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Internationale Beziehungen

Technische Universität Dresden „HSZ TUDresden“ von Hans-Jürgen Räth Akrisios - Eigenes Werk. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons. Technische Universität Dresden (Foto: „HSZ TUDresden“ von Hans-Jürgen Räth Akrisios - Eigenes Werk. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.)

Internationale Beziehungen, Bachelor of Arts (B.A.)

Studienort, Standort
Abschluss
Bachelor of Arts (B.A.)
Abschlussgrad
Bachelor of Arts
Regelstudienzeit
6 Semester
Akkreditierung
Nein
Studienformen
Vollzeitstudium
Hauptunterrichtssprache
Deutsch
Weitere Sprachen
Spanisch; Französisch; Russisch; Englisch

Was sind "Internationale Beziehungen"?

Das Fach Internationale Beziehungen (IB) (engl.: International Relations (IR)) bzw. Internationale Angelegenheiten (IA) (engl.: International Affairs (IA)) bzw. Global Studies (GS) bzw. International Studies (IS), befasst sich mit den Studien der Politik, Ökonomie und Jurisprudenz auf einer globalen Ebene. Sie bildet folglich eine Disziplin bestehend aus der Politikwissenschaft – die sich traditionell mit den Beziehungen zwischen Staaten beschäftigt – sowie der Wirtschaftswissenschaft und der Rechtswissenschaft. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Fokus auch auf das Verhältnis von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren zueinander erweitert. Zu letzteren können beispielsweise transnationale Unternehmen oder Organisationen gehören. Da es sich um eine Teildisziplin der Politikwissenschaft handelt, ist Internationale Beziehungen ein eigenständiger Begriff und wird damit großgeschrieben.

Die sozialwissenschaftliche Erforschung der internationalen Politik begann nach dem Ersten Weltkrieg und durchlief bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts drei große paradigmatische, also grundsätzliche Debatten, durch die sich langfristig mehrere Denkschulen etabliert haben. Diese sind selbst von mehreren heterogenen Strömungen durchsetzt, die miteinander häufig im Widerspruch stehen, sich dabei aber auf dieselben Grundannahmen berufen. Daher weisen die Internationalen Beziehungen einen hohen theoretischen Gehalt und eine große Interdisziplinarität auf, die sich vor allem über die Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaften, Geschichtswissenschaft, die Psychologie und die Anthropologie erstreckt.

Die Internationalen Beziehungen bestehen als eigenständige Teildisziplin seit dem Ende des Ersten Weltkrieges, dessen Folgen in Europa und Nordamerika zu einem Nachdenken über die damals bestehende internationale Ordnung führten. Dabei hatte insbesondere der liberale Internationalismus (auch Liberalismus oder Idealismus genannt) Hochkonjunktur, wie ihn beispielsweise der amerikanische Präsident Woodrow Wilson in seinem Vierzehn-Punkte-Programm zum Ausdruck brachte.

Dem Internationalismus zufolge ist eine friedliche Staatenwelt nur möglich, wenn Verfassungsstaaten in ein System eines fortentwickelten internationalen Rechts eingebettet sind. Da er annahm, dass der Erste Weltkrieg im Interesse der Eliten der Kriegsteilnehmer, aber gegen den Willen der jeweiligen Völker geführt wurde, sah er vor allem eine Demokratisierung der Staatengemeinschaft vor. Darüber hinaus sollte der Völkerbund ein Forum zum diplomatischen Austausch und zur Konfliktbeilegung bieten.

Das Analyseergebnis, dass Interessengegensätze nie unüberwindbar seien, führte zur Etablierung der internationalen Beziehungen als Sozialwissenschaft. Ihre erste Institutionalisierung erlebte sie als die Aberystwyth University in Wales im Jahre 1919 einen Lehrstuhl für internationale Politik (International Politics) einrichtete.[2] In kurzem zeitlichen Abstand dazu gründeten sich in anderen westlichen Ländern Institute, die bis heute einen bedeutenden Ruf haben. Dazu gehören das Royal Institute of International Affairs in London (1920), das Council on Foreign Relations in New York City (1922), das Institut für Auswärtige Politik in Hamburg (1923) und das Genfer Hochschulinstitut für internationale Studien (1927).

