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23.12.2014 23:39 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

23.12.2014 23:39 Zitieren Zitieren

Gefühl aufgewacht zu sein

Hallo Fr. Dr. Anderson, \r\n\r\nzur Vorgeschichte: \r\nVor 8 Jahren gab es einige einschneidende Erlebnisse (Todesfälle, ein familiärer Kontaktabbruch) in meinem Leben, die dafür sorgten, dass ich mich von Grund auf verändert habe. Auch wenn ich nach außen hin immer offen und fröhlich wirkte, so stellte ich fest, dass es mir unheimlich schlecht ging, wenn ich zuhause war. MIr fehlte die Kraft um einfache Dinge zu erledigen, mich zu motivieren in die Stadt zu gehen fiel mir allein schon sehr schwer. Ich traf mich wie gehabt mit meinem Freundeskreis und hatte jedes Mal aufs neue das Gefühl, dass mich das unheimlich viel Kraft kostete... Ich denke nicht, dass irgendwer mir anmerken konnte, wie es in mir aussah... \r\nIch verbrachte viel Zeit damit zu schlafen, sobald ich zuhause war. Vieles blieb deshalb liegen, mein berufliches und schulisches Vorankommen allerdings nicht (ich machte Abitur, schloss eine Ausbildung sehr gut ab und fing an zu studieren), obwohl ich das Gefühl hatte, nie genug geben zu können, weil mir einfach die Kraft zum Lernen fehlte. \r\nMal gab es Phasen, in denen es mir wirklich gut ging, dann ging es mir von einem Tag auf den anderen wieder vollkommen schlecht - himmelhochjauchzend-zu-Tode-betrübt. In den schlechten Phasen weinte ich abends sehr viel. Manchmal wusste ich nichteinmal warum, aber mir ging es schlecht. Ich verstand mich einfach selbst nicht. Als ob meine Psyche vom einen in den anderen Moment einfach zusammenfällt wie ein Kartenhaus. \r\nVor einigen Jahren kam ich mit meinem ersten Freund zusammen. Anfangs gab er mir halt, ich lernte wieder ein wenig mehr zu vertrauen. Diese Beziehung wandelte sich im Laufe der Zeit immer mehr in mein Unglück. Ich wurde betrogen, mein Ex ist mir gegenüber mehrmals im betrunkenen Zustand ausgerastet (Schubser kamen vor) und allgemein ging es mir dadurch auch wieder schlechter. In mir keimten Eifersuchtsgefühle und Minderwertigkeitskomplexe zu dem bereits vorhandenen Gefühl der Traurigkeit auf. \r\nRelativ kurz nach der Trennung (die nach über einem Jahr der seelischen selbst-Quälerei erfolgte) kam ich mit meinem jetzigen Partner zusammen. Er war im Grunde genommen der Schlüssel zu meinem jetzigen Befinden. Ich hatte mich in ihn verliebt, als ich noch mit meinem Ex zusammen war. Ich wurde und werde genommen wie ich bin, er sprach und spricht mir Mut zu, wenn dieser fehlt und ist immer da. Alles soweit so schön, ich bin seit ca. 1,5 Jahren konstant glücklich, ein Zustand, den ich 7 Jahre lang nicht in dieser Art kannte. Mein psychischen Wohlbefinden ist so stabil wie schon ewig nicht mehr (bis auf einzelne kurze Phasen, aber ich denke, das ist inzwischen in einem normalen Rahmen). Die Dauermüdigkeit ist verschwunden, ich kann mich zu mehr aufraffen und bin wieder lebensfroh geworden. \r\nDas einzige was mir auffällt, ist, dass ein ganz blödes Gefühl geblieben ist: \r\nDas Gefühl, in den 7 Jahren nicht gelebt, sondern nur funktioniert zu haben. Ich bin nun inzwischen mitte 20 und habe das Gefühl, meine jungen Jahre, die einfach unwiderbringlich sind, verloren zu haben. Verloren in Kummer und Traurigkeit. Und diese Erkenntnis nervt mich immer wieder aufs neue (aber auf andere Art und Weise). Ich habe das Gefühl, als wär ich aus einer Art "Schlaf" "erwacht" (falls es sowas gibt). Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, ob es da irgendwelche Tipps gibt, wie ich dieses Gefühl einfach hinnehmen kann bzw. leichter akzeptieren kann, dass ich nun Mitte 20 bin und es kein zurück gibt, dass es nun eben so ist, dass ich wertvolle Jahre verloren habe, ohne es zu merken (und das, obwohl ich von den Aktivitäten her eine Menge erlebt habe: Reisen, Umzug, Lebensabschnitte). \r\nKann es sein, dass ein Mensch einfach dieses Fingerspitzengefühl mitbringt, das dafür sorgt, dass man sich nach so vielen Jahren konstant wieder "lebendig" fühlt?\r\nWie kann es sein, dass man das Gefühl hat, nur existiert und funktioniert zu haben, dabei aber viel erlebt hat, es aber irgendwie nie "ankam"? \r\nIch bitte um Rat. \r\nFrohe Weihnachten! \r\n \r\n

