Im Distanzunterricht während der Corona-Pandemie sind Kompetenzeinbußen bei den Kindern entstanden, hat eine Studie ergeben (Foto: Jira/Rawpixel.com) Im Distanzunterricht während der Corona-Pandemie sind Kompetenzeinbußen bei den Kindern entstanden, hat eine Studie ergeben (Foto: Jira/Rawpixel.com)
Studie

Distanzunterricht so effektiv wie Sommerferien

Trotz der vielfältigen Bemühungen, den Schulbetrieb durch Distanzunterricht und Online-Angebote während der coronabedingten Schulschließungen so gut wie möglich aufrecht zu erhalten, sind bei vielen Schülerinnen und Schülern enorme Leistungsdefizite entstanden. Dies zeigt eine Studie aus der Pädagogischen Psychologie an der Goethe-Universität. "Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 ist als Stagnation mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen zu bezeichnen und liegt damit im Bereich der Effekte von Sommerferien", sagt Prof. Dr. Andreas Frey laut Pressemitteilung der Hochschule. Er lehrt an der Goethe-Universität Pädagogische Psychologie mit Schwerpunkt Beratung, Diagnostik und Evaluation und ist einer der Verfasser der Studie.
 


Besonders stark zu beobachten seien Kompetenzeinbußen bei Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Elternhäusern. "Hiermit sind die bisherigen Vermutungen durch empirische Evidenz belegt: Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich während der ersten coronabedingten Schulschließungen noch weiter geöffnet", schlussfolgert Frey. Allerdings gebe es auch erste Anhaltspunkte dafür, dass die Effekte der späteren Schulschließungen ab Winter 2020/21 nicht zwangsläufig ebenso drastisch ausfallen müssen. Inzwischen habe sich die Online-Lehre vielerorts verbessert, dies scheint die negativen Effekte abfedern zu können.
 


Die Forscherinnen und Forscher publizierten einen systematischen Review, bei dem mit wissenschaftlichen Datenbanken weltweit jene Studien identifiziert wurden, in denen die Auswirkungen der coronabedingten Schulschließungen auf die Leistungen und Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern berechnet wurden. "Wir haben nur forschungsmethodisch hochwertige Publikationen berücksichtigt, die eindeutige Rückschlüsse auf die Wirkung coronabedingter Schulschließungen auf den Kompetenzerwerb von Schülerinnen und Schülern erlauben und geeignete Tests zur Leistungs- oder Kompetenzmessung einsetzten", so Prof. Frey weiter. Dabei habe sich gezeigt, dass der Kompetenzerwerb während der Schulschließungen im Vergleich zu Präsenzbedingungen deutlich geringer ausfiel.

[PA]

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