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20.02.2010 01:32 Zitieren Zitieren

-Merle-
Gast

20.02.2010 01:32 Zitieren Zitieren

Essstörung...

Hallo ihr Lieben,
guten Abend liebe Experten,

ich hoffe, es ist okay, dass ich mein Problem hier schreibe... es passt nicht richtg zu den anderen, hat nichts mit Sexualität oder dem anderen Geschlecht oder ähnlichem zu tun. Aber es ist gerade jetzt, in diesem Moment so akut und ich weiß nicht, was ich tun kann. Und ich weiß auch nicht WAS genau das sein könnte. Ich wäre so dankbar, wenn mir hier jemand weiterhelfen könnte, also will ich es versuchen. Ich weiß einfach nicht, wohin ich sonst damit gehen kann...

Ein kleines bisschen ausholen muss ich leider: Ich bin essgestört, laut Psychologen angeblich schon sehr lange, aber wirklich gefährlich wurde es vor ca. einem Jahr. Ich habe kaum mehr gegessen und (absichtlich) sehr schnell sehr stark abgenommen, obwohl ich nicht einemal ansatzweise übergewichtig war. Auch Sport habe ich extrem betrieben.
Die folgende Zeit war unglaublich hart. ich bin auch in Therapie, aber sie hilft mir so gar nicht... trotzdem habe ich mich nun wieder an einen Punkt gekämpft, der wohl halbwegs in Ordnung ist, vom Gewicht her. Jedenfalls scheint das nach Außen so. Allerdings gab es auf dem Weg einige Rückschläge...
Das Essen macht mich fertig. Ich fühle mich so unglaublich schlecht danach, dass es mich depressiv macht, schlimmer als es war, als ich noch extrem untergewichtig war. Aber ich kann auch nicht mehr einfach aufhören - zum Einen, weil ich meiner Familie hier nicht mehr so weh tun möchte, zum anderen aber auch, weil mien Körper mich nicht mehr lässt. Er reagiert im Gegenteil sogar mit vermehrtem Appetit und auch ständigem Magenknurren im Wechsel mit unerträglichem Völlegefühl nach dem Essen (ich habe das mal beobachtet, es setzt schon beim Zubereiten des Essens ein, daher denke ich, dass es auch viel mit Angst zu tun hat). So erlebte ich irgendwann meinen ersten Essanfall mit anschließendem Erbrechen. Und leider habe ich es dann eine ganze Weile so gehandhabt, bis ich auch das nciht mehr ertragen konnte. Jetzt unterlasse ich das konsequent, auch wenn es sehr viel Kraft kostet. Ich fühle mich unförmig und minderwertig, denn zu viel Essen tue ich immer noch, wenn auch nicht "so". ich esse sehr gesunde Dinge, aber ich könnte sie eben ständig essen und hasse mich dafür. Und am schlimmsten ist es jetzt, nachts um diese Zeit. Zu der Essstörung hab eich nämlich seit zwei jahren starke Schlafstörungen begleitet von Panikattacken. Und nun sieht es so aus, das ich abends ins Bett gehe, sehr müde, und dann, kurz bevor ich einschlafen sollte, durchzuckt irgendetwas meinen ganzen Körper und mein Herz hämmert gegen meine Brust. Von dem Punkt an hat schlafen keinen Sinn mehr, das passiert dann in immer kürzeren Abständen immer wieder. Ich habe das schon länger und dachte zuerst, es sei eine Reaktion meines Körpers auf den Mangelzustand - aus dem Grund habe ich auch das Erbrechen endlich gelassen - doch jetzt sollte sich das normalisieren, ich esse zwar nicht so wie ich wollen würde, aber einen Mangel sollte mein Körper an nichts mehr empfinden und das schon länger.
Aus Angst vor so schlimmen Nächten wie damals reagiere ich aber fast vollautomatisch sehr destruktiv: und esse wieder. Meist Obst oder sowas, damit der Drang zum Erbrechen nicht allzu groß wird.
Irgendwann kann ich dann schlafen und wache am nächsten Morgen auf und fühle mich gleich schon schlecht. Unglücklich, minderwertig, ekelhaft, unförmig...
Ich frage mich, was das bloß soll? Vor allem dieses schmerzhafte Zucken nachts macht mir Angst, ganz abgesehen von dem unnatürlichen Essverhalten. Ich weiß nciht, wie ich damit umgehen soll und verstehe es auch einfach nicht. und habe nun Angst, dass es wieder in ein destruktives Verhalten abrutscht. gerade denke ich auch darüber nach, aber ich habe Angst, dass es nie besser wird, wenn ich mich jetzt wieder in den Teufelskreis und ins Bad begebe...Stirnrunzeln

