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31.08.2005 12:20 Zitieren Zitieren

Mo
Gast

31.08.2005 12:20 Zitieren Zitieren

Lernen nicht zu hassen

Hallo alle im Forum,

es gibt da so in meinem Leben eine Bekannte, und darüber hinaus auch eine Gruppe von Menschen, die ich total hasse. Sie haben mir zwar überhaupt nichts angetan, die Gruppe z.B. habe ich nicht mal kennengelernt, aber ich mag sie nicht. Die eine Bekannte macht mich total narrisch, ich find die so blöd, so ne Tussi, und ich kann mich maßlos über sie ärgern.
Und diese Gruppe, ist ein Verein, ein Chor nämlich, wo auch mein Freund dabei ist. Und es stört mich, daß er da immerzu hingeht. Der kennt die Leute schon zig Jahre, und die verbringen so viel Zeit miteinander, daß ich eine Konkurrenz in diesem Chor sehe und eifersüchtig darauf bin. Und automatisch hasse ich da alle davon, will die nicht kennenlernen, und alle sind sie in meinem Kopf automatisch blöd, irgendwelche demoralisierten Schwachköpfe usw. Sprich, ich kann mich wieder aufregen.

Wie kann ich denn das abschalten? Kann man es lernen, nicht zu hassen? Ich will mit diesen Leuten nix zu tun haben, aber ich will mir auch nicht jedes Mal so nen Kopf machen.

Bitte helft mir
Danke schon mal, Grüsse

31.08.2005 22:16 Zitieren Zitieren


Gast

31.08.2005 22:16 Zitieren Zitieren

Hi,
ich glaube nicht, daß du diese Menschen hast... Es klinnt vielmehr danach als ob du wie du schon schreibst sehr eifersüchtig bist... Vielleicht vergeht das alles, wenndu dem einen oder andern aus der Gruppe doch eimal eine Chance gibst, du vielleicht mal mit zu einem Auftrittt deines Freundes gehst? denn so wie du alles schreibst klingt es, als ob du Angst hättest diese Menscen könnten dir deinen Freund wegnehmen... Deswegen stellst du sie innerlich auf eine höhere Stufe und bist eifersüchtig... Um dich selbst zu beschwichtigen und zu beruhigen redest du dir dann ein wie inkompetent diese Menschen sind... enn du dich nur mal mit ihnen abgeben würdest, würdest du wahrscheinlcih erkennen, daß sie ebenso menschlich sidn wie du und daß du immernoch die tollste für deinen Freund bist Lächeln Wenn du aber vor deinem Freund auf ihnen rumhackst, trägt das keine guten Früchte- er wird nciht mehr mit dir über sie reden wollen und Vertrauen geht verloren, solltest du ihn vor eine entscheidung stellen, wird er sich höchstwahrscheinlich für die Grupe entscheiden.... Nichtweil er dich nicht liebt, sondern weil er sich eingeengt fühlt...
Liebe Grüße

01.09.2005 12:47 Zitieren Zitieren

Mo
Gast

01.09.2005 12:47 Zitieren Zitieren

Hallo MÖ,
ich danke dir für deine Antwort. Du scheinst mich echt durchgeguckt zu haben. Ich bin wirklich maßlos eifersüchtig. Und wenn ich nur an diesen Chor denke, wird mir schon schlecht. Ich habe ihn zwar sicher nicht vor die Wahl gestellt, aber zumindest klar gemacht, daß mir das etwas zu viel wird. Denn zu Zeiten war er drei Mal die Woche weg, die Wochenenden waren versaut, nur weil die schon wieder einsingen müssen.
Er hat es eh schon, nicht nur wegen mir sondern auch, weil es ihm selbst zu viel geworden ist, reduziert. Man muß halt seine Prioritäten setzten, und das bin entweder ich oder sein Chor. Glücklich werden wir beide nicht deswegen, wenn wir uns wegen seinem Hobby so selten sehen.

Danke auf alle Fälle, ich werde irgendwie versuchen, meine Gedanken und Gefühle der Gruppe gegenüber stumpf zu halten, und ihnen neutral entgegen stehen. Ist zwar schwer, und ich hab auch keine Ahnung, wie ich das machen soll, aber es MUSS halt irgendwie gehen, bevor alles wegen denen, bzw. wegen mir alles kaputt wird.

