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29.11.2004 18:49 Zitieren Zitieren

mia (15)
Gast

29.11.2004 18:49 Zitieren Zitieren

träumereien

Hallo liebe Expertin und auch alle anderen!

Mein Problem ist leider ein bisschen peinlich (wie ich finde), aber die frage beschäftigt mich schon sehr lange, also muss ich sie jetzt stellen: Es passiert mir oft, dass ich mich in etwas hineinträume. das geht von büchern über filme bis hin zu videospielen. an sich wäre das ja nicht so schlimm, aber bei mir geht es teilweise so weit, dass ich schrecklich traurig werde, wenn ich in die realität zurückkehren muss, anfange zu weinen und auch nicht esse. Einmal hatte ich wochenlang depressionen, bis das thema vergessen war. es ist für mich so, als würde ich lieb gewonnene freunde verlieren und wenn mir dann klar wird, dass ich keine chance habe, jemals überhaupt meine träume zu leben, werde ich sehr traurig.
Das kann doch nicht mehr normal sein, oder? Ich habe ein bisschen angst vor mir selbst und tue mir damit ja auch selber weh. Aber aufhören kann ich auch nicht...
Bitte helfen Sie mir!

06.12.2004 15:17 Zitieren Zitieren

Anonym w(15)
Gast

06.12.2004 15:17 Zitieren Zitieren

Hallo, ich dachte immer, ich wäre die einzige mit diesem "Problem". Ich lese ein Buch, denke tagelang darüber nach, was wäre wenn usw. Oder gestern habe ich "Der Pferdeflüsterer" gesehen. Dann denke ich total darüber nach oder tue so das ich diese Person wäre...Am schlimmsten ist es ja wenn ich Horrorfilme sehe, dann überlege ich was wäre wenn meine Eltern nun ermordet werden und diese Schlimmen Bilder verfolgen mich total lange...Naja aber nun ist erstmal der Pferdeflüsterer dran. Ich glaube das ist wie ein Lied, man hört es jeden Tag und nach Eins/Zwei Wochen ist es vergessen. Aber mach dir keine Sorgen, du siehst, es gibt noch andere mit diesem "Problem"...

08.12.2004 21:57 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

08.12.2004 21:57 Zitieren Zitieren

Liebe Mia, deine Traeumereien sind etwas sehr Wertvolles, naemlich eine Gabe! Auch wenn diese Begabung manchmal mit dem Alltag kollidiert und du dich zu sehr in deine Tagtraeume hineinsteigern kannst - du hast in dieser Faehigkeit eine starke seelische Hilfsmoeglichkeit. Du kannst dich damit, wenn du willst, jederzeit in eine andere Welt hineinversetzen und dadurch psychisch vollkommen entspannen.
Menschen mit dieser Begabung sind in der Lage, sehr belastende Situationen seelisch gesund zu ueberstehen (Gefangenschaft, Krieg), weil sie in ganz in sich hineingehen koennen und ihre Fantasien ihnen Kraft geben.
Medizinisch-psychologisch gesehen ist diese Faehigkeit zum voelligen Versinken in einem Buch oder Film, in einem Musikstueck oder einem Bild eine Art Selbsthypnose oder Trance. Alles Aeussere kann ausgeblendet werden, spielt keine Rolle mehr, man antwortet automatisch, wenn man etwas gefragt wird, aber hat anschliessend keine Erinnerung mehr an das Gesagte. Das kann Familienmitglieder oder sonstige
Mitbewohner dann schon mal zur Verzweiflung bringen, und einem den Vorwurf eintragen, dass man "nie" zuhoert.
Auf der anderen Seite kann es, wie du ja auch beschreibst, durchaus schmerzhaft sein, ein Buch dann einfach zu zu klappen oder den DVD-Player auszuschalten und sich abrupt im ganz normalen Alltagsdasein wiederzufinden. Das Unbewusste will diesen schoenen Zustand nicht so schnell wieder loslassen und reagiert mit einer Art Entzug.
Du kannst dich zwar leicht selbst in diesen Trance-aehnlichen Zustand hineinversetzen, aber beherrschst nicht die Technik, deine Selbstversunkenheit zurueckzunehmen. Ich wuerde dir daher empfehlen, es tatsaechlich mit einer Ruecknehmtechnik zu versuchen, die von Hypnotherapeuten angewendet wird. Atme dreimal tief ein und aus, recke und streck deine Arme dreimal ganz weit aus und zieh sie wieder an. Du kannst dir auch selbst sagen: "Ich zaehle jetzt von eins bis fuenf und bei jeder Zahl werde ich wacher und wacher, eins - zwei ....usw. Ich bin jetzt wieder ganz wach und bewusst und zurueck im Alltag.” Wenn du das ein paar Mal geuebt hast, wird es dir leichter fallen, dich von deinen Traeumen zu loesen, wenn du dein Buch weggelegt hast oder der Film zu Ende ist.
Nur Menschen, die viel Fantasie haben, sind spontan zu solcher Art Tagtraeumerei faehig. Das macht das Erleben oft sehr intensiv, fuehrt allerdings, wie Anonym beschreibt, auch zu intensiven Gruselgefuehlen im Anschluss an Horrorfilme oder -geschichten. Aber ist das nicht besser als ein immer alles nur ‘lauwarm” erleben? Mit zunehmendem Alter werden solche Fantasien etwas weniger eindringlich, und man befuerchtet nicht mehr im Anschluss an einen Krimi, dass jemand von draussen schiessen koennte, wenn man das Licht anmacht, oder dass in dem Stiefel unter dem Busch im Park
vielleicht der Fuss einer Leiche stecken koennte... Ich selbst habe als Fuenfjaehrige tagelang gelitten, weil ich soviel Mitleid mit einem Cartoon-Kueken aus einer Abfuehrmittelwerbung hatte. Es sass weinend und “erfolglos” auf dem Klo und riss traurig ein Kalenderblatt nach dem anderen ab...
Im uebrigen bin ich wie Monika der Meinung, dass Tagtraeumereien und Fantasien ein grosser Ansporn sein koennen, auf die Verwirklichung seiner Traeume hinzuarbeiten, selbst wenn es nur in ganz kleinen Schritten geschieht. Nur wenn man ein Ideal, eine Fantasie, ein Ziel vor Augen hat, besitzt man auch das Durchhaltevermoegen und die Willenskraft, Widerstaende und Schwierigkeiten auf dem Weg dorthin zu ueberwinden. Haette Heinrich Schliemann sich nicht als Junge in die griechischen Heldensagen
hineinfantasiert, haette er nie die Kraft und Zaehigkeit besessen, sich
aus ganz armen Verhaeltnissen hochzuarbeiten und eine Expedition zu organisieren, mit der er durch Ausgrabungen beweisen konnte, dass es den Kampf um Troja wirklich gegeben hat!
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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