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15.10.2010 21:38 Zitieren Zitieren

amidala
Pointer-User

15.10.2010 21:38 Zitieren Zitieren

Traumatherapie

Hallo,
kann mir jemand sagen,wie eine Traumatherapie abläuft? Soll demnächst auf eine Traumastation,wo ich extreme angst vor habe. Ich habe so viel hoffnung darin,aber gleichzeitig totale angst,dass ich diese nicht durchstehe, da ich zur Zeit so instabil bin,...
Wär nett,wenn mir jemand antwortet.
LG Carina

21.10.2010 01:20 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

21.10.2010 01:20 Zitieren Zitieren

Liebe Carina,
Ich finde es gut, dass du dich zu diesem Schritt entschlossen hast!
Traumatherapeuten können prinzipiell sowohl in verhaltenstherapeutischen als auch in psychoanalytischen Verfahren geschult sein, sie müssen aber mit Methoden vertraut sein, die speziell der Traumabehandlung dienen.
Es ist nämlich wissenschaftlich erwiesen, dass Menschen, die schwere Traumen erlitten haben, an Symptomen leiden, die sich von anderen psychologischen Störungen unterscheiden, und daher nicht ausreichend auf die üblichen verhaltenstherapeutischen bzw. tiefenpsychologischen Therapietechniken ansprechen.
Eine spezielle Traumatherapie ist dann erforderlich, wenn ein traumatisierter Mensch immer wieder sogenannte Flashbacks erlebt, also aus völlig heiterem Himmel von Erinnerungen an das traumatische Geschehen überwältigt wird. Diese Bilder erscheinen dabei jedesmal ganz frisch, wie gerade erst erlebt, selbst wenn die Ereignisse vor vielen Jahren stattgefunden haben.
Typisch für Menschen, die schwere Traumen erlebt haben, ist auch ein Vermeidungsverhalten. Bestimmte Umgebungen, Situationen, Gegenstände und sogar Gefühle lösen oft starke Panikgefühle aus, sodass der Patient nach Möglichkeit versucht, die Konfrontation mit diesen Auslösern zu vermeiden.
Etwas zu vermeiden, mit dem man schlechte Erfahrungen gemacht hat, gehört zwar als Schutzmechanismus zum gesunden menschlichen Verhaltensrepertoire, bei Traumapatienten ist diese Vermeidung aber sehr extrem und nicht mehr logisch zu begründen.
In diesen Situationen reagieren die betroffenen Menschen nicht nur mit starker Angst, Beklemmung und erhöhter Schreckhaftigkeit, sondern auch mit massiven Körpersymptomen, die mit Angst und Fluchtbereitschaft zu tun haben, wie Zittern, Schweissausbrüche, Herzklopfen usw.
Zwar verfügt jeder Mensch im Prinzip über Fähigkeiten, die ihm helfen, mit stressvollen und belastenden Situationen umzugehen. Wenn diese belastenden Situationen aber zu unerträglich sind, oder wiederholt auftreten, versagen die angeborenen Verarbeitungsmechanismen. Das geschieht zum Beispiel bei andauerndem seelischem und körperlichen Missbrauch in der Familie, bei Kidnapping oder Geiselnahmen und katastrophalen Umweltereignissen - immer dann, wenn der Mensch diesen Situationen hilflos ausgeliefert ist und ihnen nicht entkommen kann.
Die Auswirkungen eines solchen traumatischen Ereignisses hängen wiederum nicht nur vom jeweiligen Ereignis sondern auch von unterschiedlichen Verarbeitungs- und Bewältigungsmöglichkeiten des betroffenen Individuums ab. Daher können Traumaopfer auch ganz unterschiedliche seelische und körperliche Symptome entwickeln.
Traumatherapien haben das Ziel, die unverarbeiteten traumatischen Erinnerungen zu verarbeiten oder, in besonders schwerwiegenden Fällen, zumindest beherrschbar zu machen. Je nach Therapieausrichtung des Behandlers arbeiten sie mit unterschiedlichen Ansätzen.
Als analytischer Psychotherapeutin sind mir natürlich am besten tiefenpsychologisch fundierte Therapietechniken bekannt, zum Beispiel die Tagtraumtechnik nach Prof. Leuner (katathym-imaginatives Bilderleben). Bei diesem Verfahren hat der Patient die Möglichkeit, im Zustand tiefer Entspannung Erlebnisse über Bilder und Symbole zu verarbeiten, ohne sich dabei direkt mit den erschreckenden Ereignissen konfrontieren zu müssen.
Diese Art von direkter Konfrontation geschieht beim sogenannten “Debriefing”, einer umstrittenen Methode, bei der Traumaopfer immer wieder im Kreis anderer Betroffener über die belastende Situation sprechen sollen, bis sie allmählich “verblasst”. Diese Methode, die besonders bei Massenkatastrophen (schwerem Zugunglück usw.) als Sofortmassnahme Anwendung findet, kann zwar solchen Menschen helfen, denen es leicht fällt, über sich zu sprechen, verstärkt bei anderen aber nur die ohnehin vorhandene Angst.
Das Wichtigste ist ganz sicher, dass du von einem qualifizierten, auf Traumabehandlung spezialisierten Therapeuten behandelt wirst, egal, ob er oder sie Verhaltenstherapeut ist oder analytisch arbeitet. Die Behandlung wird im Allgemeinen auf die Bedürfnisse und die Belastbarkeit des jeweiligen Patienten abgestimmt, damit sie aushaltbar ist, die Ängste vermindert, und dabei hilft, behutsam und in kleinen Schritten die belastenden Erinnerungen zu verarbeiten.
Ich wünsche dir alles Gute für deine Therapie.
LG, Dr. Karin Anderson

21.10.2010 08:09 Zitieren Zitieren

amidala
Pointer-User

21.10.2010 08:09 Zitieren Zitieren

Hallo Frau Dr. Anderson,
danke erstmal für ihre schnelle Antwort.ich habe ziemlich Angst vor der Therapie,aber ich weiß,dass es sein muss, um wieder besser klar zu kommen. Ich bin wieder einmal seit Stunden wach,wie ich sowas hasse. Sitze jetzt gerade mit meinen beiden Mäusen auf dem Bett, die mir netterweise dauernd die UMSCHALT-Taste des Laptops drücken.Großes Lächeln
Ich warte zur Zeit auf die Zusage der Krankenkasse. Hoffe dass diese bald kommt. Ich bin total aufgeregt. Ich hatte bereits dass Vorgespräch in der Klinik und von denen auch die Zusage, dass ich dorthin kann.
Zur Zeit bedrückt mich aber noch extrem die Sache mit meinem Vater.scheint noch vor Gericht zu gehen,da er der Meinung ist,dass mir das Erbe nicht zusteht.Aber ich kämpfe darum,da ich mir vorgenommen habe von dem Erbe ein Teil meines evtl. noch stattfindenen studiums zu bezahlen.
Ich bin mal echt gespannt auf die Traumatherapie.
LG Carina

18.11.2010 20:45 Zitieren Zitieren

amidala
Pointer-User

18.11.2010 20:45 Zitieren Zitieren

Hallo,
ich habe so angst,.ö..habe heut den anruf bekommen,dass ich montag stationär zur Traumatherapie kommen kann,....oh man,...ich bin so aufgedreht und angespannt,...würd am liebsten alles abblasen,...
LG carina

 
 

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