Diakonik, Diakoniewissenschaft bzw. Caritaswissenschaft reflektiert theologisch die Praxis christlicher Diakonie von der regionalen bis zur internationalen Ebene. Der griechische Begriff Diakonie ist stärker im evangelischen Kontext, der lateinische Begriff Caritas im katholischen Kontext zuhause. Gegenstand ist also die Diakonie bzw. die Caritas als Wesensvollzug der Kirchen und als verbandliches Engagement im Spannungsfeld von Kirche und Gesellschaft. Dabei wird versucht, sowohl die Sicht des leidenden und des helfenden Menschen und die Vorgaben der Kirchen für ihre jeweilige sozial-caritativen Arbeit einzubeziehen. Die Diakonik denkt über geschichtliche, ethische, psychologische und pastorale Zusammenhänge des Helfens nach.
Dabei bilden insbesondere das Verhältnis „Ethik und Organisation“, Medizinethik, Pflegeethik, Sterbebegleitung, spezielle Angebote wie die Bahnhofsmission das weite Spektrum der Fragen. In den letzten Jahren ist in der Diakonik vor allem die Spannung von gemeindlicher und verbandlicher Diakonie bzw. Caritas in den Blick genommen worden. Ein weiterer Schwerpunkt ist angesichts der finanziellen Problematik das Fundraising und die Motivation Freiwilliger und Ehrenamtlicher geworden.
Die Diakonik bzw. Caritaswissenschaft hegt enge Beziehungen zur Soziologie, Sozialpolitik, Sozialarbeit und zu den Wirtschaftswissenschaften, aber auch zur Moral- und Pastoraltheologie, insofern sie Wert, Verpflichtung und Bedeutung der Diakonie und Caritas und das Wirken der Caritas im Rahmen der Seelsorge und unter dem Profil einer christlichen Sozialarbeit behandelt. Diakonik und Caritaswissenschaft schaffen eine theologische und ethische Fundierung der sozialen Arbeit und tragen zu ihrer Motivierung und Effizienzsteigerung bei.
Als einer der Begründer der Caritaswissenschaft gilt der Theologe, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler Heinrich Weber (1888–1946), der als Nachfolger von Franz Hitze den Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre in Münster (Westfalen) von 1922 bis 1935 und dann wieder von 1945 bis zu seinem Tod 1946 innehatte. Nach seiner Zwangsversetzung nach Breslau hat er an der dortigen Universität die Caritaswissenschaft gelehrt. Von 1922 bis zu seinem Tod war er der Vorsitzende des Fachausschusses Caritaswissenschaft des Deutschen Caritasverbandes. Er hat die grundlegenden Konzepte für die Ausbildung und Fortbildung in der Caritaswissenschaft ausgearbeitet. Sein Hauptwerk zur Caritaswissenschaft war eine geplante zweiteilige systematische Publikation in mehreren Bänden, von denen nur der erste Band der Allgemeinen Grundlegung der Caritaswissenschaft unter dem Titel Das Wesen der Caritas 1938 veröffentlicht wurde. Zu den Gründerfiguren ist ebenso der Moraltheologe Franz Keller (1873–1944) zu zählen, der 1925 an der theologischen Fakultät in Freiburg im Breisgau erster Inhaber des Lehrstuhls am Institut für Caritaswissenschaft ist.
An der Neuausrichtung der Disziplin nach dem II. Vatikanischen Konzil war besonders Heinrich Pompeÿ vom Institut für Caritaswissenschaft und christliche Sozialarbeit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg beteiligt. Unter seiner Konzeption wurde an einer Fakultät für katholische Theologie ein staatlich anerkannter Diplomstudiengang für Caritaswissenschaft eingerichtet (1993), der dann auch weiteren katholischen Fakultäten als Modell diente.

Quelle: Wikipedia

  • Studienfeld(er)
    Evangelische Theologie; Soziale Arbeit
  • Schwerpunkt(e)
    Diakoniewissenschaft; Soziale Arbeit; Sozialwissenschaft; Theologie
  • Zulassungsmodus
    Auswahlverfahren/Eignungsprüfung
  • Studienbeginn
    nur Wintersemester
  • Weitere Informationen zu Zugangs- und Zulassungsbedingungen
    Abitur, Fachhochschulreife oder gleichwertige Hochschulzugangsberechtigung, eine Mitgliedschaft in der Evangelischen Kirche, ein Nachweis über eine einjährige praktische (Berufs-)Tätigkeit, ein Nachweis über eine ehrenamtliche Tätigkeit von mindestens 100 Stunden in der (kirchlichen) Jugendarbeit, in der Kirchengemeinde oder diakonischen Einrichtung, Alter bei Studienbeginn möglichst maximal 30 Jahre, ein tabellarischer Lebenslauf, ein Motivationsschreiben zum Studienwunsch.
  • Weitere Informationen zu Zugangs- und Zulassungsbedingungen
    Weitere Informationen zu Zugangs- und Zulassungsbedingungen
Zugangsbedingungen
  • Meisterprüfung und/oder gleichwertige berufliche Aufstiegsfortbildung
  • Mehrjährige Berufsausbildung und/oder Berufserfahrung mit fachlicher Nähe zum Studienfach
    • einem Beratungsgespräch an der Hochschule
    • einer Eignungsprüfung
Internetseite
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