Was Mikroorganismen leisten können, weiß jeder, der gerne Joghurt isst oder ein gutes Glas Bier schätzt. Kleinste Lebewesen werden schon seit Jahrhunderten zur Herstellung von Lebensmitteln genutzt. Zukünftig aus ihnen immer leistungsfähigere „mikrobielle Fabriken“ zu machen, ist eine der Aufgaben der Biotechnologie.

Der Stoffwechsel von Mikroorganismen wird zum Beispiel zunehmend bei der Energiegewinnung aus Biomasse oder bei der Produktion maßgeschneiderter Enzyme oder anderer Moleküle genutzt. Andererseits kann gezielte Störung des Zellstoffwechsels oder Unterdrückung der Fortpflanzung zur erfolgreichen Bekämpfung gefährlicher Mikroorganismen beitragen.

Als Schnittstelle zwischen Biologie, Chemie, Bioinformatik und Verfahrenstechnik bietet die Biotechnologie eine interdisziplinäre Forschungsplattform, die Mikroorganismen vorhersagbar und kontrolliert für bestimmte Zwecke nutzbar macht. Entsprechend vielfältig sind die Kompetenzen, die angehende Biotechnologinnen und Biotechnologen an der RWTH erwerben. Das Spektrum reicht von der Mikrobiologie über die Genetik bis hin zur Bioverfahrenstechnik.

Zugunsten dieser intensiven Grundlagenausbildung werden im Bachelorstudium nur geringe Spezialisierungsmöglichkeiten angeboten. Die Studierenden wählen im anschließenden Masterstudium eine der vier klassischen Richtungen der Biotechnologie:

• Mit dem Begriff Weiße Biotechnologie wird die industriell genutzte Biotechnologie bezeichnet. Sie beschäftigt sich zum Beispiel mit technischer Gewinnung maßgeschneiderter Produkte aus dem zellulären Stoffwechsel und industrieller Steigerung der Ausbeute moderner Bioreaktoren.
• Die Rote Biotechnologie hat die medizinische Anwendung zum Ziel. Sie strebt zum Beispiel die Gewinnung therapeutischer Proteine, maßgeschneiderter Enzyme, Reagenzien, Arzneimittel und Impfstoffe an. Des Weiteren entwickelt sie neue Strategien zur Bekämpfung von Krankheiten, mit denen Stoffwechsel oder Fortpflanzung des Erregers gestört werden können.
• In der Grünen Biotechnologie stehen Pflanzen und pflanzliche Biomasse im Mittelpunkt. Sie zielt zum Beispiel auf Pflanzenresistenz, Ertragssteigerung oder Herstellung mikrobiell gestützter Verfahren zur Gewinnung von Energie aus Biomasse und zur Nutzung der Abbauprodukte.
• Die Bioverfahrenstechnik entwickelt, teils in Kooperation mit dem Maschinenbau, innovative biotechnologische Produktionsprozesse. Ihr Aufgabenspektrum reicht vom Aufschluss des biogenen Rohstoffs über Simulations- und Reaktortechniken bis hin zum maßgeschneiderten Produkt.

Die RWTH Aachen zählt zu den führenden Technischen Universitäten Europas. Sie unterhält zahlreiche internationale Beziehungen und ist mit ihren Life-Science-Aktivitäten unter anderem in die Bioregio Rheinland eingebunden. Für die Life Sciences wurden an der RWTH Aachen ein interdisziplinäres Forum und der "LifeTec Aachen-Jülich" eingerichtet. Zwischen der RWTH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich besteht die Jülich-Aachen-Research-Alliance (JARA). Des Weiteren gibt es in Aachen ein Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie und das Materialforschungsinstitut DWI (Deutsches Wollforschungsinstitut) der Leibniz-Gemeinschaft. Die Größe und Vielfältigkeit der RWTH erlaubt den Studierenden - wie an kaum einer anderen Hochschule - eine auf die eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten abgestimmte Spezialausrichtung innerhalb des gewählten Faches. Die Biotechnologie an der RWTH Aachen ist in vielen nationalen und internationalen Forschungsverbünden wie dem Excellenzcluster „Tailor made fuels from biomass“ und dem EU Großprojekt „Pharma-Planta“ vertreten.

Quelle: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen vom 11.04.2019

  • Studienfeld(er)
    Biotechnologie
  • Schwerpunkt(e)
    Bioanalytik; Genetik; Industrielle Biotechnologie; Mikrobiologie; Molekulare Immunologie und Medizin; Phytopathologie; Strukturbiologie; Umweltbiotechnologie
  • Zulassungsmodus
    Örtliche Zulassungsbeschränkung, zwingend mit NC
  • Studienbeginn
    nur Wintersemester
  • Weitere Informationen zu Zugangs- und Zulassungsbedingungen
    RWTH-Zulassung 1.-6. Fachsemester; Teilnahme am SelfAssessment im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften
  • Weitere Informationen zu Zugangs- und Zulassungsbedingungen
    Weitere Informationen zu Zugangs- und Zulassungsbedingungen
Zugangsbedingungen
  • Meisterprüfung und/oder gleichwertige berufliche Aufstiegsfortbildung
  • Mehrjährige Berufsausbildung und/oder Berufserfahrung mit fachlicher Nähe zum Studienfach
    • einem Probestudium
    • einer Eignungsprüfung
Zugangsbedingungen
Internetseite
weitere Informationen zu "Studieren ohne Abitur"
  • Vorlesungszeit
    02.11.2020 - 12.02.2021
    Für Studierende ab dem 2. Semester aufwärts: 26. Oktober bis 12. 2.2021
  • Die Informationen über die Hochschulen und deren Studienangebote werden durch Zugriff auf den Hochschulkompass der HRK erzeugt.
    Stand: 17.04.2021
Markus Instenberg
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