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30.03.2010 23:07 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

30.03.2010 23:07 Zitieren Zitieren

Bin ich alkoholabhängig ?

Liebe Frau Dr. Anderson ! Ich trinke fast jeden Abend nach Feierabend, zwischen 4 bis 8 Flaschen Bier. Es ist zwar was gemischtes, aber pro Flasche 0,33 l Flasche sind es 4,8% Alc. Momentan habe ich das Gefühl, das ich das jeden Abend brauche, weil ich seit einiger Zeit sehr unter Strom stehe. Sobald ich dann was getrunken habe und ich gut einen auf habe, merke ich, wie ruhig ich wirklich innerlich werde und wie gut ich dann schlfen kann. Hinzu kommt auch, dass es mir immer sehr gut schmeckt. Sobald ich auch Alkohol getrunken habe, merke ich auch, dass ich immer, wenn ich gut einen auf habe, also gut gebechert habe, dass ich immer sehr gut drauf bin, von der Stimmung meine ich. Ich habe dann viel mehr Spaß, kann dann auch wirklich mal lachen, weil ich den ganzen anderen Scheiß (Problemen/Sorgen) dann einfach vergesse und ich einfach nur mal meinen Spaß haben möchte. Ich habe schon gemerkt, dass ich das nur mit Alkohol machen kann. Auch jetzt trinke ich wieder sehr viel Alkohol an diesem Abend. Bevor ich jetzt am Computer ging, habe ich jede Menge leere Flaschen, nur von heute Abend auf meinem Schreibtisch stehen sehen, aber ich weiß eerhlich gesagt gar nicht, wie viele dort stehen. Denn ehrlich gesagt, bin ich auch gar nicht mehr dazu in der Lage, zu zählen, wie viele Flaschen Alkohol ich dort stehen habe. Ich bin auch jetzt schon wieder total dicht. Ich weiß nur noch eines. Und zwar, brauche ich gleich mwein Bett. Denn ich muss morgenfrüh um 04.45 Uhr wieder aufstehen, weil ich diese Woche Abeschlussprüfungsseminar habe und ich dort pünktlich dort sein muss. Das Seminar ist sehr wichtrig für mich. Meine Frage ist jetzt nun, ob es sein kann, dass ich alkojholabhängig bin ? Bitte Antwort ! Es ist sehr, sehr wichtig für mich ! Danke schon mal im Vorraus ! LG ! Flocke

31.03.2010 17:46 Zitieren Zitieren

Tina
Gast

31.03.2010 17:46 Zitieren Zitieren

Um es kurz zu machen:

Das klingt nach absoluter Alkoholabhängikeit. Versuch jetzt die Kurve zu bekommen, sonst wird es SEHR SEHR SEHR schwer!!!

Wenn du also was in deinem Leben erreichen willst, dann hör damit auf und begebe dich eventuell sogar in Hilfe!

12.04.2010 00:52 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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12.04.2010 00:52 Zitieren Zitieren

Liebe Flocke,
Was du da mit deinem Koerper machst, klingt wirklich sehr bedrohlich! Bei einem solchen regelmaessigen Alkoholkonsum bist du ganz sicher in grosser Gefahr, alkoholabhaengig zu werden - und deine koerperliche und seelische Gesundheit zu ruinieren!
Zwar ist ein bisschen Alkohol ab und an nicht bedenklich, regelmaessiges Trinken, und dann auch noch in solchen Mengen, aber sehr. Frauen vertragen sowieso weniger Alkohol als Maenner, in ihrem Koerper wird, dank ihrer Fettpolster, Alkohol weniger stark verduennt und wirkt daher schon in geringeren Mengen.
Anders als Maenner, die eher Geselligkeitstrinker sind, neigen Frauen eher dazu, allein im stillen Kaemmerlein ihre Probleme “wegtrinken” zu wollen, besonders dann, wenn sie sich selbst gegenueber sehr kritisch sind und sehr hohe Ansprueche an sich haben (erkennst du dich wieder?)
Gefaehrlich ist dein Alkoholkonsum gerade deswegen, weil du glaubst, den Alkohol zu brauchen, um dich damit “herunterzudrehen” und besser schlafen zu koennen - wie ein Beruhigungsmittel. Dein Eindruck, dass du danach besser schlafen kannst, truegt aber, denn der Alkoholschlaf ist kein normaler, erholsamer Schlaf, sondern Alkohol stoert sogar den natuerlichen Schlafrhythmus, er knockt dich lediglich chemisch out.