28.12.2014 23:33 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

28.12.2014 23:33 Zitieren Zitieren

Ich hab dein ganzen text gelesen ich bin 13 und habe dabei fast geheult aber ich glaube du warst einfach nur die ganze zeit unglücklich du hasst dich immer trauriger gefühlt weil du dich selbst runtergezogen hast

29.12.2014 15:05 Zitieren Zitieren

Zinna
Gast

29.12.2014 15:05 Zitieren Zitieren

Wie schön, dass es Dir besser geht. Ich würde aber mal nicht so viel mit der Vergangenheit hadern. Konzentriere Dich auf die Gegenwart und die Zukunft!

02.01.2015 14:48 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

02.01.2015 14:48 Zitieren Zitieren

Schreib doch mal, wie es dir jetzt geht!

06.01.2015 23:33 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

06.01.2015 23:33 Zitieren Zitieren

Hallo,
Waren die Jahre, während der du ständig das Gefühl hattest, nur auf Sparflamme zu leben und an nichts richtig Freude zu haben, wirklich eine verlorene Zeit? Ich kann verstehen, dass diese Frage dich jetzt, wo es dir zum Glück so viel besser geht, immer noch umtreibt.
Psychologisch betrachtet, war diese schwere Zeit sicher nicht verloren, du hast ja erfolgreich darum gekämpft, dich trotz deiner depressiven Verstimmung nicht unterkriegen zu lassen, und es geschafft, doch alle erforderlichen Entwicklungsschritte zu vollziehen, die deinem Alter entsprechen.
Ein Kampf, den du am Ende gewinnst, auch wenn er sehr leidvoll ist und dich viel Kraft kostest, lässt dich innerlich reifen und zu der Person werden, die du jetzt bist. Diese dunklen Jahre sind daher nicht nur eine sinnlos verbrachte Zeit!
Ich bin froh, dass es dir jetzt gut geht, und dass du dein Leben endlich wieder positiv erleben kannst. Zwar hat die Liebe zu deinem jetzigen Freund dir dabei geholfen, aber letztendlich bist du es selbst gewesen, die sich dem öffnen konnte.
Um deine depressiven Jahre auf einer tieferen Ebene verstehen und dich damit aussöhnen zu können, würde ich dir aber doch dazu raten, dich an einen Psychotherapeuten (ärztlich oder psychologisch) zu wenden, und mit ihr oder ihm Gespräche zu führen.
Das ist auch aus einem weiteren Grund empfehlenswert - es kann nämlich einer möglichen neuerlichen Verstimmung vorbeugen. Das Leben ist schliesslich ungewiss, und Krisen können leider immer mal wieder eintreten.
Wenn du besser verstehen lernst, warum du in der Vergangenheit so lange damit zu kämpfen hattest, bist du nämlich viel eher in der Lage, einen zukünftigen Nackenschlag zu verarbeiten und schneller darüber hinwegzukommen.
LG, und ein Gutes Neues Jahr,
Dr. Karin Anderson

 
 

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