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03.06.2005 13:17 Zitieren Zitieren

K.
Gast

03.06.2005 13:17 Zitieren Zitieren

Schwierige Entscheidung

Hallo Frau Anderson,
ich hatte am 12 April das Thema "evtl. Arbeitslosigkeit" angesprochen. Nun stehe ich vor einer schwierigen Entscheidung. Seit zwei Jahren weiß ich von der Möglichkeit eines Praktikums in England. Ich fand die Idee immer toll, dachte, dass ich das immer machen wollen würde. Doch nun, seit ich einmal ein Vorstellungsgespräch in einer fremden Stadt hatte (wo ich allerdings eine Absage bekommen hatte), ist mir irgendwie klar geworden, dass ich gar nicht mal so sehr hier weg will. Vor Monaten und Jahren hatte ich mir immer gesagt: bloß weg hier, was hält mich hier schon? Und nun, wo es ernst wird, fällt es mir schwer. Ich weiß nicht, ob ich dieses Praktikum annehmen sollte. Was ist nach den 8 Monaten in England? Stehe ich dann wieder ohne Job da? Habe ich dadurch wirklich bessere Arbeitsmarktchacnen? Was ist, wenn bei meinen jetzt noch offenen Bewerbungen was passendes dabei wäre? Würd ich mich später ärgern? Auf all diese Fragen weiß ich keine Antwort. Ich weiß nicht, was richtig ist. Nur muss ich mich in der nächsten Woche entscheiden: Praktikum ja oder nein. Sag ich nein, und bekommen später keinen Arbeitsplatz, würd ich mich sehr sehr ärgern, das weiß ich.
Woher weiß ich, was die richtige Entscheidung wäre?
Angenommen, ich würd nach England gehen: Dann würd ich meine Freunde vermissen. Ich hätte Angst, dort keinen Anschluss zu bekommen. Oder, dass ich mich nicht gut genug verständigen könnte. Dass mich das überfordert. Auf der anderen Seite reizt mich gerade dieser Punkt: Würd ich die 8 Monate überstehen, würd ich dadurch selbstbewusster werden. Oder würd ich dort untergehen?
Warum fällt mir die Entscheidung auf einmal so schwer, wo ich noch vor einem Jahr gesagt habe, dass ich sofort das Praktikum machen würde, wenn ich die Gelegenheit hätte?!
Ich glaub, ich weiß einfach nicht was ich will Stirnrunzeln Frag ich andere, so bestätigen mir diese, dass das wirklich eine Gelegenheit wäre, die man so schnell nicht wieder bekommt (was ich auch so sehe)... aber, ich hab Angst davor, was dort wirklich auf mich zukommt... und was danach passiert....

03.06.2005 18:58 Zitieren Zitieren

Karolina
Gast

03.06.2005 18:58 Zitieren Zitieren

Ich kann deine Angst gut verstehen, aber ich glaube, dass es besser wäre, sie zu überwinden. Denn das ist so eine typische 1-Tag-vor-dem-Urlaub-hab-ich-keine-Lust-mehr-zu-verreisen-Angst, um es mal auf den Punkt zu bringen.
So ein ungutes Gefühl, Angst vor den negativen Effekten, die eventuell auf einen zukommen können etc. Aber sieh es doch mal so, wenn das Praktikum wirklich so schlecht laufen sollte, dann besteht sicherlich die Möglichkeit es abzubrechen und zu sagen, ok, nette Erfahrung, aber es reicht.
Daher trau dich einfach und nimm es an. Dann wirst du auch später nie dastehen und denken, mensch, hätte ich mal... Und irgendwann im Leben will man ja seine Heimat mal verlassen, also nutze die Gelegenheit.

Viel Erfolg, Karolina

14.06.2005 05:11 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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14.06.2005 05:11 Zitieren Zitieren