Ich zaehle dir mal auf, welche akuten Wirkungen der Alkohol auf deinen Koerper und deine Psyche hat:

Wenn du 1 Glas Wein oder Bier, oder ein kleines Glaeschen Schnaps trinkst, sind die Auswirkungen des Alkohols noch relativ gering, deine Blutgefässe unter der Haut weiten sich und erzeugen ein Wärmegefühl. Deine Geschmacks-, Geruchs- und Sehfähigkeit werden leicht vermindert, du bist etwas weniger schmerzempfindlich. Dein Blutalkoholgehalt steigt bis zu 0.5

Promille. Deine Fahrtuechtigkeit ist bereits beeintraechtigt und dir kann der Fuehrerschein entzogen werden.

Wenn du 1 - 5 Gläser Bier trinkst, faengst du an, dich selbst zu überschätzen und deine Hemmungen fallen weg. Deine Reaktionsfähigkeit, dein Urteilsfähigkeit und dein Gedächtnis werden beeintraechtigt. Ebenso leidet deine Seh- und Koordinationsfaehigkeit. Dein Blutalkoholspiegel steigt bis zu 1.5 Promille.

Wenn du 5 - 9 Gläser Alkohol trinkst, werden all diese Effekte weiter verstaerkt. Du neigst zu Stimmungsschwankungen und deine Selbstkrititk ist aufgehoben. Dein Gesicht wird rot und schwillt an, deine Pupillen weiten sich. Dir wird moeglicherweise uebel oder du erbrichst dich. Dein Blutalkoholgehalt liegt zwischen 1.5 und 3 Promille.

Wenn du 9 - 13 Gläser Alkohol trinkst, tritt eine starke Enthemmung ein. Alle deine Sinne sind benebelt, du reagierst kaum noch auf das, was du hoerst und siehst. Angstzustaende, Depressionen und paranoid-psychotische Symptome sind moeglich. Dein Blutalkoholspiegel liegt zwischen 3 und 4 Promille.

Bei mehr als 4 Promille ist die Gefahr der Bewusstlosigkeit sehr hoch, es besteht das Risiko, dass du in ein Koma verfaellst, dein Herz oder deine Atmung aussetzt.

Was die chronischen Folgen des Alkoholtrinkens angeht, so fuehrt das regelmaessige Trinken nicht nur zur koerperlichen und seelischen Abhaengigkeit, sondern schaedigt auch Leber, Gehirn, Nervensystem, Herz, Kreislauf, Magen, Darm, Immunsystem, Atemwege und Knochen. Bei Frauen kommt es dazu zum Ausbleiben der Regel und einer Verkleinerung der Brueste.
Alkohol kann in vielen Organen Krebs ausloesen, Ursache toedlicher innerer Blutungen sein, oder Demenz verursachen (“verbluten oder verbloeden&rdquoblinzeln.

Kerstin, bitte nimm diese Warnungen nicht auf die leichte Schulter! Ein Glas Alkohol als gelegentliches Genussmittel schadet nicht, aber die Mengen, die du trinkst, sind das reine Gift!
Wenn es dir nicht gelingt, aus eigener Kraft damit aufzuhoeren, solltest du unbedingt so bald wie moeglich zum Arzt gehen, um dir dabei helfen zu lassen.
Mit besorgten Gruessen, Dr. Karin Anderson