Grüsse, Mo

04.09.2005 13:38 Zitieren Zitieren


Gast

04.09.2005 13:38 Zitieren Zitieren

Vielleicht solltest du ein wenig anteil an sienem Hobby nehmen, geh doch mal mit und höre zu oder begleite ihn zu seinen Auftritten- er freut sich sicher, wenn du ihn bestärkst :P

05.09.2005 16:18 Zitieren Zitieren

Mo
Gast

05.09.2005 16:18 Zitieren Zitieren

ja bestimmt freut er sich. Aber wenn er mal 4 Tage auf Workshop mit allen geht, was soll ich dann tun? Und wenn ihn dann alle Weiber aus dem Chor anraunzen, warum er denn das nächste Mal nicht mitgeht, sie werden ihn ja sooo vermissen ... grrrr, warum wohl? Will gar net wissen was da abläuft. Es scheint, als könnt ich ihm gar nicht vertrauen. Es fällt mir auch schwer, da er seine Ex-Frau soooo oft betrogen hat, und sogar schon mit einer aus seinem Chor, obwohl er verheiratet war, einen Quicky in seinem Auto hingelegt hat. Toll, wie soll ich dann lernen zu vertrauen?

Und darum will ich gar nicht seine Weiber da kennenlernen. Da blamier ich mich ja, denn wer weiß, was die alles über ihn wissen, wie sie ihn kennen.

Ach ich weiß nicht, ich bin am verzweifeln. Mir kann wohl gar nichts mehr helfen.

Danke trotzdem

29.09.2005 03:38 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

29.09.2005 03:38 Zitieren Zitieren

Liebe Mo, mir scheint, dass das Problem weniger die Chorgruppe deines Freundes ist, sondern in Wirklichkeit der Mangel an Vertrauen in eure Beziehung. Du schreibst, dass dein Freund seine Ex-Frau sehr oft betrogen hat, und dass mindestens einmal eine der Frauen aus dem Chor beteiligt war. Kein Wunder, dass du da mulmige Gefuehle hast. Ob dieses Misstrauen berechtigt ist, ob dein Freund sein Verhalten inzwischen geaendert hat, oder ein notorischer Don Juan ist, weiss ich natuerlich nicht. Wenn du ihm aber nicht vertrauen kannst, spielt es keine Rolle, ob er andere Frauen im Chor, bei der Arbeit oder sonstwo trifft, denn Gelegenheiten gibt es ueberall!
Wie Moe glaube ich, dass du mit deiner Wut auf diese Chorgruppe deine Gefuehle quasi nur ablenkst. Schliesslich sind es nicht die Gruppenmitglieder, die dir deinen Freund wegnehmen, sondern dein Freund hat ein Hobby, dass ihm viel bedeutet und dem er viel Zeit widmet. Nicht die Frauen aus dem Chor sind hassenswert, sondern du bist wuetend, dass dein Freund sein Hobby so wichtig nimmt, dass er weniger Zeit mit dir verbringt.
Ein ernstzunehmender Chor, der auch oeffentliche Auftritte hat, erfordert regelmaessiges Chorproben und nimmt auch oft die Wochenenden in Anspruch.
Deinem Freund singt nicht nur gern im Chor, sondern fuehlt sich auch in dieser Gruppe, die er schon viele Jahre kennt, sehr wohl. Es scheint dort ein guter Zusammenhalt zu herrschen, was einen Chor unter kompetenter Leitung kennzeichnet. Waere das nicht der Fall, waere dein Freund wohl kaum noch mit solcher Begeisterung dabei. Natuerlich kann diese Hingabe fuer eine neue Partnerin nicht eben einfach. Es ist schon richtig, du musst deinen Freund mit seinem Hobby teilen. Auch wenn du vom Kopf her sagst, dass du ihn nicht zu einer Entscheidung: "der Chor oder ich" zwingen willst - vom Gefuehl her wuerdest du das am liebsten doch tun.
Du moechtest auch die anderen Chormitglieder gar nicht erst kennenlernen, weil du sie in deiner Fantasie zu Bumaennern hochstilisierst, die dich mitleidig belaecheln und sich ueber dich lustig machen koennten, weil sie moeglicherweise wissen, welch wildbewegtes Vorleben dein Freund gehabt hat. Deine Eifersucht hat zwar schon etwas mit dem frueheren Verhalten deines Freundes zu tun, aber vor allen Dingen auch mit deiner eigenen Unsicherheit und deinem schlechtem Selbstwertgefuehl. Darum stattest du in Gedanken die Chormitglieder mit allen moeglichen negativen Eigenschaften aus, anstatt dir wirklich selbst ein Bild zu machen. Dabei haette dein Freund doch jede Chance gehabt, sich im Chor nach einer Freundin umzusehen. Er hat sich aber dich ausgesucht! Also musst du, wie Moe auch sagt, ganz sicher in seinen Augen attraktiver und "die Tollste" sein.
Du musst dir nun selbst darueber klarwerden, ob du deinem Freund denn ueberhaupt trauen kannst. Wenn nicht, ist eure Beziehung zum Scheitern verurteilt, ganz egal, ob er nun im Chor singt oder nicht. Als naechstes musst du dir ueberlegen, wie du dich in Zukunft zu seinem Hobby stellen willst. Kannst du grosszuegig sein und ihm sein Hobby lassen? Oder stellst du dir eine Partnerschaft als totales Einssein vor, entweder man macht alles zusammen oder man laesst es bleiben? So eine Erwartung ist, wie Moe auch betont, wenig partnerschaftsfoerderlich, dein Freund wuerde sich mit Sicherheit sehr schnell eingeengt und kontrolliert fuehlen und dir das uebelnehmen.
Wie sieht es denn eigentlich mit deinen eigenen Interessen aus? Hast du nichts, was du dem Hobby deines Freundes entgegensetzen kannst? Musst du wirklich genervt zu Hause herumhaengen, wenn er zum Chorsingen geht, oder hast du Freunde, mit denen du etwas unternehmen kannst?
Du sagst doch, dass dein Freund bereits von sich aus die Zeit, die er im Chor verbringt, etwas zurueckgeschraubt hat. Er will also offenbar mehr Zeit mit dir verbringen. Setz ihn nicht unter Druck, mach ihm kein schlechtes Gewissen, wenn er sein Hobby wichtig nimmt. Er wird dein Verstaendnis zu schaetzen wissen. Und du hast damit einen wichtigen Schritt fuer dich selbst und dein Selbstbewusstsein getan, weil du es geschafft hast, deine Aengste und deine Unsicherheit zu ueberwinden.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

