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13.12.2009 13:26 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

13.12.2009 13:26 Zitieren Zitieren

Suche ausweg aus gefühlschaos!?

Liebe dr.anderson

Ich weiß eigentlich gar nicht wo ich anfangen soll...

Im moment läuft eigentlich alles schief bei mir,was schief laufen kann.Alles ist total kompliziert und verstrickt und ich weiß irgendwie keinen ausweg...
Zuvor,ich bin 18 jahre alt...

Alles fing egtl im okt. auf klassenfahrt an.
Ich habe einen sehr sehr guten freund,der auch bei mir in der klasse ist,(28 Jahre alt)...
Dadurch das wir in München eine ganze woche zusammenwaren,sind wir uns total nahe gekommen,hab jede nacht mit ihm in einem bett gepennt,haben egtl ganzen tag voll eng zsm gehockt.
für uns beide war alles rein freundschaftlich.

Danach in den ferien,habe ich egtl jeden tag bei ihm verbracht,gepennt,wir sind uns näher gekommen,haben uns geküsst,alles zwischen uns ist viel intensiver geworden.für beide total seltsam,weil wir der festen überzeugung waren -"freundschaft!!!mehr nicht"

Kurz nach den ferien hat er begonnen in der schule zu fehlen,hat gesundheitliche probleme gehabt,weshalb er nicht kommen konnte,hinzu kam die totale psychische depriphase,weil wieder alles in seinem leben zu zerbrechen drohte...(denkt auch an therapie..)

Mich hat das alles total mitgenommen,ich mache mir tag ein tag aus gedanken um ihn.
wache ich auf,ist mein erstes gedanke ob man sich sehen wird in der schule,ob er endlich die kurve kriegt.
schlafe ich ein,bin ich meist tief traurig,weine sehr oft,weil er nicht da war.
weil wir uns nicht gesehen haben.
Mache mir sorgen,das er alles hinschmeißen will,alles hinschmeißen muss,er sich evtl was antut...(persönliche erfahrungen mit depressiven,suizidialen,"burn out leuten"...)

Seitdem er die depriphase hat läuft auch bei uns nichts mehr(vorher kamen ab und an küsse nachts,wurde viel gekuschelt...)

Ich habe mir viele gedanken gemacht,um uns,um ihn,um mich...
Ich habe sehr tiefe gefühle für ihn entwickelt,werde wahnsinnig wenn ich einen tag nichts von ihm höre,vermisse die nähe...
habe totale sehnsucht nach ihm...

Ich weiß nur nicht wie er dazu steht,denke,er hat im moment genug probleme mit sich selbst und mit dem ganzen schulkram,weiß nich wie ich ihm helfen kann..ob ich ihm helfen kann...
will ihn auch nicht mit meinen gefühlen iwie belasten...glaube nicht das son beziehungskram ihm jetzt gut tut...

wobei ich nichtmal genau weiß ob ich mit ihm eine beziehung haben wollen würde,der altersunterschied belastet mich da schon wohl,habe total angst iwie...weil wir beide an total verschiedenen lebensabschnitten stehen...er wäre mein erstes richtiger freund,alles davor kann ich nicht als solche zählen....
Deshalb,würde viel gerede anstehen,mit vllt keinem Happy end für beide...würde ihn stark belasten evtl?!

...ich weiß im moment nicht wirklich was ich tun soll...
schule,privat..alles leidet im moment unter der situation,das ständige nachdenken und die fehlende konzentration...der ganze schmerz und kummer...das nichtwissen...

alles macht mich einfach fertig...

ich hoffe man kann das hier iwie durchblicken
und hoffe auf den ein oder anderen rat...

