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14.08.2006 12:54 Zitieren Zitieren

Samson
Gast

14.08.2006 12:54 Zitieren Zitieren

Günter Grass

Was haltet ihr von dem SS-geständnis von Günter Grass? Ich war wirklich erschüttert, als ich davon erfahren habe...

14.08.2006 16:10 Zitieren Zitieren

St. Paulianerin
Gast

14.08.2006 16:10 Zitieren Zitieren

Man hätte das Günter Grass wirklich nicht zugetraut. Warum erzählt er das jetzt erst? Wenn ich wegen einer Sache ein schlechtes Gewissen habe, ist für mich der beste Weg, es gleich zu erzählen. Wahrscheinlich wollte er sich seine Karriere nicht versauen. So ein Denken finde ich sehr bedauernswert.

15.08.2006 10:44 Zitieren Zitieren

Ulrike
Gast

15.08.2006 10:44 Zitieren Zitieren

Dass man als Jugendlicher mal verblendet war, disqualifiziert ja nicht alles, was man später an Gutem aus seinem Leben gemacht hat. Aber aus Angst und Kalkül und Scheinheiligkeit zu schweigen wie Günter Grass offenbar, dass finde ich armselig - gerade wenn man wie er selbst so gerne den moralischen Zeigefinger hebt.

22.08.2006 11:14 Zitieren Zitieren

barkeys
Pointer-User

22.08.2006 11:14 Zitieren Zitieren

Meines Erachtens nach sind über G. Grass in der jüngsten Diskussion um "Das Häuten der Zwiebel" viele Meinungen zu schnell und zu oberflächlich geäußert worden.
Natürlich bin auch ich schockiert darüber, dass bestimmte Aspekte in der Beziehung zwischen Autor und seinem Werk neu bewertet werden müssen:

1. Der Literatur-Nobelpreis wird nach meiner Vorstellung für das Werk eines Künstlers vergeben, nicht jedoch für seinen Lebenslauf. Also erübrigt sich die Diskussion um eine Rückgabe desselben, jedenfalls aus meiner Sicht.
2. Die große öffentliche Diskussion, welche derzeit besteht, zeigt, dass weite Kreise der Bevölkerung sich mit dem Werk des G. Grass auseinandersetzen. Dies sollte G. Grass positiv bewerten. Die stark emotionale Reaktion des Autors hilft der Diskussion wenig; schließlich berichtet er in seinem literarischen Werk aus persönlichem Bereich. Dann muss Bereitschaft des Autors vorhanden sein, Diskussion über die eigene persönliche Sphäre zuzulassen. Alles andere macht wenig Sinn, vor allem nicht das "Zumachen", wie wir es auch in dem vorangestellten Artikel lesen.
3. G. Grass einen Opportunisten zu nennen, der seine "coming outs" in der Weise einsetzt, den Verkauf seines Werks, bzw. einzelner Titel zu fördern, ist für mich viel zu vordergründig, da G. Grass eine Ernsthaftigkeit zuerkannt werden muss. Richtig an solcher Kritik ist, dass ethisch moralische Verantwortung nicht teilbar ist. Dem widerspricht G. Grass in keiner Weise.
4. Trotzdem fühle auch ich mich düpiert, da der ethisch moralisch Aspekt der sogenannten Vergangenheitsbewältigung für mich die große Klammer der Romane und Erzählungen, wie "Die Blechtrommel", "Hundejahre", "Katz und Maus", bildet. Zumindest habe ich als Leser den Sinn, den ich hinter diesen Werken vermute, in dieser Hinsicht entschlüsselt. Nehme ich nun diese Sinngebung fort, bleibt, so wie ich einschätze, eine Ansammlung teils befremdlich und oder irreal anmutender Geschichten, die vorsichtig auch als Märchen bezeichnet werden könnten, dann allerdings wenig Spannung hinsichtlich einer Sinnfrage zum Ablauf der Ereignisse aufweisen. In diesem Zusammenhang sehe ich auch die Wichtung des Werkes, zumindest seiner künstlerischen Seite.
5. In der zusammenfassenden Betrachtung scheint mir wichtig, nicht das Leben des G. Grass, und sei es auch nur ein einzelner Punkt der Vita, sondern das Werk neu zu bewerten, Autobigraphisches, so weit im literarischen Werk als solches erkennbar, neu und kritisch zu hinterfragen.
6. Eine in der vorgeschlagenen Weise geführte sachliche Diskussion wird erweisen, welchen literarischen Wert wir dem Werk des Autors G. Grass beimessen können, müssen und werden!

05.01.2007 11:10 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

05.01.2007 11:10 Zitieren Zitieren

Ich finde du solltest deinen ersten punkt ein bisschen differenzierter formulieren, denn so wie er sich jetzt liest, impliziert er das man einem Verbrecher (zum Beispiel: Massenmörder, Kinderschänder...) auch den nobelpreis verleihen sollte, denn sein Lebenslauf ist ja nicht wichtig, sondern nur sein Werk. Meinst du das wirklich so? Wahrscheinlich nicht, also wenn du schon Korrektheit forderst... Naja, aber ansonsten finde ich deine Ideen gut. ich bin eh davon überzeugt, dass das alles nur eine große PR-Aktion war, das er das jetzt verkündet und sein Zwiebelbuch hinterherschiebt, wo das ganze irgendwie verwurstet wurde....

08.09.2007 21:40 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

08.09.2007 21:40 Zitieren Zitieren

Es stellt sich mir vielmehr die Frage, ob das ganze wirklich so unerwartet kommt. Vllt hat er in einem seiner früheren Werke angedeutet, dass er bei der Waffen-SS gewesen ist.

Gruß Ingmar

06.10.2007 19:36 Zitieren Zitieren

lalelu
Gast

06.10.2007 19:36 Zitieren Zitieren

krass, dass der jetzt 80 wird. hätte ihn jünger geschätzt!

07.10.2007 12:27 Zitieren Zitieren

Kiku_65
Gast

07.10.2007 12:27 Zitieren Zitieren

Der geht mir auf den Keks, macht sich immer wichtig. Über den Kempowski hätte ich aber gerne früher mehr erfahren!
Kiku_65

 
 

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