin abgebrochen hat, sondenr die ärztin - und soll ich deswegen nun keine hilfe mehr bekommen, weil sie ein verfahren (analyse) beantragt hat, das sie so nie eingesetzt hat und mit dem ich absolut nicht klarkomme? nur, weil es keine andere tehrapeutin gibt, die auch anyltisch abrechnen kann, aber tiefenpsychologisch mit mir arbeitet, so wie es bisher auch war?

da ich ambulant keine möglichkeiten sehe, habe ich auch nach kliniken gesucht - aber bei den 2, die für mich in frage kommen würden vom konzept und region, muss ich beidesmal einen fragebogen ausfüllen (habe ich gemacht) und die bisherigen berichte über therapie und anderen klinikaufenthalt mitschicken. aber meine frühere therapeutin schickt mir die unterlagen nicht zu, obwohl ich ihr 2 briefe deswegen schrieb mit der bitte mir die berichte zu kopieren (ich würde es auch zahlen) und einen über die fast 2 jahre therapie bei ihr zu schreiben, ich schrieb auch warum ich sie brauche. auch nachdem ich angerufen hatte, kam nichts. ich habe versucht, das der klinik zu erklären, aber die sagen, solange sie keine vorberichte haben, können sie mir keinen aufnahmetermin geben, da sie nicht entscheiden können, ob die klinik passt oder nicht.

WARUM bekomme ich keine hilfe?? stelle ich mich wirklich zu blöd an bei der suche nach einem neuen therapieplatz, oder warum verweigern mir sämtlich leute die hilfe (bzw. die, die mir helfen möchten, dürfen es wegen der krankenkasse nicht...)?
wenn es so weitergeht, dass ich keinerlei unterstützung bekomme, werde ich das studium abbrechen müssen (ansonsten vermutlich lediglich ein jahr länger brauchen, wenn ich in eine klinik gehen würde)
warum besteht die krankenkasse so darauf, dass es eine analytische therapie sein MUSS (oder eben keine), wenn mir das nichts nützt - aber die arbeitsweisen, mit denen ich zurechtkomme, die werden mir verweigert mit dem hinweis, dass "auf dem antrag" etwas anderes angekreutz wurde? ICH habe das nicht gemacht (und hätte ich davon gewusst, wäre ich nciht einverstanden gewesen). und nur weil die ärztin das kreuz eine zeile weiter oben gemacht hat, soll ich nun keine weitere therapie mehr bekommen, die mir helfen könnte und stattdessen eine machen, die mir ausschließlich SCHADET, keinesfalls aber etwas postives bewirkt? warum interessiert sich die krankenkasse nur für ihre bürokratie, nicht aber für den menschen, der dahinter steckt?

lg marie

21.09.2009 17:07 Zitieren Zitieren

jens
Pointer-User

21.09.2009 17:07 Zitieren Zitieren

Hallo Marie,

ich kann mir gut vorstellen, was für eine Belastung die momentane Situation für Dich ist. Ich hoffe, dass ich Dir ein paar Tipps geben kann, die Dir weiterhelfen. Bitte habe aber Verständnis dafür, dass ich im Rahmen dieses Forums und ohne Kenntnis der genauen Umstände nur allgemein Auskunft geben kann.

Hilfe bei der Terminfindung
Du schreibst leider nicht, ob Du bei der TK versichert bist. Sollte das der Fall sein, empfehle ich Dir über die TK-Homepage (http://www.tk-online.de) >> [Online-Filiale] >> [Meine Ansprechpartner] zu gehen. Dort gibt es z.B. einen Rückruf-Service, d.h. Du schilderst kurz Deine Schwierigkeiten, einen Termin bei einer/m geeigneten Therapeutin/en zu erhalten und gibst an, zu welchem Zeitpunkt Du zurückgerufen werden möchtest. Ein TK-Mitarbeiter meldet sich dann telefonisch bei Dir und wird versuchen, Dich bei der Suche nach einem Therapieplatz zu unterstützen.

