Seit den 1980er-Jahren steht die Bezeichnung „Kulturwissenschaften“ zudem für eine neue Selbstbeschreibung eines Großteils der in der Tradition Wilhelm Diltheys in Deutschland „Geisteswissenschaften“ genannten Disziplinen.

Von den Kulturwissenschaften (im Plural), welche die Methode einzelner Geisteswissenschaften für die Untersuchung von Kultur behandeln, kann nach Hartmut Böhme die neuere Disziplin der Kulturwissenschaft als Disziplin unterschieden werden, welche zwar für die Untersuchung von Kultur auch auf die Ergebnisse der Einzelwissenschaften angewiesen ist, aber trotz allem versucht, durch Kulturreflexion und Kulturkritik übergreifende Zusammenhänge in den Blick zu bringen: „Dies unterscheidet die Kulturwissenschaft, jedenfalls in ihrer gegenwärtigen Phase, von den etablierten Geisteswissenschaften, die aufgrund ihrer hohen Spezialisierung den Kontakt zu jener Tradition weitgehend verloren haben, die Reinhart Koselleck (1973) als den für die Moderne charakteristischen Zusammenhang von ‚Kritik und Krise‘ beschrieben hat.“

Im Vergleich zu den Kulturwissenschaften kann die Kulturwissenschaft durch folgende Punkte unterschieden werden:

- Einerseits nimmt sie die Verdrängung der Geisteswissenschaften durch den Nationalsozialismus zurück, andererseits schließt sie nicht unmittelbar an die deutsche Tradition der Geisteswissenschaften an, sondern nimmt auch Ideen aus den Cultural studies und Humanities mit auf.
- Gegenstand ihrer Untersuchung ist nicht ausschließlich die sogenannte Hochkultur, sondern sie bezieht alle Bereiche kulturellen Lebens mit ein.
- Aufmerksamkeit widmet sie daher allen Massenmedien (also nicht mehr nur dem Buch), da Kultur in verschiedenen Medien geschieht.
- Damit spielt nicht mehr nur die schriftliche Überlieferung eine zentrale Rolle, sondern alle kulturellen bildlichen Formen, d. h. performative Akte, Körperfiguren, Rituale und Habitus.
- Als kulturelles Gedächtnis zählt somit nicht mehr nur das Geschriebene, sondern alle Verkörperungen und Einbettungen von Kultur, die sich für ihren Erhalt ständig neu aktualisieren und einschreiben müssen.
- Die Kulturwissenschaft untersucht die Wanderungsbewegung der kulturellen Formen und Symbole über historische und ethnische Grenzen hinweg, wodurch zugleich ein Eurozentrismus vermieden wird.
- Im Anschluss an die Kultursemiotik versteht sie Kultur als Symboluniversum und textualen Zusammenhang: Die Bedeutung einzelner kultureller Momente ergibt sich immer nur im Zusammenhang mit anderen Stellen dieses Textes, Kultur ist ein Text, in dem die Kulturwissenschaft liest, aus dem sie das kulturell Bedeutsame herausliest.

Quelle: Wikipedia vom 15.10.2018

  • Studienfeld(er)
    Geschichte; Kulturwissenschaft
  • Schwerpunkt(e)
    Archäologie; Europäische Regionalstudien; Historische Anthropologie /Europäische Ethnologie; Komparatistik; Kultur- und Mediengeschichte; Kulturtheorie; Kunstgeschichte; Musikgeschichte; Philosophie; Theologie
  • Zulassungsmodus
    Örtliche Zulassungsbeschränkung, zwingend mit NC
  • Studienbeginn
    Sommer- und Wintersemester
  • Weitere Informationen zu Zugangs- und Zulassungsbedingungen
    Bachelor-Abschluss oder äquivalenter Hochschulabschluss (mindestens 180 ECTS-Punkte, Gesamtnote 2,7 und besser) schwerpunktmäßig in Kulturwissenschaften aus den Fachbereichen wie Altertumswissenschaften, Geschichte, Humangeographie, Historische Anthropologie, Europäische Ethnologie, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft, Philosophie, Religionswissenschaft und Theologie. Nachweis der besonderen Eignung. Bewerbung bis 31. Juli zum Wintersemester und 15. Januar zum Sommersemester (nach Maßgabe freier Plätze). Weitere Informationen zur Zulassungsvoraussetzung.
  • Weitere Informationen zu Zugangs- und Zulassungsbedingungen
    Weitere Informationen zu Zugangs- und Zulassungsbedingungen
  • Vorlesungszeit
    18.10.2021 - 11.02.2022
  • Die Informationen über die Hochschulen und deren Studienangebote werden durch Zugriff auf den Hochschulkompass der HRK erzeugt.
    Stand: 28.08.2021
Anika Schmidt
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