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16.11.2004 02:56 Zitieren Zitieren


Gast

16.11.2004 02:56 Zitieren Zitieren

selbstmordgedanken

Hi,
ich bin vor 2 1/2 monaten sexuell missbraucht worden und eigentlich denke ich, dass ich darueber hinweg bin, weil ich nicht mehr dran denke, aber irgendetwas macht mich immer extrem depressiv. ich fuehle mich immer so unglaublich muede, sogar wenn ich gut und viel schlafe, dann ist mir immer schlecht, ich habe immer bauchschmerzen, mir ist schwindelig, ich habe keine lust irgendetwas zu unternehmen und bin einfacj traurig. manchmal denke ich darueber nach, einfach allem ein ende setzen, mir was antun, aber das ist kein ausweg, das weiss ich. ich bin in einem anderen land, alleine ohne meine familie und komme erst im juni wieder nach hause. ich wuerde am liebsten in das naechste flugzeug steigen und nach hause fliegen, aber das geht nicht, weil meine letern es nicht verstehen wuerden. ich kann ihnen nichtmal erzaehlen, dass ich so depressiv bin, weil die nur enttaeuscht waeren. ich weiss einfach nicht mehr was ich machen soll. ich wuerde mir echt am liebsten was antun, hoffen das alle aufwachen, sehen wie schlecht es mir geht und mir helfen, irgendetwas unternehmen, das mein leben wieder gluecklich macht. bitte helft mir!
Julia

16.11.2004 20:13 Zitieren Zitieren

Tanja
Pointer-User

16.11.2004 20:13 Zitieren Zitieren

erstmal wie kommst du darauf das sie entäuscht wären???!
wenn sie wissen was passiert ist dass würden sie dich sicherlich sofort nach hause holen wollen und dir helfen wollen. du musst nur sagen was sache ist, ich weiß es ist schwer, aber es ist das beste.
meine mutter wurde auch von ihrem vater vergewaltigt und sie sagte mir, dass sie erst wieder nach vorne schauen konnte weil sie mit ihrer besten freundin und ihrem freund darüber reden konnte. ich weiß nicht genau wie es bei dir ist und ob du dich schon untersucht hast lassen. wenn nicht mache dies bitte sofort! denn eigentlich ist das leben viel zu schön. glaube mir! du brauchst nur eine vertrauensperson die dich auffängt. ich wünsche dir alles liebe und viel viel glück!!!!!

16.11.2004 21:15 Zitieren Zitieren

sarah
Pointer-User

16.11.2004 21:15 Zitieren Zitieren

Hey Julia!
es is klar, dass es super scheiße is was passiert ist! Warum bistn du in nem anderen Land und wo? Austausch???
Es gab auch mal ne krasse Situation aus der ich keinen Ausweg wusste! Ich wollte mich auch umbringen, weil ich aus der sache nicht mehr raus kam und ich, obwohl mich meine Eltern und Freunde unterstützt haben! Ich wollte mich auch umbringen, hatte schon einen Abschiedsbrief geschrieben, war aber letztendlich zu feige das durchzuführen! Ich wollte mit meinem Selbstmord auch bezwecken, dass alle wach werden und begreifen was mit mir passiert! Aber ich hab mir gedacht, dass ich leben will! Ich hab immer noch so viele Pläne, die ich realsieren will, und stell dir ma vor, ich hätte es echt getan! Die ganze Sache, in die ich reingeraten bin, hat sich nämlich zwei Monate später zun Guteb gewendet! Du wirst sehen, es geht aufwärts!!!!! Echt! Wie lang hängst du denn noch in dem Land fest? Denk an dich, du darfst dich nicht umbringen, um ANDERE wachzurütteln! Du hat noch dein ganzes Leben vor dir! Wenn du erstmal zuhause bist, gehts dir besser und Hilfe wegen deiner Vergewaltigung findest du auch! Meld dich wieder, BIS BALD!!!!!!!!!!!!!!

