Als Au-pair lebst du im Ausland mit  einer Gastfamilie zusammen. Meist ist deine Hauptaufgabe, dich um die Kinder zu kümmern (Foto: New Africa/Shutterstock.com ) Als Au-pair lebst du im Ausland mit einer Gastfamilie zusammen. Meist ist deine Hauptaufgabe, dich um die Kinder zu kümmern (Foto: New Africa/Shutterstock.com )
Auslandsaufenthalt

Au-pair: Das musst du wissen

Ein fremdes Land entdecken, mit neuen Menschen in Kontakt kommen, ihre Kultur kennen lernen und deine Sprachkenntnisse verbessern: Das alles kannst du erleben, wenn du dich nach der Schule für einen Aufenthalt als Au-pair entscheidest. Dabei lebst du in einer Gastfamilie im Ausland und kümmerst dich um die Kinder. Pointer verrät dir, was du über das Leben und Reisen als Au-pair wissen solltest.
 


Bin ich als Au-pair geeignet?

Deine hauptsächliche Aufgabe als Au-pair ist es, dich um den Nachwuchs deiner Gastfamilie zu kümmern. Du solltest Kinder also mögen und Spaß daran haben, dich mit ihnen zu beschäftigen. Während deiner Zeit im Ausland lebst du in einer fremden Familie, die warscheinlich andere Traditionen und einen anderen Lebensstil hat als deine eigene. Offenheit und Anpassungsfähigkeit sind also wichtig. Außerdem wirst du vielleicht Arbeiten im Haushalt übernehmen, womit du kein Problem haben solltest. Sei dir bewusst, dass du während deiner Zeit in der Gastfamilie relativ ortsgebunden bist. Anders als zum Beispiel bei Work & Travel kannst du nicht viele verschiedene Orte sehen. Dafür wirst du aber durch das Familienleben die Kultur deines Ziellandes besonders gut kennenlernen. Je nach dem, wohin du reisen willst, gibt es Altersgrenzen für Au-pairs. Eine Übersicht findest du hier.

In welchen Ländern kann ich Au-pair werden?

Au-pair zu sein, ist in vielen verschiedenen Ländern möglich. Die beliebtesten sind Kanada, USA, Australien und England. Je nach Land musst du unterschiedliche Vorraussetzungen erfüllen. Dazu gehört meistens ein Nachweis über so viel Geld, dass du im Notfall eine Weile davon leben und nach Hause fliegen könntest. Außerdem brauchst du oftmals Bescheinigungen über eine bestimmte Anzahl an Stunden, die du mit Kindern gearbeitet hast. Das können Nachhilfe, Praktika in Kindergärten, Arbeit in Vereinen und vieles mehr sein. Jüngere Geschwister in der Familie zählen aber nicht. Zudem brauchst du ein Visum, um dich legal in deinem Zielland aufhalten und auch arbeiten zu dürfen. Für Amerika ist es das J1-Visum, in vielen anderen Fällen das Working-Holiday-Visum. Eine Übersicht über die möglichen Länder und die einzelnen Bedingungen findest du hier. Informiere dich zudem über die aktuellen Corona-Bestimmungen.

Wie plane ich eine Reise als Au-pair?

Du hast zwei Möglichkeiten, um deine Reise als Au-pair zu organisieren. Zum einen kannst du die Planung gemeinsam mit einer Firma für Auslandsaufenthalte angehen. Diese bieten oft Komplett-Pakete an und kümmern sich dann um dein Visum, deine Flüge und die Vermittlung an eine passende Gastfamilie. Der Vorteil dabei ist, dass alle Gastfamilien von der Organisation überprüft werden und du zu jeder Zeit einen Ansprechpartner hast. Das kann hilfreich sein, wenn du dich unwohl fühlst und deine Familie wechseln möchtest. Bedenke aber, dass eine Service-Gebühr für die Firma fällig wird.

Andererseits gibt es auch kostenlose Online-Portale für Au-pairs und Gastfamilien. Dann bist du an kein Unternehmen gebunden, nimmst aber das Risiko auf dich, dass die Familie nicht geprüft wurde und du dich im Notfall selber um eine neue Unterkunft kümmern musst. Bei beiden Optionen ist es wichtig, dass du deine Gasteltern und -geschwister vor deiner Abreise kennenlernst, zum Beispiel per Videotelefonat über Skype. Dabei kannst du auch gleich einen Au-pair-Vertrag abschließen, in dem deine Arbeitszeiten, Aufgaben und deine Bezahlung festgehalten werden. Vordrucke solcher Dokumente findest du zum Beispiel hier.
 


