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13.11.2005 19:36 Zitieren Zitieren

Mia
Gast

13.11.2005 19:36 Zitieren Zitieren

Nochmal Träumereien

Liebe Expertin!

Ich habe Ihnen vor ungefähr zwei Jahren einen Beitrag ins Forum geschrieben, in dem es um mein Problem mit meinen eigenen Tagträumen geht. Ich versetzte mich manchmal zusehr in Filme, Bücher etc. und bekomme manchmal sogar Depressionen, wenn meine Fantasie mit der Wirklichkeit kollidiert; wenn ich merke, dass meine Fantasie eben nur Fantasie ist, die Welten fiktiv und ich keine Möglichkeit habe,"richtig" in sie einzutauchen.
Damals sagten Sie mir, dass es eine Begabung sei und ich nur nicht mit ihr umzugehen wüsste.

Aber ich habe kein Stück dazugelernt. Die ganzen zwei Jahre lang habe ich es immer wieder versucht, aber ich hab das Ganze dann eher verdrängt.. Ich bin jetzt 17 Jahre alt und benehme mich wie ein kleines Kind.
Manchmal bin ich wirklich sehr verzweifelt und möchte nur, dass ich diese "Gabe" verliere und Dinge so erleben kann, wie z.B. meine Schwester: Sie guckt sich einen Film ein 10mal an und ist jedesmal wieder begeistert, dann beschäftigt sie sich ein zwei Tage damit, aber danach ist auch wieder gut. Sie macht sich keine Gedanken darüber, wie die Personen fühlen, geht nicht viel tiefer herein als der Film erlaubt und so weiter. Und es scheint für sie gar nicht schlimm zu sein, dass ihr etwas verloren geht, wenn sie den Fernseher aussschaltet, oder ein Buch zuklappt.
Das ist doch eigentlich normal, oder nicht?
Ich frage mich manchmal wirklich, ob ich nicht krank bin.
Es macht ja auch nur ganz selten Spaß, die meiste Zeit tut es mir nur weh, wenn ich den ganzen Tag an nichts anderes denken kann und alles doch nicht wahr ist.
Ich möchte war auch nicht gern alles nur "lauwarm" erleben, wie Sie sagten, aber so ist es doch auch nicht okay, oder?
Natürlich ist es in mancher Schulstunde ganz schön, sich einfach "wegzuträumen", aber wenn ich dann aufwache ist es noch schlimmer.
Die von Ihnen empfohlene Hypnosetechnik habe ich eine Zeit lang geübt und probiert, aber sie half mir irgendwann nichtmehr, denn eigentlich liegt das Problem ja nicht darin, dass ich nicht aufhören kann zu träumen, sondern viel mehr darin, dass ich weiß, wie wenig meine Träume wirklich fassen können und dass sie eigentlich nutzlos sind.

Ich frage mich wirklich: Was kann ich denn noch tun? Ich möchte es irgendwo nicht verlieren, aber andererseits kann ich nicht damit umgehen.
Ist das wirklich noch normal, auch wenn es mir wehtut?

Vielen, vielen Dank jetzt schonmal!!!
Ganz liebe Grüße! Mia

17.11.2005 00:01 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

17.11.2005 00:01 Zitieren Zitieren

Liebe Mia, ich habe mir deine Frage vom Dezember 04 und meine damalige Antwort nochmal durchgelesen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es bei deiner Faehigkeit, dich in deiner Fantasie ganz in Gelesenes oder Gesehenes hineinzuversetzen, um eine besondere Gabe und nicht um eine Krankheit handelt!
Mit besonderen Faehigkeiten ist es allerdings oft so, dass sie eine positive und eine negative Seite haben, und dass es Jahre dauern kann, bis man mit der negativen Seite besser umzugehen lernt und sich die positive Seite wirklich zunutze machen kann.
Du bist jetzt 17 und gehst vermutlich noch zur Schule. Weisst du eigentlich, welchen Beruf du ergreifen willst? Bei deiner Begabung scheint eine Taetigkeit im kreativen Bereich naheliegend zu sein. Viele Kuenstler welcher Richtung auch immer hat ihre starke Fantasie und Sensibilitaet geradezu zu ihren Werken hingetrieben.
Was aus dem Kopf heraus in eine reale Form gebracht und aufs Papier, auf die Leinwand, auf eine CD oder ein anderes kreatives Medium uebertragen werden kann, ist "draussen" und bedrueckt das Innere nicht mehr. Wenn dich Gedanken und Fantasien an etwas, was du gehoert, gelesen oder gesehen hast, nicht mehr loslassen - koenntest du deine Gedanken nicht aufschreiben? Oder ein Bild malen? In Musik ausdruecken? Oder dir etwas anderes einfallen lassen, um sie "nach draussen" zu befoerdern?
In meiner Praxis und auch persoenlich habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, wie sehr es erleichtert, Gedanken, Fantasien und Gefuehle durch Aussprechen, Aufschreiben, Malen usw. aus dem Inneren ins Aussen zu tragen. Dann kann es nicht mehr im Kopf herummuehlen und dich nicht mehr so vollstaendig gefangen nehmen.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

