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11.02.2011 08:53 Zitieren Zitieren

femme_banale
Pointer-User

11.02.2011 08:53 Zitieren Zitieren

Temporärer Verlust des Geruchsinnes

Liebe Frau Dr. Anderson,

etwa seit Herbst letzten Jahres kann ich kaum bis gar nicht mehr riechen. Zunächst dachte ich, es sei eine allergische Reaktion auf den ziemlich alten Teppich in meiner Wohnung (in die ich im September eingezogen bin).
Letzte Woche nun war ich endlich beim Arzt, um der Sache auf den Grund zu kommen. Er machte einen Allergietest, doch auf Hausstaubmilben reagierte mein Körper überhaupt nicht, nur auf diverse Pollen.

Desweiteren schickte der HNO-Arzt mich ins Kernspinzentrum, um dort ein CT von meinem Kopf machen zu lassen. Der Befund lautet nun, dass meine Geruchsfäden von einem Virus lahmgelegt wurden. Ich wusste bis dato gar nicht, dass es solche Fäden überhaupt gibt... jedenfalls soll ich nun 2x täglich ein kortisonhaltiges Nasenspray benutzen, und wenn ich Glück habe, dann kehrt mein Geruchsinn in 6-8 Wochen zurück. Wie gesagt: wenn ich Glück habe.

Sie können sich bestimmt vorstellen, sehr die Lebensqualität eingeschränkt wird, wenn man eine "blinde Nase" hat, zumal ich natürlich auch kaum mehr etwas schmecke... Überhaupt bleibt derzeit ein Großteil meines sinnlichen (Er)lebens einfach so auf der Strecke.

Wie kommt man denn an solch einen Virus? Und wie wird man ihn bloß wieder los? Gibt es da vielleicht noch etwas, das ich tun könnte, jenseits der Schulmedizin?

Ich freue mich sehr auf Ihre Antwort und danke im Voraus dafür!

17.02.2011 02:23 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

17.02.2011 02:23 Zitieren Zitieren

Hallo,
Eine Anosmie (Verlust des Geruchssinns) ist schon sehr unangenehm, denn, wie du ja auch erlebst, ist nicht nur das Riechen beeinträchtigt, sondern auch die Geschmackswahrnehmung für aromatische Stoffe.
Die Wahrnehmung für die Geschmacksqualitäten "sauer", "süss", "bitter" und "salzig" ist vermutlich bei dir noch vorhanden - sie wird nämlich von einem anderen Hirnnerven weitergeleitet.
Eine temporäre Anosmie ist oft Folge einer Virusinfektion. Andere Ursachen, wie eine Schädigung des Olfactoriusnerven etwa durch Polypen oder gar einen wachsenden Gehirntumor, sind ja durch die Untersuchungen und das CT ausgeschlossen worden.
Solche Viren sind dabei aber keine Exoten, sondern diese Nervenstörungen können die Folge einer ganz stinknormalen Erkältung sein. (Sie können auch an verschiedensten Stellen im Körper auftreten - bei meiner Tochter beispielsweise in den Beinen!)
Leider kann sich diese ärgerliche Beeinträchtigung über Monate halten, sie kann nur symptomatisch behandelt werden, aber nicht wirklich ursächlich.
Wenn du einen zusätzlichen Ansatz zur Behandlung versuchen möchtest, solltest du vielleicht auch einem homöopathischen Arzt befragen - schaden kann das auf keinen Fall.
LG, Dr. Karin Anderson

 
 

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