Sofern Du nicht TK-versichert bist (was ich aufgrund Deiner Schilderungen vermute), solltest Du auf der Homepage Deiner Krankenkasse nach einer entsprechenden Kontaktmöglichkeit suchen.

Du schreibst, dass Du Dich bereits an die Kassenärztliche Vereinigung gewandt hast. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Du Dich beim Bund der deutschen Diplompsychologen erkundigst:
http://www.psychotherapiesuche.de
E-Mail: pid@dpa-bdp.de

Auf der Website findest Du auch eine Telefonnummer mit Sprechzeiten.

Krankenunterlagen
Was die Krankenunterlagen betrifft, so haben Patienten grundsätzlich ein Recht darauf, diese Unterlagen einzusehen, bzw. Kopien davon zu erhalten, wobei auf dem psychiatrischen Gebiet Besonderheiten bestehen. Ich empfehle Dir den folgenden Artikel auf den Seiten der Ärztekammer Berlin:
http://www.aerztekammer-berlin.de/40presse/15_meldungen/00664_Einsicht
srecht_Pat.htm


Therapieform / Leistungen
Ich kann natürlich nichts über die individuelle Eignung der unterschiedlichen Therapieformen sagen oder dazu Stellung nehmen, wie Dein Gespräch mit dem Krankenkassen-Mitarbeiter verlaufen ist. Aber dass eine Krankenkasse das Interesse der Versicherten beachten muss, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Natürlich muss der Mitarbeiter sich aber auch an seine Vorschriften halten. Du solltest noch mal das Gespräch mit Deiner Krankenkasse suchen, damit eine Lösung gefunden werden kann.

Übrigens: Über den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung - also darüber, was eine Kasse bezahlen muss und was nicht - bestimmen nicht die Kassen allein. Das ist Sache des sogenannten Gemeinsamen Bundesausschusses. In diesem Gremium sitzen Vertreter der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Sie legen gemeinsam fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung erstattet werden und welche nicht.

Kassenzulassung
Und noch ein Wort zu den Kassenzulassungen: Ob ein Psychotherapeut eine Kassenzulassung erhält oder nicht, ist Sache der so Kassenärztlichen Vereinigung. Die gesetzlichen Krankenkassen selbst haben darauf keinen Einfluss.

Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe, dass es doch bald klappt mit einem geeigneten Therapieplatz.

Viele Grüße
Jens

21.09.2009 21:56 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

21.09.2009 21:56 Zitieren Zitieren

ich meine, wenn ich eh nicht bereit dazu bin, mit einer "fremden" person über die situation zu sprechen, dann kann doch eine therapie auch NULL sinn und erfolg haben, oder?? wenn schon die unzähligen monate, die ich bei einer bisherigen therapeutin war (und sie wusste, um welche situation es geht, mit ihr konnte ich darüber sprechen) kaum etwas positiv verändern konnten, wie soll es dann etwas bringen bei einer person, vor der ich angst habe, der ich nciht vertrauen kann und ihr nichts erzähle? dann kann ich es ja genauso gut auch bleiben lassen...
marie

22.09.2009 21:05 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

22.09.2009 21:05 Zitieren Zitieren

@ jens: doch, ich bin bei der TK...

bei den berichten, die ich von der früheren therapeutin haben wollte für die klinik, ging es nicht um ihre persönlichen aufzeichnungen (die sind mir völlig egal), sondern um den arztbericht aus einer anderen klinik und aus der am bulanz. also nichts, das subjektiv ist. und den bericht über die bisherige psychotherapie braucht ebenfalls die klinik in die ich möchte, ansonsten geben die mir keinen termin. es soll diagnose, bisheriger verlauf der therapie, dauer etc. drinstehen - das dürfte ja wohl objektiv genug sein, objektiver geht es ja kaum ;-)