03.10.2005 11:45 Zitieren Zitieren

Mo
Gast

03.10.2005 11:45 Zitieren Zitieren

Hallo Frau Anderson,

Sie haben soooo Recht, in jedem Punkt. Ich bin so sehr eifersüchtig auf all die Frauen dort im Chor, daß er sich so zwischen anderen Frauen wohlfühlt, und daß sie ihn ja alle so sehr gern haben. Ach, es ist so schwer für mich, daß alles einfach so hinzunehmen und zu akzeptieren.
Ich dulde es aber nicht, daß er selbst an Wochenenden singen geht. Das ist echt zu viel. Und so neben bei bleibt es ja nicht bloß beim Singen. Danach noch was trinken, und jede Woche ein Geburtstagsfest, und dann das und jenes. Ich mein, will er mit mir zusammenleben oder mit seinem Chor? Dann soll er doch seinen Chor heiraten, wenn er ihn so sehr mag.
Na ehrlich, man muß halt Prioritäten setzten. Am Montag hatte er Gesangsstunde bei seiner ja so tollen Chorleiterin, am Dienstag 1 Stunde Männerprobe, danach noch 2 Stunden Chorprobe mit dem ganzen Chor. Dann hat er auch noch die Website für die gemacht, sprich auch zu Hause, anstatt daß wir Zeit verbringen, sitzt er vorm PC macht deren Seite. Somit war er auch noch im Vorstand, d.h. Vorstandssitzungen jedes Monat, Proben am WE, zur Weihnachtszeit fast jedes Wochenende irgendwo singen, und im Frühling auch noch einen mehrtägigen Workshop irgendwo in einem Hotel, ach ja, und den Juli, wo eigentlich frei wäre (Sommerferien), tun die freiwillig durchproben, weil es ja so schön ist. Meeenscch, wie soll man das aushalten? Da leben wir uns halt auseinander. Ein bissl sehr ehrgeizig ist seine Chorleiterin ja schon.
Aber er hat es ja Gott sei Dank dezimiert, macht jetzt nur mehr Männerprobe. Kein Wunder, ich flipp ja schon aus, wenn er nur das Wort "Chor" benutzt.

