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10.03.2013 02:31 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

10.03.2013 02:31 Zitieren Zitieren

Psychopathin?

Hallo liebe Frau Dr. Anderson,

durch Zufall bin ich auf diese Seite gestoßen. Da ich gelesen habe, dass sie Fachärztin für Psychiatrie sind, erhoffe ich mir in Ihnen eine kompetente Ansprechpartnerin. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich kurz Zeit für meinen Fall nehmen könnten.

Kurz zu mir, ich bin weiblich und 17 Jahre alt und besuche die 10. Klasse einer Realschule.

Der wichtigste Aspekt ist meine Abneigung gegen zwischenmenschliche Beziehungen. Ich habe weder Interesse an Freundschaften, noch an einer Liebesbeziehung. Die meisten Menschen langweilen mich einfach. Allerdings fällt es mir nicht schwer neue Kontakte zu knüpfen, weil ich dann einfach in eine Rolle schlüpfe, die sehr sympathisch wirkt. Ich weiß, wie ich mit anderen umzugehen habe, um das zu bekommen, was ich will. Sehr lange habe ich Menschen genauestens studiert, und knüpfe nur Kontakte, wenn mir diese von Nutzen sind. Dabei sind mir diese Menschen völlig egal.. Mitleid etc. kann ich verstehen und nachvollziehen, aber meistens nicht fühlen.
Ich lebe in meiner eigenen Welt, bin überwiegend zuhause und meide andere Menschen. Freunde habe ich nicht, es gibt nur Menschen, mit denen ich ab und an Zeit verbringe, um den Kontakt aufrecht zu erhalten.
Ich bin jedem gegenüber absolut misstrauisch und vertraue nur mir selbst. Auch bilde ich mir manchmal ein von anderen komisch angesehen zu werden, oder dass über mich geredet wird. Ab und zu verspüre ich auch eine grauenhafte Wut, wenn ich beispielsweise einen Freund habe und er auch nur mit einer anderen redet.. Das Ausmaß dieser Wut können sie sich gar nicht vorstellen. Es fühlt sich an, als stünde mein ganzer Körper unter Flammen. Diese Eifersucht ist doch nicht normal, zumal keine Gefühle für den Jungen vorhanden sind, oder?
Wenn ich mal einen Freund habe, dann aus bestimmtem Grund: Ich liebe es, Menschen dazu zu bringen, sich in mich zu verlieben. Dabei bin ich eine absolute Sympathieträgerin die in den Augen der anderen perfekt ist. Ich weiß was mein Gegenüber möchte und verhalte mich genau so. Wenn er mir dann absolut verfallen ist, fange ich an ihn fertig zu machen, auf psychischer Ebene. Ich provoziere Eifersucht, Streit und bringe ihn dazu, die Schuld bei sich selbst zu suchen. Wenn er mich langweilt oder nervt, beende ich die Beziehung einfach, ohne Rücksicht. Das ganze habe ich auch schon mit Frauen durchgezogen, ich gelte bei Bekannten daher als bisexuell.
Eine dieser Frauen hängt immer noch sehr an mir und würde jederzeit wieder eine Beziehung mit mir eingehen, obwohl sie weiß, was für ein schlechter Mensch ich sein kann und ich anscheinend ein Herz aus Eis habe. Sie war die einzige, mit der ich über meine Gefühle geredet habe, obwohl sie mir nie was bedeutete und ich sie in Depressionen und fast in den Suizid getrieben habe. Damals riet sie mir, einen Psychologen aufzusuchen, weil auf mich anscheinend sehr viele Dinge zutreffen, was Psychopathie angeht und sie sehr oft Angst vor mir hat. Dass das so ist, weiß ich selbst, da mein ganzes Interesse seit Jahren psychischen Erkrankungen gilt und ich schon viele Bücher über diese Thematik gelesen habe. Ich habe den Gang zu einem Arzt aber immer abgelehnt.. das würde meinen Stolz verletzen.
Was halten Sie als Ärztin davon? Könnten Sie mir einen Rat mit auf den Weg geben?
Ich bedanke mich schon einmal im Voraus bei Ihnen!

