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12.08.2011 15:17 Zitieren Zitieren

Greta
Gast

12.08.2011 15:17 Zitieren Zitieren

Stress

Hi Dr. Anderson, ich habe ein Problem und das ist Stress. Studium, Job und dann noch die ganzen Freizeitverpflichtungen wie Geburtstage von Freunden und Kino und Weggehen etc., das stresst mich total. Am liebsten würde ich mir oft nur die Decke über den Kopf ziehen und die Ruhe haben. Aber meine WG Mitbewohner lassen mich nicht. Dann erwartet meine Mutter auch noch das ich mich mehrfach die Woche melde und mein Freund will mindestens täglich telefonieren, wenn wir uns ncht sehen. Bis jetzt habe ich es immer irgendwie hingekriegt, es allen irgendwie recht zu machen, aber so langsam machen meine Nerven schlapp. Haben Sie einen Tipp für mich wie ich weniger erschöpft bin und mehr leisten kann? Danke, Greta.

14.08.2011 20:37 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

14.08.2011 20:37 Zitieren Zitieren

Hallo Greta,

im studium hat man fixe vorgaben zu erfüllen, ich finde das freizeitleben sollte der hafen sein, in den wir einlaufen... also da könnte eine inventur helfen... die telefonate mit deiner mutter, kommt mir beim lesen vor, gehören eher in die Reduktionskiste.

Mit deinen Mitbewohnern könntest du dir bspsweise eine halbe Stunde täglich, z.B. dirket wenn du nach Haus kommst, für dich vereinbaren. Mach vielleicht ein nettes "ruhe bitte" oder "nicht stören" Schild, dass du in dieser Phase an deine Tür hängst.
Ich denke, allen Beteiligten: Freund, Mutter, Mitbewohner/inne/n, reinen Wein einzuschenken, genauso wie hier auf der online plattform, ist zwar hart, aber herzlich.

und im Unialltag: eine Thermoskanne leckeren Tee (Johanniskraut, Fenchel, od auch schwarzer mit Milch und Honig, alles was schmeckt) - so ein Tässchen zwischendurch entspannt, bringt Ruhe und Kraft...
vielleicht ist etwas von den Tips für dich dabei... lg

