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25.06.2010 10:33 Zitieren Zitieren

Möcht ich nicht sagen
Gast

25.06.2010 10:33 Zitieren Zitieren

Miteinander zu schlafen klappt nicht - Frage an Frau Dr. Anderson

Hallo Frau Dr. Anderson,

also ich bin keine Jugendliche mehr, sondern schon über 20. Ich hoffe es ist okay das ich dennoch hier schreibe.

Es ist so das ich schon seit vielen Jahren einen Freund habe, wir aber sehr lange nicht miteinander geschlafen haben. Ich habe sexuelle Gewalt erlebt und konnte mir das lange nicht wirklich vorstellen.

Mitlerweile wünsch ich mir das schon und wir haben das nun auch ein paar Mal probiert. Leider klappt das so gar nicht und ich fühl mich irgendwie wie eine Versagerin. Ich hab das Gefühl ich will das schon, aber dann tut es einfach super weh. Er hört dann auf und ist auch nicht sauer, aber ich fühl mich blöd deshalb.

Ich bin jetzt fast 25 und wir sind fast 5 Jahre zusammen. Ich möchte gerne dass das klappt, aber ich weiß nicht wie.

Ich bin in psychotherapeutischer Behandlung, schon seit Jahren. Durch die sexuelle Gewalt habe ich auch eine posttraumatische Belastungsstörung, die aber noch nicht richtig behandelt ist weil die Thematik ohnehin recht schwierig für mich ist und ich wohl noch nicht stabil genug.

Vergewaltigt wurde ich nicht, und ich liebe meinen Freund sehr. Er sagt wir haben Zeit und fühlt sich selbst schlecht weil er mir eben nicht weh tun will.

Die Male wo wir das probiert haben habe ich danach auch leicht geblutet. Weiß nicht ob das mein Jungfernhäutchen war oder ob es generell noch vorhanden ist.

Vielleicht haben sie einen Tip für mich. Ich wusste einfach nicht wo ich das Thema lassen konnte, es gibt zwar auch viele Foren für Erwachsene aber ich fand es irgendwie besser Ihnen hier zu schreiben da sie davon irgendwie mehr Ahnung zu haben scheinen.