15.04.2010 00:36 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

15.04.2010 00:36 Zitieren Zitieren

Liebe Frau Dr. Anderson ! Danke für Ihren Beitrag !Ja, leider erkenne ich mich da wieder. Inzwischen habe ich mein Alkoholkonsum von selbst aus reduziert, weil ich ja wohl weiß, wie sehr, Alkohol schädlich ist. Denn wir haben das Thema schon in der Schule sehr ausführlich behandelt und haben darüber eine Lektüre gelesen. Die Lektüre heißt:"Hau ab, Du Flasche" ! Kennen Sie das ? Das Buch ist sehr spannend und interessant. Sie haben ja auch mit allem Recht, was Sie mir hier erklärt haben. Da ist ja wohl was wahres dran. Wie gesagt, ich habe ja schon von mir selbst aus den Konsum reduziert. Ich trinke auch nicht mehr fast jeden Abend. Jetzt trinke ich nur noch so ungefähr 2 mal wöchentlich ca. 2 Flaschen am Abend, das heißt , ca. 4 Flaschen in der Woche. Aber wie gesagt, ich trinke dann immer, wenn ich dann, wenn ich besonders schlecht drauf bin, wenn es mir so schlecht geht, dass ich nur noch weinen könnte. Wenn ich dann die 2 Tage mies drauf bin und ich dann 2 Flaschen trinke, sitze ich in meinem Zimmer. Also niemand aus meiner Familie weiß irgendetwas davon, dass ich 2 mal in der Woche jeweils 2 Flaschen Bier trinke. Denn ich mache es heimlich ! Denn keiner soll es merken, das es mir nicht so gut geht. Ich mache so etwas mit mir selbst aus. Das habe ich immer schon gemacht. Denn ich war von kleines Kind auf an immer schon ein Mobbing-Opfer. Im Kindergarten war ich immer schon eine Außenseiterin und musste mir Komentare anhören, die unterste Schublade waren. In der Grundschule ging es dann genauso weiter, alle Jahre. Dann, als ich dann auf die Hauptschule kam, ging es dort auch so. Ich habe nie etwas gesagt, selbst meine Eltern nicht, weil ich riesengroße Angst hatte und weil ich mich sehr geschämt habe. Stattdessen habe ich mich immer mehr von alle distanziert, selbst von meiner Familie. Ich war schon so weit, dass ich nicht mehr leben wollte. Ich bekam dann die Selbstmordgedanken, ich hatte es auch ehrlichgesagt versucht. Aber ich war einfach zu feige dafür. Ich konnte mich nicht selbst umbringen. Mein Klassenlehrer hatte mir wohl was angemerkt und sprach mich an, was mit mir los sei. Da habe ich gesagt, dass nichts wäre. Er kam nicht an mich heran, obwohl er alles versucht hatte. Als das Schuljahr zu Ende ging und das neue Schuljahr begann, also ich kam dann in die 6. Klasse und ich hatte den gleichen Klassenlehrer. auch in diesem Schuljahr ging der Mobbing weiter. Die haben mir dann auch noch sämtliche Gegenstände zu mir geworfen und die Gegenstände haben mich auch immer getroffen, sogar einmal an den Kopf. Aber war nichts weiter passiert, außer das ich Kopfschmerzen davon bekam, die etwas heftig waren. Mir war auch nicht schlecht oder so. Also keine Gehirnerschütterung. Ich fing an zu weinen, weil ich einfach nicht mehr konnte, da musste ich mir noch mehr Komentare, Beleidigungen anhören. Dann kam unser Lehrer herein. Er hat gesehen, dass ich geweint habe. Nach dem Unterricht bat er mich zu ihm zu kommen. Ich hin. Da fragte er mich, was los sei. Da ich nicht mehr konnte, weil ich schon sehr am Ende war, fing ich wieder an zu weinen und habe ihm alles von Anfang an erzählt. Er verstand nicht, warum ich 6 lange Jahre geschwiegen habe. da sagte ich