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Schülerinnen und Schüler sehen in der Distanzlehre noch immer eine große Herausforderung, hat eine Befragung ergeben (Symbolfoto: Iris Wang/unsplash.com) Schülerinnen und Schüler sehen in der Distanzlehre noch immer eine große Herausforderung, hat eine Befragung ergeben (Symbolfoto: Iris Wang/unsplash.com)
Befragung

Abiturienten leiden unter der Distanzlehre

Die Universität Paderborn hat 7500 Schüler zur Herausforderungen der digitalen Lehre befragt. Die Ergebnisse deuten auf eine Uneinheitlichkeit in der Beschulung, schlechte Medienkompetenzen der Lehrkräfte und ein mangelndes Vertrauen in die Politik hin.
 


Einige Abiturienten berichten, im vergangenen Schuljahr durchgängig in Präsenz unterrichtet worden zu sein. Andere verbrachten die Mehrheit des Schuljahres in Distanz- oder Wechselunterricht. In Bezug auf die Belastung geben vor allem die Abiturientinnen an, mit durchschnittlich 3,73 Stunden am Tag im Distanzunterricht deutlich mehr Zeit mit dem Lernen verbracht zu haben. Bei den männlichen Abiturienten waren es im Schnitt 2,84 Stunden. Die größte Belastung erlebten dabei Abiturientinnen mit Migrationshintergrund und geringem Bildungsgrad der Eltern.
 


Als stärker belastend werden von den Schülern vor allem die Phasen des Wechselunterrichtes erlebt, in denen die Hälfte der Lerngruppen in Präsenz und die andere Hälfte auf Distanz unterrichtet wurden. Dadurch sei mehr Zeit verloren gegangen, da oft alles zweimal unterrichtet worden sei, nämlich jeweils einmal pro Kurshälfte.
 


Bei der Befragung schneiden die Lehrkräfte bei der Medienkompetenz eher schlecht ab. Die Mehrheit der befragten Lehrerinnen und Lehrer meinte, über ausreichende Medienkompetenz für den Distanzunterricht zu verfügen. Anders schätzen die Schüler die Medienkompetenzen ihrer Lehrer ein. Nur 15,5 Prozent der Befragten sagten, dass die Lehrkräfte über ausreichend gute Medienkompetenzen für den Distanzunterricht verfügten. 28,9 Prozent stimmen der Aussage nicht zu, dass das Lehrpersonal über ausreichend Medienkompetenz verfüge. Je höher die Absolventen die Medienkompetenzen ihrer Lehrkräfte einschätzen, umso bessere Abschlussnoten gaben diese an. Technisch fühlen sich Schüler gut ausgestattet: 67,1 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Distanzunterricht über ausreichend gute technische Ausstattung verfüge.
 


Die Abiturienten des "Corona-Abiturs" befürworten zudem die Durchführung der Abiturprüfungen und lehnen die Alternative einer Durchschnittsnote ab. Im Jahre 2020 stimmten 53,4 Prozent der befragten Schüler und Schülerinnen der Aussage zu, dass es gut war, die Abiturprüfungen unter veränderten Bedingungen durchzuführen. 2021 waren es bereits 61,2 Prozent.
 


Die Alternative der Bildung einer Durchschnittsnote aus allen gymnasialen Oberstufen erzielten Noten anstelle einer Abiturprüfung befürworteten 2020 noch 55 Prozent, 2021 nur noch 45 Prozent. Grund hierfür ist, dass die Schüler im Vergleich zum Vorjahr nicht mehr so besorgt sind, sich in der Präsenzprüfung anzustecken, und sich nun besser auf die Gefahren des Virus einstellen konnten. Ein weiterer Grund, nicht auf die Prüfungen verzichten zu wollen, ist zudem, dass Abiturienten Angst haben, mit einem "Corona-Abitur" bei Einstellungsprozessen benachteiligt zu werden.
 


Die nicht-repräsentativen Umfrage fand in Kooperation mit "Abihome.de" statt. Durchgeführt wurde die Studie von Tim Rogge aus der Arbeitsgruppe für Allgemeine Didaktik und für Schul- sowie Medienpädagogik. Ab August wird die Untersuchung um vertiefende Interviews mit Abiturienten erweitert.
 


 

[Tabea-Jane Mählitz]

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