Falls irgendjemand hier etwas mehr damit anfangen kann, wäre ich unglaublich dankbar! Wenn nicht danke ich euch und Ihnen dennoch für's Lesen und "Zuhören"!

Ganz liebe Grüße,

Merle (21)

11.03.2010 21:31 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

11.03.2010 21:31 Zitieren Zitieren

Liebe Merle,
Ich finde es grossartig, dass du es bereits geschafft hast, das lebensgefaehrliche Hungern abzustellen. Es ist aber kein Wunder, dass du immer noch mit vielen Symptomen deiner Essstoerung zu kaempfen hast, denn es handelt sich dabei ja, wie du leidvoll erfahren musstest, nicht einfach nur um ein “schlechtes” Essverhalten, sondern um eine schwere psychische Stoerung, bei der sich hinter dem problematischen Umgang mit dem Essen massive Aengste und ein sehr verzerrtes Selbstbild verbergen. Du sagst, dass du dich in psychotherapeutischer Behandlung befindest, dass sie dir aber nicht ausreichend hilft. Ich kann natuerlich nichts ueber die Qualitaet deiner Behandlung sagen, aber ich weiss, dass bei so gravierenden Symptomen die Heilung viel Zeit und Geduld beansprucht, und jeder Schritt erkaempft werden muss.
Als Psychotherapeutin weiss ich auch aus meiner Arbeit mit essgestoerten Patienten, dass es oft bereits einen Therapiefortschritt bedeutet, wenn die zugrundeliegenden Aengste und neurotischen Anteile, die vorher hinter der Anorexie oder Bulimie nicht sichbar wurden, ans Tageslicht kommen, und dadurch erst einer Behandlung zugaenglich werden.
In so einer Therapiephase koennen sich Symptome voruebergehend leider auch verschlimmern, denn der kranke Anteil in dir kaempft ja gegen jede drohende Veraenderung an, die ihm viel mehr Angst macht, als das Gewohnte und Vertraute der Essproblematik.
Du kannst dich nur immer wieder an deinen gesunden, erwachsenen Anteil halten, wie du es ja auch tust, wenn du dir vor Augen fuehrst, dass du deine Familie nicht enttaeuschen willst, oder dass du deinem Koerper keinen weiteren Schaden zufuegen moechtest.
Ich weiss, dass diese Auseinandersetzung zwischen dem angstvollen, kranken kleinen Kind in dir und der gesunden Erwachsenen sehr hart und schmerzhaft ist. Aber du musst Geduld mit dir haben und an deinen gesunden Anteil glauben, er ist vorhanden und wird dir helfen, auch wenn es sich oft nicht so anfuehlt! Gib dir und deinem Therapeuten diese Chance.
Glaub mir, ein Jahr Behandlung fuer eine solch schwerwiegende Erkrankung ist noch nicht sehr lang, und auch wenn die neuen Symptome dich erschrecken und dich quaelen - sie bedeuten nicht, dass deine Therapie nichts bringt, sondern sind eher ein Hinweis darauf, dass sich etwas tut und Veraenderungen im Gange sind.
Bitte, sprich mit deinem Psychologen ueber deine Bedenken und Aengste, sie sind normal und zu erwarten bei jeder einer tiefgreifenden therapeutischen Arbeit.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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