ihm, das ich richtig Angst hatte und mich geschämt habe. Da sagte er mir dass ich eine Woche Urlaub machen sollte und er dann in Ruhe mit meinen Klassenkameraden sprechen möchte. Zuerst wollte ich das nicht, aber dann habe ich eingesehen, dass es doch besser ist. Ich war dann eine Woche zuhause, um mich ein wenig zu erholen. Nachmittags einmal kam eine Klassenkamerdein zu mir nach hause, um mir einen Brief zu überreichen, der an mich gerichtet war. Sie hat gesagt, dass ich ihn lesen soll. Dann ist sie gefahren und ich öffnete den Brief und las ihn. Es war eine Entschuldigung im Namen der ganzen Klasse. In diesem Moment habe ich vor lauter Freude geweint. Als ich dann nach der Woche wieder zur Schule ging, hatte ich trotzdem Angst. Sie waren nett zu mir, haben sich mit mir unterhalten. Das ganze ging dann so ca. einen Monat gut, dann fing das ganze Spektakel wieder von vorne an. Ich hatte die Schnauze echt voll. Ich hatte echt keine Lust mehr auf Schule, hatte dann auch zwischendurch, als es mir psychisch richtig mies ging, so wie die ganzen Jahre vorher auch, habe ich desöfteren die Schule geschwänzt ! Ehrlichgesagt, hatte ich da auch immer dabei ein schlechtes Gewissen, aber es ging nicht anders, ich musste es einfach tun. An den Tagen, wo ich geschwänzt habe, bin ich zu meinem Geheimversteck gefahren, um nachzudenken, um Ruhe zu finden. Dort habe ich auch versucht, mich selbst umzubringen, aber ich habe es einfach nicht geschafft. Ich war einfach zu feige dazu. Ich war immer nur alleine für mich. Denn ich hatte keine einzigste Freundin und von meinen Eltern und Geschwistern hatte ich auch nicht viel zu erwarten. Also sah ich keinen Sinn mehr in dem Leben. da es mir so schlecht ging psychisch gesehen, sollte ich von meinem Lehrer aus mit einer Psychologin sprechen. Ich habe ihm gefragt, was das bringen sollte. Da sagte er, dass es mir sehr gut tun würde, mal alles von der Seele zu reden. Bei diesen Gedanken kam ich mir blöd vor, denn da habe ich gedacht, dass ich nicht ein an der Klatsche hätte und ich den Mist nicht brauche. Aber dann habe ich mich doch entschlossen das zu machen und habe mit einer Psychologin zu sprechen. Ich muss echt sagen, dass es mir sehr gut getan hat, auch wenn es sehr anstrengend war, aber das Gespräch hat gut getan. Ich habe diese Entscheidung nicht bereut. Auch jetzt habe ich noch nicht viele Freunde. Aber nun habe ich 5 Freunde, womit ich gut klar komme. darüber bin ich froh. Aber selbst meinen Freunden erzähle ich nicht alles, kann ich auch nicht. Seit einiger Zeit, geht bei mir wieder alles nur schief, auch bei der Arbeit. Zur Zeit gelingt mir gar nichts mehr. Nicht einmal die einfachsten Sachen. Ich bin sehr deprimiert darüber. Meine Ausbilderin meckerte die letzten Tage schon mit mir herum, weil ich fast nur noch alles falsch mache. Ich bin sehr abgelenkt. Ich kann ja auch verstehen, dass sie jetzt mit mir meckert. Denn sie gibt sich viel Mühe, mir was beizubringen und ich blöde Tuse mache alles nur falsch. Mittlerweile glaube ich schon selber, dass ich nichts mehr im Leben zu Stande bekomme und das ich meine Abschlussprüfung nicht schaffe. Ich bin eine echte Versagerin ! Nachts wenn ich schlafe, wache ich manchmal mit einer Angstattacke auf, weil ich denke, dass ich Stimmen gehört habe. Ich bilde mir das immer nur