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27.09.2011 20:45 Zitieren Zitieren

amidala
Pointer-User

27.09.2011 20:45 Zitieren Zitieren

Was tun bei Flashbacks?

Hallo Frau Dr. Anderson.
In letzter Zeit habe ich oft Flashbacks und habe schon diverse Übungen probiert,....aber irgendwie hilft nicht wirklich was. Haben Sie zufällig eine gute Übung für mich?
In den Flashbacks geht es um die Vergewaltigungen durch meinen Exfreund, von dem ich seit zwei Jahren getrennt bin und auch keinen Kontakt mehr habe.aber seit zwei Wochen habe ich wieder viele Flashbacks, da mir ein Nachbar in den Nacken gefasst hatte,...er meinte es nicht böse,aber bei mir hat es eben was ausgelöst.
Nun ist allerdings meine Therapeutin die nächsten 4 Wochen nicht da,....und ich habe keinen Ansprechpartner,...
Vielleicht wissen Sie ja eine gute Übung,...im Moment halte ich mich mit Hirnflickflacks über Wasser,....zumindest ab dem Zeitpunkt wo ich merke ich dissoziiere, bzw gerate in Flashbacks,...
Freue mich auf eine Antwort, ist dringend.
Liebe Grüße
Amidalaverärgert

13.10.2011 11:54 Zitieren Zitieren

amidala
Pointer-User

13.10.2011 11:54 Zitieren Zitieren

Hallo,
oh man,zum glück ist der gestrige Tag vorbei. Ich hatte gestern mega doll Dissoziationen. Habe mich quasi als Geist beobachtet und hatte keine körperlichen Empfindungen mehr,...das war eine echt krasse Sache. Mega extrem,...So schlimm hatte ich es seit Monaten nicht mehr oO,..Hat mir echt Angst gemacht. Heut ist es zum Glück etwas besser.
LG Amidala

23.10.2011 01:46 Zitieren Zitieren

amidala
Pointer-User

23.10.2011 01:46 Zitieren Zitieren

Hallo,
mir gehts gar nicht gut,ich bin kurz davor die Therapie abzubrechen,da meine Thera eh nie da ist,wenn ich sie brauche. Sie hat dauernd Fortbildungen,... Dadurch habe ich nur sehr selten Einzel. Ich kann nicht mehr,sehe in dem ganzen keinen Sinn mehr. Ich habe keine Lust mehr dauernd für etwas zu kämpfen,was ich eh nie haben werde,... Wofür soll ich kämpfen,wenn ich nie Lichtblicke habe. Ich bin inzwischen an einem Punkt,wo ich denke,mich würde eh keiner vermissen,wenn ich nciht mehr da wäre.
Ich hatte seit Wochen kein Einzel,...heißt,dass ich mich nicht mal da aussprechen kann. und inzwischen geht das Vertrauen immer mehr weg. Meine Thera hatte mir versprochen,dass ich mich immer melden kann,auch nachts,...Gestern ging es mir extrem scheiße. Ich habe letzte Woche aus dem Internet erfahren,dass mein Onkel gestorben ist,...es hat mir keiner gesagt. Ich musste es im Internet erfahren,als ich nach seiner Telefonnummer gesucht habe. Ja,seitdem hänge ich extrem. Gestern habe ich meiner Thera ne sms geschrieben,dass es mir extrem scheiße geht und ob wir eben kurz telefonieren könnten. Ihre Antwort kam heute,sie hätte keine Zeit,..
Ja toll,jetzt hänge ich alleine zu Hause, hatte gestern Streit mit meiner besten Freundin,... Ich ksnn einfach nicht mehr,...und langsam aber sicher will ich nicht mehr. Am liebsten würd ich mein Leben einfach nurnoch beenden,...
Ich habe meine Thera heut Mittag nochmal geschrieben,dass ich nicht weiß,ob ich zum nächsten Einzel gehen werde, da ich nicht weiß,ob ich das schaffe,...ich hab Angst vor nochmehr Abfuhren wie in letzter Zeit und schützen kann ich mich nunmal nurnoch durch Rückzug,... Ich kann einfach nicht mehr und weiß nicht mehr weiter. Manchmal denke ich,dass sich umbringen Probleme löst,dann hab ich einfach keine mehr,...oh man naja,...ich wüsste sogar wie,...aber ich trau mich aus dem einzigen Grund nicht,da ich keinen traumatisieren will,...
ich will dieses Leben nicht mehr und ich wollte es noch nie,...hätte mich jemand gefragt,ich hätte nie leben wollen
LG Carina