17.05.2013 19:00 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

17.05.2013 19:00 Zitieren Zitieren

Hallo,
Ich glaube nicht, dass Ihnen eine einordnende psychiatrische oder psychologische Diagnose wirklich weiterhelfen wu&amp#776rde. Sie sind intelligent und haben sich ja bereits seit langem intensiv mit dem Thema psychische Erkrankungen bescha&amp#776ftigt.
Beim Nachdenken u&amp#776ber Ihre Selbstbeschreibung fallen mir besonders einige krasse Widerspru&amp#776che ins Auge. Sie sagen, dass Sie einerseits kein Interesse an anderen Menschen haben, weder als Freunde, noch als Partner, und sich von ihnen gelangweilt fu&amp#776hlen. Andererseits beobachten Sie die Menschen Ihrer Umgebung u&amp#776beraus genau, und unternehmen zeitweilig gro&amp#776sste Anstrengungen, sie fu&amp#776r sich einzunehmen, wenn Sie etwas von Ihnen wollen, indem Sie Ihnen die Rolle des idealen Gegenu&amp#776bers vorspielen.
Wenn Sie diesen Mann oder diese Frau dann fu&amp#776r sich gewonnen zu haben, ist es damit noch nicht genug, denn sie sollen auch noch vo&amp#776llig abha&amp#776ngig von Ihnen werden. Ist es Ihnen dann schliesslich gelungen, die bedingungslose Zuneigung, Aufmerksamkeit und Bewunderung zu bekommen, die Sie sich von dieser Person versprochen haben, la&amp#776sst es Ihnen aber immer noch keine Ruhe. Dann mu&amp#776ssen Sie na&amp#776mlich anfangen, den oder die Betreffende(n) zu demontieren, indem sie sie entwerten, unter Druck setzen, und sie einem permanenten Gefu&amp#776hlschaos unterwerfen, der am Ende ihr Selbstwertgefu&amp#776hl zersto&amp#776rt und sie in eine masochistische Opferrolle bringt.
Diese totale Kontrolle macht Sie aber auch nicht zufriedener, denn nun langweilen Sie sich mit dem unterwu&amp#776rfigen Jasager und lassen ihn oder sie fallen, um sich fu&amp#776r eine Weile in ihr Geha&amp#776use zuru&amp#776ckzuziehen, bis das Spiel von Neuem beginnt.
Dieses Verhalten ist mit Desinteresse an jeder Art von zwischenmenschlicher Berziehung nun wirklich u&amp#776berhaupt nicht in Einklang zu bringen. Es erinnert vielmehr an ein ausgezehrtesWesen, dass immer hungrig ist, aber nicht wagt, sich zum Essen niederzulassen, weil es erwartet, dass ihm alles sofort unter der Nase weggezogen wird, und es dann noch hungriger zuru&amp#776ckbleibt.
Da es an die Freiwilligkeit ihm angebotener Speisen sowieso nicht glaubt, sondern voller Ingrimm eine bittere Entta&amp#776uschung erwartet, versucht es sich, wenn der Hunger allzu sehr beisst, listenreich eine Futterquelle zu sichern. Dabei ist es ganz egal, ob diese Futterquelle ma&amp#776nnlich
oder weiblich ist. Da das Wesen, wie schon gesagt, nicht daran glaubt, dass irgendjemand es freiwillig, aus Zuneigung, versorgen mo&amp#776chte, muss es die fu&amp#776tternde Person wie eine Spinne ihre Beute einschnu&amp#776ren und unbeweglich machen, damit sie nicht weglaufen kann, so lange sie noch Futter zu bieten hat.
Da Liebe aber von Freiwilligkeit und gegenseitigem Geben und Nehmen lebt, versiegt die Futterquelle allma&amp#776hlich, und das durch Manipulation herausgequetschte Futter macht auch nicht wirklich satt. Dieser Mangel la&amp#776sst dann die untergru&amp#776ndiger Wut immer mehr anschwellen, bis das Wesen sich seines entta&amp#776uschenden Opfers lieber entledigt, als dass es, umgekehrt, verlassen wird. Die rasende Wut und Eifersucht, die Sie beschreiben, sind na&amp#776mlich die Kehrseite von Liebe und Vertrauen, und damit alles andere als Gefu&amp#776hllosigkeit. Sie mu&amp#776ssen in Ihrer Vergangenheit offenbar schlimme seelische Verletzungen erlitten haben, die es ihnen unmo&amp#776glich machen, sich Anerkennung, Besta&amp#776tigung und emotionale Versorgung auf gesundere Weise als einen gelegentlichen Beutezug zu verschaffen.
Nicht nur ihre abgelegten Partner, sondern vor allem Sie selbst sind diejenige, die bei dem ganzen Drama leer ausgeht. Sie unterliegen dem Zwang, sich immer wieder von Neuem zu besta&amp#776tigen, dass niemand Sie lieben kann, weil Sie ein schlechter Mensch sind.
Ihre ehemalige Freundin hat Recht, wenn Sie aus diesem Teufelskreis entkommen wollen, mu&amp#776ssen Sie mit Hilfe eines Therapeuten daran arbeiten, Ihre eisige Ho&amp#776hle zu verlassen. Dabei wa&amp#776re sicherlich ein Verfahren empfehlenswert, das mehr mit Imaginationen, Tra&amp#776umen oder bildnerischen Mitteln arbeitet, damit Sie sich unangenehmen Gefu&amp#776hlen nicht durch Intellektualisieren entziehen ko&amp#776nnen.
Wenn Sie etwas positiv fu&amp#776r sich vera&amp#776ndern wollen, und nicht nur eine psychopathologische Diagnose, um sich dann darauf ausruhen zu ko&amp#776nnen, brauchen Sie sicher sehr viel Mut und Kraft. Sie ko&amp#776nnten es aber dann schaffen, wenn Sie sich eingestehen ko&amp#776nnen, dass vor allem Sie das Opfer Ihrer Manipulationen sind.
Es ist dabei nicht ihr Stolz, der Sie davon abhalten ko&amp#776nnte, sich eine geeignete Therapie zu suchen, sondern die grosse Angst vor Schmerzen und Entta&amp#776uschung, die sich hinter ihrer Maske der Gleichgültigkeit verbirgt.
LG, Dr. Karin Anderson

 
 

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