19.11.2004 05:02 Zitieren Zitieren


Gast

19.11.2004 05:02 Zitieren Zitieren

Ich bin die austauschschuelerin aus new mexico. ich habe meiner organisation davon erzaehlt habe dann auch relativ schnell meine gastfamilie gewechsel und bin zu einem maedchen gezogen das ich kennen gelernt habe. ich habe auch meinen eltern davon erzaehlt und die glauben mir auch, auch wenn sie mich gefragt haben, ob das wirklich wahr ist. das hat natuerlich ziemlich weh getan. damals hatte ich naemlich die gleichen gedanken, mir einfach etwas antun, auf diese weise mehr aufmerksamkeit zu bekommen und so nach hause zu fliegen, aber es hat nicht geklappt. mein vater hat mich morgens vor der schule angerufen und hat mir erklaert, er wolle soetwas nie wieder hoeren, weil es meine mutter sehr traurig macht. sie wuerden mich bei einem weiteren wort sofort nach hause holen. aber das ist es ja gar nicht, was ich will. ich will einfach nur mehr aufmerksamkeit, hilfe, verstanden werden. ich moechte gluecklich werden und mein jahr hier beenden. meine eltern verstehen nur einfach nichts von so tiefen gefuehlen, weil sie soetwas NIE gefuehlt haben. sie sind von natur aus eigentlich immer gluecklich, deshalb haben sie keine ahnung, wie ich mich fuehle. ausserdem haben sie keine ahnung, was es heisst missbraucht zu werden. sie koennen oder wollen mich nicht verstehen, deshalb habe ich nicht die moeglichkeit ihnen davon zu erzaehlen. sie waeren nur sauer und enttaeuscht und meine mutter, die es noch deutlich eher als mein vater verstehen wuerde, waere wahrscheinlich noch tot traurig. zuhause kennen mich alle nur als das glueckliche, freudige immer unterbehmungslustige maedchen, ich war nie oder nur selten traurig. ich haben viel von meinen eltern, aber im moment gar nichts. ich bin nach aussen hin immer noch so, aber nach innen schreie und weine ich und hoffe, dass irgendetwas passiert, was allen zeigt, hey, da stimmt was nicht, aber keiner sieht es. ich kann aber auch mit niemandem reden, weil meine eltern es nicht verstehen, meine besten freundinnen haben zu viele eigene probleme ( schule, freund...) und meine gastmutter will ich einfach nicht ungluecklich machen. sie hatte im sommer einen herzanfall und hat diabetes und darf keinen stress haben. meinen freundinnen zuhause kann ich es nicht erzaehlen, weil sich die meistens nicht mehr so richtig interessieren oder auch einfach zuviele eigene probleme haben und voellig abdrehen wuerden. ich bin einfach gefangen und sehe keinen ausweg. ich hoffe einfach, dass irgendetwas passiert, was mir hilft, dass endlich jemand erfaeht, wie schlecht es mir wirklich geht. ich bin im moment in der lage, dass ich alles in kauf nehmen wuerde, einfach nur um diesem sog zu entfliehen. es kam einfach vor ein paar wochen, dass es mir so verdammt schlecht ging und zwischen durch war es besser, deshalb habe ich gedacht, dass ich jetzt darueber hinweg waere, aber das bin ich ja anscheinend noch nicht.
ich habe naechsten dienstag einen termin bei einer psychoterapeutin und ich hoffe wirklich, dass es dann besser wird. ich war schon mal wegen bauchschmerzen und alle so was hier beim arzt und die haben mir antidepressiva verschrieben, aber die konnte ich nicht nehmen, weil sie mich so verdammt krank gemacht haben!
liebe gruesse

