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03.04.2012 12:41 Zitieren Zitieren

hannah01310
Gast

03.04.2012 12:41 Zitieren Zitieren

Gebärmutterhalskrebsimpfung

Ich möchte die Impfung nicht vor nehmen lassen, da ich schon viel von den Risiken(Migräne, Durchfall, Warzen oder sogar der Tod!) gehört habe, daher wollte ich fragen, ob die Impfung freiwillig ist.

03.04.2012 17:01 Zitieren Zitieren

jens
Pointer-User

03.04.2012 17:01 Zitieren Zitieren

Liebe hannah01310,

zunächst einmal: In Deutschland gibt es keine Impfpflicht. Auch die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ist freiwillig und die Entscheidung, ob Du geimpft wirst oder nicht, liegt bei Dir bzw. Deinen Eltern.

Allerdings wird diese Impfung von der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren empfohlen. Diese Kommission setzt sich aus Ärzten und Wissenschaftlern zusammen, die regelmäßig darüber beraten, welche Impfungen sinnvoll sind und welche nicht. Bei der HPV-Impfung haben die Fachleute entschieden: Jawohl, diese Impfung ist sinnvoll.

Du solltest das Thema HPV-Impfung deshalb bitte unbedingt mit Deinem Arzt/Deiner Ärztin besprechen. Er oder sie kann Dir genau erklären, welche Risiken es bei einer Impfung gibt - aber auch welche Risiken es gibt, wenn Du Dich nicht impfen lässt.

Der ärztliche Rat ist garantiert eine viel bessere Informationsquelle als es etwaige "Horrorgeschichten" von Bekannten oder zweifelhafte Infoseiten im Internet sind.

Viele Grüße
Jens

05.04.2012 23:50 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

05.04.2012 23:50 Zitieren Zitieren

Hannah,
Du kannst dich zwar gegen viele sexuell übertragbare Krankheiten dadurch schützen, dass dein Partner ein Kondom benutzt, aber gegen eine Ansteckung mit Papillomviren hilft auch ein Kondom nicht ausreichend.
Sie sitzen nämlich nicht nur am Penis und in der Scheide, sondern auch an den Hoden und im gesamten Intimbereich.
In Deutschland erkranken jährlich 6000-7000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, und 1700 sterben daran. Damit liegt dieser Krebs an 10. Stelle bösartiger Erkrankungen bei Frauen.
Gebärmutterhalskrebs ist die einzige Krebserkrankung, gegen die man sich durch eine Impfung schützen kann. Zwar liegt in Deutschland die Todesrate niedriger als in anderen Ländern, dank besserer Vorsorgeuntersuchungen, aber selbst, wenn der Krebs frühzeitig erkannt und operiert wird, können die betroffenen Frauen oft keine Kinder mehr bekommen.
Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich meist langsam, und kommt daher eher bei Frauen mittleren Alters vor, aber eine meiner Patientinnen ist daran bereits mit Mitte Zwanzig erkrankt, und ihre Gebärmutter musste entfernt werden, sodass eine Schwangerschaft nicht mehr möglich war.
Krebs ist leider immer noch eine lebensbedrohliche Erkrankung, die Warnung vor der Lebensgefährlichkeit einer HPV-Impfung gehört dagegen ins Reich der Internetfabeln.
Und was wiegt schliesslich schwerer - ein möglicherweise auftretendes, kurzfristiges Unwohlsein nach der Impfung, oder eine ernste und potentiell tödlich verlaufende Erkrankung?
Allerdings besteht keine Impfpflicht und auch die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ist freiwillig. Am besten sprichst du das Thema bei deinem Arzt oder deiner Ärztin noch einmal an.
LG, Dr. Karin Anderson

 
 

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