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10.08.2005 17:00 Zitieren Zitieren

Monika
Gast

10.08.2005 17:00 Zitieren Zitieren

Die "Macht" der Psychologen

Hallo, ich bins wieder, ich hätte noch ne Frage:

kann ein Psychologe einen Patienten evl. in eine psychiatrische Anstalt verweisen, wenn er einen Verdacht auf, sagen wir mal Selbstmordgefährdung etc. hat?

In wie weit darf er da was tun?

Würd mich echt interessieren, keine Ahnung, wo ich sonst fragen soll.

Danke und Grüsse

10.08.2005 20:42 Zitieren Zitieren

Karolina
Gast

10.08.2005 20:42 Zitieren Zitieren

Ich weiß nicht, wie groß der Spielraum der Psychologen ist, aber ich weiß, dass Ärzte und Psychotherapeuten die Möglichkeit haben, jemanden, der eine Gefahr für sich und andere darstellt einweisen lassen können, zumindest für 1-2 Tage, dann wird überprüft, inwieweit sich der Verdacht des Arztes bestätigen lässt. Allerdings kann ein Arzt dies nicht einfach so tun, denn der Patient wird ja sozusagen entmündigt und kann natürlich im Nachhinein dagegen klagen, wenn ein Arzt eine Fehlentscheidung zu seinen Lasten getroffen hat. Die Konsequenzen hierfür dürften auch nicht so gering sein.

Liebe Grüße, Karolina

29.08.2005 02:51 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

29.08.2005 02:51 Zitieren Zitieren

Liebe Monika, Karolina hat Recht. Nur wenn ein Mensch aufgrund aerztlicher Beurteilung eine erkennbare Gefahr fuer sich und andere darstellt, kann der Betreffende notfalls auch zwangsweise in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Das betrifft allerdings weniger Patienten, die einem Arzt oder Psychologen gegenueber Selbstmordabsichten andeuten. Denn der Arzt oder Psychologe wuerde zunaechst alles daran setzen, den Kranken davon zu ueberzeugen, sich behandeln oder in eine Klinik einweisen zu lassen, und depressive Menschen gehen ja schliesslich in eine Praxis, um sich helfen zu lassen.
Waehrend meiner Zeit als Aerztin in einem psychatrischen Landeskrankenhaus wurden hauptsaechlich total verwirrte alte Leute zwangseingeliefert (die z.B.den Herd angeschaltet liessen oder nackt auf die Strasse liefen) sowie akut psychotische Patienten.
Jede Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik muss ausserdem, da hat Karolina ebenfalls Recht, innerhalb von drei Tagen von einem Amtsrichter ueberprueft werden, der in die Klinik kommt und mit dem Patienten und den Aerzten redet. Waehrend dieser Zeit hat sich der Zustand des Kranken durch die Medikamente meist schon so weit gebessert, dass die Zwangseinweisung aufgehoben werden kann, und die Betroffenen entweder in ambulante Behandlung entlassen werden koennen oder freiwillig im Krankenhaus bleiben.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

29.08.2005 09:19 Zitieren Zitieren

Monika
Gast

29.08.2005 09:19 Zitieren Zitieren

Grüsse, Monika

 
 

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