In der Corona-Pandemie hat sich die Internret-Nutzung bei Kindern und Jugendlichen verändert (Foto: Prostock-studio/Shutterstock.com) In der Corona-Pandemie hat sich die Internret-Nutzung bei Kindern und Jugendlichen verändert (Foto: Prostock-studio/Shutterstock.com)
Safer Internet Day

Streaming und Videokonferenzen nehmen zu

Die Corona-Pandemie und das damit verbundene Distanzlernen könnte ein Grund dafür gewesen sein, dass sich einige Internetaktivitäten bei jungen Menschen in Deutschland verändert haben. Innerhalb von zwei Jahren stieg der Anteil der 10- bis 15-Jährigen, die im Internet Videos von kommerziellen Streaming-Anbietern wie zum Beispiel Netflix anschauten, von 36 Prozent auf 58 Prozent im 1. Quartal 2020. Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des "Safer Internet Day" mit, der am Dienstag, 9. Februar 2021, stattfindet. Um fast 10 Prozentpunkte nahm im gleichen Zeitraum die Nutzung von Internet- und Videotelefonaten zu – von 72 Prozent auf 82 Prozent. Und auch die Kommunikation über E-Mail gewann für junge Menschen vermehrt an Bedeutung: Während 2018 noch fast die Hälfte der Jugendlichen das Internet für den Mailverkehr nutzten, waren es 2020 bereits 64 Prozent.

Kaum Veränderungen bei Social Media

Dagegen hat sich die Nutzung von sozialen Netzwerken sich bei Kinder und Jugendlichen wenig verändert: 61 Prozent waren im 1. Quartal 2020 dort aktiv, im 1. Quartal 2018 waren es 64 Prozent. Ebenso nutzten im 1. Quartal 2020 mit 79 Prozent ähnlich viele junge Menschen das Internet zum Spielen oder zum Herunterladen ebensolcher wie im 1. Quartal 2018 (81 Prozent).

Grundsätzlich ist der Zugang zu digitalen Medien für Kinder und Jugendliche eine Form von gesellschaftlicher Teilhabe – nicht erst seit der Corona-Pandemie. Für die meisten Kinder und Jugendlichen gehört das Internet zum Alltag. So nutzten im 1. Quartal 2020 rund 89 Prozent der 10- bis 15-Jährigen Messenger-Dienste wie WhatsApp, Telegram, Viber und Co. Fast zwei Drittel (61 Prozent) waren in sozialen Netzwerken aktiv und nahezu die Hälfte (43 Prozent) teilte auf Webseiten selbst erstellte Inhalte. Wie im echten Leben müssen Kinder und Jugendliche auch im Internet vor problematischen Inhalten oder gar Missbrauch geschützt werden. Der EU-weite Aktionstag soll hierfür das Bewusstsein schärfen und zu mehr Internetsicherheit beitragen.
 


Jugendliche haben weitaus weniger Bedenken als Ältere

Je mehr und je häufiger Daten im Internet ausgetauscht werden, egal ob durch Videotelefonie, Messenger oder soziale Medien, desto wichtiger werden Schutzmaßnahmen, um den Zugriff auf persönliche Informationen zu kontrollieren. Jungen Menschen sind solche Fragestellungen weniger bewusst als anderen Altersgruppen. Mehr als ein Drittel (39 Prozent) der 10- bis 15-Jährigen hatte keine Bedenken, dass ihre Online-Aktivitäten aufgezeichnet werden, um maßgeschneiderte Werbung anzubieten. 45 Prozent der Jugendlichen hatten geringe Bedenken, 14 Prozent hatten große Bedenken. Bei der Betrachtung über alle Altersklassen hinweg kehrt sich das Bild um: Zwar hatten ebenfalls 43 Prozent geringe Bedenken wegen des Sammelns von Daten zu Werbezwecken, jedoch hatten 36 Prozent große Bedenken und nur rund ein Zehntel (11 Prozent) keinerlei Bedenken.

Weniger als ein Viertel der 10- bis 15-Jährigen lesen Datenschutzerklärung

Nur 23 Prozent der Jugendlichen gaben zudem an, eine Datenschutzerklärung über personenbezogene Daten vor der Weitergabe gelesen zu haben – über alle Altersgruppen hinweg lag der Anteil fast doppelt so hoch, bei 45 Prozent. Die Zugriffsmöglichkeit auf geografische Standortdaten beschränken hingegen rund 42 Prozent der Kinder und Jugendlichen. Bei den Menschen in Deutschland insgesamt lag der Anteil bei rund 50 Prozent.

EU-Vergleich: Niederlande bei Messenger-Nutzung an der Spitze

Der Safer Internet Day adressiert jedoch nicht ausschließlich junge Menschen, sondern soll alle Altersgruppen dazu bewegen, der Sicherheit im Internet mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Im Jahr 2020 verwendeten in Deutschland 79 Prozent der 16- bis 74-Jährigen Messenger-Dienste wie WhatsApp, Telegram, Viber und Co. und damit mehr als im EU-Schnitt (68 Prozent). Die höchsten Quoten unter den EU-Staaten erzielten die Niederlande (90 Prozent), Spanien (89 Prozent) und Dänemark (87 Prozent). In sozialen Netzwerken waren hierzulande 54 Prozent der 16- bis 74-Jährigen aktiv – und damit weniger Menschen als im EU-Schnitt (56 Prozent). Zum Vergleich: In Dänemark lag der Wert bei 85 Prozent, in Belgien bei 79 Prozent und in Zypern bei 78 Prozent.

[PA]

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