17.11.2005 19:13 Zitieren Zitieren

Mia
Gast

17.11.2005 19:13 Zitieren Zitieren

Erstmal vielen, vielen Dank für die (erneute) Antwort!!
Ich bin sehr froh, dass sie nicht der Meinung bin, dass ich verrückt bin/werde, manchmal kommt es mir nämlich selbst so vor...
Ich male/zeichne sehr viel und sehr gerne! Sowohl zuhause als auch in der Schule (im Kunstunterricht, aber auch während solcher "Träum-Stunden"blinzeln, manchmal auch für andere Leute.). Irgendwann habe ich mal ein Comic-zeichen-Buch zu Weihnachten bekommen und zu der Zeit hat es mir wirklich Spaß gemacht, meine ganzen Geschichten aufzumalen. Und dann bin ich immer und immer besser geworden, jetzt male ich fast alles.
Am schönsten ist es, dass ich z.B. eine Blume lila MALEN kann, auch wenn sie eigentlich niemals lila SEIN kann. Ich hoffe, Sie verstehen, was ich damit meine, es hört sich doch sehr komisch an...
Aber ich glaube, dass ich soetwas nicht beruflich machen darf, es ist wohl zu "unsicher".
Naja,ich hab auch das Gefühl, dass alle Bilder, die ich male, das, was in meiner Phantasie ist, nie fassen oder ausdrücken können.
Zeichne ich denn dafür nicht gut genug oder kommt es darauf gar nicht an? Obwohl es mir kurz danach wirklich immer besser geht, das stimmt.
Das gleiche Gefühl habe ich aber auch bei Geschichten, die ich schreibe. Es ist dann nur eine von so vielen Geschichten, dass ich sie gar nicht aufschreiben könnte.
Es kommt mir dann so sinnlos vor und das tut weh. Wenn ich dann weiß, dass ich es nicht halten kann, dass ich es verliere. Das ist so schwer zu beschreiben!
Ich habe dann auf jeden Fall das Gefühl, dass ich irgendwann wirklich verrückt werde und es vielleicht mal nichtmehr kontrollieren zu können. Manchmal ist das wirklich wie Hypnose und ich merke dann gar nicht, dass ich weine, obwohl es alle sehen, oder soetwas. Oder plötzlich scheinbar grundlos anfange zu lachenLächeln(Es hat ja wirklich auch total schöne Seiten, nur sind die immer im Hintergrund überschattet von dem Wissen, dass das, was mich zum Lachen bringt, nie wirklich sein wird.)
Soll ich es denn trotzdem versuchen mit den Bildern? Wird es dann besser, auch wenn sie nicht alles zeigen können?

Wirklich vielen Dank, dass sie mein "Problem", oder vielleicht doch meine Gabe, so ernst nehmen! Es tut mir irgenwie ehrlich Leid, weil es so albern klingt, aber ich weiß einfach niemanden, der mich sonst ernst nehmen würde.

Ganz liebe Grüße! Mia

PS: Mein eigentlicher Berufswunsch nach der Künstlerin war übrigens Kinderpsychologin. Aber da muss ich erstmal ein gutes Abi schaffenLächeln