Julia

21.11.2004 01:11 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

21.11.2004 01:11 Zitieren Zitieren

Liebe Julia, ich finde es gut, dass du noch mal geschrieben hast, um mehr ueber dein Problem zu erzaehlen. Ich bin auch froh, dass du so mutig und stark warst, den Missbrauch nicht laenger hinzunehmen, sondern dich an deine Austauschorganisation zu wenden, sodass du die Familie wechseln konntest.
Leider weiss ich, dass Eltern manchmal einfach nicht wahrhaben wollen, dass ihr Kind wirklich depressiv ist. Sie wollen an dem Bild der gluecklichen, unternehmungslustigen Tochter festhalten, weil sie im Grunde ratlos sind und nicht wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Diese Hilflosigkeit wird in deinem Fall natuerlich noch durch den Umstand bestaerkt, dass du viele Tausend Kilometer entfernt bist. Darum hoffte dein Vater wohl, dass Druck und Ermahnungen dich wieder "zurechtruecken" wuerden.
Mit dieser Reaktion bleibst du natuerlich auf deinen Gefuehlen sitzen und ich kann gut verstehen, dass du dich alleingelassen und hilflos fuehlst. Dass du dein Herz nicht bei deiner auf Grund ihrer angeschlagenen Gesundheit nicht sehr belastbaren neuen Gastmutter ausschuetten moechtest, kann ich mir vorstellen.
Bist du aber ganz sicher, dass du mit deinen amerikanischen Freundinnen nicht ueber deine Gefuehle sprechen moechtest? Sie sind im Moment ja viel naeher dran an dir, koennte es sein, dass du nur befuerchtest, dass du sie mit deinen Problemen nicht belasten darfst, weil sie selbst zu viel um die Ohren haben? Solch eine Befuerchtung hat oft etwas mit eigenen aengstlichen Fantasien zu tun, weil man sich wegen seiner depressiven Gemuetsverfassung selbst fuer eine so grosse Belastung haelt. Freundschaften werden aber vielfach durch solche Bekenntnisse sehr bestaerkt!
Leider sind die Amerikaner - wie ich aus eigener Erfahrung weiss - sehr schnell mit der Verschreibung von Medikamenten bei der Hand. Inzwischen ist naemlich wissenschaftlich erwiesen, dass bestimmte Antidepressiva bei Kindern und Jugendlichen das Selbstmordrisiko sogar erhoehen, anstatt es zu mindern. Daher glaube ich, dass es ganz richtig war, dass du diese Medikation wieder abgesetzt hast.
Ich finde es sehr wichtig, dass du den Schritt getan hast, dir bei einer Psychotherapeutin Hilfe zu holen. Ich bin sicher, dass sie dir helfen kann. Mit jemandem zu reden, der "neutral" ist, bei dem man nicht den Eindruch hat, ihn nicht belasten zu duerfen, ist wirklich sehr, sehr hilfreich und entlastend. Fuer den Fall aber, dass sie dir nicht sympathisch sein sollte, zoegere nicht, dir einen Termin bei einer anderen Therapeutin zu holen, es ist sehr wichtig, dass du das Gefuehl hast, ihr echt vertrauen zu koennen.
Du hast meiner Meinung nach sehr erwachsen und stark gehandelt. Auch wenn du dich selbst gerade ganz anders fuehlst! In jedem von uns steckt naemlich eine gesunde, reife Persoenlichkeit und ein kleines, leicht verstoerbares Kind. In Situationen, wie deiner, passiert es, dass die hilflose Verzweiflung des verletzten Kindes scheinbar die Ueberhand gewinnt und dich mit diesen depressiven Gefuehlen ueberflutet. Aber an deinen Reaktionen, deinem reifen und erwachsenen Handeln, kann ich wirklich sehen, dass dein reifer, starker Anteil nicht verschwunden ist, sondern da ist, und dir zu Hilfe kommen kann! Und, wie ich schon gesagt habe, solche traumatischen Erlebnisse brauchen wirklich Zeit, um verarbeitet und ueberwunden zu werden. Gesteh dir diese Zeit zu, alles andere waere unnormal.
Bitte hab keine Scheu, noch mal zu schreiben, wenn du moechtest. Ich wuerde mich freuen, wenn du wieder von dir hoeren laesst, und uns berichtest, wie es dir geht.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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