Das Wiedererstarken autoritärer Regierungsformen zu Beginn der 1930er, beispielsweise in Deutschland, Italien und der Sowjetunion, zog in den internationalen Beziehungen eine starke Kritik an der vorherrschenden idealistischen Denkströmung nach sich. 1939 veröffentlichte E. H. Carr sein Grundlagenwerk The Twenty Years’ Crisis, in dem er einen marxistisch beeinflussten, kritischen Ansatz entwickelte, den er „Realismus“ nannte. Dabei entwickelte er die für einen solchen theoretischen Ansatz nötigen Begriffe wie haves und have-nots und wandte vor allem Karl Mannheims wissenssoziologische Begrifflichkeiten an.

Der Forschungsgegenstand der Internationalen Beziehungen war lange Zeit unklar. Zwei Faktoren boten eine Grundlage der ersten metatheoretischen Debatte in den Internationalen Beziehungen. Dabei erhob die nachträglich so bezeichnete Gruppe der Idealisten, die wie Leonard Woolf mehrheitlich den Internationalismus befürwortete, den Anspruch, die neue Teildisziplin müsse sich mit den Ursachen von Kriegen auseinandersetzen, um zu ihrer Beseitigung beizutragen. Realisten wie Carr befürchteten, dass diese Zielsetzung eine Befangenheit begründen könnte, die eine taugliche Erkenntnis von vornherein behindern würde. Zu dieser Debatte trug die zur selben Zeit stattfindende Auseinandersetzung in der Wissenschaftstheorie um den Positivismus bei.

Der Zweite Weltkrieg trug zur Enttäuschung vieler Diplomaten und Politikwissenschaftler über den Internationalismus und seine Praktiken wie den Völkerbund bei. Dies leistete der Konsolidierung des Realismus Vorschub. 1948 veröffentlichte der in die USA ausgewanderte Jurist Hans J. Morgenthau seinen systematischen Versuch Politics Among Nations über die Internationalen Beziehungen. Unter dem Einfluss theologischer Autoren wie Reinhold Niebuhr legte Morgenthau dar, dass der Mensch von Natur aus „sündhaft“ sei und nach Macht strebe. In Hierarchien wie beispielsweise Staatssystemen sei diese Natur gezähmt, allerdings sei auf kooperative Ansätze in der internationalen Politik aufgrund dieser natürlichen Veranlagung des Menschen kein Verlass. Das aggressive und sicherheitsbewusste Verhalten von Staaten fasste Morgenthau dabei mit der berühmten Wendung „Nations […] pursuing their respective interests defined in terms of power“ zusammen.

Als Hauptströmungen der Internationalen Beziehungen gelten:

Seit dem Ersten Weltkrieg: liberale Internationalismus (Liberalismus bzw. Idealismus genannt) (Woodrow Wilson)

Seit dem Zweiten Weltkrieg: Realismus (Hans Morgenthau)

1940er: Funktionalismus (David Mitrany)

1950er: Neofunktionalismus (Ernst B. Haas), Transaktionalismus (Karl W. Deutsch)

1970er: Neoliberaler Institutionalismus (= Neoliberalismus) (Robert Keohane) mit den Bestandteilen Interdependenztheorie und Regimetheorie

1980er: Neorealismus (auch struktureller Realismus genannt) (Kenneth Waltz)

1990er: (Sozial-)Konstruktivismus (Alexander Wendt)

Neben diesen Hauptströmungen existieren weitere nennenswerte Ansätze wie der Neogramscianismus, die Staatenkartelltheorie, Englische Schule, Feministische Theorien der Internationalen Beziehungen und Postmoderne Ansätze.

Die Internationalen Beziehungen waren vor allem bis zum Ende des Kalten Krieges als eine „[US-]amerikanische Sozialwissenschaft“ oder angelsächsisch dominierte Sozialwissenschaft anerkannt, in der rationalistische Erklärungsansätze überwogen. Dies lag vor allem daran, dass staatliche Behörden und private Stiftungen sich von der noch jungen Sozialwissenschaft durch ihre behavioralistischen Tendenzen direkt verwertbare Erkenntnisse im Interesse der nationalen Sicherheit erhofften und daher finanziell förderten.

Quelle: Wikipedia

Studienfeld(er) / Schwerpunkt(e)

Studienfeld(er)
Internationale Beziehungen; Internationales Recht
Schwerpunkt(e)
Internationale Politik; Internationale Wirtschaft; Internationales Recht

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Örtliche Zulassungsbeschränkung,zwingend mit NC
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