ein. Denn in Echt sind da keine Stimmen. Echt ätzend das ganze. Jetzt habe ich den Konsum etwas reduziert und trinke dafür jetzt etwas mehr Kaffee. Seit dem es mir auch psychisch jetzt schon wieder so schlecht geht, esse ich auch wieder viel mehr. Ich bin nur noch am Essen, fast pausenlos. Unter anderem, sehr viel Fettmacher, wie zum Beispiel Chips, Schokolade, Weingummis, etc., 2 mal pro Woche jeweils 2 Flaschen Bier. Alles nur sehr ungesund. Ich habe eine vollkommende falsche Ernährungsweise. Ich habe wirklich schon alles versucht, damit aufzuhören, mit dem Essen, bzw. weniger zu essen. Aber leider ohne Erfolg. Ich habe auch laut BMI Übergewicht. Aber ich esse immer mehr und mehr, obwohl ich das nicht möchte. Ich passe schon fast gar nicht mehr in meiner Jeanshose, die ich mir kurz vor Weihnachten gegönnt habe, also gekauft habe. Ich habe gemerkt, dass ich doch abnehmen muss, habe ich auch schon versucht, aber es geht nicht. Gestern bei der Arbeit, wollte ich unsere Fleischmaschine reinigen und habe mir dabei im Zeigefinger geschnitten, weil ich mit meinen Gedanken woanders war und ich nicht aufgepasst habe. Ich bin beim Reinigen an dem Schneidewerk mit dem Finger hängen geblieben, sodass ich vor lauter Blut fast nicht mehr den Finger erkennen konnte. Ich wollte mir Pflaster holen und auf dem Weg dorthin tropfte es sehr stark, das der ganze Weg makiert war von meinem Blut und die Arbeitsfläche war auch Blut drauf. Als ich Pflaster drauf hatte, hatte ich mir dann noch Handschue angezogen und habe dann mein ganzes Blut wegewischt und habe die Arbeitsfläche noch desinfiziert. den Boden habe ich dann auch noch gewischt.Danach, war von dem Pflaster nichts mehr zu erkennen, weil es so durchgepappt war vor lauter Blut, somit musste ich es schon wieder wechseln. Heute hat es nicht mehr geblutet und konnte mir die Wunde anschauen. Ich konnte das Fleisch sehen, also war der Schnitt auch tief genug. Nun hat sich die Wunde auch noch entzündet und habe mir eine Entzündungssalbe draufgemacht und habe den Finger nochmal neu verarztet. Aber zum Arzt bin ich damit nicht hingegangen. Und das alles nur, weil ich so blöd war und nicht aufgepasst habe. Nur weil ich in letzter Zeit mit meinem Gedanken Woanders bin. Bei der Arbeit bin ich auch sehr deprimiert. Mittlerweile bin ich schonwieder so weit, dass ich zu gar nichts mehr lust habe und ich schonwieder sehr oft an den Tod denke. Ich war auch schon wieder kurz davor es zu tun. Aber, da habe ich an meine liebe süße Nichte gedacht, die jetzt 8 Monate alt ist und das hat mich dann doch abgehalten, das zu tun. Denn die ist momentan die einzigste in meiner Familie, die mich ein wenig aufmuntern kann. Also mit anderen Worten, hält sie mich davon ab, etwas dummes zu tun. Wenn ich meine Nichte nicht hätte, wüsste ich nicht, wie ich weiter machen sollte. Meine beiden Hunde und mein Kater muntern mich auch noch auf. Die merken mir genau an, wenn es mir nicht gut geht. Denn dann lassen die mich nicht aus den Augen und sind die ganze Zeit bei mir. Das finde ich ich sehr schön. Aber wahnsinn, dass die Tiere dafür ein Gespür haben. Das hätte ich ja nie gedacht. So jetzt muss ich leider off gehen, da ich schon um 04.45 Uhr aufstehen muss und ich jetzt sehr müde bin und ich starke Kopfschmerzen habe. Danke für alles ! LG ! Flocke (Kerstin)

