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08.11.2006 16:10 Zitieren Zitieren

Fredi
Gast

08.11.2006 16:10 Zitieren Zitieren

Zukunftsangst

Hallo frau dr. anderson,
ich studiere im 9. semster soziologie in berlin und mache mir gedanken um die zukunft. je näher der abschluss rücktm desto mehr panik kriege ich, was werden soll, wenn ich mit der uni fertig bin. die meisten, die ich kenne, kriegen keine stelle, es sei denn, sie haben durch ihre familie beziehungen. ich habe nachts oft alpträume und tue wenig für die uni, weil ich eigentlich gar nichts dagegen habe, noch ein semester dranzuhängen. dann weiß ich wenigstens, woher mein geld kommt und dass ich ein dach über dem kopf habe. was soll ich machen? haben Sie einen rat?

09.11.2006 02:34 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

09.11.2006 02:34 Zitieren Zitieren

Lieber Fredi,
Ich kann mir gut vorstellen, wie es dir momentan geht. Dein Studium geht dem Ende zu und du hast keine Ahnung, was danach mit dir werden wird. Das dieses Vakuum Aengste ausloest und du dadurch Alptraeume bekommst, ist mehr als verstaendlich.
Ich rate dir aber trotz der vagen Aussichten, nicht der naheliegenden Versuchung zu erliegen und den scheinbar einfachsten Ausweg zu waehlen. Wenn du jetzt dein Studium naemlich schleifen laesst, um ein weiteres Semester anhaengen zu koennen, erreichst du zwar einen gewissen Aufschub, aber deine Aengste vor der ungewissen Zukunft werden sich noch mehr verstaerken und dein Selbstvertrauen wird noch weiter untergraben werden.
Kritische Uebergangssituationen - und das Ende deines Studiums, dazu noch ohne deutlich erkennbares Ziel vor Augen, ist solch eine Krise - stellen immer eine grosse Herausforderung dar. Wenn es dir gelingt, dich trotz deiner sehr verstaendlichen Aengste dieser Herausforderung zu stellen, wirst du ein grosses Stueck reifen und sehr an Selbstvertrauen gewinnen.
Machst du dich aber klein, ziehst den Kopf ein und verharrst in einer "kindlichen" Haltung, um noch etwas laenger "sicher und versorgt" zu sein, ist das Gegenteil der Fall, du regredierst und zweifelst noch mehr an dir selbst.
Es stimmt, die Berufsaussichten fuer Soziologen sehen derzeit in Deutschland sicher nicht gerade sehr gut aus. Aber lass dich bitte davon nicht entmutigen. Mit deinem Studium hast du doch Denken gelernt. Du kannst analysieren, Zusammenhaenge erkennen, Rueckschluesse ziehen. Du hast gelernt, dich mit einem Thema auseinanderzusetzen und konzentriert zu arbeiten. Das sind Faehigkeiten, die dir in jedem Arbeitsgebiet, nicht nur in einem eng umschrieben soziologischen Arbeitsfeld, zugute kommen!
Versuch, nicht nur in konventionellen Bahnen, sondern auch ausserhalb der Schubladen zu denken. Bewerbe dich bei moeglichst vielen Jobs, die in irgendeiner Weise Faehigkeiten voraussetzen, ueber die du verfuegst, auch wenn sie nichts direkt mit Soziologie zu tun haben. Schau im Internet nach, sprich moeglichst viele Leute an. Es kann immer sein, dass irgendjemand irgendjemanden kennt, der dir vielleicht weiterhelfen koennte. Im Amerikanischen heisst es ganz richtig: "If you throw enough shit against the wall, something will stick".
Mach ein Praktikum. Denk auch ans Ausland. Du lernst nicht nur ein neues Umfeld kennen, sondern bessere (oder neue) Sprachkenntnisse koennen deine Aussichten verbessern. Du lernst, dich an neue Situationen anzupassen und flexibel zu sein. Und, vor allem, du lernst Leute kennen. Je mehr, desto besser! Versuch auch, so viele Informationen wie moeglich zu sammeln, was es eventuell fuer Programme oder Foerderungsmoeglichkeiten fuer derartige Vorhaben gibt.
Das wichtigste aber ist: trau dir zu, dass du es schaffen kannst. Ich meine damit kein simplistisch "positives Denken", (wo du dir taeglich vorm Spiegel vorsagen sollst, wie toll du eigentlich bist). Ich meine damit, dass du dir klarmachst, dass du jung, mutig und intelligent bist, du hast dein Studium geschafft, du hast gezeigt, dass du dich organisieren und gesetzte Ziele erreichen kannst.
Mach dich von dem (leider typisch deutschen) pessimistischen Scheuklappen-Denken frei. Du wirst am Ende deines Studiums nicht hilflos "aus dem Nest gestossen", du kannst doch nur fliegen lernen, wenn du den sicheren Nestrand loslaesst und das Risiko des Fallens auf dich nimmst. Es gibt viele Aufgabengebiete, in denen du erfolgreich sein kannst, nicht nur solche, die konventionellerweise von Soziologen uebernommen werden. Hab keine Angst vor Ungewohntem.
Wenn du dir selbst vertraust und unbefangen auf deine Zukunft zugehst, hast du auch eine positive Ausstrahlung auf andere. Du wirkst sympathisch und wirst dadurch eher Unterstuetzung erhalten. Und selbst wenn du erstmal etwas tun musst, was scheinbar nichts mit deinen Wuenschen und Plaenen zu tun hat. Fuehl dich dadurch nicht degradiert, sondern sieh diese Etappe als wichtige Herausforderung an.
Ich druecke dir den Daumen und wuensche dir alles Gute fuer deine Zukunft,
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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