15.08.2011 21:30 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

15.08.2011 21:30 Zitieren Zitieren

Hallo, Greta,
Wenn du dich von all den Anforderungen, die täglich an dich gestellt werden, gestresst fühlst, ist das ein deutlicher Hinweis deines Körpers und deiner Seele, dass du jetzt unbedingt eine Pause machen solltest. Auch wenn viele dieser Verpflichtungen, jede für sich genommen, überhaupt nicht wirklich unangenehm sind, bewirkt ihre geballte Häufung, dass du sie zunehmend als eine Belastung erlebst.
Dann kann dir sogar das Telefonieren mit deinen Liebsten und Nächsten, und die freundlichen Aufforderungen deiner Freunde oder Mitbewohner zu viel werden, und du möchtest dich am liebsten in dein Zimmer verkriechen, die Tür abschliessen, und einfach mal in Ruhe gelassen werden.
In solchem Fall ist, da hat die andere Userin (oder der andere User) schon Recht, eine innere Inventur deiner täglichen Aktivitäten und Verpflichtungen dringend notwendig. Es gibt eine Skala von “sehr wichtig” an einem Pol und “nicht so wichtig” an dem anderen. Dein Studium steht natürlich an erster Stelle, hier musst du deinen Aufgaben nachkommen, da gibt es sicher nichts zu kürzen.
Was deine Freizeit anbelangt, gibt es offenbar vier Bereiche, die an verschiedenen Punkten dieser Notwendigkeitsskala angesiedelt sind: Kontakt mit deinem Freund, Kontakt mit deiner Mutter, Kontakt mit deinen Freunden/Mitbewohnern und Kontakt mit dir selbst. Bisher liegen die ersten drei nahezu gleichauf mit deinem Studium bei “sehr wichtig” und das Mit-dir-selbst-Sein ganz am anderen Ende bei “nicht so wichtig”.
“Sehr wichtig” ist aber anscheinend für dich gleichbedeutend mit “immer, zu jeder Zeit”, und da liegt der Hase im Pfeffer. Du kannst dich offenbar sehr schlecht abgrenzen, und hast vermutlich sogar Schuldgefühle, wenn du einmal “nein” sagst. Das ist aber auf die Dauer sehr ungesund und kann zu einen Burn-out-Gefühl, und sogar zu einer depressiven Verstimmung führen.
Meine Freundin Christa hat einmal den treffenden Satz geprägt: "Und manchmal will ich einfach nur allein auf dem Sofa sitzen!" Zeit für dich allein ist etwas sehr Wichtiges und Kostbares, sie dient dazu, dich seelisch und körperlich gesund und leistungsfähig zu halten.
Wenn du ständig das tust, was andere von dir erwarten, ohne auf deine eigenen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen, betreibst du nicht nur Raubbau an dir selbst, sondern wirst auch innerlich zunehmend aggressiver gegen deine Umgebung. Und irgendwann wird sich das dann als Störung in der Beziehung bemerkbar machen.
Eine innere Inventur heisst aber auch: Prioritäten setzen. Alle deine geselligen Verpflichtungen können nicht genau die gleiche Wichtigkeit für dich haben.
Deine Mutter fühlt sich vielleicht einsam, oder sie macht sich Sorgen, wenn sie nicht regelmässig von dir hört. Du solltest aber für dich entscheiden, wie oft du es für richtig hältst, mit ihr zu telefonieren. Zweimal in der Woche ist sicher nicht zu wenig, und es beruhigt sie bestimmt, wenn du feste, regelmässige Zeiten mit ihr vereinbarst, ihr aber gleichzeitig erklärst, dass, falls du es einmal nicht schaffen solltest sie anzurufen, es nicht bedeutet, dass du nicht an sie denkst.
Dein Freund möchte sicher deine Stimme hören, und sich mit dir über das austauschen, was gerade so bei euch beiden passiert. Das ist für eure Partnerschaft wichtig, braucht aber nicht jedes Mal unbedingt stundenlang zu sein, und er muss es auch einmal ertragen können, wenn du keine Zeit für ihn hast - ohne an deiner Liebe zu zweifeln.
Deine Freundschaften willst du selbstverständlich pflegen, aber wie oft musst du wen aus deinem Freundes- und Bekanntenkreis sehen? Wer von deinen Freunden ist dir so lieb, mit wem tun dir Gespräche so gut, dass du sie oder ihn jede Woche sehen oder sprechen willst? Wer ist enger Freund, wer ist nur guter Bekannter? Überleg dir realistisch, wieviel Zeit du für jeden deiner Freunde erübrigen willst.
Um ein angenehmes Zusammenleben mit deinen Mitbewohnern zu gewährleisten, musst du auf jeden Fall ein bestimmtes Mass an gemeinsamer Zeit für sie einplanen. Aber wieviel sollte das sein? Musst du wirklich rund um die Uhr “24/7” (wie die Amerikaner sagen) für sie verfügbar sein?
Es stimmt, ein offenes Wort mit all deinen freundlichen “Plagegeistern” ist wirklich angebracht. Sag ihnen, dass dir “im Moment alles etwas zu viel wird” und du ein “bisschen Zeit für dich” brauchst” und “einfach nur mal allein auf dem Sofa sitzen möchtest”. Das ist freundlich und nicht verletzend, und sollte eigentlich auf Verständnis stossen.
Es liegt dann aber bei dir, diese Grenzen auch zu schützen und nicht ständige Übergriffe hinzunehmen. Wenn deine Mutter dich zu häufig anruft, sag, dass es dir leid tut, aber du hast jetzt gerade überhaupt keine Zeit für ein Gespräch. Wenn deine Mitbewohner ständig anklopfen, obwohl du ein Schild “Bitte nicht stören” an der Tür hast, sag ihnen, dass du jetzt wirklich deine Ruhe brauchst, usw.
Wenn du dich so eindeutig verhältst, gewöhnen sich die anderen an die neue Situation und werden dein “Nein” bald respektieren. Lässt du dich allerdings bei jeder Gelegenheit wieder breitschlagen, nehmen sie deine Abgrenzungsversuche nicht ernst, und du fühlst dich bald wieder so stark unter Druck gesetzt.
Und nimm deine Stress-Signale ernst! Dein Unbewusstes zeigt dir diese Gelbe Karte, um dich zu warnen, dass es so nicht weitergehen darf, weil dich sonst schlecht fühlst und möglicherweise sogar krank wirst.
Wenn du dich genervt fühlst, dass du dich am liebsten verkriechen möchtest, ist es höchste Zeit, dass du EINFACH NUR MAL ALLEIN AUF DEM SOFA SITZT.
LG, Dr. Karin Anderson

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