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22.01.2014 21:05 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

22.01.2014 21:05 Zitieren Zitieren

beste Freundin (ex)

Hallo Frau Dr. Anderson, \r\nich bräuchte einen Rat, wie ich mich am besten Verhalten soll: \r\n\r\nMein Freund (seit einigen Monaten), hat seit Jahren eine beste Freundin, die vor vielen Jahren seine feste Freundin war, allerdings nur sehr kurz, da sie einen anderen hatte. Er trauerte ihr lange hinterher. Nun ist es so, dass sie seine beste Freundin ist, er hat auch nur sporadischen Kontakt zu ihr, alle paar Monate mal, früher wohl fast täglich. \r\n\r\nIch habe wirklich ernste Gefühle für meinen Freund, möchte ihm diese Freundschaft, da sie ihm irgendwie wirklich scheint, definitiv nicht verbieten. Sie selbst hatte schon öfter darum gebeten mich kennenlernen zu dürfen, mein Freund möchte das auch unbedingt. \r\n\r\nEr versicherte mir oft, dass er seit Jahren nichts mehr mit ihr hatte (selbst zu Singlezeiten) und ihre Freundschaft nur noch rein platonisch ist. Irgendwie glaube ich ihm das auch, denn dafür kümmert er sich zu sehr um mich, dafür hat er zu viel Verständnis und meldet sich zu unregelmäßig bei ihr, selbst in einer Situation, in der es ihr nicht gut ging. \r\n\r\nDennoch ist einfach dieses merkwürdige, irgendwie verletzende Gefühl vorhanden, viele Fragen und Gedanken. Gedanken, dass die beiden Sex hatten, Gedanken, dass sie bereits gemeinsam so viel erlebt haben. Die Frage, ob er vielleicht mit ihr mehr Spaß am Leben hatte als mit ihr. Selbst die Bezeichnung "beste" tut mir irgendwie weh. \r\n\r\nMein Freund sagte mir, es gibt Dinge, die tut man sich nicht zweimal an und dazu gehört seine beste. \r\n\r\nIrgendwann wird es ja dann soweit sein, dass ich sie kennenlernen werdemuss. \r\n\r\nHaben Sie aus rein psychologischer Sicht Ratschläge, wie ich diese "bösen Gedanken" loswerden kann, wenn ich sie gemeinsam sehe? \r\nWie soll ich mich ihr gegenüber verhalten? (ich habe bisher leider nur sehr viel negatives über sie gehört, mein Freund ist jedoch der Ansicht, dass sein Bauchgefühl ihm sagt, wir werden harmonieren.) \r\n\r\nWelche Verhaltensweisen sollte ich vermeiden, wenn mir diese Beziehung wichtig ist? \r\n\r\nEin Vergleich zwischen ihr und mir wird ja sicherlich immer da sein, das liegt ja in der Natur der Sache. \r\n\r\nÜber ein paar kurze Ratschläge (wie ich mir meine Beziehung nicht durch unnötige Eifersucht versaue!) wäre ich dankbar, ich bin da leider, warum auch immer, sehr unsicher und das, obwohl mein Freund mir an sich keinen Anlass dazu gibt. Daher verstehe ich diese Unsicherheit auch gar nicht, kann sie aber eben nicht wegzaubern. -)

06.02.2014 17:26 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

06.02.2014 17:26 Zitieren Zitieren

Hallo,
Deine gemischten Gefühle gegenüber der Ex-Freundinbesten Freundin deines Freundes sind verständlich. Vermutlich gibt es wenige Frauen, die bei diesem Thema völlig unbefangen wären.

Du weisst aber auch, dass wirklich kein realer Grund für Zweifel an der Liebe und Treue deines Freundes besteht. Theoretisch ist dir auch klar, dass du deinem Freund diese Freundschaft zugestehen solltest, und dass dir dadurch nichts an Aufmerksamkeit und Zuneigung verloren geht.

So verständlich deine Reaktion auch ist, du musst dir klarmachen, dass sie in erster Linie etwas mit deinen eigenen Selbstwertzweifeln zu tun hat. Du hast deinen Freund ja nicht in der Sandkiste kennengelernt, er hat bereits ein Vorleben mit (zumindest einer) früheren Liebesbeziehung, so wie du (möglicherweise) auch.

