Laut dem diesjährigen Ausbildungsreport des "Deutschen Gewerkschaftsbundes" (DGB) sind so viele Auszubildende unzufrieden wie noch nie (Foto: Pressmaster/Shutterstock.com) Laut dem diesjährigen Ausbildungsreport des "Deutschen Gewerkschaftsbundes" (DGB) sind so viele Auszubildende unzufrieden wie noch nie (Foto: Pressmaster/Shutterstock.com)
Befragung

Ausbildungsreport 2019: Azubis unzufriedener denn je

Ausbildung? Nein, danke. Diese Reaktion wäre angesichts der Ergebnisse des Ausbildungsreports 2019 des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) nicht verwunderlich. Diesem zufolge ist nämlich fast ein Drittel aller Azubis unzufrieden - so viele wie noch nie. Jeder Vierte bricht seine Ausbildung ab, Fachkräftemangel hin oder her. Ein weiterer Punkt ist die Digitalisierung: Rund die Hälfte aller Auszubildenden fühlt sich den Anforderungen der digitalen Arbeitswelt nicht gewachsen. An der repräsentativen Befragung haben rund 16.000 Auszubildende aus den laut Bundesinstitut für Berufsbildung 25 häufigsten Ausbildungsberufen teilgenommen. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse für dich zusammengefasst.

DGB-AUSBILDUNGSREPORT: Noch nie waren so viele Auszubildende so unzufrieden

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Attraktivität und Qualität der Ausbildung gesunken

"Die Attraktivität der Ausbildung hat gelitten, aber auch die Qualität", sagte DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte im "ZDF-Morgenmagazin". So lasse sich ein "Trend zur Akademisierung" beobachten, der dazu führe, dass sich immer mehr Jugendliche für ein Studium und somit gegen eine Ausbildung entscheiden. Stichwort: Fachkräftemangel. Gleichzeitig hingen die Ausbildungschancen von Jugendlichen von Faktoren wie Wohnort, Schulabschluss oder Pass ab. Dieser Zustand muss sich laut Conte dringend ändern. Ebenso wichtig sei es, die Qualität der Ausbildung besser zu gewährleisten. Noch immer würden gesetzliche Vorschriften von den Betrieben oft nicht eingehalten: Mehr als ein Drittel der Auszubildenden gab an, regelmäßig Überstunden zu leisten. Etwa jeder achte Jugendliche unter 18 Jahren arbeitet dabei mehr als 40 Stunden pro Woche, was gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz verstößt. Ebenfalls jeder Achte übernehme regelmäßig ausbildungsfremde Tätigkeiten.
 


Digitalisierung in der Ausbildung muss vorangetrieben werden

In diesem Jahr lag der Schwerpunkt des Ausbildungsreports auf der Digitalisierung. Von einer "Ausbildung 4.0" ist Deutschland allerdings noch weit entfernt, obwohl rund 80 Prozent der Befragten der Digitalisierung in ihrem Ausbildungsberuf eine große Bedeutung beimessen. Die Betriebsgröße spielt in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle: So gaben nur 71,1 Prozent der Auszubildenden in Kleinstbetrieben mit bis zu vier Mitarbeitern an, dass Aspekte der Digitalisierung und Automatisierung in ihrem Ausbildungsberuf wichtig oder sehr wichtig seien, in Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern waren es 89,1 Prozent. Weiterhin werden 70 Prozent der Auszubildenden in Großbetrieben laut eigener Aussage gezielt für die Nutzung digitaler Technologien qualifiziert, während es in kleinen Betrieben nur 42,5 Prozent sind. Conte fordert zum Handeln auf: "Eine Arbeitswelt 4.0 braucht eine Ausbildung 4.0", sagte sie auf der Seite des DGB.
 


[PA]

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