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11.05.2013 22:06 Zitieren Zitieren

Topfpflanze
Pointer-User

11.05.2013 22:06 Zitieren Zitieren

Borderline und keine Ahnung wies weiter geht.

Hallo! Mein Name ist Alex und ich hab mir jetzt einige Beiträge durchgelesen, bevor ich beschlossen habe, mich zu trauen, meine eigenen Probleme hier zu posten.
Ich bin seit einem Jahr auf Borderline diagnostiziert. Falls jemand nicht weiss, was das bedeutet: "Borderlineist die Bezeichnung für eine Persönlichkeitsstörung, die durch Impulsivität und Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, Stimmung und Selbstbild gekennzeichnet ist." (Wikipedia)

Und jetzt zu meinen Problem. Ich komm mit meinen Leben zz garnicht weiter. Ich hänge in der Schule durch, die ich gerade erst wieder angefangen habe, weil ich wegen einen Psychatrieaufenthalt unterbrechen musste. Ich fühl mich, obwohl ich regelmäßig in Therapie gehe, eigentlich immer kaputter. Und ja, habe seit Oktober keine Medikamente gegen mein Stimmungstief mehr genommen, weil ich wie Ferngesteuert war. Wie ein Zombie und so möchte ich nicht leben.

Am meisten stört mich, dass ich anscheinend verlernt habe, zu weinen. Ich weiss selbst nicht wie das funktionieren soll. Ich kanns einfach nicht mehr. Ich habe früher oft geweint, aber nur ein paar Tränen und dann habe ich es unterdrückt. Aber jetzt verliere ich keine Träne mehr. Nicht bei den traurigsten und schlimmsten Dingen. Und in meinen Kopf ensteht ein Druck, bei dem ich mir einbilde, ich würde ihn nur durch weinen wegbekommen. Aber ich schaffe keine Träne.

Ich weiss nicht mehr, wie ich weitermachen soll...

16.05.2013 19:55 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

16.05.2013 19:55 Zitieren Zitieren

Wurdest du als kind sexuell misbraucht?(häufige Uhrsache für borderline)

19.05.2013 18:11 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

19.05.2013 18:11 Zitieren Zitieren

Hallo, Alex,
Ich kann zu deiner Frage nur ganz allgemein Stellung nehmen, weil ich ja nur wenige Informationen über dich habe, und auch nicht weiss, wie alt du bist, oder ob Junge oder Mädchen.
Ich bin grundsätzlich kein Freund von solch eindeutigen psychiatrischen Diagnosen im Jugendlichenalter, und in den psychiatrischen Abteilungen, in denen ich als Ärztin gearbeitet habe, wurden sie auch nicht verwendet. Jugendliche machen während ihrer Entwicklung so viele Veränderungen durch, dass einordnende Diagnosen, die für Erwachsene angebracht sind, so jungen Menschen oft nicht wirklich gerecht werden, oder sogar einer vorzeitigen Abstempelung gleichkommen.
Du leidest zweifellos unter einer depressiven Verstimmung, und deine Unfähigkeit, Tränen zu vergiessen, auch wenn die Situation wirklich zum Weinen wäre, ist auch ein typisches Symptom eines solchen Stimmungstiefs.
Hast du mit deinem Therapeuten und behandelndem Arzt das Absetzen des antidepressiven Medikaments eigentlich abgesprochen? Ich kann zwar gut verstehen, dass du dich nicht immer wie unter Medikamenteneinfluss fühlen möchtest, aber ein völliges Weglassen deiner Tabletten kann zu gefährlichen Stimmungsabstürzen führen. Dein behandelnder Arzt hätte doch sicher auch ein Medikament mit weniger dämpfenden Nebenwirkungen für dich finden können.
Es ist wirklich sehr wichtig, dass du über diese Gefühle mit deiner Therapeutin oder deinem Therapeuten sprichst, denn sie oder er kennen dich und wollen dir dabei helfen, dein Tief zu überwinden und dein Leben positiv zu verändern.
Solche Prozesse brauchen aber Zeit, und erfordern Mut und Kraft, aber vor allem auch viel Geduld und den Willen, durchzuhalten.
Deine Schulschwierigkeiten sind sicher belastend, und ich hoffe, dass deine Lehrer über dein Problem informiert sind, und bereit sind, dir die notwendige Hilfestellung und Unterstützung zu geben und Geduld mit dir zu haben.
Ich kann dich daher nur sehr ermutigen, weiter durchzuhalten, nicht aufzugeben, auch wenn alles zeitweilig keinen Sinn zu machen scheint. Die mühselige Arbeit an dir selbst lohnt sich ganz bestimmt, und in deinem Alter können seelische Schwierigkeiten meiner Erfahrung nach meist besser und auch schneller überwunden werden, als bei Leuten, die älter sind, und bei denen sich das Leben bereits in festgefahrenen Gleisen abspielt.
LG, Dr. Karin Anderson

 
 

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