Genauso, wie er früher in andere verliebt war, hat er aber auch Enttäuschungen mit anderen erlitten, und Dinge erlebt, die er, wie er inzwischen weiss, sich nicht noch einmal antun muss. Er hat sich in dieser früheren Beziehung besser kennengelernt, und weiss durch diese Erfahrungen jetzt eher, was er von einer Partnerschaft will - und nicht will.

Dies sind wichtige Erfahrungen, die ihn reifer gemacht haben (das gilt genauso auch für deine früheren Erfahrungen, ob positiv oder negativ) und das Resultat kommt jetzt dir zugute!

Es spricht für die Reife deines Freundes, dass er die misslungene Liebesbeziehung in eine Freundschaft umwandeln konnte, und es nicht nötig hat, seine Ex schlecht zu machen, sondern ihre guten Seiten schätzen kann, auch wenn er keine Liebe mehr für sie empfindet. (Dies zählt genauso als Pluspunkt für seine Ex-Freundin).

Sich mit Gedanken herumzuschlagen, ob für deinen Freund der Sex mit seiner Ex vielleicht besser war, oder ob er dich mit ihr vergleicht und du dabei schlechter abschneidest - natürlich weisst du, dass er dich hin und wieder mit ihr (oder anderen früheren Beziehungen) vergleicht. Das menschliche Gehirn gleicht ständig frühere Erfahrungen mit jetzigen ab, bevor es sie speichert.

Dass dieser Vergleich vielleicht einmal negativ ausfallen könnte - sicher kann das gelegentlich passieren! Wie du weisst, lassen sich böse Gedanken nicht unterdrücken, vor allem dann nicht, wenn man ärgerlich ist.

Denkst du denn immer nur Positives? Gedanken sind zum Glück frei, und solange du sie nicht aussprichst, und als Waffe zum Herabsetzen und Kränken des Partners einsetzt, richten sie keinen Schaden an, sondern gehören zu jedem normalen Denkprozess.

Fakt ist schliesslich, dass dein Freund DICH liebt, so wie du bist, und ganz offensichtlich seiner Ex nicht hinterhertrauert (selbst wenn sie die perfekte Liebhaberin gewesen sein sollte).

Du kannst dir jetzt aber weitere Selbstquälerei ersparen, wenn du dich endlich überwindest, und die Ex-Freundin einfach kennenlernst. Denn wenn du dir erst mal selbst ein Bild von ihr machen kannst, werden sich viele Zweifel sicherlich in Luft auflösen, Ungewissheit macht viel mehr Angst, als Gewissheit.

Meine Empfehlung für diese erste Begegnung: überleg dir, ob du die Andere (gemeinsam mit deinem Freund) lieber an einem neutralen Ort (z. B. Kneipe) oder in deinem Revier (euer Zuhause) treffen möchtest. Für ein erstes Treffen, mit deinen Zweifeln, wäre es nicht so günstig, sie in ihrem eigenen Revier (ihrer Wohnung) zu sehen.

Versuch weder, ihr zu imponieren, noch mit besitzergreifenden Gesten (demonstrativen Umarmungen deines Freundes usw.) dein Revier zu markieren. Sei einfach offen und freundlich, und lass die Sache ansonsten auf dich zukommen.

Sollte das Gespräch dabei in die Vergangenheit abschweifen, und die beiden sich etwa zu sehr in gemeinsame Erinnerungen vertiefen, beende diese für dich unangenehme Situation, indem du auf ein anderes Thema zu sprechen kommst.

Wenn du dann das Gefühl hast, dass die Ex jemand ist, den du wirklich näher kennenlernen möchtest, könnte eine Freundschaft zwischen euch möglich sein. Solltest du aber den Eindruck gewinnen, dass da wirklich keine gemeinsame Wellenlänge entstehen kann, sag das deinem Freund auch ehrlich und offen.

Dann hast du zumindest den Versuch gemacht, hast dir eine Meinung gebildet, und dich nicht nur von Ängsten und Selbstwertzweifeln leiten lassen. Aber, auch wenn es nicht mit einer Freundschaft zwischen euch Mädchen klappt, lass deinem Freund die Freundschaft zu seiner Ex, und mach sie nicht mies.

Und ansonsten - sei nicht zu streng mit dir: böse Gedanken sind ja noch lange keine bösen Worte oder Handlungen, und du musst die Ex-Freundin ja auch nicht lieben, es reicht, wenn du sie (und den Vergleich mit ihr) nicht mehr so fürchtest.

LG, Dr. Karin Anderson

 
 

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