25.10.2011 00:31 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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25.10.2011 00:31 Zitieren Zitieren

Liebe Carina,
Du weisst ja aus unseren früheren Posts, dass ich dich und deine Probleme sehr ernst nehme.
Wie du dir aber sicher denken kannst, ist eine Antwort zu diesem wichtigen Thema nicht so einfach aus dem Ärmel zu schütteln.
Ich beschäftige mich aber bereits damit, und werde dir, so schnell wie möglich, ausführlich antworten.
Also, halt bitte die Ohren steif, verlass dich drauf, du hörst von mir.
LG, Dr. Karin Anderson

26.10.2011 00:22 Zitieren Zitieren

amidala
Pointer-User

26.10.2011 00:22 Zitieren Zitieren

Hallo Frau Dr. Anderson,
oh mkan,das letzte Wochenende war mega heftig. Habe noch emine Tabletten abgesetzt,aus Angst eine Überdosis zu nehmen. Ich hätte sie genommen,das ist mir klar. So starke Suizidgedanken hatte ich seit meiner Kindheit nicht mehr. Oh man. Zum Glück ist alles gut gegangen. Dennoch habe ich noch nicht von meiner Thera gehört und weiß nicht,ob ich zum Einzel am 1.11. gehen soll. Meine Lust ist gleich Null. Sie hat ihr Versprechen nciht gehalten. Und gerade da hät ich sie gebraucht. und wie,da auch meine Betreuerin in Urlaub war. Ich weiß nicht,ob ich Lust habe,da nochmal zu ihr zum Einzel gehen, Schreiben werd ich ihr nicht mehr denk ich. Weil so eine Abfuhr,wenn man darüber nachdenkt sich umzubringen geht gar nicht. Naja, mit meiner Freundin hab ich mich inzwischen wieder vertragen,habe mich aber etwas zurückgezogen,zum Eigenschutz.
LG

30.10.2011 23:09 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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30.10.2011 23:09 Zitieren Zitieren


Zitat von =amidala:
Hallo Frau Dr. Anderson.
In letzter Zeit habe ich oft Flashbacks und habe schon diverse Übungen probiert,....aber irgendwie hilft nicht wirklich was. Haben Sie zufällig eine gute Übung für mich?
In den Flashbacks geht es um die Vergewaltigungen durch meinen Exfreund, von dem ich seit zwei Jahren getrennt bin und auch keinen Kontakt mehr habe.aber seit zwei Wochen habe ich wieder viele Flashbacks, da mir ein Nachbar in den Nacken gefasst hatte,...er meinte es nicht böse,aber bei mir hat es eben was ausgelöst.



