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10.11.2005 21:31 Zitieren Zitieren

AnNa
Pointer-User
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10.11.2005 21:31 Zitieren Zitieren

Meine Vergangenheit verbaut meine Zukunft

Hy ihr lieben!
ich hab n riesen problem und des is MEIN ERZEUGER... er is vor 2 jahren gegangen, is schwer psychisch krank, hat schon morddrohungen gegen meine ma ausgesprochen etc. Er hat immer wieder Sachen gemacht die mich unendlich weit nach unten gezogen haben und ich hatte in den letzten Jahren echt starke Probleme (SVV, Depris etc. )
will aber trotzdem die schule weitermachen..
und das ist mein Problem: mein Berufswunsch ist Heilpädagoge- hab auch schon n Praktikum gemacht in nem Kindergarten mit behinderten kindern und es war Klasse.. Ich bin Päda LK und wir machen sehr viel Psychologie und so. Das einzige Problem ist: ich merke bei mir selber das ich durch diesen ganzen unterricht und so langsam realisiere, dass mein vater damals schuldig und "böse" war, wenn er mich geschlagen hat und nicht ich der schuldige bin.. das hört sich jetzt irgendwie blöde an aber ich kanns grad nit anders formulieren. ich hab halt immer gedacht er wär im recht. schließlich wird man doch nur bestraft wenn man was falsch gemacht hat. naja. soweit kein problem und gut das ich es erkannt habe, aber ich merke jetzt keine aggros gegen meinen vater oder so.. wenn ich mich mit dem Thema auseinandersetze, dann zeig ich einfach anders, dass es mich stresst. Ich werd krank (krieg anfälle...) etc..
ich merk einfach das mich das unheimlich mitnimmt damit konfrontiert zu werden. Ich bin auch psychisch nit in der besten Verfassung.. Aber was muss ich machen damit ich meinen Berufswunsch realisieren kann? Ich will mich doch später mit Problemen von anderen Leuten auseinandersetzen! Ich will diese ganzen Problematiken doch verstehen und Erziehung hinterfragen! Aber ist das vernünftig so n "persönliches Schicksal" direkt in den Beruf zu integrieren? Ist das machbar? Ich hab schon etliche Gespräche mit "Psychos" geführt( verzeiht mir den Ausdruck blinzeln will mich ja auch mal dazuzählen *hö*) aber ich hab trotzdem das Gefühl, meine Gefühle gegen meinen Vater nicht loszuwerden. Sie sind da aber irgendwo in mir drin! ich hab auch schon briefe schreiben, bilder anschreien und so versucht... und Real kann ich ihn nicht mit meinen gefühlen konfrontieren.. weil er keine schuld einsieht und.. naja.. wie gesagt.. psychisch krank ist.
naja.. wenn ihr jetzt meine Frage verstanden habt wär ich euch unendlich dankbar wenn ihr mir antworten könntet. ansonsten stellt bitte rückfragen.. MIr ist das so wichtig. es geht einfach um meine zukunft. hab das gefühl ich steck da in was fest.

16.11.2005 00:03 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

16.11.2005 00:03 Zitieren Zitieren

Liebe Anna, ich finde es toll, dass du als Heilpaedagogin benachteiligten Kindern das vermitteln willst, was dein Vater dir aufgrund seiner psychischen Erkrankung nicht geben konnte, naemlich Foerderung, Anerkennung und Bestaetigung.
Du machst jetzt waehrend deines Psychologieunterrichts eine Erfahrung, die jeder Menschen macht, wenn er mit Themen und Problemen konfrontiert wird, die an die eigene leidvolle Vergangenheit ruehren. Natuerlich ist das oft sehr schwierig und bringt Konflikte und Krisen mit sich. Aber es ist eine bekannte Tatsache, dass sich gerade Menschen wie du zu Heilberufen hingezogen fuehlen - eben gerade, weil sie aus ihren eigenen schwierigen Erfahrungen heraus anderen helfen und das geben wollen, was ihnen selbst gefehlt hat. Jemand, der noch kein eigenes Leid und keine seelischen Konflikte erlebt hat, hat im Allgemeinen weniger Interesse an solcher Problematik und fuehlt sich nicht zum Helfer berufen.
Wie willst du sonst Leute verstehen, die Probleme haben, wenn du nie in einer eigenen Krise gesteckt hast, wie solltest du dich in fremdes Leid einfuehlen koennen, wenn du selbst immer gluecklich warst? Deine eigenen schwierige Lebenserfahrungen koennen dir gerade die Befaehigung geben, eine besonders gute Heilpaedagogin zu werden - wenn es dir gelingt, an dir selbst zu arbeiten und deine inneren Wunden zu heilen. Dazu reichen ein paar Gespraeche mit "Psychos" aber nicht, sondern du solltest, wie Moe vorschlaegt, unbedingt eine eigene Therapie machen.
Fuer viele Heilberuf sollte Selbsterfahrung eigentlich eine wesentliche Voraussetzung sein! Selbsterfahrung ist nicht anders als eine eigene Therapie, und diese Auseinandersetzung mit dir selbst, deiner Vergangenheit, und den Folgen fuer dein jetziges Leben wird dir helfen, deine seelischen Verletzungen wirklich zu ueberwinden, und Abstand zu gewinnen, damit die Schatten der Vergangenheit und der "boese" Vater dich nicht immer wieder einholen und dir zusetzen koennen. Diese Wunden muessen wirklich vernarben, damit sie nicht bei jeder Konfrontation mit aehnlichen Themen im Studium oder bei deinen Patienten wieder aufreissen. Und es ist wirklich moeglich, die Wut, den Schmerz, die Enttaeuschung und die Traurigkeit zu verarbeiten und ihre destruktiven Auswirkungen loszuwerden!
Dazu wuerde ich dir eine analytische oder tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie vorschlagen. In deinem Fall wuerde deine Krankenkasse sicherlich die Kosten uebernehmen. Hier geht es ja nicht nur um Fortbildung, sondern um Heilung fuer dich selbst. Ich wuerde dir aber unbedingt davon abraten, deine Vorgesetzten oder solche Supervisoren deswegen anzusprechen, die beruflich ueber dich zu beurteilen haben. Ein unabhaengiger Therapeut ist objektiver und du kannst dich ohne Angst vor beruflichen Konsequenzen oeffnen.
Eine meiner Patientinnen hat mir zum Abschied einmal einen kleinen Skarabaeus aus Alabaster geschenkt. Dieser Mistkaefer wurde von den Alten Aegyptern fuer goettlich gehalten, weil er scheinbar aus einer Kugel Dung Leben erschaffen konnte (sie wussten natuerlich nicht, dass er seine Eier darin ablegte, die dann zu neuen Kaefern heranreiften). Meine Patientin sah den Skarabaeus als Symbol fuer ihre erfolgreiche Therapie an: es war ihr gelungen, einen stinkenden alten Klumpen Mist in neues Leben umzuwandeln...
Liebe Gruesse und alles Gute fuer deine Zukunft,
Dr. Karin Anderson

31.07.2006 15:52 Zitieren Zitieren

bubsie
Pointer-User

31.07.2006 15:52 Zitieren Zitieren

Hi!!
Ich würde dir auch raten eine therapie zu machen!!
Denn es is sehr schwierig mit solchen dingen allein fertig zu werden!!!
Ich möchte später Heilerzieherin werden und bin gesüannt was da auf mich zukommt!!!
Wünsche dir alles alles gute!!
LG Bubsie

 
 

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