Aber wie soll ich denn mehr vertrauen? Wie soll ich es schaffen, keine blöden Gedanken zu haben, wenn er wieder irgendwo mit seinen noch so geliebten 50 Chorkolleginnen sich amüsiert?
Ich kann nicht mehr klar denken. So nebenbei hatten wir grad am letzten WE wieder Krach deswegen, und er hat Schluß gemacht mit mir. So, also is jetzt eh alles für die Katz. Ich heul seit Sonntag nur noch depert umadum.

Wir werden zwar wahrscheinlich eh wieder zamkommen, weil wir zu sehr aneinander hängen, aber wie soll ich in Zukunft dann damit umgehen?

Oder ist es wirklich besser so, daß wir nicht zusammen sind? Wir sind halt ansonsten sowas von füreinander geschaffen, wir denken sonst soooo gleich. Er sagt immer, ich bin seine Traumfrau u.s.w.

Wie kann ich über all das hinwegsehen? Ich schaffe das einfach nicht ....

Danke auf alle Fälle tausendmal für Ihre ausführliche Antwort ...
Grüsse, Mo

05.10.2005 20:27 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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05.10.2005 20:27 Zitieren Zitieren

Liebe Mo, ich kann mir schon vorstellen, dass das Wort "Chor" mittlerweile ein Rotes Tuch fuer dich darstellt. Neben den ganzen anderen Aktivitaeten auch noch von zuhause aus die Website fuer den Chor zu betreuen, hoert sich schon recht extrem an... Wenn ihr euch denn doch wieder versoehnt - glaubst du, dass es moeglich waere, eine ganz konkrete Vereinbarung ueber eure Zeiteinteilung zu treffen? Wenn du genau wuesstest, dass dein Freund einen Tag in der Woche seinem Gesangshobby widmet, und an zusaetzlichen Proben nur (nach Absprache) teilnimmt, wenn tatsaechlich Konzerte bevorstehen? Wenn er sich ausserdem zwischen Vorstandsarbeit und Websitebetreuung entscheiden wuerde, aber sich keinesfalls fuer beides verantwortlich fuehlt?
Fuer eine kollegiale Atmosphaere im Chor ist sicher ein gelegentliches Biertrinkengehen foerderlich, aber eben nur gelegentlich (nach Absprache) und nicht regelmaessig. Zu Geburtstagsfeiern solltest du eigentlich selbstverstaendlich als seine Freundin miteingeladen werden, denn es handelt sich ja um eine rein private Veranstaltung. Ich wuerde dir auch empfehlen, da mal mithinzugehen, deine inneren Vorbehalte zu ueberwinden, dich umzuschauen, wer dir am nettesten erscheint und aktiv mit diesen Leuten ins Gespraech zu kommen. Dann hast du einen besseren Ueberblick, fuehlst dich nicht mehr so aussen vor, und stellst auch fuer die anderen eine reale Person dar (und nicht nur etwa einen unbekannten Stoerenfried). Dein Freund sollte ausserdem sich auf die Geburtstage solcher Chormitglieder beschraenken, mit denen er sich wirklich mehr verbunden fuehlt, und nicht obligatorisch zu allen gehen.
Je offener diese ganze Thema gehandhabt werden kann, je mehr dein Freund dich in seine Planungen einbezieht, umso eher wird dir sein Hobby ertraeglich sein. Und fuer die Zeit, wenn er auf seinen alljaehrlichen mehrtaegigen Workshop faehrt, solltest du dir moeglichst eine eigene Minireise einplanen, mit einer Freundin, etwas, wozu du Lust hast (und dein Freund vielleicht nicht).
Auf zusaetzliche regelmaessige Extra-Unterrichtsstunden bei seiner Chorleiterin sollte dein Freund allerdings tatsaechlich wirklich verzichten, wenn er eure Beziehung nicht aufs Spiel setzen will. Wenn dein Freund sich nicht nur dir gegenueber an Absprachen haelt, sondern auch dem Chor und seiner Leiterin gegenueber klare Grenzen absteckt, wenn er keinen Zweifel daran laesst, dass er ein Privatleben hat, und der Chor sein Hobby, aber nicht seine Familie ist, werden die Versuche von Chormitgliedern sicherlich nachlassen, ihn zu zusaetzlichen Treffen zu draengen.
Diesen Abnabelungsprozess kannst du ausserdem dadurch unterstuetzen, dass du dich mit diesen Abprachen einverstanden erklaerst und, wenn sie eingehalten werden, nicht weiter versuchst, deinen Freund unter Druck zu setzen. Und sollte er sich nicht an eure Absprachen halten, musst du ihn natuerlich damit konfrontieren. Je weniger du dabei emotional ausrastest und je sachlicher du bleiben kannst, umso eher wird dein Freund auf dich eingehen. Druck erzeugt immer Gegendruck, und wenn du deinem Freund zu sehr zusetzt, reagiert er mit Trotz und du fuehlst dich unverstanden und alleingelassen.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