Liebe K., deine Nervositaet in dieser Situation ist voellig verstaendlich und eine ganz normale Reaktion. Auch wenn ein langgehegter Wunsch ploetzlich in Erfuellung geht, jede Veraenderung macht zunaechst einmal Angst. Die tausend Zweifel, die du ploetzlich spuerst, die Befuerchtungen und Bedenken, die dir ploetzlich einfallen, haben alle etwas damit zu tun, dass der Aufbruch in etwas Neues, Unbekanntes eben auch bedeutet, sich von Altem, Vertrauten zu verabschieden, und anstatt Sicherheit Ungewissheit zu erleben. Eine solche Uebergangssituation loest immer Aengste aus und bewirkt zunaechst eine seelische Krise.
Natuerlich kann dir niemand vorhersagen, was sein wird, wenn du nach 8 Monaten Paktikum in England wieder nach Hause kommst - aber du wirst dann um diese 8 Monate Auslandserfahrung reicher sein. Natuerlich koenntest du ein Jobangebot verpassen, was gerade dann aktuell wird, wenn du bereits fort bist - aber was waere, wenn du deine Praktikumsmoeglichkeit sausen laesst und dann ewig vom Zweifel geplagt wuerdest, was dir dadurch fuer wichtige Erlebnisse entgangen sind.
Natuerlich wirst du im Ausland deine Freunde vermissen, zumal wenn du noch niemanden dort kennst. Aber es gibt ja e-mail und Telefonieren kostet auch nicht mehr die Welt. Und du wirst neue Kontakte schliessen. Natuerlich wirst du dich erstmal nicht so gut verstaendlich machen koennen wie in deiner Muttersprache, natuerlich wirst du unsicher sein. Aber dieses Eintauchen in eine fremde Sprache und ein ganz anderes Leben wird deine Sprachkenntnisse schnell verbessern und damit deine Attraktivitaet fuer zukuenftige Arbeitgeber steigern.
Und du kannst ganz sicher sein, dass eine solche Erfahrung dich um einiges reifer machen und dein Selbstbewusstsein steigern wird. Diese Erfahrung macht jeder, der sich von Vertrautem trennen und an eine neue Situation anpassen muss. Ein anderes Leben, andere Gewohnheiten, eine andere Mentalitaet kennenzulernen, sich in einer anderen Sprache auszudruecken, das alles ist ungeheuer inspirierend und wird dich innerlich einen grossen Schritt weiterbringen. Du wirst dann ein ganz anderes Auftreten und eine andere Ausstrahlung haben. Das wird zwar sicherlich auch deine Jobchancen verbessern, aber die persoenliche seelische Bereicherung, die so eine Erfahrung mit sich bringt, ist es allemal wert, dass du diesen Schritt wagst!
Liebe Gruesse und viel Glueck, Dr. Karin Anderson

25.06.2005 18:58 Zitieren Zitieren

K.
Gast

25.06.2005 18:58 Zitieren Zitieren

Hallo Frau Anderson,
vielen Dank für die aufmunternde Antwort!
Nur, stehe ich im Moment vor einem erstnen Problem.
Ich weiß nicht was ich machen soll, wenn ich jetzt die Wahl zwischen einem möglichen Arbeitsplatz oder England habe.
Klar, England fände ich supi spannend. Mich würd es reizen, mal auf mich gestellt zu sein. Die Kultur und viele neue Menschen kennen zu lernen. Nur hätte ich auch Angst dort unter zu gehen. keinen Kontakt zu knüpfen usw.
Und, angenommen, ich würde das mit dem England Praktikum machen: Was wäre, wenn ich nach dem Praktikum keinen Job mehr bekommen würde?
Auf der anderen Seite denk ich mir: Warum sollte ich jetzt einen möglichen Job annehmen, wo ich später womöglich nie wieder diesen Schritt (England) angehen würde. Würde ich es irgendwann bereuen, die Chance nicht genutzt zu haben?
Ich weiß nicht, was das Richtige ist. Das Schlimmste: Die Entscheidung muss ich in den nächsten paar Tagen fällen Stirnrunzeln