Liebe Carina,
Erstmal ein paar Informationen zu Flashback (damit auch die anderen User verstehen, worum es sich dabei handelt, und dann eine Erste Hilfe Übungsliste, die ich sehr hilfreich finde:
Wer in seiner Vergangenheit langanhaltenden, furchteinflössenden Situationen in der Kindheit (wie Missbrauch oder Vernachlässigung) aber auch im Erwachsenenalter extremer Gewalt ausgesetzt war (beispielsweise Geiselnahme, Entführung oder Vergewaltigung), leidet oft später unter quälenden körperlichen und psychischen Symptomen, die als PTSD (Post Traumatic Stress Disorder) bezeichnet werden.
Eins der häufigsten Symptome sind Flashbacks, plötzliche, emotionale Rückfälle in die damalige angsterregende Situation. Diese Flashbacks sind dabei nicht einfach nur schmerzvolle Erinnerungen, sondern man erlebt die gleiche, intensive Angst, Hilflosigkeit, Verzweiflung und Wut wie in der damaligen traumatischen Situation.
Verständlicherweise haben Opfer von Missbrauch und Gewalt hochsensible seelische Antennen, sie haben es ja schliesslich lernen müssen, ständig wachsam und immer auf der Hut zu sein.
Sie versuchen auch um jeden Preis, Fehler zu vermeiden und perfekt zu sein, weil sie innerlich fest davon überzeugt sind, nur so eine Chance zu haben, anerkannt und geliebt zu werden.
Jede kleine Unzulänglichkeit kreiden sie sich als Versagen an, und bestrafen sich dann selbst durch Selbstverachtung und Selbstaufgabe.
Eine Therapie kann Opfern von PTSD dabei helfen, ihr Gefühl von kindlicher Hilflosigkeit und Ausgeliefertseins zu überwinden, und sich die eigenen inneren Kräfte und Hilfsquellen zu erschliessen, die ihnen als Erwachsenen real zur Verfügung stehen - auch wenn sie sich oft darüber gar nicht im Klaren sind.
Ich weiss nicht, welche Erste-Hilfe-Massnahmen bei Flashbacks deine Therapeutin mit dir vereinbart hat. Ich finde diese Soforthilfe bei Flashback sehr hilfreich:

1. Sag dir: “Ich habe ein Flashback”. Flashbacks transportieren uns in einen alterslosen Teil unserer Psyche zurück, in der wir uns genauso hilflos, hoffnungslos und gefährdet fühlen wie damals in unserer Kindheit (bzw. in der traumatischen Situation, die das PTSD verursacht hat). Die Gefühle und Empfindungen, die du jetzt erlebst, sind Erinnerungen aus der Vergangenheit, die dir heute nicht mehr wehtun können.
2. Mach dir bewusst: “Ich habe Angst, aber ich bin nicht in Gefahr! Ich bin jetzt in der Gegenwart und sicher.” Denk dran, du bist in der Sicherheit der Gegenwart, weit weg von den Gefahren der Vergangenheit.
3. Erlaub dir das Recht, Grenzen zu haben. Mach dir bewusst, dass du niemanden zu erlauben brauchst, dich schlecht zu behandeln. Du hast die Freiheit, gefährlichen Situationen aus dem Weg zu gehen, und darfst dich gegen ungerechte Behandlung wehren.
4. Sprich deinem Inneren Kind Mut zu. Das Kind muss wissen, dass du es liebhast, und dass es Trost und Schutz bei dir suchen kann, wenn es sich verloren und verängstigt fühlt.
5. Bau das “Es-wird-niemals-besser-Denken” ab. In der traumatischen Situation fühlten sich Furcht und Verlassensein endlos an - eine sicherere Zukunft war unvorstellbar. Denk daran, dein Flashback wird diesmal genauso wieder vorübergehen, wie die vielen Male vorher.
6. Erinnere dich daran, dass du in einem erwachsenen Körper steckst, und Verbündete, Kenntnisse und Kräfte zu deiner Verteidigung hast, die dir als Kind niemals zur Verfügung standen. (Sich klein und unbedeutend zu fühlen, ist typisch für ein Flashback!).
7. Taste dich wieder in deinen Körper zurück. Furcht katapultiert uns in “verkopftes” Grübeln, Gelähmtheit und das Gefühl, nicht mehr dazusein.
8. Bitte deinen Körper darum, sich wieder zu entspannen: fühl dich in jede deiner Hauptmuskelgruppen hinein, und ermutige sie sanft, sich zu entspannen (angespannte Muskulatur sendet nämlich unnötige Gefahrensignale ans Gehirn).
9. Atme tief und langsam ein und aus. (Den Atem anzuhalten signalisiert deinem Gehirn ebenfalls Gefahr).
10. Lass dir mehr Zeit: Eile alarmiert deine "psychische Feuerwehr".
11. Such dir einen sicheren Platz, um dich zu entspannen und zu beruhigen: kuschel dich in eine Decke ein, mach ein Schläfchen oder leg dich in die Badewanne.
12. Nimm die Furcht in deinem Körper wahr, OHNE darauf zu reagieren. Furcht ist nichts anderes als eine Energie in deinem Körper, die dir nicht wehtun kann, wenn du nicht davor wegläufst, oder selbstzerstörerisch darauf reagierst.
13. Setz den Übertreibungen und dem Katastrophendenken deiner kritischen inneren Stimme Widerstand entgegen: Sag “STOPP” zum endlosem Wittern möglicher Gefahren und dem Drang, Unkontrollierbares zu kontrollieren.
14. Weigere dich, dich zu schämen, dich selbst zu hassen oder aufzugeben. Verwende deine Wut dazu, “NEIN” zu ungerechter Selbstkritik zu sagen.
15. Setz negativen Gedanken eine (auswendig gelernte!) Liste deiner guten Eigenschaften und Erfolge entgegen.
16. Erlaub dir zu trauern. Flashbacks sind Gelegenheiten, alte, unausgesprochene Gefühle von Furcht, Verletztsein und Verlassenheit hochkommenzulassen, sie anzuerkennen - und dann dein verängstigtes inneres Kind zu trösten. Gesunde Trauer kann unsere Tränen in Selbstmitgefühl und unsere Wut in Selbstschutz umwandeln.
17. Geh Beziehungen ein, in denen du dich sicher fühlst, und such dir Unterstützung. Nimm dir Zeit zum Alleinsein, wenn du sie brauchst, aber lass dich nicht von deiner Scham isolieren. Scham zu fühlen ist nicht gleichbedeutend mit sich schämen zu müssen. Kläre deine Nächsten über Flashbacks auf und bitte sie darum, dir dabei zu helfen, darüber zu sprechen und sie zu durchzustehen.
18. Lern diejenigen Auslöser zu identifizieren, die zu Flashbacks führen. Vermeide Leute, Orte, Aktivitäten und Gedankengänge, die nicht sicher sind. Lern diese Selbsthilfe-Liste auswendig und ruf dir die einzelnen Punkte in Erinnerung, wenn auslösende Situationen unvermeidbar sind.
19. Finde heraus, wohin du “rückblendest”. Flashbacks sind Gelegenheiten, Wunden zu entdecken, die von Missbrauch und Verlassenwerden in der Vergangenheit herrühren, sie anzuerkennen und zu heilen. Sie können auch auf noch nicht realisiertes Entwicklungspotential hinweisen, und die Motivation dazu liefern, daran zu arbeiten.
20. Hab Geduld mit einem langsamen Heilungsprozess: es braucht Zeit in der Gegenwart, um seinen Adrenalinspiegel herunterzufahren, und viel Zeit in der Zukunft, um allmählich die Intensität, Dauer und Häufigkeit von Flashbacks zu verringern. Echte Heilung ist ein langsamer Prozess (oft mit zwei Schritten vorwärts und einem zurück), und nicht eine plötzliche Errettung. Und bestraf dich nicht selbst dafür, wenn du wieder ein Flashback hast.
LG, Dr. Karin Anderson

30.10.2011 23:39 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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30.10.2011 23:39 Zitieren Zitieren