06.10.2005 10:02 Zitieren Zitieren

Mo
Gast

06.10.2005 10:02 Zitieren Zitieren

Hallo Frau Anderson,
Ich danke Ihnen sehr, daß Sie sich meines Problems so annehmen und mir auch wirklich versuchen zu helfen. Es ist so, daß er beinahe alles aufgegeben hat, macht nur mehr die Männerprobe jeden Dienstag für eine Stunde. Jedoch weiß er ja, daß es mir zu viel war, daß ich das Wort Chor schon nicht mehr hören könnte. Na ja, und das hab ich jetzt davon, daß er mir eigentlich kaum mehr was darüber erzählt. Immer muß ich nachfragen, wie es war etc. Ich erzähle ihm ja auch jeden Mist, ob wichtig oder unwichtig. Wir haben nie wirklich gemeinsam darüber geredet und "ausgehandelt", was er jetzt wie intensiv macht. Im April wäre er um die ca. 3 Mal die Woche im Chor gewesen, sogar an Wochenenden, am Workshop und so. Da war ich sehr traurig, sehr enttäuscht und verletzt, daß er immer nur weg ist mit denen. Er hat es mitbekommen, daß ich nicht froh darüber war, und er hat für sich selbst entschlossen, nicht am Workshop mitzufahren, seine Gesangsstunden zu beenden und vom Gesamtchor auszutreten und seinen Job als Webadministrator abzutreten. Aber wir haben nie gemeinsam darüber gesprochen, was zu viel und was okay ist. Vielleicht war das ja auch ein Fehler. Er meint, er hätte es nicht bloß wegen mir gemacht, weil er weiß, es stört mich, sondern weil es ihm auch schon zu viel wurde. Aber trotzdem habe ich das Gefühl, daß ich die "Böse" jetzt bin u ihn unter Druck setzte und ihm den Chor verbieten will. Imemr fühle ich mich mies für alles.
Jetzt, nach dem Krach, reden wir wieder langsam miteinander. Ich habe ihn angerufen, ihn vollgeheult d ich ohne nicht will weil ich ihn noch irre liebe. Er fühlt genauso. Und so hab ich angefangen, alle meine belastenden Gefühle und Gedanken aufzuschreiben. Was mich gestört hat, was ich besser machen möchte, und wie wir eine Lösung für uns beide finden könnten. Sie werden mich vielleicht schon erkannt haben, ich hab da schon einiges im Forum geschrieben, auf alle Fälle habe ich beschlossen eine Psychotherapie zu machen, und endlich habe ich auch schon einen Termin fürs Erstgespräch *Panik*. Ich habe geschrieben, d es im Moment bestimmt gut ist, d er den Chor so reduziert hat, bis ich mit meiner Therapie Besserungen verspüre. Ich werde ihn anbieten, so sehr ich Panik davor hab, mal zu einem Auftritt gemeinsam als Paar und Besucher hinzugehen, sich das anzuhören u nachher gemeinsam mit denen auf ein Bier zu gehen, damit ich endlich alle kennenlerne und v.a. auch sie mich. Ich wurde lange geheimgehalten, sicherlich mind. ein Jahr, da er eigentlich noch verheiratet war (zwar getrennt lebend), aber eben dann schon mich hatte. Bis zur Scheidung wollte er natürlich nichts durchsickern lassen. Somit war ich wirklich, ähnlich wie Sie sagen, nicht da oder bloß eine Scheinperson. Er hat mir grad mal seine Männerchorkollegen vorgestellt, aber Frauen keine.
Na ja, und so wurde mein Plan 5 A4 Seiten lang in Schriftgröße 8.
Glauben Sie, es ist gut, wenn ich ihm in dieser Liste alle meine Sorgen und quälenden Gedanke erzähle? Könnte es vielleicht irgendwie sich negativ auswirken auf ihn?
Ich hab sie ihm noch nicht gegeben, ich schreibe ja schon eine Woche ca. an ihn, damit ich ja neutral und ohne erregten Verstimmungen das schreibe.

