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10.11.2006 17:29 Zitieren Zitieren

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10.11.2006 17:29 Zitieren Zitieren

"unerwünschter" mitbewohner

hallo. ich werde euch nun kurz meine situation schildern und hoffe, dass ich nicht herzlos klinge. ich brauche aber dringend rat, weil mich das alles echt belastet.
es ist so: ein guter freund meines freundes ist seit eineinhalb jahren mit seiner freundin zusammen. sie ist seit vier monaten schwanger und eigentlich war alles ganz harmonisch. nun hat sie ihn aber vor zwei wochen vor die tür gesetzt. was schon tragisch genug ist und belastet natürlich sein ganzes umfeld. hinzu kommt aber noch, dass er seit seinem auszug bei mir und meinem freund wohnt. wir wissen ehrlich gesagt gar nicht, wie wir damit umgehen sollen. er redet kaum bis nicht mit uns, wohnt aber hier und geht uns irgendwie trotzdem aus dem weg. wir wissen gar nicht, ob er überhaupt wieder kontakt zu seiner freundin hat und wie es bei den beiden weitergehen soll. vor allem wissen wir auch nicht, wie lange er noch hierbleiben will, wollen ihn aber auch nicht fragen, weil er dann viel. denkt, dass wir ihn nicht mehr wollen (was nicht stimmt, wir wollen halt nur wissen, wie wir planen können) und noch depressiver wird. was können wir machen? wie können wir ihm helfen und welchen rat kann man ihm überhaupt geben? war einer von euch schon einmal in seiner oder unserer situation? danke für eure hilfe!!

13.11.2006 00:08 Zitieren Zitieren

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13.11.2006 00:08 Zitieren Zitieren

Lieber...,
Es ist mit Sicherheit nicht herzlos, wenn du und dein Freund euch durch diese unklare Situation sehr belastet fuehlt und ueberlegt, wie ihr etwas daran veraendern koennt.
Das Problem ist, dass eure freundschaftliche Ruecksichtnahme zu einem uebertriebenen Schonklima fuer euren Mitbewohner gefuehrt hat, das so auf die Dauer nicht tragbar ist.
Ihr habt euren Freund bei euch aufgenommen in der stillschweigenden Annahme, dass er eure Gastfreundschaft nur voruebergehend in Anspruch nehmen wuerde, und vorausgesetzt, dass er zwar vielleicht ein ziemlich deprimierter, aber doch insgesamt "sozialvertraeglicher" Mitbewohner sein wuerde. Daher habt ihr mit ihm keine Absprachen ueber die voraussichtliche Dauer seines Aufenthalts oder ueber allgemeine Regeln des Zusammenlebens in eurer WG getroffen.
Euer Freund verhaelt sich jetzt aber leider nicht wie ein verantwortungsvoller Erwachsener, sondern wie ein kleines Kind. Er kuemmert sich nur um seine eigenen Angelegenheiten und nimmt ueberhaupt keine Ruecksicht auf eure Gefuehle. Vielleicht ist er tatsaechlich noch so in sein Unglueck verstrickt, dass er nichts anderes hoert und sieht, als seine eigene Gekraenktheit.
Oder, was ich beinahe eher vermute, er weiss sehr wohl, dass es auf die Dauer so nicht weitergehen kann, und ahnt, dass ihr nicht sehr gluecklich mit diesem Arrangement seid und im Stillen darauf wartet, dass er aktiv wird und sich eine neue Bleibe sucht. Er hat ein schlechtes Gewissen, weil er eure Gastfreundschaft ausnutzt, und geht euch - und einer moeglichen Auseinandersetzung - deswegen so auffaellig aus dem Weg.
Es gibt jetzt eigentlich nur einen Ausweg aus dieser unerfreulichen Situation. Ihr muesst euch zunaechst erstmal selber klarmachen, dass ihr mit eurer "Ruehr-ihn-nicht-an-Haltung" nicht nur zulasst, dass eure Wohnatmosphaere vermiest wird, sondern ihr tut auch eurem Freund keinen Gefallen, weil ihr ihn in seiner unangemessenen, kindlich-regressiven Anspruchshaltung unterstuetzt.
Daher solltet ihr euren Mitbewohner zu einem klaerenden Gespraech auffordern, und ihm dabei deutlich und offen sagen, dass von jetzt an Regeln fuers Zusammenleben gelten. Fragt ihn, wie seine Zukunftsplanung aussieht und setzt ihm, falls er nicht selbst auf diesen Gedanken kommt, eine Frist fuer seinen Auszug. Bringt dabei auch eure Realitaet ins Spiel. Fordert ihn auf, sich an Miete und Nebenkosten zu beteiligen (falls er das bisher nicht tut).
Erklaert ihm dabei auch, dass ihr zwar Verstaendnis fuer seine Situation habt, aber euch doch verletzt fuehlt, weil er euch ausweicht, nicht mit euch redet und euch nicht sagt, was nun eigentlich bei ihm Sache ist.
So eine Offenheit ist nicht herzlos oder gemein. Wenn ihr naemlich jetzt nicht handelt, wird euer Zusammenleben immer ungedeihlicher, bis es schliesslich doch noch zum Krach kommt, und dann ist moeglicherweise so viel Aerger und Bitterkeit auf beiden Seiten, dass die Freundschaft nicht mehr zu retten ist.
Natuerlich hat euer Freund ein Recht auf seinen Liebeskummer, aber er lebt schliesslich nicht in einem luftleeren Raum und ihr habt auch ein Recht auf Wertschaetzung und Ruecksichtnahme.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

13.11.2006 12:56 Zitieren Zitieren

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13.11.2006 12:56 Zitieren Zitieren

hallo frau anderson, danke für ihre ausführliche antwort. ich teile ihre meinung und es war wichtig für mich, sie noch einmal von neutraler seite bestätigt zu bekommen. so kann ich mich nachher erst einmal in ruhe mit meinem freund unterhalten und einige ihrer argumente mitanbringen. ich bin ja mal gespannt, wie es weitergeht.

übrigens hat sich unser "mitbewohner" gestern das erste mal wieder mit seiner freundin getroffen. ich bin gespannt, wie das war - vorausgesetzt er erzählt es uns...!

15.11.2006 09:31 Zitieren Zitieren

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15.11.2006 09:31 Zitieren Zitieren

also, da bin ich wieder. das problem hat sich nun von selber gelöst. er hat sich mit seiner freundin vertragen und ist montagabend bei uns ausgezogen. naja, aber jetzt weiß ich wenigstens fürs nächste mal bescheid, wie ich mit solch einer situation umgehen muss.

ich sage euch, dass ist gar nicht so einfach mit konflikten umzugehen, schon gar nicht bei guten freunden!

15.11.2006 19:42 Zitieren Zitieren

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15.11.2006 19:42 Zitieren Zitieren

Lieber...,
Danke fuer dein freundliches Feedback!
Leider merkt man oft erst nach so einer schlechten Erfahrung, was man ganz bestimmt nicht nochmal mit sich machen lassen will.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

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