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16.10.2010 22:38 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

16.10.2010 22:38 Zitieren Zitieren

Krise

hallo

ich bin eine etwas ältere studentin, und habe mich gleich zu Beginn meines Studiums ziemlich in einen Assistenten verguckt. ich habe nicht den Eindruck, dass ich ihm egal bin. allerdings habe ich ihn gegoogelt und ein ziemlich glückliches Foto von ihm und seiner Freundin gefunden. Es kann zwar auch etwas Altes gewesen sein, aber es hat mich total fertig gemacht. ich hatte in den letzten zwei Jahren mit Wohnen, meiner Gesundheit und meinen Eltern gröbere Schwierigkeiten und mich dieses Jahr nicht mal mehr eingeschrieben. Dadurch sehe ich ihn auch nicht mehr. Er hat im ersten Sommerquartal ein Fach gegeben, für das ich in der Parallelgruppe eingeteilt war und ist wirklich jede Pause (es war zwei Mal die Woche )zu uns auf "Spionage" gekommen, er ist dabei jedes Mal bei mir vorbei gekommen und hat auch immer Blickkontakt aufgebaut. Mir ging es wirklich schlecht und ich hatte mich total in mich gekehrt... Momentan denke ich ans Auswandern wegen all der Schwierigkeiten... bin für Tips, Anregungen und Erklärungen oder sonstiges sehr sehr dankbar!!!

17.11.2010 23:33 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

17.11.2010 23:33 Zitieren Zitieren

vielleicht sollte ich etwas hinzufügen... es haben ja schon 79 Leute geschaut, aber niemand geantwortet. Sind 79 andere auch in so einer Situation und niemand weiß weiter? Ich gehe noch immer nicht wieder zur UNI und es kommt auch dazu, dass ich nicht in Deutschland studiere und mich in der Fremdsprache unsicher fühlte.

02.01.2011 01:22 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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02.01.2011 01:22 Zitieren Zitieren

Hallo,
Nach deiner Beschreibung steckst du derzeit wirklich in einer Krise. Du studierst in einer fremden und fremdsprachlichen Umgebung, in der du dich offenbar noch nicht richtig eingelebt hast, dazu Schwierigkeiten mit deinen Eltern und gesundheitliche Probleme, möglicherweise als Folge dieser schwierigen Situation. Deine depressive Verstimmung hängt jedenfalls sicher mit dieser Krise zusammen.
Es ist in einer solchen Lage sehr naheliegend, Fantasien von “was wäre, wenn” zu entwickeln, an denen man sich festhalten kann, wenn man sich dem Alltag und seinen Problemen nicht mehr gewachsen fühlt, wie du den Anforderungen deines Studiums.
Deine verständliche Sehnsucht gilt aber einem vermutlich unerreichbaren Objekt. Dieser Assistent mag dich zwar durchaus sympathisch gefunden haben, hat aber kein Zeichen eines eindeutigen Interesses bekundet - und lebt ja vermutlich auch in einer festen Beziehung. Dass diese gelegentlichen Blickkontakte deine Sehnsüchte so nachhaltig unterhalten, hat auf jeden Fall mehr mit deiner seelischen Situation zu tun, als mit einer realistischen Hoffnung auf eine Beziehung zu diesem Mann.
Bevor du drastische Entscheidungen triffst, die deine Zukunft nachhaltig beeinflussen können, möchte ich dir sehr dringend empfehlen, dir ärztliche, bzw. therapeutische Hilfe zu holen. Du hast ja offenbar gegen eine Menge ungeklärter Konflikte zu kämpfen, die sicher sowohl aus deiner Vergangenheit und Familie, als auch aus deiner jetzigen Situation, des in dir und deiner Umgebung Nichtzuhauseseins, herrühren.
Mit Hilfe eines Therapeuten kannst du deine Gefühle besser einordnen, deine Konflikte bearbeiten und schliesslich herausfinden, was wirklich das Beste für dich ist.
LG, Dr. Karin Anderson

28.04.2011 14:45 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

28.04.2011 14:45 Zitieren Zitieren

Liebe Frau Dr. Anderson!
Vielen herzlichen Dank noch im Nachhinein für ihre Antwort! als ich sie das erste Mal gelesen habe, hatte ich geweint, weil ihre Antwort genau den wunden Punkt erfühlt hat und ich wirklich Hilfe bei der Konfliktlösung brauche. Durch ihre klare Formulierung habe ich meine Krise auch also solche akzeptieren können und mich überwunden eine Antidiskriminierungsklage einzureichen. Es erleichtert mich, beunruhigt mich auch. Beim ersten Gespräch mit dem Sachbearbeiter hatte ich den Eindruck, dass mich der Rechtsweg entlastet. Ich bin ja nicht mehr versichert, und kann deshalb gar keine ärztliche oder therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen, was ein Teil der Erniedrigungen hier ist. Das "unerreichbare Objekt" stand dem allen jedenfalls unwissend gegenüber.Nachdem ich das Ganze mit Hilfe ihres Antwortschreibens analysieren konnte, kam ich zum Ergebnis: eindeutiges Interesse. und es tut mir sehr leid, weil ich eine gute Beziehung für was vom Besten was es gibt, halte. Gewissermaßen löse ich mich vom Konflikt meiner Eltern und (sich) nationalistische(r) Vergangenheiten.