Liebe grüße
Sandra

(hab den beitrag nochmal hier gepostet,hatte ausversehen im falschen forum,und da ich wirklich nen rat brauche,hab ichs hier für sie gepostet...hoffe wird mir nicht allzu übel genommen)

14.12.2009 18:40 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

14.12.2009 18:40 Zitieren Zitieren

Liebe Sandra,
Ich kann mir gut vorstellen, dass du sehr verwirrt und ungluecklich bist, und nicht weisst, wie du jetzt in dieser Situation deinem Freund gegenueber verhalten sollst und gleichzeitig mit deinem eigenen Gefuehlschaos zurechtkommen kannst.
Du bist deinem Klassenkameraden in den Wochen vor seiner depressiven Phase zwar sehr nahe gekommen, aber irgendetwas hat euch beide ja davon abgehalten, sich 100% auf eine Beziehung einzulassen. Es ist sicher nicht nur der Altersunterschied – 10 Jahre sind zwar schon ein deutlicher Abstand, aber offenbar geht ihr ja noch beide zur Schule, seid sogar in derselben Klasse, und daher ist eure Lebensituation in dieser Hinsicht die gleiche.
Da stellt sich mir auch gleich die Frage, warum dein Freund mit 28 Jahren noch die Schulbank drueckt. Ist es fuer ihn der 2. Bildungsweg? Oder hat er etwa wegen frueherer Erkrankungen die Schule nicht eher beenden koennen? Was weisst du eigentlich von seiner Vorgeschichte? Ist er bereits frueher psychisch krank gewesen?
Woran liegt es, dass ein 28-jaehriger Mann mit seiner (volljaehrigen) Freundin nicht mehr als gelegentliche Kuesse in der Nacht austauscht – obwohl ihr jeden Tag miteinander verbracht habt, „viel gekuschelt“, und euch soviel naeher gekommen seid? Woher diese Zurueckhaltung? Ruecksichtnahme? Oder wurde dein Freund vielleicht wegen einer depressiven Erkrankung bereits laengere Zeit mit Psychopharmaka behandelt, die einen Einfluss auf seine Libido haben?
Wie seine Vorgeschichte auch immer aussehen mag, er hat offenbar sehr grosse psychische Probleme, und ist nicht nur nicht mehr in der Lage, die Schule weiter zu besuchen, noch den intensiveren Kontaktzu dir aufrecht zu erhalten. Du weisst zwar, dass er in Schwierigkeiten steckt, sehr depressiv ist und befuerchtest, dass er moeglicherweise suizidal sein koennte, aber Einzelheiten hat er dir anscheinend nicht anvertraut und du weisst scheinbar auch nicht, was er jetzt eigentlich tut, ob er in aerztlicher Behandlung ist usw.
Waehrend langjaehrige Freunde durchaus eine wichtige Rolle fuer psychisch Kranke spielen und ihnen oft seelischen Rueckhalt geben koennen, sieht die Sache mit einer neuen Liebe leider anders aus. Moeglicherweise ist sogar der Umstand, dass eure Gefuehle fuer einander staerker geworden sind, als beabsichtigt – ihr hattet ja eigentlich nicht mehr als eine reine Freundschaft gewollt – mit ein Ausloeser fuer sein Abrutschen in die Depression gewesen.
Das hat mit deiner Person aber nichts zu tun. Seelische Konflikte, Hin- und Hergerissensein zwischen Aengsten (vor einer enttaeuschenden Beziehung) und Wuenschen (nach einer liebevollen Beziehung), koennen naemlich bei psychisch vorbelasteten Menschen oft als starke zusaetzliche emotionale Belastung empfunden werden.
Da du nicht wirklich genuegend ueber die Hintergruende deines Klassenkameraden weisst, hast du dir wahrscheinlich ein Bild von ihm gemacht, dass zwar deine Wuensche und Hoffnungen wiederspiegelt, aber vielleicht nicht wirklich etwas mit seiner Realitaet zu tun hat.
Du hast leider Recht, wenn du ihm jetzt deine Liebe, deinen Trost und deine seelische Unterstuetzung anbieten wuerdest, wuerde er das in seiner depressiven Stimmung moeglicherweise als eine nicht zu bewaeltigende Gefuehlsanforderung erleben.
Damit meine ich nicht, dass du nun gar nichts von dir hoeren lassen solltest. Lass ihn ruhig wissen, dass du an ihn denkst und hoffst, dass er bald wieder gesund wird. Aber halte deine Mitteilungen sachlicher als dir vielleicht zumute ist, berichte ihm z. B., was in der Schule losgewesen ist oder aehnlich neutrale Themen. Dein Freund muss jetzt wirklich alle seine Kraefte auf die Behandlung seiner schweren depressiven Krankheit konzentrieren.
Ich weiss, dass dir das sicher schwerfallen wird, aber nicht nur in deinem, auch in seinem Interesse ist es besser, wenn du innerlich etwas Abstand gewinnst – und dich auch von Wuenschen nach einer Liebesbeziehung trennst, die nach allem, was du berichtest hast, sicherlich nicht (oder zumindest auf lange Sicht nicht) moeglich ist.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

