Jugendliche und junge Erwachsene leiden stark unter den Auswirkungen der Pandemie auf ihren Ausbildungs- oder Studienplatz (Foto: Annie Spratt/unsplash.com) Jugendliche und junge Erwachsene leiden stark unter den Auswirkungen der Pandemie auf ihren Ausbildungs- oder Studienplatz (Foto: Annie Spratt/unsplash.com)
Corona-Pandemie

Studie zeigt, was Azubis und junge Beschäftigte belastet

52 Prozent der Auszubildenden, jungen Beschäftigten und dual Studierenden haben seit Beginn der Pandemie das Gefühl, ihr eigenes Leben nicht mehr unter Kontrolle zu haben. 61 Prozent geben zudem an, dass sich ihre psychische Gesundheit während der Pandemie verschlechtert habe. Das hat die Studie "Plan B" der Gewerkschaft IG Metall ergeben.
 


Jugendliche und junge Erwachsene fühlen ihre Pläne durch die Auswirkungen der Pandemie durchkreuzt. 40 Prozent der Befragten sagen sogar, sich wegen Corona beruflich neu orientieren zu müssen. Auch diese Umorientierung fällt in Zeiten der Pandemie nicht leicht, wenn Berufseinsteigermessen und das Ausbleiben von Infoveranstaltungen mit persönlichen Beratungen nicht stattfinden. Die Möglichkeiten, ein Berufsfindungspraktikum zu absolvieren, sind ebenfalls stark eingeschränkt.
 


Die Unsicherheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen wächst somit stetig weiter. So ist laut der Studie die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge im letzten Jahr um zehn Prozent zurückgegangen. Die Jugendarbeitslosigkeit ist demnach sogar um 25 Prozent gestiegen. Das liegt vor allem daran, dass viele Betriebe wegen der Pandemie weniger ausbilden oder ihre Azubis nicht mehr übernehmen können.
 


Langsam falle auf, wer während der Pandemie auf der Strecke geblieben sei, sagt einer der befragten Auszubildenden der Studie laut Pressemitteilung der IG Metall. Auch er habe das Gefühl "abgehängt zu werden", da ihm in seiner Ausbildung als Mechatroniker die Praxiserfahrung fehle. Die Pandemie habe es unmöglich gemacht, zum Schrauben in die Halle zu gehen, stattdessen habe es nur Online-Unterricht gegeben.
 


Viele Auszubildende, denen die Praxiserfahrung fehlt, haben Angst davor, dass ihr Ausbildungsjahrgang sie unattraktiver auf dem Arbeitsmarkt macht. So beklagen sich laut der Studie 42 Prozent über eine Verschlechterung der Ausbildungssituation im Betrieb. Ganze 54 Prozent schätzen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt als geringer ein.
 


Nun liege es vor allem im Interesse der Unternehmen, die Situation zu ändern, meint die IG Metall. Für einen kommenden Aufschwung benötige es dringend Fachkräfte, weshalb die Bundesregierung eine Ausbildungsprämie in Höhe von 6000 Euro beschlossen hat. Die Unternehmen sollten diese stärker nutzen, damit es keine "Generation Corona" gebe, die bleibende berufliche und persönliche Schäden davontrage.
 


Zwar kommen einige Auszubildende gut mit dem digitalen Unterricht zurecht, doch ist dies längst nicht bei jedem der Fall. 70 Prozent der befragten Azubis gaben an, dass sich die Situation in der Berufsschule seit dem Ausbruch der Pandemie verschlechtert habe.
 


Auch die sozialen Kontakte wurden durch das Home-Schooling eingeschränkt. Maßnahmen wie Abstandshalten und das Beschränken auf wenige Haushalte führten dazu, dass sich vor allem junge Menschen isoliert fühlen. So klagen 55 Prozent der Teilnehmenden über eine Verschlechterung der Beziehung zu ihren Freunden.

[Tabea-Jane Mählitz]

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