06.05.2010 21:32 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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06.05.2010 21:32 Zitieren Zitieren

Liebe Kerstin,
Du hast es wirklich nicht leicht gehabt und es ist daher kein Wunder, dass du kein besseres Selbstwertgefuehl entwickeln konntest!
Leider ist es oft so, dass Opfer von Misshandlungen - Mobbing ist auch eine Art der Misshandlung - niemanden von ihrem Leid erzaehlen, weil sie sich schaemen und meinen, sie seien irgendwie selbst schuld daran. Dann gehen die Gemeinheiten natuerlich immer so weiter, denn nichts passiert, sie zu unterbinden.
Hier in Maine hat gerade ein junges Maedchen Selbstmord begangen, weil ihre Mitschueler sie mit SMS und Facebookeintraegen staendig gequaelt haben - darum sollen jetzt die Gesetze gegen Mobbing unter Schuelern verschaerft werden.
Es ist gut, dass du dich schliesslich doch noch deinem Klassenlehrer anvertraut hast. Er konnte dich danach viel besser verstehen, und er hat ja auch versucht, dir zu helfen, selbst wenn die Einsicht deiner damaligen Klassenkameraden leider nicht besonders lang vorgehalten hat.
Wie du aber siehst, auch aus deinen Gespraechen mit der Psychologin, ist es wirklich wichtig, mit anderen ueber Probleme zu sprechen, und nicht alles nur herunterzuschlucken und sich davon innerlich auffressen zu lassen.
Dein mangelndes Selbstwertgefuehl ist es natuerlich auch, was dir jetzt wieder dein Leben so schwer macht, du bist offenbar selbst dein unerbittlichster Kritiker, haeltst dich fuer eine Versagerin, und eine “bloede Tuse, die alles falsch macht”.
Weil du so ueberstreng mit dir selber bist, und staendig darauf wartest, Fehler zu machen, bist du natuerlich auch entsprechend angespannt und unsicher, und dann unterlaufen dir auch eher Missgeschicke. Die bestaetigen dich dann leider wieder in deinem Gefuehl, eben wirklich nichts Rechtes zustande bringen zu koennen!
Ein Beispiel dafuer ist die Verletzung an deinem Finger, du hast dir nicht nur wehgetan, sondern du kreidest dir diesen Unfall auch noch als ganz besondere Dummheit an. Und dann bestrafst du dich auch noch selbst dafuer und gehst nicht zum Arzt, weil du glaubst, dass er sicher genauso schlecht von dir denkt, wie du es selbst tust.
Ein solcher Unfall kann jedem passieren, auch der Erfahrenste ist manchmal abgelenkt - und das bedeutet ueberhaupt nicht, das man deswegen dumm oder besonders nachlaessig ist.
Ein solcher Unfall kann jedem passieren, auch der Erfahrenste ist manchmal abgelenkt - und das bedeutet ueberhaupt nicht, das man deswegen dumm oder besonders nachlaessig ist.
Fuer deine Zukunft und gerade auch fuer dein anstehendes Examen ist es ungeheuer wichtig, dass du damit aufhoerst, dich staendig mit Selbstanklagen und Selbstvorwuerfen zu geisseln. Wenn du dir andauernd selber sagst, wie dumm oder ungeschickt du bist, wirkt das wie eine Selbsthypnose, du wirst dann wirklich immer verunsicherter und ungeschickter!
Wenn solche Gedanken in deinem Kopf auftauchen, solltest du tief Luft holen und sehr energisch “Stop” sagen. “Stop! Ich muss das jetzt nicht denken, denn das hilft mir nicht! Es hilft mir, wenn ich sage: Ja, ich kann das! (denk an Obamas erfolgreiches “Yes, we can&rdquoblinzeln.
Ich bin froh, von dir zu hoeren, dass du angefangen hast, deinen Alkoholkonsum von selber einzuschraenken. Bedenklich finde ich es aber immer noch, dass du den Alkohol als Beruhigungsmittel benutzt, wenn du allein bist, und nicht nur als Genussmittel in Gesellschaft. Und natuerlich sind 4 Flaschen auch immer noch zuviel.
Du hast aber gesehen, dass du es schaffen kannst, schrittweise davon loszukommen. Falls du steckenbleiben solltest, hol dir aerztiche Hilfe (bitte, geniere dich nicht, Aerzte sind dazu da, Kranken zu helfen, und Alkoholismus ist eine Krankheit, nicht eine Charakterschwaeche).
Und bitte, verkriech dich nicht im stillen Kaemmerlein, ohne dass deine Freunde wissen, wie es um dich steht. Es ist toll, dass du inzwischen Freunde hast, lass sie auch Freunde sein und sprich mit ihnen ueber deine Probleme!
Haustiere koennen uns nachgewiesenermassen dabei helfen, depressive Stimmungen zu ueberwinden. Sie zu streicheln, beruhigt und troestet, und deine Hunde und dein Kater lieben und akzeptieren dich so, wie du bist, ihr Leben lang.
Du warst ganz bestimmt nicht “zu feige” dir das Leben zu nehmen - dein gesunder, erwachsener Anteil hat dir geholfen, die Kraft zu finden, weiterzumachen. Du hast diese Staerke, auch wenn du sie noch nicht haeufig genug spueren kannst.
Es ist gut, dass deine Liebe zu deiner kleinen Nichte dir Kraft und den Willen gibt, weiterzuleben, diese Gefuehle sind sehr gesund und positiv. Und vielleicht kann dir das geistige Bild deiner kleinen Nichte auch helfen, deine selbstzerstoererischen, anklagenden Gedanken zu blockieren.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