20.11.2005 21:11 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

20.11.2005 21:11 Zitieren Zitieren

Liebe Mia, du hast also tatsaechlich nicht nur viel Fantasie, sondern auch ausgepraegte kuenstlerische Begabung! Natuerlich kann ein gemaltes Bild nie haargenau das treffen, was man als Gefuehl oder Idee in sich spuert. Genauso wie kein noch so gutgemachter Film eine Geschichte genau so wiedergeben kann, wie sie in einem Buch geschrieben wurde. Das macht aber nichts, denn es ist ja eine Umsetzung in ein anderes Medium, und muss daher ein Stueck veraendert sein.
Um seine Seele zu erleichtern, braucht es im Grunde sowie keine kuenstlerische Begabung, weil das Gezeichnete in diesem Fall ja nur symbolisch das Gefuehlte darzustellen braucht, um es "von innen nach aussen" zu bringen. Wenn aber zusaetzlich Talent vorhanden ist, wird aus dieser Gestaltung Kunst! Du solltest dich dann nicht von dem Gedanken verrueckt machen lassen, dass deine Bilder das, was du fuehlst, nie wirklich 100-prozentig erfassen und ausdruecken koennen. Sie entstehen zwar auf dem Boden deiner Fantasie, aber stellen bereits eine Weiterentwicklung deiner Empfindungen dar und sind damit etwas ganz Eigenstaendiges und nicht etwa ein nicht wirklich gelungenes Abbild.
Das Gleiche gilt fuer die Geschichten, die du schreibst. Indem du sie zu Papier bringst, gibst du ihnen ein Eigenleben, sie basieren zwar auf deiner Fantasie, entwickeln sich aber beim Schreiben weiter und haben einen Wert fuer sich.
Ich moechte dich sehr ermutigen, diese besonderen Faehigkeiten weiterzuentwickeln. Wie du ja beschrieben hast, wirst du durch Ueben allmaehlich immer besser und lernst immer mehr, dich kuenstlerisch und gestalterisch auszudruecken. Wenn du einen Beruf ergreifen moechtest, lass dich nicht einfach von dem Gedanken abschrecken, dass Kunst "brotlos" ist. Natuerlich ist es schwer, allein von seiner Kunst oder seinem schriftstellerischen Talent zu leben, bevor man ein etablierter Kuenstler oder Schriftsteller geworden ist. Aber es gibt ja verwandte Berufe, in denen du dich mit deiner Kreativitaet und einer zusaetzlichen Ausbildung ernaehren (Kunstlehrerin, Grafikerin. usw.) und in deiner Freizeit Malen oder Schreiben kannst. Und wenn du dich gern mit Kindern beschaeftigst, ist Kinderpsychologin ganz sicher ein wunderbarer Beruf. Aber egal, was du beruflich machen wirst, irgendwann hast du vielleicht deine erste Ausstellung zusammengestellt oder dein erstes Buch geschrieben und illustriert.
Deine Gedanken und Fragen finde ich uebrigens ueberhaupt nicht albern, sondern sehr wichtig, und ich freue mich, wenn ich dabei ein Stueck weiterhelfen kann!
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

29.11.2005 13:21 Zitieren Zitieren

Shanny
Pointer-User

29.11.2005 13:21 Zitieren Zitieren

Hi Mia!

Ich kenne dein Problem, denn ich hab es auch. Es hilft mir wirklich, das was ich träume in eine Gechichte auf Papier zu bringen, also zeichnen oder schreiben. Ich kann auch verstehen, dass es dann schmerzt weil es aus deinem Kopf "weg" ist, aber ich mache es dann so, dass ich meine Geschichte meiner Schwester oder meinem Freund zum lesen gebe. So können auch andere an deiner Träumerei teilhaben und es ist wirklich ein gutes Gefühl wenn einem dann gesagt wird, dass es eine schöne Geschichte ist. Ich habe mir auch eine ganze "Welt" zusammen gezeichnet, eine Karte von einer fiktiven Welt und Zeichnungen deren Bewohner. Also mich erleichtert so etwas dann ungemein wenn ich es aufs Papier gebracht habe und es jemand anderem zeigen kann.

Ich wünsch dir noch viel Glück
LG
Shanny

02.01.2006 20:26 Zitieren Zitieren

Mia
Gast

02.01.2006 20:26 Zitieren Zitieren

Hallo Shanny!
Danke für Deine Antwort! (Auch wenn´s schon etwas her ist*g*)
Leider kann ich nicht so leicht schreiben, was ich träume. Ich wüsste gar nicht was, obwohl ich so viele Geschichten hätte, Meist ist es nämlich so, dass ich etwas sehe, lese etc. und dann explodiert irgedwas in meinem Kopf und 100 Geschichten sind da. Davon sind viele ohne Anfang und ohne Ende.
Aber ich beneide Dich darum, dass Du Deine Geschichten anderen zum Lesen geben kannst!! Ich könnte das nicht, ich hab meist zuviel Angst, dass andere sie schlecht oder albern finden... Meine Bilder finden zwar alle immer schön, aber 1. zeige ich auch nicht alle meine Bilder und 2. sind es ja nur Ausschnitte, die zwar viel ausdrücken können, aber die Geschichte dazu kenne ja doch nur ich.
Ich denke, es gehört schon viel Vertrauen dazu, wenn man jemandem soetwas zeigen kann! Darum beneide ich Dich wirklich!!
Liebe Grüße! Mia

22.11.2006 16:26 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

22.11.2006 16:26 Zitieren Zitieren

Hey ihr...
Also ich hab mal ne ganz ganz wichtige Frage..und zwar,..wie kommt man von Hauptschule ..(ich gehe egrade in die realschule auf einer Berufsschule) und wollte einfach mal schnell den weg von hauptschülerin zur Kinderpsychologin gesagt bekommen..

Als erestes Hauptschule abschließen, dannach auf einer Berufsschule real machen..dannach 2 Jahre Sozial assistentin oder wie??

 
 

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