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01.02.2014 16:37 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

01.02.2014 16:37 Zitieren Zitieren

dauerhafte Distanz macht alles kaputt

Habe folgendes Problem mit meinem Freund:
Wir kamen vor über einem halben Jahr zusammen, anfangs war auch noch die gewöhnliche Verliebtheitseuphorie da. Nach nichteinmal einem Monat begann sein Arbeitsstress, wir hören uns zwar täglich, aber schaffen es höchstens 1x in der Woche uns zu sehen. Nun ist es inzwischen so, dass zwar Gefühle da sind, aber diese anfängliche Euphorie irgendwie vergraben ist. Man trifft sich und es ist mittlerweile so, als ob man schon Jahre zusammen wäre. Als ob diese ganze Verliebtheitsphase durch den ganzen Arbeitsstress einfach vergraben wäre!
Normalerweise turtelt man ja viel rum, kann nicht genug vom anderen kriegen, aber das ist irgendwie nicht mehr der Fall. Gefühle scheint er allerdings zu haben, er meldet sich täglich, ist ansonsten immer liebevoll. Sein Arbeitsstress endet demnächst endlich und wir können dann eine normale Beziehung führen.
Wie schaffe ich es, diese anfänglichen Verliebtheitsgefühle erneut hochzuholen?
Oder ist der Zug inzwischen vollkommen abgefahren?

05.02.2014 17:45 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

05.02.2014 17:45 Zitieren Zitieren

Hallo,
Jede Beziehung durchläuft Phasen, in denen sie sich entwickelt und reift.
Die anfängliche Verliebtheit ermöglicht, dass man sich aufeinandereinlässt, den anderen erstmal ohne Kritik (dank rosa Brille) kennenlernt, bereit ist, sich neuen Erfahrungen und Ideen zu öffnen, und sich auch gegenseitig ein Stück anzupassen. Dieser Anfang, dem ein Zauber inne wohnt (Hesse), liefert den Schub, mit dem die Liebesbeziehung sozusagen erstmal abheben kann.
Zum Weiterbewegen braucht sie dann aber einen anderen Treibstoff, der sie zwar keine dauernden Höhenflüge mehr erleben lässt, aber stetig voranbringen kann: Gewöhnung, Vertrauen und Freundschaft.
Bei dir und deinem Freund hat diese Anfangsphase der Verliebtheit durch die äusseren Umstände besonders schnell an Schubkraft verloren.
Es ist dabei sicher nicht so sehr die räumliche Trennung, die eure Beziehung belastet, sondern die Tatsache, dass dein Freund durch seine Arbeit unter massivem Stress geraten und aus der Euphorie des Verliebtseins herauskatapultiert worden ist, während du an diesem Gefühlshoch weiter festhalten möchtest.
Wenn dein Freund den Kopf voll mit Arbeitsstress und Prüfungsvorbereitungen hat, ist es kaum möglich, am Wochenende komplett abzuschalten, und dir ein erotisch knisterndes Beisammensein zu bieten. Stress und Anspannung sind absolute Sexkiller, dagegen hilft auch nicht die Freude über das Wiedersehen.
Wenn er dann merkt, dass du enttäuscht bist, weil du mehr erwartest, als er dir bieten kann, wirkt das, bei aller Liebe, als noch eine Anforderung, die an ihn gestellt wird, und damit seinen Stresslevel weiter erhöht.
Dass dein Freund dich noch liebt und an dir interessiert ist, zeigt sein Verhalten, er meldet sich täglich und ist, wie du sagst, liebevoll. Aber er ist an den Wochenden einfach erholungsbedürftig, und körperlich und geistig erschöpft.
Es ist zwar verständlich, dass du dir die Erotik und das Knistern zurückwünscht, und dich nach dem tollen Liebhaber sehnst, der er vor dem Umzug war. Aber du vermittelst dabei auch das Gefühl, dass du mehr verliebt in die Liebe und das Feuerwerk bist, als in deinen realen Freund in den Umständen, wie sie nun einmal bestehen.
Auch wenn der Anfangszauber jäh verschwunden ist, du musst dich prüfen, ob du bereit bist, die nächste Beziehungsstufe zu besteigen, und deinen Freund eine Partnerin sein willst, auch in einem Alltag, der vorübergehend unerfreulich und stressig ist, und in dem man sich wie ein altes Ehepaar (und nicht wie Jungverliebte) fühlt.
Dein Vorwurfsverhalten, so verständlich es auch sein mag, hat dein Freund vermutlich so erlebt, als ob du wenig Einfühlungsvermögen und Verständnis für seine Situation hast, anstatt sich in deiner Gegenwart zu entspannen, hat er sich von dir unter Druck gesetzt gefühlt.
Beide seid ihr ein Stück enttäuscht von einander, und müsst, wenn der Stress wegfällt, erstmal lernen, euch wieder einander anzunähern, Vertrauen aufzubauen, und wirklich Freunde zu werden.
Wenn das gelingt, ist es sicher auch wieder möglich, Sex und Erotik miteinander zu geniessen, und etwas von dem verliebten Anfangszauber zurückzuholen - Momente, wie sie es in jeder guten, gelingenden Partnerbeziehung gibt.
LG, Dr. Karin Anderson

07.03.2014 16:52 Zitieren Zitieren

Sarah93
Gast

07.03.2014 16:52 Zitieren Zitieren

Danke euch für das Thema, mir gehts ähnlich!

11.03.2014 16:16 Zitieren Zitieren

Sebi
Gast

11.03.2014 16:16 Zitieren Zitieren

Traurige Geschichte. Man sollte sich und seinen Partner nicht so unter Druck setzen, finde ich.

 
 

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