08.05.2010 15:20 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

08.05.2010 15:20 Zitieren Zitieren

Liebe Frau Dr. Anderson! Sie haben ja mit allem Recht, was sie hier beschrieben haben. Ich habe mir jetzt auch inzwischen Hilfe gesucht. Ich bin seit zwei Wochen freiwillig in einer psychiatrischen Einrichtung stationär (Krankenhaus). Ich habe schon selbst gemerkt, dass es mir sehr gut tut dort, wo ich jetzt bin. Mir wird dort sehr gut geholfen. Meine schriftliche und praktische Prüfung muss jetzt aber verschoben werden, haben die mir schon gesagt. Ist wohl besser so. Am Wochenende, so wie heute, darf ich stundenweise nach Hause. Nach dem Mittagessen darf ich dann gehen und zum Abendessen muss ich dann zurück sein. Bislang bin ich dann auch immer wieder freiwillig zurückgegangen. Ich verstehe mich auch mit allen Patienten auf dieser Station sehr gut. Ich bin mit einer Frau, die zwischen 40 und 50 Jahren ist, zusammen auf einem Zimmer, auch die ist sehr nett zu mir. Sie vertraut mir alles an. Sie hat die ganzen letzten Tage nur geweint und da habe ich sie sehr viel im Arm genommen. Wir haben auch Ausgang, da gehen wir auch gemeinsam spazieren, meine Bettnachbarin und ich. Meine Therapien sind auch alle ganz gut, die ich habe. Meine Therapien sind z.B.: Ergotherapie, Frühsport, Märchenarbeit und Jacobsen. Das alles ist sehr gut für mich. Wir haben auch täglich Gruppenvisiten und einmal in der Woche Oberarztvisite. Gestern kam noch eine Sozialarbeiterin des Krankenhauses auf mich zu, um mit mir zu sprechen. Sie hat mit mir die Prüfungsverschiebung besprochen und noch viele andere Dinge. Die Ärzte wissen auch noch nicht, wann ich entlassen werde. Wahrscheinlich soll ich auch noch irgendwann anschließend noch in einer Rheabilitationseinrichtung, um mich weiterhin zu stabilisieren. Die Sozialarbeiterin hat mir dann verschiedene Möglichkeiten dazu vorgestellt und mir entsprechende Prospekte mit Bildern der Einrichtung mitgegeben. Ich soll mir dass jetzt am Wochenende überlegen und sie wollte dann wieder am kommenden Montag oder Dienstag auf mich zu kommen, um mit mir nochmal darüber zu sprechen. Ich habe mir das alles schon angeschaut und habe mir auch schon Gedanken darüber gemacht. Ich finde, dass ich dass wohl machen sollte, denn sie meinte nämlich auch, dass es besser für mich wäre, damit ich selbstsicherer und stabiler von der Stimmung werde. Ich glaube, ich mache das auch. Ich denke schon, dass mir das gut tun würde. Morgen darf ich auch stundenweise nach Hause, weil ja Muttertag ist. Das ist auch gut. Der Arzt hat mir auch schon gesagt, dass ich eine Belastungserprobung machen sollte, indem ich mal am Wochenende eine Nacht zu Hause schlafen sollte, wenn ich mir das zutrauen würde. Aber da habe ich ihm gesagt, dass ich mir dass noch nicht zutraue und dass ich das von meiner Stimmungslage her noch nicht kann, weil mir das alles dann doch noch zu viel werden würde. Da sagte er, dass es völlig okey sei und dass er mich auch nicht dazu drängen möchte, was ich sehr gut finde. Auch die Schwestern auf der Station sind alle sehr nett. Ich bin froh, dass ich den Dreh bekommen habe, mich helfen zu lassen. Die Medikamente, die ich bekomme, vertrage ich auch sehr gut. Ich weiß allerdings aber nicht, welche ich bekomme. Ich kann mir die ganzen Namen der Medikamente nicht merken. Ich bekomme morgens nach dem Frühstück eine Tablette, dann nach dem Abendessen eine Tablette und zur Nacht, also um 21.30 Uhr eine Tablette, damit ich schlafen kann. Man macht ja den ganzen Tag dort nicht viel, außer die verschiedenen Therapien und trotzdem ist alles sehr anstrengend und man ist nur müde und total groggi und vor allem schläfrig. Manchmal habe ich das Gefühl, das ich weinen muss, aber das kommt bei mir gar nicht raus. Das finde ich sehr merkwürdig. Wie kann das sein ? So, ich muss jetzt leider wieder offline gehen, weil ich gleich wieder zurück muss und ich noch wieder saubere Wäsche zusammenpacken muss, damit ich die mitnehmen kann. Bis demnächst mal ! Danke für alles! LG ! Flocke (Kerstin)

