Lehrende an allgemeinbildenden Schulen und Hochschulen beklagen die fehlenden technischen Voraussetzungen und die unzureichende Medienschulung bei der Lehrumstellung zum Online-Unterricht (Foto: Natalia Lebedinskaia/Shutterstock.com) Lehrende an allgemeinbildenden Schulen und Hochschulen beklagen die fehlenden technischen Voraussetzungen und die unzureichende Medienschulung bei der Lehrumstellung zum Online-Unterricht (Foto: Natalia Lebedinskaia/Shutterstock.com)
Studie

Fernlehre scheitert an technischer Unterstützung

Der digitale Unterricht in Corona-Zeiten scheitert oftmals an den fehlenden technischen und mediendidaktischen Voraussetzungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur "Professionalität und Bildungsgerechtigkeit in der Krise" (ProBiKri), die von der FernUniversität in Hagen an allgemeinbildenden Schulen und Hochschulen durchgeführt wurde. Demnach seien diese noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen, was die Teilhabe von Schülern und Studenten an der Fernlehre erschwert.
 


Für die Studie wurde kurz nach den bundesweiten Schulschließungen zwischen Anfang April und Mitte Mai eine Online-Befragung unter 793 Lehrerinnen und Lehrern durchgeführt. Ergänzend wurden vertiefende Interviews mit einigen Befragten geführt. Positiv fällt dabei auf, dass die Corona-Krise die Digitalisierung an den Schulen voran bringt, was sich unter anderem an der verstärkten Nutzung von Online-Medien und Tools zeigt.
 


Trotzdem führten knapp 15 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer an allgemeinbildenden Schulen während des Shutdowns keinen Unterricht mehr durch. An den Hochschulen sind es im Vergleich dazu lediglich drei Prozent. Den Grund sehen die Befragten in der unzureichenden Ausstattung und Schulung. "Als wesentlichen Grund für den Ausfall von Unterricht und Lehre in der Corona-Krise geben die Befragten die fehlende technische und mediendidaktische Unterstützung an", so Projektleiterin Prof. Dr. Julia Schütz.
 


Dass dieses Problem gerade an den allgemeinbildenden Schulen auftritt, zeigt sich auch in dem Umgang mit Arbeitsmaterialien. Rund 40 Prozent der befragten Lehrerinnen und Lehrer halten an analogen Arbeitsblättern, Arbeitsheften, Büchern und Texten fest, während Hochschullehrende ihre Schüler überwiegend digital mit den notwendigen Materialien versorgen.
 


Die insgesamt 24 Interviews mit Lehrenden zeigen dabei, dass diese nicht die alleinige Schuld an der missglückten Bildungsumstellung tragen. Sie beklagen insbesondere fehlende Informationen und Unterstützung, was zu Unsicherheit bei der Umstellung der Lehre führte. Dass die digitale Lehre zudem auch noch aus dem Homeoffice erfolgen musste, stellte die Lehrerinnen und Lehrer vor zusätzliche Probleme.

[PA]

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