26.06.2005 23:27 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

26.06.2005 23:27 Zitieren Zitieren

Liebe K., mit solch einer wichtigen Entscheidung ist es so eine Sache. Du kommst an einen Kreuzweg deines Lebens und siehst einen Wegweiser in zwei moegliche Richtungen. Welchen Weg du auch immer einschlaegst, du wirst nie an die ganz genau gleiche Ausgangsposition zurueckgehen koennen. Wenn du dich fuer die vertrautere, scheinbar sicherere Richtung (auf Jobangebot in Deutschland warten) entscheidest, wird sich zwar vielleicht noch ein spaeteres Mal ein Auslandsaufenthalt anbieten, aber nie wieder unter den haargenau gleichen Bedingungen wie jetzt, und wer weiss, was dann gerade in deinem Leben los sein wird. Wenn du dich fuer das Neue und Abenteuerliche entscheidest, wirst du, wenn du zurueckkommst, nicht mehr die Gleiche sein, du wirst dich durch die ganz andere Erfahrung veraendert haben.
Natuerlich kann dir niemand die Zukunft voraussagen. Wenn du jetzt in Deutschland einen Job findest, kann er befriedigend sein - oder du stellst fest, dass deine Erwartungen nicht erfuellt werden, und bist sehr unzufrieden. Und wenn du ein Praktikum in England machst, kann es sein, dass du Heimweh hast, an deiner Entscheidung zweifelst (am Anfang ist das normalerweise immer so) und auch am liebsten alles hinschmeissen wuerdest.
Wie auch immer, du musst dich auf Konflikte gefasst machen, einfach oder bequem ist es anfangs weder bei einem neuen Job, noch bei einem Praktikum im Ausland. Du musst fuer dich Prioritaeten setzen. Ist fuer dich Sicherheit das Wichtigste? Fuer manche Leute ist eine weitreichende Lebensplanung zutiefst beruhigend, sie wollen wissen, wann sie anfangen koennen, ihr Haeuschen im Gruenen zu bauen, wann sie das erste Kind haben moechten und wann sie damit rechnen koennen, in Rente zu gehen. Fuer andere ist es wichtiger, Neues zu erleben und sich Herausforderungen zu stellen. Sie nehmen dabei in Kauf, dass sie dafuer einges an Unsicherheiten und Aengsten aushalten muessen.
Aber ist der scheinbar sicherere Weg wirklich sicherer? Wenn du bedenkst, wie die Situation am Arbeitsmarkt heute aussieht - ist eine guter Arbeitsplatz wirklich etwas, auf das du dich auf laengere Sicht verlassen kannst? Musst du nicht damit rechnen, dass ploetzliche Umstrukturierungsmassnahmen deine gesamte Lebensplanung durcheinander bringen koennen, weil du ploetzlich auf der Strasse stehst?
Wenn du das Englandpraktikum machst, weisst du bei aller Unsicherheit und Unabwaegbarkeit eines ganz sicher, du wirst hinterher richtig gut Englisch sprechen koennen und du wirst eine Erfahrung gemacht haben, die dich seelisch weitergebracht hat - auch wenn es nicht immer einfach fuer dich war. Wenn du diese Herausforderung annimmst und offen fuer diese Erfahrung bist, wird es dir auch gelingen, dich einzugewoehnen, anzupassen und neue Kontakte zu schliessen. Denn dann wirst du die Kraft und den Mut haben, auf andere zuzugehen, Fragen zu stellen und deine Faehigkeiten auf die Probe zu stellen.
Ich kenne in meinem gesamten Bekanntenkreis nicht einen Fall, wo derjenige, der sich der Auslandserfahrung gestellt und nicht bei ersten Schwierigkeiten aufgegeben hat, nicht wesentlich gereift von diesem Abenteuer zurueckgekehrt ist und diese Erfahrung in seinem Leben nicht missen moechte.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson
(2 Monate England, 4 Jahre USA)

04.07.2005 21:36 Zitieren Zitieren

K.
Gast

04.07.2005 21:36 Zitieren Zitieren

Hallo Frau Anderson,

es ist kaum zu glauben, aber ich habe mich tatsächlich FÜR den Auslandsaufenthalt entschlossen. Ich glaube, die meisten Leute, die mich kennen, hätte mir das nie zugetraut. Aber, mitlerweile freu ich mich schon drauf. Auch wenn ich weiß, dass das nicht gerade leicht für mich wird. Aber ich denke, für mich wird diese Erfahrung sicher nur positiv werden. Das wird sicher mal eine Möglichkeit, endlich aus mich herauszukommen. Meine Chance zu lernen, auf andere, fremde Menschen besser zuzugehen. Ich glaub, ich werd das irgendwie schaffen. Und ich freu mich auf diese Herausforderung!!! Lächeln

Vielen Dank für ihre aufmunternden Worte!

10.07.2005 17:28 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

10.07.2005 17:28 Zitieren Zitieren

Liebe K., ich finde es ganz toll, dass du diese mutige Entscheidung getroffen hast, und wuensche dir alles Gute fuer deinen Auslandsaufenthalt!
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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