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01.11.2009 02:42 Zitieren Zitieren

Reika
Gast

01.11.2009 02:42 Zitieren Zitieren

HILFE - Problem mit Eltern

Hallo.
Ich habe im Moment ein recht großes Problem mit meinen Eltern. Ich streite mich nur noch mit ihnen und habe irgendwie das Gefühl, dass ich ihnen egal bin. =(
Wenn ich mit meiner Mutter alleine bin, verstehen wir uns eigentlich richtig super. Wir unterhalten uns, wir lachen oder machen irgendetwas anderes zusammen. Da meine Eltern sich in letzter Zeit nicht mehr ganz so gut verstehen (bzw. sich seit ein paar Jahren fast täglich streiten), lästert meine Mutter in meinem Beisein ständig über meinen Vater und reagiert sich ab. Andersrum genauso. Wenn ich mit meinem Vater alleine bin, lästert er über meine Mutter. Und wenn wir dann alle drei zusammensitzen und die beiden sich mal wieder streiten, wollen sie immer meine Meinung hören, oder dass ich irgendetws bezeuge und all sowas. Dabei fühl ich mich total zwischen den Stühlen. Egal wem von beiden ich Recht gebe, der andere ist dann sauer auf mich. Ich hab echt keine Ahnung was ich dagegen machen kann. Aber auch ich gerate viel leichter in Streit mit einem von beiden, wenn wir zu dritt sind. Egal ob es ums abendliche Weggehen geht oder um Geld, Klamotten, Schminke etc. wir landen immer in einem riesengroßen Streit. Ganz schlimm ist es wenn ich mich mit meiner Mutter streite wenn wir alleine sind. Sobald dann mein Vater die Tür aufschließt, tut sie so, als wäre nichts gewesen und macht auf heile Welt. Dann muss ich meine Wut runterschlucken und sie entlädt sich ungewollt an meinem Vater und der nächste Streit bricht aus. Ganz schlimm ist es wenn meine Mutter getrunken hat. Tagsüber verstehen wir uns ganz gut und ab 17 oder 18 Uhr wird sie unausstehlich. Sie ist total gereizt und schreit schnell los und ist total ungerecht zu allen. Aber sie will auch nicht mit Trinken aufhören. Sie sagt, sie braucht das und hätte das auch unter Kontrolle. Aber mal ganz ehrlich ich finde nicht dass 2-3 Flaschen Wodka "normal" sind in der Woche. Ein weiterer Streitpunkt bei uns. Ich komm im Moment einfach nicht mehr klar Zuhause. Ich geh ja auch noch zur Schule und habe 2 Katzen um die ich mich alleine kümmern muss. Dazu kommen noch unsere Geldprobleme. Mir wird das alles zu viel, aber ich habe auch niemanden mit dem ich über sowas reden kann, folglich fress ich ales in mich hinein. Habe vor einem halben Jahr mit Ritzen angefangen weil ich es einfach nicht mehr aushalte...
Liebe Grüße
Reika

02.11.2009 16:55 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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02.11.2009 16:55 Zitieren Zitieren

Liebe Reika,
Kein Wunder, dass du sehr unter der Situation zuhause leidest. Deine Eltern vergessen ueber ihren Eheproblemen voellig, dass sie immer noch eine Fuersorgepflicht fuer dich haben. Sie sehen nur ihre eigenen Schwierigkeiten und setzen dich mit ihrem Verhalten einem seelischen Konflikt aus, der nicht nur schwer auszuhalten ist, sondern dir auch ganz offensichtlich schadet!
Bei Ehestreitigkeiten die eigenen Kinder in wechselnden Rollen, je nach Beduerfnis, als Beichtvater, Puffer, Richter oder Suendenbock zu benutzen, kommt zwar leider haeufig vor, setzt die Kinder aber unter so enormen Druck, dass sie oft seelische Stoerungen entwickeln. Du sagst ja, dass du angefangen hast, dich selbst zu verletzen, weil du dir anders nicht mehr zu helfen wusstest - und deine Eltern merken davon offenbar auch gar nichts.
Als Jugendliche zur Mitwisserin intimster Eheangelegenheiten deiner Eltern gemacht zu werden, muss dich sehr ueberfordern, denn diese Beichtmutterrolle ist fuer dein Alter voellig unangemessen. Ebenso unangebracht und seelisch belastend ist es fuer dich, wenn deine Eltern dich zum Richter bei ihren Streitigkeiten aufrufen, du sollst dem einen gegen den anderen beistehen, mit dem Resultat, dass am Schluss beide wuetend auf dich sind. Ein Kind hat aber ein Recht darauf, beide Eltern zu lieben, es darf nicht dazu genoetigt werden, Partei zu ergreifen!
Zu allem Unglueck lassen deine Eltern dann auch noch ihren Aerger an dir aus, du bist der Puffer, oder sogar der Suendenbock - sie koennen schlichtweg auf dich wuetend sein, und muessen sich dann nicht mehr mit ihren eigenen Problemen auseinandersetzen.
Die offenbar zunehmende Alkoholsucht deiner Mutter - natuerlich ist es nicht normal, 2 -3 Flaschen Wodka pro Woche zu trinken - macht dann alles noch viel schlimmer und aussichtsloser, sowohl fuer die Partnerschaftssituation, als auch fuer dich.
Du musst unbedingt Hife fuer dich finden, denn nicht nur die Ehe deiner Eltern, sondern deine eigene seelische Gesundheit ist ja durch diesen Familienkonflikt gefaehrdet. Du schreibst nicht, wie alt du bist, aber du solltest dich in jedem Fall einer erwachsenen Vertrauensperson offenbaren. Das koennte ein Verwandter sein, der dir nahesteht, ein Vertrauenslehrer oder die Eltern einer Freundin. Mit jemandem Dritten zu reden, wird dich ein Stueck entlasten und dir ein bisschen Abstand geben, um dir zu ueberlegen, was du tun kannst.
Wenn du es dir zutraust, koenntest du deine Eltern damit konfrontieren, dass du diese Situation nicht mehr ertragen kannst, und bereits angefangen hast, dich selbst zu verletzen. Sag ihnen, dass sie dich voellig ueberfordern und dass sie, anstatt dich damit zu belasten, zu einem Ehetherapeuten gehen sollen. Zu dieser Aussprache koenntest du die Vertrauensperson hinzubitten, damit die Situation in Gegenwart eines neutralen Dritten etwas sachlicher bleibt.
Du koenntest aber auch einen Lehrer bitten, von seiten der Schule an deine Eltern heranzutreten und ihnen zu erklaeren, welche schaedigenden Auswirkungen ihr Verhalten auf dich hat. Diese offizielle Mitteilung koennte deine Eltern so unter Druck setzen, dass sie wirklich damit anfangen, Schritte unternehmen, um ihre Situation zu klaeren.
Wenn das aber alles nichts nuetzt, muesstest du dir ueberlegen, ob die Moeglichkeit fuer dich besteht, entweder voruebergehend bei Verwandten oder Freunden unterzukommen, oder ganz auszuziehen - notfalls mit Hilfe des Jugendamts in eine Wohngruppe.
Auch ein solcher Schritt koennte deine Eltern dazu bringen, sich endlich an die Loesung ihrer eigenen Probleme zu machen, anstatt sie weiterhin auf deinem Ruecken abzuladen - und selber nichts zu tun!
Ich wuensche dir die Kraft und den Mut, dich aus dieser Situation zu befreien, dich nicht laenger als Notnagel fuer deine Eltern bereitzuhalten, sondern fuer dich selbst einzutreten und deinen eigenen Weg zu gehen.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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