22.09.2009 23:05 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

22.09.2009 23:05 Zitieren Zitieren

Liebe Marie,
Nach deiner Beschreibung sind es gerade die Schwierigkeiten, die am dringendsten eine Therapie erfordern, auch diejenigen, die es verhindern, dass du dich in einer Therapie oeffnen und so deine Probleme bearbeiten kannst.
Ich kann verstehen, wie verzweifelt du bist, und wie du damit kaempfst, mit dieser misslichen Situation zurecht zu kommen. Leider ist aber jede therapeutische Arbeit davon abhaengig, dass genuegend Vertrauen vorhanden ist, um ueber die Dinge zu sprechen, auf die es ankommt.
Natuerlich kann dieses Vertrauen oft nur ganz allmaehlich entstehen, und viele Patienten sind zunaechst nicht in der Lage, wirklich schwierige Themen anzusprechen. Aber eine gewisse Entwicklung muss nach einer bestimmten Zeit doch erkennbar sein, sonst sind die Therapiesitzungen nur eine Zeitverschwendung fuer den Patienten und daher wenig sinnvoll.
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie basiert auf den gleichen Grundlagen wie die analytische. Manche orthodox-analytische Therapeuten beschraenken sich tatsaechlich, wie du anscheinend bei einigen Erstgespraechen erlebt hast, auf sehr wenige Worte oder Gesten, um den Patienten zum freien Sprechen zu veranlassen.
Im Allgemeinen sind die Arbeitsmethoden beider Therapeutengruppen aber nicht so sehr verschieden. Analytische Psychotherapeuten haben allerdings eine laengere und spezialisiertere Ausbildung (und koennen daher auch mehr therapeutische Sitzungen pro Patient bei den Kassen beantragen).
Deine bisherige Therapeutin fuehlt sich offenbar nicht in der Lage, dein Vertrauen so weit zu gewinnen, dass du dich wirklich auf die Arbeit mit ihr einlassen kannst. Daher ist es vermutlich folgerichtig, die Therapie bei ihr nicht fortzusetzen - du vertust nur deine Zeit, es geht dir nicht besser und am Ende bist du noch frustrierter, als du es jetzt, nach dem Abbruch, bist.
Leider funktioniert eine Psychotherapie nicht so einfach wie eine zahnaerztliche Behandlung. Ein erfahrener Zahnarzt kann (sofern der Patient ueberhaupt nur den Mund aufmacht) meist erkennen, welcher Zahn aus welchem Grund behandlungsbeduerftig ist. Seelische Probleme sind dagegen nicht bereits von aussen erkennbar, und stellen sich auch nicht durch koerperliche Untersuchungen oder Roentgenaufnahmen dar.
Eine Therapie einem Patienten nicht einfach wie ein Medikament verabreicht werden. Der Patient kann sie auch nicht passiv ueber sich ergehen lassen, wie ein Operation, sondern muss sehr aktiv dabei mitarbeiten.
Auch der erfahrenste Therapeut kann - ambulant oder in einer Klinik - nur dann einem Patienten helfen, wenn er genuegend Informationen von ihm erhaelt. Werden ihm diese wesentlichen Informationen aus Angst oder Misstrauen vorenthalten, tappt er absolut im Dunklen, kann nicht die richtige Hilfestellung leisten und seine Arbeit bleibt am Ende voellig erfolglos.
Du musst daher fuer dich erst einmal die Entscheidung treffen, was in dir staerker ist - dein Leiden unter deinen Problemen oder deine Angst davor, dich wirklich auf eine Therapie einzulassen.
So verstaendlich deine Aengste aufgrund deiner frueheren Erfahrungen sicher auch sind - ein neuer Versuch mit einem neuen Therapeuten kann erst dann Erfolg haben, wenn du es schaffst, ueber deinen Schatten zu springen, dein Misstrauen zu ueberwinden - und deiner Therapie dadurch ueberhaupt eine Chance zu geben.
LG, Dr. Karin Anderson

 
 

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