Zentrales Arbeitsfeld der Kulturanthropologie/Volkskunde (andernorts auch als Volkskunde, Europäische Ethnologie, Empirische Kulturwissenschaft oder Populäre Kulturen bezeichnet) ist die Analyse kultureller Phänomene und Prozesse in ihren sozialen, geschlechtsspezifischen, lokalen, regionalen und zeitlichen Bezügen. Ein Kulturbegriff „im weitesten ethnographischen Sinne“ (E. B. Tylor) dient dabei als Ausgangspunkt der Forschungen. Im kontrastiven Vergleich zwischen „Eigenem“ und „Fremdem“ geht es vor allem darum, kulturelle Ordnungssysteme des Alltags in Vergangenheit und Gegenwart zu verstehen. Wie Menschen ihr Zusammenleben gestalten, welche Bilder sie von sich und ihrer Umwelt entwerfen, sind zentrale Gegenstände des Faches. Da sich diese Fragen auf die Lebenswelten von Menschen in eher komplexen Gesellschaften konzentrieren, kommt den für diese sozialen Milieus typischen Kommunikations- und Vermittlungsprozessen eine besondere Bedeutung zu.

Charakteristisch für das Mainzer Profil des Studiengangs ist seine enge Verzahnung mit den Fächern Filmwissenschaft und Theaterwissenschaft. Durch den obligatorischen Besuch von Veranstaltungen in einer sogenannten „integrierten Schiene“ erlernen Studierende des Mainzer Bachelorstudiengangs auf transdisziplinäre Weise den Umgang mit einem erweiterten Kultur- und Medienbegriff und erwerben somit ein profundes Basiswissen für unterschiedliche inhaltliche Profilierungen, die in einem Zweitstudium (Master) oder in verschiedenen beruflichen Bereichen (Medien, Kultur- und Sozialarbeit, Museen, Universität/Wissenschaft) weiterentwickelt werden können. Besonderer Wert wird bei der Ausbildung darauf gelegt, theoretische und methodische Kenntnisse anhand konkreter Beispiele einzuüben, die sich sowohl an gegenwartsbezogenen als auch an historischen Fragestellungen orientieren. Im Rahmen der Abschlussarbeit werden Studierende des Faches dazu angeleitet, erste eigene Forschungsbeiträge zu erarbeiten und ggf. zu publizieren.

Das Studium im B.A.-Kernfach Kulturanthropologie/Volkskunde ist so angelegt, dass die Studierenden in den beiden ersten Semestern anhand des interdisziplinären Moduls „Grundlagen der Kulturanalyse“ in die Themenfelder, Methoden und Theorien kulturwissenschaftlicher Arbeit eingeführt werden. Zusätzlich werden theaterwissenschaftliche und filmwissenschaftliche Lehrveranstaltungen besucht und die „Grundlagen der Kulturanthropologie/Volkskunde“ erörtert. Im dritten und vierten Semester wird im Rahmen des interdisziplinären Moduls „Alltagskultur, Theorie und Ästhetik“ vertiefend in theoretische Fragestellungen eingeführt, die für alle drei beteiligten Fächer grundlegend sind. Das Modul „Kulturwissenschaftliche Ordnungssysteme“ thematisiert zentrale Kategorien des kulturhistorischen Denkens. Im Modul „Praxis der empirischen Kulturanalyse“ erlernen die Studierenden beispielsweise die Erschließung archivalischer Quellen und die Anwendung empirischer Methoden der Datenerhebung. Im fünften Semester wird ein Praktikum absolviert und dieses im Rahmen einer Übung reflektiert. Ebenfalls ist für das fünfte/sechste Semester das interdisziplinäre Modul „Medialität der Sinne“ vorgesehen, welches die mediale Inszenierung der Sinne in Theater und Film und die ästhetische Formung der Sinnlichkeit in kulturellen Praktiken thematisiert. Im sechsten und letzten Semester erfolgen die Prüfungen in Form der Bachelorarbeit und einer mündlichen Prüfung. Begleitet wird die Prüfungsphase von einem Kolloquium.

Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz vom 28.10.2019

  • Studienfeld(er)
    Kulturanthropologie; Volkskunde
  • Schwerpunkt(e)
    Alltagskultur; Kulturanalyse
Zugangsbedingungen
  • Meisterprüfung und/oder gleichwertige berufliche Aufstiegsfortbildung
    • einem Beratungsgespräch an der Hochschule
  • Mehrjährige Berufsausbildung und/oder Berufserfahrung mit fachlicher Nähe zum Studienfach
    • einem Beratungsgespräch an der Hochschule
  • einer Mindestdurchschnittsnote der beruflichen Ausbildung :2.50
Zugangsbedingungen
Erwerb der unmittelbaren (allgemeinen HZB) durch Nachweis einer Meisterprüfung oder meisteräquivalenter Fortbildung. Erwerb der unmittelbaren fachgebundenen HZB durch Nachweis einer fachverwandten Ausbildung (Mindestnote 2,5) und mindestens zweijähriger beruflicher Tätigkeit.
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  • Vorlesungszeit
    18.10.2021 - 15.02.2022
  • Bewerbungsfrist für Fächer mit Zulassungsbeschränkung
    01.06.2021 - 15.07.2021
  • Anmeldefrist für Fächer ohne Zulassungsbeschränkung
    01.06.2021 - 01.09.2021
  • Bewerbungsfrist für EU-Ausländer
    01.06.2021 - 15.07.2021
  • Bewerbungsfrist für Nicht-EU-Ausländer
    01.06.2021 - 15.07.2021
  • Die Informationen über die Hochschulen und deren Studienangebote werden durch Zugriff auf den Hochschulkompass der HRK erzeugt.
    Stand: 27.03.2021
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