Glücklicher durch persönlichen Kontakt: Online-Austausch kann den physischen Kontakt mit Freunden nicht ersetzen, hat eine Schüler-Befragung ergeben (Foto:  Brooke Cagle/unsplash.com) Glücklicher durch persönlichen Kontakt: Online-Austausch kann den physischen Kontakt mit Freunden nicht ersetzen, hat eine Schüler-Befragung ergeben (Foto: Brooke Cagle/unsplash.com)
Befragung

Lockdown-Bilanz: Persönlicher Kontakt macht glücklicher

Dass Onlinekontakte den persönlichen Austausch unter Jugendlichen auch während des zweiten Schul-Lockdowns nicht ersetzen können, ist kein überraschendes Ergebnis von "SOCIALBOND" zu sozialer Integration im Jugendalter. Jetzt liegt der Bericht des Projektes vor. Demnach leiden Schülerinnen und Schüler besonders unter dem eingeschränkten persönlichen Kontakt zu Freunden.

Das Ergebnis zeigt: 70 Prozent der Schüler belastete es am stärksten, weniger persönlichen Kontakt zu anderen Menschen zu haben. Die Einschränkungen in ihrer Freizeit nahmen sie als deutlich schlimmer wahr als das selbständige Lernen im Home-Schooling oder den Familienalltag während der pandemiebedingten Schulschließungen.
 


Im Rahmen des Projektes wurden rund 600 Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse aus 29 Schulen in Nordrhein-Westfalen befragt. Darunter waren Gesamt-, Haupt-, Real-, sowie Sekundarschulen und Gymnasien. Geleitet wurde das Projekt von Clemens Kronbeberg, Professor für Soziologie und Mitglied im Exzellenzcluster "ECONtribute: Markets & Policy" an der Uni Köln.

Die Befragung der Teilnehmer dauerte etwa 20 Minuten und wurde mit einem Fragebogen zu Schulalltag und Freizeitverhalten durchgeführt. Zusätzlich erhielten etwa die Hälfte der Teilnehmer während des Home-Schoolings über vier Wochen hinweg acht Mini-Fragebögen zu ihrer tagesaktuellen Stimmungslage und Aktivitäten, den sie via Smartphone ausfüllen konnten.
 


An den Tagen, an denen die Schüler nicht zu Hause geblieben waren und persönlichen Kontakt zu Freunden hatten, gaben die Jugendlichen überwiegend an, glücklicher und begeistert gewesen zu sein. Sie waren demnach weniger traurig, niedergeschlagen, gelangweilt oder gar vereinsamt. Ausschließlicher Onlinekontakt mit anderen Personen besserte die Laune dagegen nicht, wobei dies die häufigste Form des Austauschs während des zweiten Schul-Lockdowns war.

Die Befragung fand im Rahmen des vom Europäischen Forschungsrat geförderten Projektes "SOCIALBOND" statt, das dazu beitragen soll, die soziale Integration von Jugendlichen zu beleuchten. Das Projekt befragt seit 2018 jährlich Schüler und Schülerinnen an weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen.
 


[PA]

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