15.05.2011 15:09 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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15.05.2011 15:09 Zitieren Zitieren

Hallo,
Ich bin sehr froh, dass ich dir mit meiner Antwort ein Stück weit helfen konnte.
Eine seelische Krise bringt immer erstmal das Gefühl der Lähmung mit sich, und scheinbar sind alle Wege heraus voll unüberwindbarer Hindernisse.
Wenn es dir dann aber doch gelingt, zu einer Entscheidung zu kommen, und Schritte zu unternehmen, deine Schwierigkeiten zu überwinden, wirst du feststellen, dass dich die Krise dazu gezwungen hat, dich innerlich weiterzuentwickeln und einen "schöpferischen Sprung" zu machen, wie die bekannte Analytikerin Verena Kast es in einem ihrer sehr lesenswerten Bücher nennt.
Ich wünsche dir alles Gute für deinen Weg,
Dr. Karin Anderson

01.08.2011 19:33 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

01.08.2011 19:33 Zitieren Zitieren

Hallo Fr. Dr. Anderson,
ich habe leider das mit meinen Eltern noch immer nicht im Griff. Mein Vater hat mich vor ein paar Wochen besucht, und wir konnten einiges besprechen. Es ist dabei aber auch zu Tage getreten, dass meine Mutter, nachdem er geäußert hatte, sich scheiden lassen zu wollen, ihn bei den Behörden angeschwärzt hat, was dazu führte, dass er seinen Führerschein entzogen bekam - bleibend. meine Mutter hatte mir -das ist ein paar Jahre her - das ganze damals auch erzählt, aber in ihrer Version, und ich habe sie damals nicht durchschaut. Hintergrund ist, dass sie bei einer Scheidung aus dem schönen, luxuriösen Haus usw. ausziehen müßte und nicht mehr das schicke Leben leben könnte, weshalb sie ihn geheiratet hatte. Ich kann nicht ausdrücken, was für eine Wut ich habe. Am Land lebend ist man komplett auf Auto angewiesen und sie hat ihn voll von sich abhängig gemacht dadurch.. und auch unglaublich gedemütigt. Sie hat auch Studiengelder für mich hinterzogen. Aber ich halte es für sehr schwierig, ihr etwas nachzuweisen und würde einen diplomatischen Weg einer Klage klar vorziehen. Aber wie soll das gehen? Sie ist in der örtlichen Politik vernetzt und hat einige Trümpfe dadurch... und keine Skrupel.
Sie will meinen Vater, der schon über 70 ist, jetzt dazu drängen/zwingen, ihr alles zu vererben. Er will das nicht, er will es auf mich schreiben lassen... nur ich müßte dann trotzdem mit ihr zusammen (Pflichtteil) etwas machen - daher würde ich das Erbe nicht annehmen und damit auch nicht dem Wunsch meines Vaters folgen. mit meiner Mutter ist wirklich nicht zu spassen und mein Vater braucht einfach schon sehr viel Hilfe. Ich hätte gerne im Ausland weiter studiert, aber diese Sache belastet mich so, dass ich mich überhaupt nicht mehr einkriege. Ich möchte einfach meine Ruhe haben und e i n m a l mein Leben leben, nicht ihres. Wie kann ich meine Eltern so weit bringen, sich und ihre Wickel hinter mich zu stellen anstatt sich mir ständig in den Weg?

15.10.2011 20:41 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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15.10.2011 20:41 Zitieren Zitieren

