Laut dem Statistischen Bundesamt gibt es immer weniger Neuabschlüsse von Ausbildungsverträgen in Deutschland (Foto: F8 studio/Shutterstock.com) Laut dem Statistischen Bundesamt gibt es immer weniger Neuabschlüsse von Ausbildungsverträgen in Deutschland (Foto: F8 studio/Shutterstock.com)
Statistisches Bundesamt

Trend: weniger Azubis

In Deutschland beginnen immer weniger Menschen eine Ausbildung, insbesondere Frauen. Im Jahr 2019 haben insgesamt 513.300 Menschen einen neuen Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Dies teilte das Statistische Bundesamt in einer Pressemitteilung mit. Danach setzt sich ein rückläufige Trend fort, nachdem 2010 noch 559.000 Verträge abgeschlossen wurden. Gerade Frauen beginnen immer seltener eine duale Ausbildung: 2019 betrug der Anteil der Frauen an allen neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen lediglich 36,5 Prozent. Die Anzahl der Berufsauszubildenden ist seit 2010 um über zehn Prozent gesunken.
 


Die höchsten Zahlen verzeichnen dabei ganz klar die Berufe Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Kaufmann/-frau für Büromanagement, Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, Verkäufer/-in und Industriekaufmann/-frau. Auf diese fünf Berufe verteilen sich ganze 22 Prozent aller Neuabschlüsse. Den größten Anstieg gab es dabei bei den Fachinformatiker/innen, wo im Vergleich zum Jahr 2018 1.260 Verträge mehr abgeschlossen wurden.
 


Weniger gut schnitten die Branchen Gastronomie, Hotellerie, Tourismus und Einzelhandel ab, wie das Statistische Bundesamt in einer weiteren Pressemitteilung bekannt gab. Gerade im Einzelhandel, der trotzdem nach wie vor die meisten Neuabschlüsse verzeichnet, geht die Anzahl der neuen Azubis überdurchschnittlich zurück. Aktuell gibt es 22 Prozent weniger Ausbildungsverträge als 2010 - bei einer gleichbleibend hohen Nachfrage seitens der Betriebe.
 


Insgesamt wurden in den genannten Branchen 2019 rund 77.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das sind 28 Prozent weniger als im Jahr 2010, was noch einmal deutlich unter dem durchschnittlichen Rückgang von acht Prozent liegt. Da diese Zahlen die Ereignisse im Zusammenhang mit der Corona-Krise noch nicht beinhalten, ist hier wohl keine Besserung in Sicht. Das betrifft insbesondere die Gastronomie, wo sich die Zahlen der Ausbildungsbeginnenden im selben Zeitraum bereits vor der Krise fast halbierten.
 


Im Gegensatz zum Gesamttrend gab es in den Jahren 2017 und 2018 einen Anstieg der Vertragsabschlusszahlen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass mehr Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Trotz insgesamt 3,8 Prozent mehr Neuabschlüssen von ausländischen Frauen setzte sich dieser Trend jedoch 2019 nicht fort.

[PA]

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