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27.03.2012 11:57 Zitieren Zitieren

Vanessa
Gast

27.03.2012 11:57 Zitieren Zitieren

Mein Freund kifft, was kann ich da machen

Hallo, ich schreibe Ihnen, weil ich in meiner Situation gerade nicht weiter weiß. Ich studiere Psychologie, aber manchmal glaube ich, das hilft einem gar nichts, wenn man selber betroffen ist. Es geht darum, dass mein Freund, der auch studiert, seit ein paar Monaten angefangen hat zu kiffen. Erst nur selten mit seinen Freunden, dann immer öfter. Jetzt hat er immer sein eigenes Gras und kifft ziemlich viel. Mich stört das, weil ich gegen Drogen bun, und erst hat er auch darauf Rücksicht genommen und es nur gemacht, wenn ich nicht dabei war, aber das geht zurück. Ich komme mir manchmal wie ein Spielverderber vor, wenn ich auftauche. Eine Zeitlang hat er dann immer ausgemacht oder weitergereicht. Jetzt macht er das schon nichtmal mehr. Ich werde innerlich manchmal total wütend, weil ich es nicht einsehe, dass ich mich in so einer verdrogten Luft aufhalten soll, auch wenn er dann zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr raucht. Er meint, ich soll mich mal locker machen und nicht so anstellen, wir könnten doch tolerant miteinander umgehen. Mir fällt das schwer, weil mir gar nicht gefällt, was er macht und auch nicht, wie er sich seitdem verändert hat. Er ist kaum noch an der Uni und kriegt vie weniger auf die Reihe, aber er meint, es gehe ihm jetzt viel besser als früher und ich wäre verklemmt. Ich weiß nicht, was ich machen soll, weil ich ihn ja auch nicht verlieren will.

29.03.2012 21:30 Zitieren Zitieren

Bernd
Gast

29.03.2012 21:30 Zitieren Zitieren

Auf jeden Fall kann ein Gespräch mit der Polizei Wunder wirken.
Du darfst Dich einfach nicht als Denunziant sehen - stell dir vor er stirbt eines Tages an Heroin.. Du wirst dich fragen ob es eine Anzeige hätte verhindern können.
Dieses Haschgift hat schon so viele kaputt gemacht

30.03.2012 10:52 Zitieren Zitieren

gessi
Gast

30.03.2012 10:52 Zitieren Zitieren

Hm, zur Polizei finde ich etwas übertrieben. aber ich würde deinem freund sagen, dass du dich von ihm trennst, wenn er weiter kifft.

02.04.2012 12:02 Zitieren Zitieren

Billy
Gast

02.04.2012 12:02 Zitieren Zitieren

dein freund sollte da echt mehr respekt vor deinen gefühlen haben. hmm, wäre schade, wenn könnt ihr euch da nicht einigen könnt.

03.04.2012 12:52 Zitieren Zitieren

Vanessa
Gast

03.04.2012 12:52 Zitieren Zitieren

Echt vielen Dank an alle, eure Antworten helfen mir. Ich würde mich auch über eine Antwort der Ärztin freuen.

11.04.2012 05:17 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

11.04.2012 05:17 Zitieren Zitieren


Hallo, Vanessa,
Du machst dir zu Recht Sorgen um deinen kiffenden Freund, und ich kann mir vorstellen, wie ratlos und unglücklich dich sein zunehmend verändertes Verhalten machen muss.
Zwar ist gelegentliches Haschisch- oder Marijuana-Rauchen ähnlich zu bewerten wie mässiger Alkoholkonsum. Die Gefahren, die durch regelmäßigen Cannabiskonsum entstehen, werden aber häufig übersehen.
Wie du bei deinem Freund ja leider beobachten musstest, hat sich sein Haschischverbrauch immer mehr gesteigert, von gelegentlich geschnorrten Joints zur Selbstbeschaffung und zum Dauerkiffen.
Während er anfangs noch auf dich Rücksicht genommen hat, steht mittlerweile sein Konsum an erster Stelle. Wie es dir damit geht, spielt für ihn keine Rolle mehr, deinen Widerwillen und deine Sorge qualifiziert er, als “Anstellerei” und bürgerliche Verklemmtheit ab, und verhält sich damit ganz ähnlich wie ein Alkoholiker.
Typisch für Dauerkiffer ist leider auch sein zunehmend lethargischeres Verhalten, sein Studium interessiert ihn immer weniger, sein Ehrgeiz und seine Motivation sind ihm völlig abhanden kommen, sein Ziel ist einzig der nächste Joint.
Das gleiche gilt für sein Urteilsvermögen. Ebenso, wie andere Süchtige fühlt er sich grossartig, wenn er gekifft hat, und meint, es ginge ihm viel besser, während es, im Gegenteil, mit seiner Persöhnlichkeit und seiner Lebensqualität bergab geht.
Dazu kann Cannabismissbrauch, was die meisten Konsumenten nicht wissen, in vielen Fällen auch (weitere) psychische Störungen hervorrufen, wie Angstzustände und Depressionen, Halluzinationen und wahnhafte Verfolgungsideen. Und bereits existierende seelischer Probleme werden verschärft wahrgenommen und erscheinen unüberwindbar.
Schwerwiegende körperliche Symptome sind Bluthochdruck und Herzrasen, Verminderung der Testosteronproduktion mit nachlassender Spermienproduktion, und ein gegenüber normalem Zigarettenkonsum 5-fach erhöhtes Lungenkrebsrisiko!
Die psychische Abhängigkeit, die Dauerkiffen hervorruft, muss ebenso ernst genommen werden wie eine körperliche Abhängigkeit, sie kann nämlich ebenfalls starke Entzugserscheinungen bewirken, wie Unruhe, Schweissausbrüche, Schlaf- und Konzentrationsstörungen.
Ich kann dir daher nur raten, deinem Freund noch einmal sehr eindringlich vor Augen zu führen, dass er in eine seelische Abhängigkeit geraten ist, die mittlerweile eindeutig als Drogensucht bezeichnet werden muss. Erkläre ihm, wie sehr du darunter leidest und welche Sorgen du dir um ihn machst. Und konfrontiere ihn auch damit, dass er eure Beziehung mit seinem Verhalten kaputt macht.
Ich verstehe, dass du ihn immer noch liebst und nicht verlieren möchtest. Wenn er sich von deinen Bitten aber nicht zur Einsicht bringen lässt, wenn er sein Suchtverhalten weiter verharmlost, seine Abhängigkeit verleugnet, und dich und deine Gefühle als “Anstellerei” abwertet, solltest du die Konsequenzen ziehen und dich wirklich von ihm trennen - denn du hast ihn ja bereits an die Droge verloren.
Genauso, wie für Angehörige von Alkoholikern gilt nämlich, dass Verständnis und Toleranz einem Abhängigen keinesfalls helfen, sondern ihn, im Gegenteil, noch in seiem Drogenkonsum bestärken. Umdenken und Einsicht werden nur durch Leidensdruck hervorgerufen, wenn der Süchtige nämlich eine so schmerzhafte Konsequenz seiner Sucht zu spüren bekommt, wie die Trennung des Partners.
LG, Dr. Karin Anderson

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