Liebe Carina,
Wer in seiner Vergangenheit langanhaltenden, furchteinflössenden Situationen (wie Missbrauch oder Vernachlässigung in der Kindheit) aber auch extremer Gewalt (wie beispielsweise Geiselnahme, Entführung oder Vergewaltigung) ausgesetzt war, leidet oft später unter quälenden körperlichen und psychischen Symptomen, die als PTSD (Post Traumatic Stress Disorder) bezeichnet werden.
Eins der häufigsten Symptome sind Flashbacks, plötzliche, emotionale Rückfälle in die damalige angsterregende Situation. Diese Flashbacks sind dabei nicht einfach nur schmerzvolle Erinnerungen, sondern man erlebt die gleiche, intensive Angst, Hilflosigkeit, Verzweiflung und Wut wie in der damaligen traumatischen Situation.
Verständlicherweise haben Opfer von Missbrauch und Gewalt hochsensible seelische Antennen, sie haben es ja schliesslich lernen müssen, ständig wachsam und auf der Hut zu sein. Sie versuchen auch um jeden Preis, Fehler zu vermeiden, weil sie innerlich fest davon überzeugt sind, nur dann eine Chance zu haben, anerkannt und geliebt zu werden, wenn sie perfekt sind.
Jede kleine Unzulänglichkeit kreiden sie sich als Versagen an, und bestrafen sich dann selbst durch Selbstverachtung und Selbstaufgabe.
Eine Therapie kann Opfern von PTSD dabei helfen, ihr Gefühl kindlicher Hilflosigkeit und Ausgeliefertseins zu überwinden, und sich die eigenen inneren Kräfte und Hilfsquellen zu erschliessen, die ihnen als Erwachsenen real zur Verfügung stehen - auch wenn sie sich oft darüber gar nicht im Klaren sind.
Ich weiss nicht, welche Erste-Hilfe-Massnahmen deine Therapeutin mit dir vereinbart hat. Ich selbst finde diese Soforthilfe bei Flashback sehr hilfreich:

1. Sag dir: “Ich hab ein Flashback”. Flashbacks transportieren uns in einen alterslosen Teil unserer Psyche zurück, in der wir uns genauso hilflos, hoffnungslos und gefährdet fühlen wie damals in unserer Kindheit, bzw. in der traumatischen Situation, die das PTSD verursacht hat. Die Gefühle und Empfindungen, die du jetzt erlebst, sind Erinnerungen aus der Vergangenheit, die dir heute nicht mehr wehtun können.
2. Mach dir bewusst: “Ich habe Angst, aber ich bin nicht in Gefahr! Ich bin jetzt in der Gegenwart und sicher.” Denk dran, du bist in der Sicherheit der Gegenwart, weit weg von den Gefahren der Vergangenheit.
3. Erlaub dir das Recht, Grenzen zu haben. Mach dir bewusst, dass du niemandem zu erlauben brauchst, dich schlecht zu behandeln. Du hast die Freiheit, gefährliche Situationen hinter dir zu lassen, und darfst dich gegen ungerechte Behandlung wehren.
4. Sprich deinem Inneren Kind Mut zu. Das Kind muss wissen, dass du es liebhast, und dass es Trost und Schutz bei dir suchen kann, wenn es sich verloren und verängstigt fühlt.
5. Bau das “Es-wird-niemals-besser-werden-Gefühl” ab. In der traumatischen Situation fühlten sich Furcht und Verlassensein endlos an - eine sicherere Zukunft war unvorstellbar. Denk daran, das Flashback wird diesmal genauso wieder vorübergehen, wie die vielen Male vorher.
6. Erinnere dich daran, dass du in einem erwachsenen Körper steckst, und Verbündete, Kenntnisse und Kräfte zu deiner Verteidigung hast, die dir als Kind niemals zur Verfügung standen. (Sich klein und unbedeutend zu fühlen ist typisch für Flashbacks!).
7. Taste wieder dich zurück in deinen Körper. Furcht katapultiert uns in “verkopftes” Grübeln, Gelähmtheit und Nichtmehrdasein.
8. Bitte deinen Körper, sich wieder zu entspannen: fühl dich in jede deiner Hauptmuskelgruppen hinein, und ermutige sie sanft, sich zu entspannen (angespannte Muskulatur sendet nämlich unnötige Gefahrensignale ans Gehirn).
9. Atme tief und langsam ein- und aus. (Den Atem anzuhalten signalisiert ebenfalls Gefahr).
10. Lass dir mehr Zeit: Eile alarmiert die psychische Feuerwehr.
11. Such dir einen sicheren Platz um dich zu entspannen und zu beruhigen: kuschel dich in eine Decke ein, mach ein Schläfchen, oder leg dich in die Badewanne.
12. Nimm die Furcht in deinem Körper wahr, OHNE darauf zu reagieren. Furcht ist nichts anderes als eine Energie in deinem Körper, die dir nicht wehtun kann, wenn du nicht davor wegläufst, oder selbstzerstörerisch darauf reagierst.
13. Setz den Übertreibungen und dem Katastrophendenken deiner kritischen inneren Stimme Widerstand entgegen: Sag “STOPP” zum endlosem Wittern möglicher Gefahren und dem Drang, Unkontrollierbares zu kontrollieren.
14. Weigere dich, dich zu schämen, dich selbst zu hassen oder aufzugeben. Verwende deine Wut dazu, “NEIN” zu ungerechter Selbstkritik zu sagen.
15. Setz negativen Gedanken eine (auswendig gelernte!) Liste deiner Qualitäten und Erfolge entgegen.
16. Erlaub dir zu trauern. Flashbacks sind Gelegenheiten, alte, unausgesprochene Gefühle von Furcht, Verletztsein und Verlassenheit hochkommenzulassen, sie anzuerkennen - und dein verängstigtes inneres Kind zu trösten. Gesunde Trauer kann unsere Tränen in Selbstmitgefühl und unsere Wut in Selbstschutz umwandeln.
17. Geh Beziehungen ein, in denen du dich sicher fühlst, und such dir Unterstützung. Nimm dir Zeit zum Alleinsein, wenn du sie brauchst, aber lass dich nicht von deiner Scham von anderen isolieren. Scham zu fühlen ist nicht gleichbedeutend mit sich schämen zu müssen. Kläre deine Nächsten über Flashbacks auf und bitte sie darum, dir dabei zu helfen, darüber zu sprechen und sie zu durchzufühlen.
18. Lerne diejenigen Auslöser zu identifizieren, die zu Flashbacks führen. Vermeide Leute, Orte, Aktivitäten und Gedankengänge, die nicht sicher sind. Lern diese Selbsthilfe-Liste auswendig und ruf dir die einzelnen Punkte in Erinnerung, wenn auslösende Situationen unvermeidbar sind.
19. Finde heraus, wohin du “rückblendest”. Flashbacks sind Gelegenheiten, Wunden zu entdecken, die von Missbrauch und Verlassenwerden in der Vergangenheit herrühren, sie anzuerkennen und zu heilen. Sie können auch auf unser noch nicht realisiertes Entwicklungspotential hinweisen, und die Motivation liefern, daran zu arbeiten.
19. Hab Geduld mit einem langsamen Heilungsprozess: es braucht Zeit hier in der Gegenwart, um den Adrenalinspiegel herunterzufahren, und viel Zeit in der Zukunft, um allmählich die Intensität, Dauer und Häufigkeit von Flashbacks zu verringern. Echte Heilung ist ein langsamer Prozess (oft mit zwei Schritten vorwärts und einem zurück), und nicht eine plötzliche Errettung. Und bestraf dich nicht selbst dafür, wenn du wieder ein Flashback hast!
Es ist schade, dass du dich bei deiner Therapeutin derzeit nicht sehr gut aufgehoben fühlst. Aber, bitte gib ihr und dir noch eine Chance, brich die Therapie nicht ab, auch wenn du über ihr Verhalten enttäuscht bist. Sprich mit ihr über deine Gefühle, es fliessen ja sicher auch Verlassenheitsgefühle der Vergangenheit mit hinein und machen sie deswegen so schwer auszuhalten.
LG, Dr. Karin Anderson