14.12.2009 20:00 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

14.12.2009 20:00 Zitieren Zitieren

Erstmal danke für die sehr ausführliche antwort...Lächeln

Nun noch zu einigen offenen Fragen...bezüglich ihrer und meiner seite...

Von seiner vorgeschichte hat er mir schon öfter mal etwas erzählt...nie genau alles,aber einiges doch schon...

In seiner Jugendzeit hat er viele Ausbildungen und Lehrgänge angefangen,aber nie wirklich etwas zuende gebracht.
Oft spielten Geldprobleme,probleme in der familie eine rolle... vor allem aber, hat er sich sehr viel durchs kiffen verbaut.
Hatte ein paar Jahr total tief,weil er sich sozusagen den letzten vertand weggekifft hat...
War iwie so ein teufelskreis aus dem er erstmal nicht rauskam...
als letztes hatte er eine erzieherausbildung abgebrochen,wofür sicher die kifferphase mit ein grund war...
viel genaueres weiß ich aber auch nicht aus der zeit,mag er nicht so drüber reden,sagt das ist vergangenheit und will er hinter sihc lassen....

er sagt halt im moment auch selbst,dass ihn das alles wieder stark an die vergangenheit erinnert...die ganzen verpassten chancen,die er sich selbst iwie verbaut hat,das ganze familentheater,das ewige scheitern...das ihn das im moment wieder echt mitnimmt,und er es zb morgens einfach nicht hinbekommt aufzustehen und normalen tag wieder zu leben.. :-(

er sagt er will da unbedingt wieder rauskommen,schaffts nur iwie nicht!

sie sagten in ihrer antwort,das langjährigere freunde sicherlich mehr halt und rückrad bieten können,als die "neue liebe"...
aber iwie finde ich sind wir schon sehr sehr vertraut miteinander,seit gut 1,5 jahren...
ist ja nicht so,das wir uns erst seit kurzem kennen...(vllt kam es nicht so deutlich rüber Stirnrunzeln )
Für mich ist halt das problem das ich in 2 verschiedenen rollen gefangen bin,die sich iwie nicht miteinander vereinbaren lassen Stirnrunzeln
auf der einen seite will ich einfahc nur die freundin sein die für ihn da ist,aber da ich mir ja ganz unterbewusst auch evtl mehr erhoffe,weiß ich nicht wie das klappen soll..

Ich habe mir schon oft gedacht,einfach mal ihm ein wenig freiraum bieten,aber irgendwie...kann es echt nicht aushalten wenn ich mal zwei tage oder so gar nich sehe,dreh ich iwie durch...da spielt mein ganzer tag in einer gedankenwelt...und die realität bleibt auf der strecke...

Das zwischen uns bisher nicht viel mehr als küssen usw gelaufen ist,liegt sicherlich eher an meiner seite,...bin in "solchen dingen" eher der schüchterene typ,und muss mir iwie immer erst sicher sein,bevor ich den nächsten schritt mache...wobei er auf jeden fall auch iwie schüchtern ist...

Aber ich denke auf jeden fall spielt auch die ganze belastung im moment iwie mit eine rolle...