22.06.2010 13:44 Zitieren Zitieren

Flocke
Pointer-User

22.06.2010 13:44 Zitieren Zitieren

Liebe Frau Dr. Anderson! Heute bin ich aus der Klinik entlassen worden. Ich ware jetzt 7 Wochen dort. Heute Abend muss ich noch zu meinem Hausarzt, um mich wieder dort vorzustellen. Ich bin sehr froh darüber, dass ich in die Klinik gegangen bin, um mich helfen zu lassen. Es hat mir gut getan. Morgen muss ich noch zu meiner Ausbilderin hin, weil sie mit mir sprechen wollte. Am Donnerstag habe ich noch einen anderen Termin, mit einer Frau, die für mich als Ansprechpartner dienen soll, damit ich jemanden habe, mit dem ich reden kann, wenn es Ärger zuhause gibt oder andere Probleme. Sie kommt auch zu mir nach Hause, wenn ich mit ihr reden möchte und wenn ich möchte, dass sie zu mir nach Hause kommen soll. Ich finde es sehr gut, dass es so etwas gibt. Ich muss auch noch bald für eine zeitlang stationär in einer Rhea. Aber in der Zwischenzeit, wo ich jetzt noch warten muss, bis ein Platz frei wird, gehe ich wieder arbeiten. Aber ich fange erst langsam wieder an. Meine Ausbilderin sagte schon zu mir, dass ich erst wieder eine Wiedereingliederung machen sollte. Klar, ist ja auch gut. Vielleicht mache ich erst nur einen halben Tag. Mal schauen, wie meine Ausbilderin es sich vorstellt. Meine Therapien, die ich in der Klinik hatte, waren auch sehr gut. Aber ich hatte kaum Gespräche. Das finde ich sehr schade. Immer, wenn ich zum Arzt gegangen bin, um einen Gesprächstermin zu machen, hat er zu mir gesagt, dass er keine Zeit für mich hätte. Das fand ich auch nicht so gut. Meine Zimmergenossin, ist 48 Jahre alt, war auch immer sehr nett zu mir. Wir haben uns schon sehr angefreundet. Sie war für mich, wie eine zweite Mama. Wir haben uns auch schon gegenseitig die Handynummern ausgetauscht. Mit allen anderen Patienten auf der Station kam ich auch sehr gut klar. Wir haben uns alle miteinander sehr gut verstanden. Auch das Pflegepersonal war sehr nett, bis auf ein Pfleger. Der war ein bisschen arrogant. Aber es ist überall so, dass einer dazwischen ist, der aus der Reihe tanzt. Aber das war ja auch nicht weiterhin tragisch. So, jetzt muss ich leider wieder off, weil ich meine zwei Reisetaschen, die ich mit hatte, auspacken muss! Danke ! LG ! Flocke (Kerstin)

16.07.2010 17:14 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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16.07.2010 17:14 Zitieren Zitieren

Liebe Kerstin,
Ich bin sehr froh, dass du die mutige Entscheidung fuer dich getroffen hast, dir in einer Klinik helfen zu lassen und dass du dort offenbar positive Erfahrungen machen konntest.
Natuerlich ist es schade, dass dein Stationsarzt nicht genuegend Zeit fuer Einzelgespraeche hatte. Gerade wenn Alkohol mit eine Rolle spielt, sind aber Gruppenerfahrungen und nonverbale Therapieangebote oft sogar vorzuziehen, Selbsthilfeeinrichtungen wie die Anonymen Alkoholiker und andere nutzen daher gerade die positive Wirkung gegenseitiger Unterstuetzung durch andere Betroffene in ihren Gruppen.
Ich druecke dir den Daumen, dass es jetzt wieder bergauf geht (aber bitte, lass dich nicht entmutigen, wenn du zwischendurch auch mal wieder emotionale Tiefs durchleben musst).
LG, Dr. Karin Anderson

 
 

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