Grüße

26.06.2010 14:47 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

26.06.2010 14:47 Zitieren Zitieren

Hallo,
Erst einmal Danke fuer das nette Kompliment.
Sexuelle Hingabe ist nicht etwas, das bei Frauen instinktiv oder automatisch ablaeuft, sondern, im Gegenteil, recht stoeranfaellig.
Das beruehmte "1. Mal" ist fuer viele junge Maedchen ohnehin mit mehr oder weniger Aengsten verbunden, und negative Erfahrungen in der Vergangenheit steigern diese Angstbereitschaft natuerlich noch erheblich.
Das empfindlichste sexuelle Organ befindet sich nicht im Genitalbereich - es ist das menschliche Gehirn! Um sich genussvoll der koerperlichen Liebe hingeben zu koennen, muss das Gehirn aengstliche Gedanken und Hemmungen abschalten und lustvollen Empfindungen freie Bahn geben koennen.
Diese Faehigkeit, alle Stoergedanken abzuschalten und sich fallen zu lassen, ist ausserdem noch eine Uebungssache. Je mehr angenehme sexuelle Empfindungen man bereits erlebt hat, desto schneller gelingt es. Das Umgekehrte ist dann natuerlich fuer negative, schmerzhafte oder peinliche Erfahrungen mit der koerperlichen Intimitaet der Fall.
Die Entjungferung ist immer mit ein bisschen Schmerz verbunden, denn das Jungfernhaeutchen muss ja einreissen, um dem Penis Eintritt in die Scheide zu ermoeglichen. Das Haeutchen kann dazu noch unterschiedlich dick sein, je fester es ist, desto mehr Kraftanwendung ist fuers Durchstossen notwendig. Bei Frauen, die das erste Mal nicht als junges Maedchen, sondern erst Jahre spaeter erleben, ist die Wahrscheinlichkeit auch groesser, ein etwas derberes Jungfernhaeutchen zu haben. Die geringen Blutungen, die Sie nach den Versuchen zur Intimitaet erlebt haben, sind also sicher etwas ganz Normales, denn es ist ja offenbar zu einem kleinen Riss gekommen. Um dieses mechanische Hindernis zu beseitigen - und nicht zu einem zusaetzlichen Angstfaktor werden zu lassen - wuerde ich Ihnen empfehlen, mit Ihrem Frauenarzt darueber zu sprechen, ob es nicht durch einen kleinen Schnitt mit einer Lanzette relativ schmerzlos entfernt werden kann.
Ein anderer Faktor ist natuerlich die Faehigkeit, sich zu entspannen. Ihre negativen Erfahrungen in der Vergangenheit verhindern diese noetige Entspannung, auch wenn Sie Ihren Freund sehr lieben - Ihre Gefuehle sind zu sehr mit Angst vermischt.
Um diese Hemmungen zu ueberwinden, ist ebenfalls haeufiges Ueben und der Einfluss positiver sexueller Erlebnisse notwendig.
In manchen groesseren Staedten mit Universitaeten gibt es Sexualforschungsabteilungen mit Therapeuten, die auf Probleme mit der Sexualitaet spezialisiert sind. Wenn so eine Einrichtung aber nicht zur Verfuegung steht, ist es schon moeglich, dass Sie mit ihrem Freund allein, in Selbsthilfe, ihre sexuelle Erlebnisfaehigkeit entwickeln koennen.
Wichtig dafuer ist es, als Paar keine unrealistischen Forderungen an sich und den Partner zu stellen und sich nicht gegenseitig unter Druck zu setzen. Sexuelle Intimitaet besteht nicht nur aus dem eigentlichen Geschlechtsverkehr, und erogene Zonen sind auch nicht nur auf den Genitalbereich beschraenkt. So weit mir aus einschlaegigen Weiterbildungsveranstaltungen bekannt ist, gehen Sexualtherapeuten in ganz kleinen Schritten vor. Das behandlungswillige Paar wird aufgefordert, sich erst einmal ueber laengere Zeit nur liebevoll zu beruehren, zu streicheln, zu kuessen, ohne dabei den Versuch zu machen, miteinander zu schlafen. Ganz allmaehlich, ueber Wochen, duerfen die Zaertlichkeiten intimer werden, aber weiterhin nur mit Beruehrungen. Sobald eine Beruehrung anfaengt unangenehm zu werden, sobald sich ein Partner anfaengt zu verspannen, macht man eine Pause, ohne Druck oder gar Vorwurf.
Ich kann dieses Prinzip hier natuerlich nur ganz allgemein beschreiben, ich bin aber sicher, dass es zu diesem Thema einige gute, von Therapeuten verfasste, Selbsthilfebuecher gibt, in denen die einzelnen Schritte einer solchen Selbstbehandlung ausfuehrlich erlaeutert werden.
Bitte lassen Sie sich nicht entmutigen, negative Erfahrungen koennen durch positive Erlebnisse ueberschrieben werden, das menschliche Gehirn ist zum Glueck sehr elastisch und ist in der Lage, sich mit Ueben umzuprogrammieren.
LG, Dr. Karin Anderson


26.06.2010 18:49 Zitieren Zitieren

Möcht ich nicht sagen
Gast

26.06.2010 18:49 Zitieren Zitieren

Danke für Ihre Antwort.

Für mich war das sehr wichtig das einfach mal aufzuschreiben und wem zu erzählen. Meine Therapeutin weiß davon nichts, denn ich kann viele Worte und Dinge zu dem Thema irgendwie verbal nicht aussprechen. Das war irgendwie schon immer so.

Ich habe nächsten Monat einen Termin bei der FA, da werde ich sie einmal fragen. Vielleicht weiß sie was. Generell war ich erst 1x bei ihr, denn ich habe mich das lange nicht getraut.

Ich werde versuchen da etwas mehr Geduld herein zu bringen, muss mir nur überlegen wie am Besten.

Mein Freund der setzt mich ja gar nicht unter Druck oder ist deshalb sauer. Ich glaub ich hab einfach selbst zu hohe Erwartungen an mich.

Das Problem ist einfach das ich mir so sehr ein Baby wünsche und mir das einfacher vorgestellt habe. Der Wunsch ist so riesig und immer riesiger geworden. Ist schwer damit umzugehen.

Das mit der Anlaufsstelle müsste hier möglich sein denn ich wohne in einer größeren Stadt. Ich werde mal schauen ob ich mich erkundige.

Danke jedenfalls für Ihre Worte.


Grüße

 
 

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