31.10.2011 21:51 Zitieren Zitieren

amidala
Pointer-User

31.10.2011 21:51 Zitieren Zitieren

Hallo Frau Dr. Anderson,
danke für ihre antwort,ich denke ich werde mir da einige Sachen auf Karteikarten rausschreiben.
Ich habe immer noch mega Panik vor dem Einzel morgen. Ja, Verlassensängste werden es wohl sein,wobei ich sie nciht verstehe,...und die Angst,dass ich ihr egal bin,da sie auf einmal gar nicht mehr antwortet,... Oh man. Am liebsten würd ich wie gesagt gar nicht hingehen. Ich habe inzwischen Angst darüber zu reden,wie es mir geht,....und es geht mir längst nicht so gut,wie ich tue,leider,...und wie ich sie kenne wird sie morgen fragen,wieso ich so grinse,.... Naja alle denken es geht mir gut,aber zur Zeit sieht es leider ganz anders aus,....Das ganze mit dem Tod meines Onkels,...und so zieht mega an meinen Nerven,... Hat mich total nach hinten katapultiert,...auf einmal war die angst wieder da,...die angst einfach weggeholt zu werden wie letztes Jahr,... Es war einfach alles wieder da... Diese permanente Angst sie könnten mich holen,so wie sie es letztes Jahr einfach gemacht haben beim Tod meiner Mutter,...
Dann war da die Sehnsucht nach einer Familie,... einfach alles ist zuviel,...dann kommt noch der ganze Stress mit Weihnachten. ich weiß auch nicht. Im Moment ist es wesentlich einfacher einfach meine Maske aufzubehalten und ich mag sie morgen nicht abnehmen,will nicht kurz vor der schule weinen. Habe einfach nur noch angst,an meine grenze zu kommen und ich bin nur noch sehr knapp davor. Will einfach keine Gefühle mehr und denke immer mehr ans schneiden,.... und die angst die kontrolle zu verlieren ist immer präsenter,... aber ich will da nciht mit ihr drüber reden,da dann kommt,ich solle in ne Klinik gehen und das will ich jetzt nicht.
LG Carina

02.11.2011 18:48 Zitieren Zitieren

amidala
Pointer-User

02.11.2011 18:48 Zitieren Zitieren

Hallo Frau Dr. Anderson,
oh man,das Einzel gestern war sehr anstrengend. Werde die Therapie wohl weitermachen,da es ja nichts bringt die abzubrechen. Hmmm,....bin gerade mal wieder total angespannt,...weiß auch nicht. Wäre es nicht dunkel würd ich jetzt joggen gehen,...
LG Carina

24.11.2011 23:23 Zitieren Zitieren

amidala
Pointer-User

24.11.2011 23:23 Zitieren Zitieren

Hallo,
die letzten Tage gehts mir ganz gut,auch wenn mein Schlaf nicht so mitmacht. Aber der Erbstreit hat ein Ende und der Arbeitsrechtstreit auch. Ich bin ziemlich geschafft,... Und werd mich die nächste Zeit wohl noch viel ausruhen,...
Lea und Timmy, aber vor allem Lea ist mega gespannt auf den Adventskalender dies Jahr. Hab die Sachen zum Teil schon da,.... und ich weiß net,was da drine ist,....der erste Überraschungsadventskalender in meinem Leben,....so toll blinzelnHatte ich noch nie. Bisher hatte ich immer Billigschokoladenadventskalender für ca. 50 cent,.... Jetzt ist es ein zusammengestellter von Freunden,...
Bin so gespannt und auf jeden Fall froh,dass der Erbstreit ein Ende hat.
LG Amidala

 
 
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