Aber ich kann mir nicht erklären wie ich gegen meinen willen abstand gewinnen kann?
klar,durch ihren beitrag kann ich es klar nachvollziehen das es besser wäre den abstand zu halten..für beide sicherlich...
aber ich kann es nicht haben,wenn ich ihm nicht helfe...
will iwas für ihn tun können,damit es ihm besser geht Stirnrunzeln

liebe grüße,und danke nochmal...
sandra

18.12.2009 21:52 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

18.12.2009 21:52 Zitieren Zitieren

Liebe Sandra,
Nach deiner Beschreibung hatte ich zuerst angenommen, dass dein Freund an einer neuerlichen Phase einer schweren Depression leidet und deswegen moeglicherweise Psychopharmaka einnehmen muss.
Deine neuen Informationen ergeben aber leider ein mindestens ebenso duesteres Bild!
Dein Freund hat eine Vorgeschichte, die zeigt, dass er nicht in der Lage ist, irgendeine Art von Leistungsanforderung durchzuhalten, die eine gewisse Ausdauer und Hingabe verlangt. Wenn es ihm aus irgendwelchen Gruenden zu schwierig wird, schmeisst er das Handtuch und fluechtet sich in die Sucht. Daher hat er so viele Ausbildungen und Lehrgaenge angefangen, aber alle vorzeitig wieder abgebrochen, genauso, wie er jetzt offenbar im Begriff ist, sich aus eurer Schule ohne Abschluss zu verabschieden.
Egal, ob nun sein vieles Kiffen zu seinem Leistungsversagen gefuehrt hat, oder ob er kifft, weil er sich wegen seiner dauernden Misserfolge als Versager fuehlt – dies ist ein Teufelskreis ohne Ende. Der Griff nach dem Joint bei jeglicher Frustration und der Rueckzug in die Sucht, um sich vor unangenehmen Gefuehle zu schuetzen, loest ja letztendlich neuerlichen Frust und Versagensgefuehle aus, die dann wieder mit noch mehr Haschisch bekaempft werden.
Dein Freund muesste sich dringend einer qualifizierten psychotherapeutischen Behandlung unterziehen, damit er bessere Strategien im Umgang mit unangenehmen Gefuehlen, wie Aerger und Enttaeuschung, erlernen, und ein besseres Selbstwertgefuehl entwickeln kann. Auch wenn du ihn noch so sehr liebst und ihm helfen moechtest – du bist keine Therapeutin, und wuerdest nur Gefahr laufen, entweder bitterlich verletzt und in seinen Teufelskreis aus Selbsthass, Selbstvorwuerfen,
Depressionen, Sucht und Versagen hineingezogen zu werden.
Selbst, wenn dein Klassenkamerad sich auf eine naehere Beziehung zu dir einlassen wuerde – glaubst du wirklich, dass er eine Partnerschaft mit ihren Hoehen und Tiefen durchhalten koennte? Er hat doch bisher nichts auf laengere Sicht bis zu Ende durchgehalten! Haeltst du es wirklich fuer realistisch, dass er den gefuehlsmaessigen Anforderungen einer Liebesbeziehung gewachsen ist? Wie wuerdest du dich fuehlen, wenn er bei der geringsten Missstimmung zum Joint greift oder abhaut – und dich mit deinen Gefuehlen sitzenlaesst?
Leider ist die Vorstellung, das Liebe und Freundschaft jemanden heilen kann, der an einer schweren seelischen Stoerung und dazu noch an einer Sucht leidet, ist leider vollkommen unrealistisch. Dein Freund muss selber die Motivation haben, an sich zu arbeiten, anstatt vor allem Unangenehmen davonzulaufen.
Er muss nicht nur bereit sein, wirklich clean zu werden, sondern auch damit aufhoeren, seine Herkunft, seine Kindheit oder andere aeussere Umstaende fuer seinen jetzigen Zustand verantwortlich machen. Natuerlich ist er sicher nicht ohne Grund zu dem geworden, was er heute ist - aber er ist jetzt erwachsen, fuer sich selbst verantwortlich und muss die Loesung bei sich selber suchen.
Du solltest ihn ruhig ermutigen, sich in therapeutische Behandlung zu begeben, darfst dich aber nicht wundern, wenn er 1000 wichtige Gruende findet, es „irgendwann mal, aber nicht jetzt“ zu tun.
LG, Dr. Karin Anderson

 
 

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