Ich danke Ihnen nochmal für Ihre Zeit und freue mich schon bald wieder von Ihnen zu lesen. Danke und liebe Grüsse, Mo

14.10.2005 04:42 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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14.10.2005 04:42 Zitieren Zitieren

Liebe Mo, ich finde es sehr gut, dass du angefangen hast, das Problem mit der Eifersucht und den Selbstwertzweifeln jetzt aktiv anzugehen. Ihr seid ja inzwischen wieder ins Gespraech miteinander gekommen, wirklich ins Gespraech, und reagiert nicht einfach nur auf Vermutungen, Befuerchtungen und unangenehme Fantasien.
Du hast natuerlich inzwischen gemerkt, dass es eine zweischneidige Sache ist, wenn du deinen Freund scheinbar erfolgreich von seinem Chor abbringst. Zum einen befuerchtest du nun, dass er dir moeglicherweise nicht mehr alles erzaehlen wird, um keinen Aerger mit dir zu bekommen. Zum anderen hast du ein schlechtes Gewissen und moechtest nicht, dass dein Freund dir deine Einmischung irgendwann doch zum Vorwurf macht und du dann als diejenige dasteht, die ihm sein schoenes Hobby vermiest hat. Das kannst du auch tatsaechlich nicht voellig ausschliessen, selbst, wenn er es sicherlich ehrlich damit meint, dass es ihm mittlerweile doch ein bisschen zu viel mit seinem Engagement fuer seinen Chor wurde.
Die lange Geheimhaltung eurer Beziehung hat natuerlich ein gutes Stueck zu deinem Groll gegen den Chor und zu einem gewissen Misstrauen gegenueber deinem Freund beigetragen. Diese Heimlichkeit war sicher nicht gerade foerderlich fuer dein Selbstwertgefuehl und laesst sich bestimmt auch nicht so einfach vergessen.
All diese Dinge sind es auf jeden Fall wert, mit Hilfe einer Psychotherapie bearbeitet zu werden! Du hast ja schon den entscheidenden Schritt getan, dir diese Hilfe zu suchen. Es ist jetzt auch sicher wichtig und richtig, deine Gefuehle und Gedanken aufzuschreiben und dir dadurch bewusster zu machen. Mit deinem Freund offen ueber Gefuehle und Probleme zu reden, ist ebenfalls sehr wichtig! Du wirst ganz sicher feststellen, dass sich diese Ueberwindung lohnt, selbst wenn solche Gespraeche nicht einfach sind, und an sehr empfindliche Bereiche ruehren.
Dein Freund ist dein Partner, er soll dich verstehen und unterstuetzen. Er ist aber nicht dein Therapeut, daher sind deine aufgeschriebenen Gefuehle und Gedanken besser im Schutzraum einer Therapie aufgehoben. Du moechtest dir ja erstmal ueber dich selbst klarwerden, dich sortieren, ohne Ruecksicht auf moegliche Empfindlichkeiten und Aengste deines Gegenuebers. Dein Freund koennte damit ueberfordert sein, denn er ist ja selbst davon betroffen. Du wirst merken, es ist viel einfacher, mit deinem Partner ueber heikle Themen zu reden, wenn du bereits etwas von deinem inneren Druck losgeworden bist, wenn du nicht mehr ganz so unter Dampf stehst, und dadurch gelassener und nuechterner reagieren kannst.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 
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