Die Mediennutzung unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen nimmt weiter zu: Eine problematische Nutzung liegt bei etwa 30 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen und bei 23 Prozent der 18- bis 25-Jährigen vor (Foto: Teerasak Anantanon/ Rawpixel.com) Die Mediennutzung unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen nimmt weiter zu: Eine problematische Nutzung liegt bei etwa 30 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen und bei 23 Prozent der 18- bis 25-Jährigen vor (Foto: Teerasak Anantanon/ Rawpixel.com)
Neue Studie

Mehr exzessive Mediennutzung im Jugendalter

Die problematische Computerspiel- und Internetnutzung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist seit 2015 gestiegen: In der Altersgruppe von zwölf bis 17 Jahren hat sich der Anteil der exzessiven Nutzer von 21,7 Prozent im Jahr 2015 auf 30,4 Prozent im Jahr 2019 erhöht. Bei den 18- bis 25-Jährigen stieg er im selben Zeitraum von 15,2 Prozent auf 23 Prozent an. Internetbezogene Störungen treten im Jahr 2019 bei 7,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und bei 4,1 Prozent der 18- bis 25-Jährigen auf. Im Jahr 2015 lag dieser Wert bei 5,7 Prozent bei den Jugendlichen und 2,6 Prozent bei den jungen Erwachsenen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Drogenaffinitätsstudie 2019 der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

12- bis 17-Jährige nutzen Computerspiele und das Internet durchschnittlich 22,8 Stunden in der Woche. Bei den 18- bis 25-Jährigen sind es durchschnittlich 23,6 Stunden wöchentlich. Dabei handelt es sich um die private Nutzung und nicht um Aktivitäten im Zusammenhang mit Schule, Studium oder Arbeit. Bei der Internetnutzung stehen der Studie zufolge die Kommunikation und Unterhaltung im Vordergrund. Unter den zwölf- bis 17-jährigen weiblichen Jugendlichen und den 18- bis 25-jährigen jungen Frauen ist die internetbezogene Störung und die problematische Nutzung im Jahr 2019 weiter verbreitet als unter ihren männlichen Altersgenossen.
 


Für die Studie wurden 7.000 Menschen im Alter von zwölf bis 25 Jahren in Telefoninterviews befragt. Die Mediennutzung wurde anhand des Fragebogens der "Compulsive Internet Use Scale" evaluiert. Jeder Antwort wird eine Punktzahl zugeordnet, die letztendlich angibt, ob ein problematisches Nutzungsverhalten vorliegt. So müssen Teilnehmer unter anderem beantworten, ob sie zum Beispiel Hausaufgaben vernachlässigen, um ins Internet zu gehen, oder sich online aufhalten, um negativen Situationen im Alltag zu entkommen. Die spezielle Lage während der Corona-Pandemie im Jahr 2020 war nicht Teil des Erhebungszeitraums der Studie und ist in den Ergebnissen nicht abgebildet.

"Nicht jeder Hinweis auf eine exzessive Mediennutzung sollte pathologisiert werden. Gleichwohl dürfen die Suchtrisiken von digitalen Spielen sowie eine mögliche Verknüpfung mit Glücksspielen nicht verharmlost werden", sagt Prof. Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, in einer Pressemitteilung zu den Ergebnissen. Sie bestätigten laut Thaiss, wie wichtig es sei, Kindern und Jugendlichen die exzessive Mediennutzung aufzuzeigen und Bezugspersonen auf ihre Vorbildrolle hinzuweisen.
 


Für Betroffene und Angehörige stehen verschiedenen Ressourcen zur Verfügung. Daniela Ludwig, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, hat die Kampagne "Familie.Freunde.Follower." gestartet, die Info-Material zum Umgang mit dem Medienkonsum junger Menschen bereitstellt. Die BzgA bietet im Zuge von "Ins Netz gehen" zahlreiche Angebote: Blogger berichten auf der Seite über ihre Mediennutzung und es gibt eine individuelle E-Mail-Beratung und Material für Eltern, Lehrkräfte sowie Fachkräfte für Suchtprävention.

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