Gerade mal ein Jahrzehnt ist es her, dass sich in einzelnen Büros von Systemadministratoren und Strafverfolgungsbehörden intensiver mit der Auswertbarkeit digitaler Daten für Verfahrenszwecke beschäftigt wurde. Das bis dato wenig erforschte Feld der Computer-Forensik erregte zunehmendes Interesse, wurden schließlich immer mehr Daten auf Computersystemen vorgehalten. Zwar beschäftigten sich bereits in den 80er Jahren die ersten Pioniere mit der Frage, wohin welche Software welche Daten schreibt und wie gelöschte Daten wiederhergestellt werden können, doch wurde ihren ersten Erkenntnissen noch wenig Beachtung geschenkt. Erst mit der nahezu flächendeckenden Verbreitung von IT Systemen in Privathaushalten, Unternehmen, Behörden und bei Betreibern kritischer Infrastrukturen wurde der hohe Stellenwert von qualifizierten, digitalforensischen Untersuchungen erkannt. Schließlich wurden beispielsweise Verstöße gegen Unternehmensrichtlinien und Vorfälle gegen den Schutz geistigen Eigentums mehr und mehr mit Hilfe von Computern begangen.

Auch Straftäter sind seit Jahren dabei, sich die digitalen Medien zunutze zu machen. Sie verlagern herkömmliche Straftaten wie beispielsweise Betrug und Erpressung zunehmend in das Internet und schaffen sogar völlig neue Deliktsfelder, die IT Systeme nicht nur als Tatmittel, sondern auch als Angriffsziel nutzten. Digitale Spuren spielen heute in fast allen Ermittlungsverfahren eine Rolle.

Der Studiengang Allgemeine und Digitale Forensik an der Hochschule Mittweida leistet einen Beitrag für eine solide und fachspezifische Ausbildung an IT-Experten auf diesem Gebiet.

Der Alltag von Strafverfolgungsbehörden bei der Aufklärung von Delikten verschiedener Bereiche ist mit dem Umgang großer Datenmengen verbunden. Diese Daten stammen aus unterschiedlichsten Quellen und müssen durch die Ermittler professionell gesichert, aufbereitet, verständlich gemacht und ausgewertet werden. Parallel dazu sind schnelle und effiziente Entscheidungen auf der Grundlage von Informationen und den recherchierten Beweismitteln gefordert. Neben den Strafermittlungsbehörden stehen private Sicherheitsfirmen vor ähnlichen Problemen.

Die gesamten Prozesse lassen sich durch den Begriff Forensik verallgemeinern. In diesen Begriff gehen neben der allgemeinen Forensik, welche das Verständnis und die Beurteilung von gängigen Methoden, wie genetischer Fingerabdruck, Gesichts- und Spracherkennung, sowie Toxikologische und ballistische Befunde beinhaltet auch die Computerforensik. Die Computerforensik beschäftigt sich mit dem Zustand eines Computersystems.

Der Studiengang vermittelt Methodenkompetenzen in der forensischen Fallarbeit mit den Schwerpunkten Allgemeine und Digitale Forensik. Das Studienangebot schafft, erweitert und vertieft neben naturwissenschaftlichen insbesondere Wissen und Kenntnisse im Bereich der Informatik. Das Bachelor-Programm ist praxisorientiert und befähigt die Studierenden zur selbständigen wissenschaftlichen Arbeit. Absolventen lernen während ihres Studiums moderne Methoden und Werkzeuge kennen und wenden sie für eigene Lösungen an, die teils in Projektgruppen, teils individuell erstellt werden.

Quelle: Hochschule Mittweida vom 14.10.2018

  • Studienfeld(er)
    Bioinformatik; Informatik; Softwaretechnik
  • Schwerpunkt(e)
    Forensik; Informatik; Kriminologie; Recht
Zugangsbedingungen
  • Meisterprüfung und/oder gleichwertige berufliche Aufstiegsfortbildung
    • einem Beratungsgespräch an der Hochschule
  • Mehrjährige Berufsausbildung und/oder Berufserfahrung mit fachlicher Nähe zum Studienfach
    • einem Beratungsgespräch an der Hochschule
    • einer Eignungsprüfung
  • Mehrjährige Berufsausbildung und/oder Berufserfahrung ohne fachlicher Nähe zum Studienfach
    • in Verbindung mit dem Erwerb der fachgebundenen Hochschulzugangsberechtigung durch Prüfung
Zugangsbedingungen
Voraussetzung ist gemäß § 17 Abs. 5 SächsHSFG eine abgeschlossene Berufsausbildung, eine mindestens dreijährige Berufserfahrung im erlernten Beruf, ein Beratungsgespräch an der Hochschule sowie das Bestehen einer entsprechenden Zugangsprüfung.
Vorbereitende Kursangebote
Ja
Interessenten ohne Hochschulzugangsberechtigung sowie Berufstätige, deren Ausbildung länger zurück liegt bzw. die Hochschulzugangsberechtigung über eine berufliche Weiterbildung erworben haben, können sich im Vorbereitungskurs "ACCESS COURSES" fit für das Studium machen.
Internetseite
weitere Informationen zu "Studieren ohne Abitur"
Kontakt Studieren ohne schulische HZB
Studienbeiträge
95.00 EUR / Semester
weitere Informationen zum Studienbeitrag
Anmerkung zum Studienbeitrag
Für Fern- und weiterbildende Studiengänge und für ein Zweitstudium (nicht für konsekutive Masterstudiengänge) können von der Hochschule Studiengebühren erhoben werden.
  • Vorlesungszeit
    04.10.2021 - 28.01.2022
  • Bewerbungsfrist für Fächer mit Zulassungsbeschränkung
    15.04.2021 - 31.07.2021
  • Anmeldefrist für Fächer ohne Zulassungsbeschränkung
    15.04.2021 - 31.07.2021
  • Bewerbungsfrist für EU-Ausländer
    15.04.2021 - 31.07.2021
  • Bewerbungsfrist für Nicht-EU-Ausländer
    15.04.2021 - 31.07.2021
  • Die Informationen über die Hochschulen und deren Studienangebote werden durch Zugriff auf den Hochschulkompass der HRK erzeugt.
    Stand: 28.08.2021

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