Hallo,
Das hört sich wirklich alles sehr problematisch an, und ich kann mir gut vorstellen, wie sehr dir diese Situation mit deinen Eltern zusetzt.
Ich habe mir dazu Folgendes überlegt:
Als Erstes und Wichtigstes musst du dir dazu klarmachen, dass du den Konflikt deiner Eltern nicht für sie lösen kannst. So sehr du als Tochter auch verständlicherweise Partei ergreifen und helfen möchtest - deine Eltern sind viele Jahre verheiratet, und trotz ihrer Probleme auch verheiratet geblieben! Es gibt also genug, was sie innerlich als Paar zusammenhält, auch wenn ihre Beziehung zweifellos sehr problematisch ist. Und das ist sicher mehr als rein materielle Interessen oder seelische Erpressung.
Als dir deine Mutter vor Jahren ihre Version der Führerscheingeschichte erzählt hat, hast du ihr offenbar geglaubt. Jetzt glaubst du, im Gegenteil, die Version deines Vaters. Auch hier spielt sicherlich viel mehr mit, als für einen Aussenstehenden erkennbar ist - auch wenn du jetzt sicher bist, die Wahrheit zu kennen - sicher ist nur, dass deine beiden Eltern versuchen, dich auf ihre Seite zu ziehen, und du gerätst wirklich in Teufels Küche, wenn du dich in die Rolle der Richterin drängen lässt!
Wenn du den Eindruck hast, dass deine Mutter tatsächlich deinen hilflosen Vater missbraucht, weil er alt und geistig oder körperlich nicht mehr in der Lage ist, sich zu wehren oder seine Angelegenheiten wahrzunehmen, solltest du dich an einen Anwalt wenden. Das gilt ebenso für die Sache mit dem Testament. Nur ein Anwalt, der sich mit Erbangelegenheiten auskennt, kann dich (und deinen Vater) sachkundig beraten, welche Vorsorge dein Vater treffen kann, damit er nicht der Willkür deiner Mutter ausgesetzt, oder du um dein Erbe gebracht wirst.
Ich rate dir, diesen Schritt möglichst bald zu unternehmen, damit du klarer siehst, welche Wege für dich (und deinen Vater) offenstehen. Ohne genaue Kenntnis der rechtlichen Situation solltest du keine Entscheidungen treffen, insbesondere keine, die dir später möglicherweise zum Nachteil geraten.
LG, Dr. Karin Anderson

18.10.2011 18:08 Zitieren Zitieren

Sumo
Gast

18.10.2011 18:08 Zitieren Zitieren

Hi, unbekannte Userin, jetzt geb ic auch mal meinen Senf dazu. Ich finde, Du solltets Dich wirklich erstmal um Dein leben kümmern und nicht Partei für eins Deiner Elternteil ergreifen. das wird doch nichts - wie willst Du da entscheiden?

17.11.2011 17:42 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

17.11.2011 17:42 Zitieren Zitieren

Hallo Frau Dr. Anderson, Hallo sumo,

ich habe ungefähr in der Zeit in der sie/du geantwortet haben/hast, meiner Mutter einen etwas heftigeren Brief geschrieben, in dem ich ihr gesagt habe, dass ich das alles satt habe und auch dass ich sie nciht mehr sehen will. Ich habe ihr zwei Empfehlungen für Paartherapie in der Gegend meines Elternhauses beigelegt.

Meinem Vater hatte ich auch geschrieben und ihm einen Ratgeber über Erbangelegenheiten beigelegt, da steht alles drin, was er tun muss.

Mich hat der Wahnsinn wirklich krank gemacht und ich bin nicht sicher, ob ich mich auf die Reihe kriegen kann und vor Allem ob das nach Allem überhaupt noch Sinn hat. Es ist für mich eigentlich schon zu spät, noch irgendwas im Leben zu erreichen, was mir wichtig war, habe ich verloren und es kommt nicht mehr zurück.

30.12.2011 02:03 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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30.12.2011 02:03 Zitieren Zitieren

Hallo,
Ich finde, dass du einen enorm wichtigen Schritt getan hast, um den unangemessenen Ansprüchen deiner Eltern gegenüber eine deutliche Grenze zu ziehen. Es ist sicher auch richtig, erst einmal Abstand zu gewinnen, und dich durch mehr Distanz zu schützen.
Ich weiss aber auch aus meiner Praxis (und eigener Erfahrung), dass solche wichtigen Abgrenzungsschritte nicht immer gleich mit grosser Erleichterung und Aufatmen einhergehen, sondern sie verwunden dich auch. Du reisst dir ja gewissermassen die emotionalen "Tentakeln" deiner Eltern von der Seele, und diese "Ansaugstellen" brauchen erstmal Zeit zum Heilen.
Dieser schmerzhafte Vorgang ist es auch, der bei dir zunächst so depressive Gedanken hervorruft. Bitte wundere dich darüber nicht, sie sind unter diesen Umständen wirklich eine ganz verständliche Reaktion.
Da du aus dieser Krise heraus eine neue Stufe erklettert hast, bin ich ganz sicher, dass du auch die depressive Stimmung überwinden wirst. Es ist ganz bestimmt noch nicht zu spät, dein Leben selbst in die Hand zu nehmen! Und für das, was du verloren hast, wirst du auch ganz gewiss wieder etwas Neues finden, das dein Leben lebenswert macht - du musst nur offen dafür sein, und dich nicht aufgeben.
Ein Gutes Neues Jahr,
Dr. Karin Anderson

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