Was brauche ich für eine Reise als Au-pair?

Neben deinem Visum und dem Au-pair-Vertrag brauchst du eine für dein Zielland gültige Auslandskrankenversicherung und gegebenenfalls auch eine Haftpflichtversicherung. In vielen Fällen kann deine Gastfamilie diese für dich abschließen. Besprich also frühstmöglich mit deiner Argentur oder den Gasteltern selber, wer sich um deine Versicherung kümmert. Für deine Reise sind gültige Ausweisdokumente notwendig. Am besten machst du dir auch eine Kopie deines Passes, für den Fall, dass er verloren geht. Wenn du in deinem neuen Zuhause Auto fahren sollst oder möchtest, musst du einen internationalen Führerschein beantragen. Außerdem könnte es sein, dass du bestimmte Impfungen für dein Zielland brauchst oder eine neue Kreditkarte bestellen musst, damit du im Ausland Geld abheben kannst. Da die Beschaffung der wichtigen Dokumente eine Weile dauern kann, solltest du frühstmöglich mit der Vorbereitung für deine Reise anfangen.

Wie ist das (Gastfamilien-) Leben als Au-pair?

Als Au-pair ist deine Gastfamilie sowohl dein Wohn- als auch dein Arbeitsplatz. Deshalb ist es besonders wichtig, dass du mit den Eltern der Familie abmachst, wie lange du wann arbeitest. Für die Anzahl der Arbeitsstunden gibt es wieder länderspeziefische Regelungen. Generell stehen dir aber ein freier Tag und vier freie Abende pro Woche zu. Gesetzliche Regelungen für bezahlten Urlaub gibt es nicht. Deine Gastfamilie muss dich voll verpflegen, also für alle deine Mahlzeiten sorgen und dich umsonst bei ihr wohnen lassen. Außerdem ist sie verpflichtet, dir jeden Monat ein Taschengeld auszuzahlen. Die Höhe sollte angemessen und vertraglich geregelt sein. Als Au-pair bist du im Idealfall ein Teil der Familie und solltest nicht als günstige Arbeitskraft angesehen werden. Es kann aber auch sein, dass es in deinem neuen Heim nicht auf Anhieb klappt. Dann ist es wichtig, der ungewohnten Situation eine Chance zu geben. Wenn du dich trotzdem nicht wohl oder sogar unsicher fühlst, gibt es immer Möglichkeiten, deine Gastfamilie zu wechseln oder zu verlassen. Unter Au-pairs ist es sehr beliebt, im Anschluss an die Zeit in der Familie noch durch andere Teile des Landes zu reisen. Dafür kannst du dann dein gespartes Taschengeld nutzen.
 


Was sind die Vor- und Nachteile einer Auslandsreise als Au-pair?

Die Arbeit als Au-pair in einem fremden Land ist die günstigste Möglichkeit, dieses zu bereisen, weil du umsonst essen und wohnen kannst. Dafür musst du dich in eine neue Familie integrieren und dich um Kinder kümmern. Das kann anfangs einschüchternd und schwer sein. Im Gegenzug lernst du die Kultur des Landes sehr direkt kennen und bist quasi gezwungen, deine Kenntnisse der jeweiligen Sprache zu verbessern. Es kann schwierig sein, zwischen Arbeit und Freizeit zu unterscheiden, wenn beides am selben Ort stattfindet. Andererseits hast du die Möglichkeit, eine enge Bindung zu den Menschen in deinem neuen Umfeld aufzubauen. Viele Au-pairs bleiben noch lange mit ihren Gasteltern und -geschwistern in Kontakt und besuchen sie sogar regelmäßig. Um eine solche Beziehung zu entwickeln, musst du dir in deinem Job und im Familienleben Mühe geben. Somit ist es letzendlich an dir, zu entscheiden ob die Arbeit als Au-pair dein Weg ins Ausland ist.

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Die Autorin: Hanna Kunst
Die Autorin: Hanna Kunst

Die Autorin: Hanna Kunst

Sonnenliebhaberin, Lockenkopf, Enthusiastin – Hanna wuchs am Rand von Hamburg auf und schätzt das Landleben ebenso wie den Trubel der Hansestadt. Seit 2020 studiert sie Kulturwissenschaften in Lüneburg und findet dabei Medientechnik und Stadtplanung besonders spannend. In ihrer Freizeit hört sie gern Livemusik, probiert neue Rezepte aus, macht Yoga und fotografiert analog. Für Pointer schreibt Hanna über Lifestyle-Themen und führt als Reporterin Interviews.